Erlebnispfad Stadtnatur im Volkspark Jungfernheide

Station 8: Insel

Volkspark Jungfernheide, Brücke

Große Pläne

Als der Volkspark Jungfernheide damals gebaut wurde, entstand auch ein künstlicher See: Der Jungfernheideteich. Unzählige Tonnen Erde mussten ausgebuddelt werden, bis das Loch schließlich groß genug für den Teich war. Die Erde wurde verwendet, um mitten im See eine Insel zu erschaffen.

Ursprünglich war die Idee, auf die Insel eine Bibliothek sowie ein Restaurant zu bauen. Doch diese Pläne wurden nie umgesetzt. Aus heutiger Sicht schön, denn so lassen sich an diesem besonderen Ort ungestört Ruhe und Natur genießen.

Volkspark Jungfernheide Brücke zur Insel

Bewundernswerter Baumbestand

Auf die Insel gelangst du über eine von zwei Brücken. Dort folgst du entweder dem Hauptweg, der von einer auf die andere Seite der Insel führt, oder du machst einen kleinen – und lohnenswerten – Umweg und nimmst den Inselrundweg.

Hier fällt vor allem die Vielfalt an Bäumen auf. Neben Buchen, Eichen, Ahorn, Birken, Hainbuchen und Robinien findest du hier auch die wasserliebenden Ulmen und Erlen.

  • Schwarz-Erle

    Die Schwarz-Erle ist ein mittelgroßer Laubbaum aus der Familie der Birkengewächse und hat sich eine ganz eigene ökologische Nische erschlossen: Sie steht gerne mit den Füßen im Wasser und vermeidet so die Konkurrenz mit anderen Baumarten um Licht und Nährstoffe. Dafür hat sie ein raffiniertes Belüftungssystem im Wurzelwerk entwickelt. Aus der Symbiose mit stickstoffbindenden Knöllchenbakterien bezieht sie wichtige Nährstoffe. Auch ökologisch ist der Baum wichtig, als Heimat von 150 Insekten-, mehr als 20 Vogel- und 70 Pilzarten.

  • Esche

    Die Esche zählt mit einer Wuchshöhe von bis zu 40 m zu den höchsten Laubbäumen Europas. Dass sie als Ölbaumgewächs mit der mediterranen Olive verwandt ist, merkt man ihr nicht an, sie bildet für die Fortpflanzung auffällige geflügelte hellbraune Nussfrüchte. Ökologisch ist sie mit ca. 1.000 Arten verknüpft, darunter Flechten, Pilze, Insekten und Vögel, um nur einige zu nennen. In der nordischen Mythologie spielt die Esche eine wichtige Rolle: Der Weltenbaum Yggdrasil aus der isländischen Edda soll eine Esche sein. Heute ist die Esche in ihrem Fortbestand durch das Eschentriebsterben gefährdet; an einer Bekämpfung des verursachenden Pilzes wird intensiv geforscht. Gesunde Eschen können bis zu 300 Jahre alt werden.

  • Feld-Ulme

    Die Feld-Ulme ist von den drei in Mitteleuropa heimischen Ulmenarten am weitesten verbreitet und tritt in Deutschland vor allem an Elbe und Donau auf. Sie kann bis zu 400 Jahre alt werden und eine Höhe von 40 m erreichen. Über 600 Arten und Artengruppen nutzen Ulmen z.B. als Bienenweide und Futterpflanze, manche sind auf Ulmen spezialisiert und können nur auf und durch Ulmen existieren. Ulmen haben auch eine mythologische Bedeutung: Im antiken Griechenland war die Ulme Hermes, dem Schutzgott der Reisenden, Kaufleute, Hirten und der Dieben geweiht. In Berlin war der Kudamm bis in die 20er-Jahre mit Ulmen bepflanzt. Die Holländische Ulmenkrankheit jedoch überlebten die meisten nicht.

  • Quercus robur, Stiel-Eiche

    Die Stiel-Eiche, auch Sommer-Eiche oder Deutsche Eiche genannt, ist in Europa weit verbreitet und kann sehr alt werden. Ihre Blätter, die sie erst spät im Winter abwirft, hängen an langen Stielen, daher hat sie ihren Namen. Mit ihrer Pfahlwurzel kann sie Wasser aus großen Tiefen holen, aber längere Dürreperioden machen auch ihr zu schaffen. Alte Stiel-Eichen bieten Nahrung und Lebensraum für weit mehr als 1.000 Arten von Insekten, Pilzen, Nagetieren etc. Die älteste Stiel-Eiche in Berlin ist die „Dicke Marie”, im Tegeler Forst. Sie soll 500 bis 600 Jahre alt sein.

  • Carpinus betulus, Hainbuche

    Die Hainbuche gehört ungeachtet ihres Namens nicht zur Familie der Buchen, sondern zu den Birkengewächsen. Der Name leitet sich aus dem Althochdeutschen ab und meint eigentlich eine Einhegung oder Hecke. Der mittelgroße Laubbaum wird höchstens 25 Meter hoch und wächst auch als Strauch – daher die verbreitete Verwendung als Hecke. Mit ihrem hohen Stockausschlagvermögen wurde die Hainbuche historisch zur Gewinnung von Brennholz und Viehfutter genutzt. Vor allem spielte sie in früheren Jahrhunderten eine tragende Rolle bei der Anlage von Wehrhecken und Landwehren. In Berlin ist die Hainbuche verbreitet in Wäldern und Grünanlagen, aber auch als Straßenbaum oder in Parks zu finden, wo sie unter anderem als Vogelschutz- und Vogelnährgehölz geschätzt wird.

  • Spitz-Ahorn

    Der Spitz-Ahorn aus der Familie der Ahorngewächse gehört zu den häufigsten Baumarten in deutschen Städten oder Dörfern. Der schnellwüchsige Baum kann eine Größe von 30 m erreichen und bis zu 150 Jahre alt werden. Die Blätter des Spitzahorns erinnern an eine ausgestreckte Hand mit spitzen Blatträndern. Im Herbst verfärben sich die Blätter von einem Goldgelb in ein intensiv leuchtendes Rot. Die Blüten, die zwischen März und Mai erscheinen, sind reich an Nektar und locken viele Insekten an. Im Klimawandel gehört der Spitz-Ahorn zu den Hoffnungsträgern für trockene und sehr trockene Standorte. Die geflügelten Samen bieten eine beliebte Kinderbelustigung: Man öffnet die Samenseite und klebt sich die Flügel auf die Nase.