Erlebnispfad Stadtnatur im Volkspark Jungfernheide

Station 7: Seeterrasse

Volkspark Jungfernheide Seeterrasse

Viele Vögel sind schon da

Die vielen denkmalgeschützten Bänke der Seeterasse laden dich zu einer kleinen Pause ein. Auch lassen sich von hier aus wunderbar die zahlreichen Vögel beobachten, denen der See ein Zuhause bietet: zum Beispiel Graureiher, Höckerschwäne, Haubentaucher, Kormorane und viele mehr.

Vogelgalerie

  • Stockente

    Stockenten sind sehr soziale Tiere: Sie leben immer gemeinsam in größeren Gruppen. Allerdings bilden sie keine Paare, die ein Leben lang zusammen bleiben, so wie dies beispielsweise viele Gänse tun. Um ihre Eier vor Feinden (wie Füchsen oder Greifvögeln) zu schützen, haben die brütenden Weibchen einen raffinierten Trick: Fühlen sie sich bedroht, bespritzen sie die Eier mit stinkender Entenkacke, die die Angreifer vertreiben soll.

  • Graureiher

    Der Graureiher ist der zweitgrößte einheimische Vogel nach dem Storch. Graureiher sind geschickte Jäger: Sie schreiten auf ihren langen Beinen langsam im seichten Wasser oder Gras umher und halten nach Beute Ausschau. Haben sie etwas entdeckt, stoßen sie mit ihrem spitzen Schnabel blitzschnell zu. Erwachsene Tiere brauchen etwa 500 g Nahrung pro Tag. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Fische, aber auch Frösche, Reptilien, Insekten, Mäuse, Schlangen und Jungvögel.

  • Höckerschwan

    Der Höckerschwan ist die größte Schwanenart Europas und hat mit 160 cm Körperlänge, einer Flügelspannweite von bis zu 240 cm und einem Gewicht bis zu 14 kg eine durchaus beachtliche Größe. Erwachsene Tiere ab einem Alter von etwa drei Jahren fallen durch ihr rein weißes Gefieder auf, das Gefieder der jüngeren Schwäne hingegen ist eher grau bis graubraun. Seinen Namen verdankt der Vogel dem schwarzen Höcker an Schnabelansatz und Stirn. Dieser ist bei männlichen Tieren um einiges stärker ausgeprägt als bei den Weibchen.

  • Haubentaucher

    Ihren Namen tragen die Haubentaucher, weil sie im Sommer ein auffälliges Federbüschel wie eine Haube auf dem Kopf tragen und außerdem hervorragende Taucher sind. Sie schwimmen häufig mitten auf Seen und verschwinden immer wieder zu Tauchgängen, die bis zu einer Minute dauern können. Die Vögel tauchen in der Regel 2 bis 4 m tief, es wurden aber auch schon Tauchgänge bis in 40 m Tiefe nachgewiesen. Die Tiere ruhen und schlafen auf dem Wasser, indem sie ihren Kopf und Hals einziehen und auf ihren Rücken legen, wobei sie ihren Schnabel im Gefieder verbergen.

  • Kormoran

    Kormorane sind schwarze Wasservögel, die bis zu 20 m tief tauchen können, beim Fliegen aber ziemlich unbeholfen aussehen: Sie fliegen meist dicht über der Wasseroberfläche, wobei sie den Hals lang vorstrecken und kräftig mit den Flügeln schlagen. Anders als bei fast allen anderen Wasservögeln sind die Federn der Kormorane nicht wasserabweisend. Aus diesem Grund sitzen sie oft stundenlang mit weit ausgestreckten Flügeln auf Pfosten oder Felsen am Ufer, um ihr Gefieder zu trocknen.

Schwimmender Biber

Biber: Begabte Baumeister

Nachdem er in Europa fast vollständig ausgerottet war, hat sich der Biber vielerorts – auch bei uns in Berlin – wieder angesiedelt. Sein natürlicher Lebensraum ist der Übergangsbereich zwischen Land und Wasser, wo er vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs ist.

Biber sind Vegetarier. Am liebsten mögen sie die zarten Zweige und Knospen in den Kronenbereichen junger Weiden und Pappeln. Und weil sie nicht klettern können, legen sie die Bäume einfach um. Mit ihren sehr harten Nagezähnen können sie Stämme mit einem Durchmesser von über 20 cm fällen. Das machen sie vor allem im Herbst und Winter, wenn der Bestand an krautigen Pflanzen langsam zur Neige geht. Biber halten keinen Winterschlaf, und bis im Frühjahr wieder neue Pflanzen austreiben, bilden die im Wasser gelagerten Zweige und die Rinde der Bäume eine schmackhafte Winterverpflegung.

Mehr Informationen

  • Perfekt angepasst

    Der Biber ist wieder da! Nachdem er vor rund 100 Jahren in Europa fast ausgerottet war, hat er sich in Berlin viele neue Lebensräume erschlossen. Vielleicht hast du ihn noch nie gesehen – kein Wunder, denn da er tagsüber schläft, sieht man ihn selten. Aber die vielen angenagten Bäume an unseren Uferrändern zeigen zuverlässig an: Hier leben Biber.

    Der Biber ist das größte europäische Nagetier, er wiegt 20 bis 30 kg und kann bis zu 1,35 m lang werden. Sein natürlicher Lebensraum ist der Übergangsbereich zwischen Land und Wasser, wobei er langsam fließende bis stehende Gewässer bevorzugt.

    Dafür hat ihn die Natur besonders ausgerüstet: Sein braunes Fell ist außergewöhnlich dicht mit bis zu 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter Haut und besteht aus einer dichten Unterwolle und langen Grannenhaaren. Dadurch bildet sich eine isolierende Luftschicht, die vor Auskühlung schützt und beim Schwimmen für Auftrieb sorgt.

    Augen, Ohren und Nasenlöcher liegen oben am Kopf und erlauben dem Biber, fast ganz unter Wasser und damit unbemerkt seine Bahnen zu ziehen und trotzdem den Überblick zu behalten. An den Füßen trägt er Schwimmhäute, sein langer breiter Schwanz dient ihm beim Schwimmen als Ruder.

    Biber können bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben, Nase und Ohren sind dabei verschlossen und die Augen werden durch ein zusätzliches Augenlid geschützt.

  • Familienbande

    Biberpaare halten einander lebenslang die Treue und bekommen jedes Jahr im Frühjahr ein bis drei Junge, bei deren Aufzucht die Geschwister vom Vorjahr mithelfen. So lebt immer eine ganze Familie in einem Biberbau. Bis zu 20 Jahre können Biber alt werden, wenn ihnen nichts passiert, denn natürliche Feinde gibt es kaum, wenn sie erst einmal ausgewachsen sind.

    An seine Wohnstatt stellt der Biber hohe Ansprüche. Ein ständig unter Wasser liegender Zugang ist für ihn unverzichtbar – deshalb sind Biber immer an Gewässern zu finden. Der Bau muss Platz für eine Biberfamilie mit ein bis zwei Generationen an Jungtieren bieten und möglichst ein paar Jahre halten.

    An hohen Böschungen kann der Biber einen Erdbau graben. Wo das nicht möglich ist, wird aus Ästen, Zweigen und Laub am Übergang zwischen Ufer und Wasser eine Biberburg angelegt. Der Wohnkessel liegt immer oberhalb der Wasserlinie, die Zugangsröhren immer unterhalb. Vom Wohnkessel, der mindestens einen Meter im Durchmesser misst und mit Laub ausgepolstert wird, können mehrere Röhren abgehen, die Fluchtmöglichkeiten bieten.

    So ein Biberbau hält nicht ewig, denn wechselnde Wasserstände, Starkregen und andere Naturereignisse können ihn beschädigen. Dann zieht die Biberfamilie um und baut an einem anderen Ort neu.

  • Kreative Futterbeschaffung
    Erlebnispfad Stadtnatur Volkspark Jungfernheide Biber

    Als konsequenter Vegetarier frisst der Biber vor allem krautige Pflanzen und Weichhölzer, die er während der Vegetationszeit in seinem Lebensraum findet. Am liebsten mag er die zarten Zweige und Knospen in den Kronenbereichen junger Weiden und Pappeln.

    An die muss er aber erst einmal herankommen und weil er nicht klettern kann, legt er die begehrten Bäume einfach um. Mit seinen eisenhaltigen, sehr harten und stetig nachwachsenden Nagezähnen kann er Stämme bis zu einem Durchmesser von 20 cm fällen. Das macht er vor allem im Herbst und Winter, wenn der Bestand an krautigen Pflanzen langsam zur Neige geht.

    Der Biber hält keinen Winterschlaf, und bis im Frühjahr wieder neue Pflanzen austreiben, bilden die im Wasser gelagerten Zweige und die Rinde der Bäume eine lange haltbare Winterverpflegung.

  • Begabter Baumeister

    Der Biber braucht einen ausreichenden Bestand an Pflanzen und Weichhölzern, um das ganze Jahr über satt zu werden, und ein Gewässer, welches ihm die Anlage einer Burg erlaubt.

    Hat der Lebensraum kleine oder größere Mängel, legt der Biber als begnadeter Landschaftsgestalter kurzentschlossen selbst Hand an. Wo Wasser fließen oder eben nicht fließen soll, wo Land bleiben oder überflutet werden soll, das bestimmt der Biber so, wie es ihm zweckmäßig erscheint.

    Vor allem an kleinen Fließgewässern ist der Wasserstand meist nicht hoch genug, dann baut der Biber mit Ästen und Zweigen einen Damm, der den Bach zu einem Biberteich aufstaut. Der ist mindestens 30 cm tief und kann sich über eine größere Fläche ausbreiten. Manche Biberteiche haben eine Ausdehnung von mehreren Hektar.

  • Lebensraum im Wandel

    Die Landschaftsgestaltung durch den Biber hat vielfältige Konsequenzen für das gesamte Biotop. Von den neu geschaffenen Lebensräumen profitieren zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. So stehen beispielsweise Bäume am Uferrand plötzlich mit den Wurzeln im Wasser und sterben ab. Das Kronendach lichtet sich, mehr Sonne fällt auf den Boden und eine andere, vielfältigere Pflanzengesellschaft entsteht im Laufe der Zeit.

    Das veränderte Biotop bietet auch Tieren einen Lebensraum, die mehr Licht und Wärme brauchen und vorher dort nicht zuhause waren. Jetzt fühlen sich auch Amphibien hier wohl und verschiedene Libellenarten und andere Insekte siedeln sich an. Und unter Wasser können sich Jungfische in den Ästen der Dämme verstecken.

    Die verbleibenden Reste der gefällten Bäume bilden als verrottendes Totholz wichtige Lebensräume für Pilze und Insekten und auch Vögel finden in den toten Bäumen Unterschlupf.

    Biberdämme unterstützen zudem beim Hochwasserschutz, denn sie stauen das Wasser und verringern die Fließgeschwindigkeit. Auf diese Weise fließt das Wasser langsamer ab – je nach Gelände um bis zu 160 Mal langsamer als in Gebieten ohne Biberdämme. Dadurch kann schon im Oberlauf von Bächen mehr Wasser versickern und der Wasserstand sinkt.

  • Beinahe ausgerottet

    Es ist nachvollziehbar, dass der Biber in seiner Eigenschaft als Landschaftsgestalter dem Menschen über die Jahrhunderte gehörig in die Quere kam. Während der Mensch das Land entwässern wollte, um Weidewirtschaft und Ackerbau zu betreiben, hatte der Biber das genaue Gegenteil im Sinn. Der Konflikt zwischen Bibern und Menschen war damit vorprogrammiert und wäre den Bibern fast zum Verhängnis geworden.

    Nicht nur die davon betroffenen Bauern machten sich daran, den Biber zu jagen. Mit seinem ordentlichen Gewicht und wärmenden Biberpelz war er eine begehrte Jagdbeute. Und das so genannte Bibergeil – ein „duftendes” Drüsensekret, mit dem Biber ihr Revier markieren – war in der mittelalterlichen Heilkunde sehr begehrt.

    Zur Beinahe-Ausrottung der Tiere trugen auch katholische Geistliche bei. Denn Fleischverzehr war traditionell in der Fastenzeit strengstens untersagt, der Fischkonsum hingegen erlaubt. Und so erklärten sie in ihrem Einfallsreichtum, die strengen Fastenvorschriften zu umgehen, den Biber aufgrund seiner wassergebundenen Lebensweise und seines schuppigen Schwanzes kurzerhand zum „Fisch” und damit zur legitimen Fastenspeise.

    Alles zusammen führte dazu, dass der Biber bis zur ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts beinahe ausgerottet wurde.

  • Biber in Berlin

    Erst in den letzten Jahrzehnten nahmen die Bestände durch Auswilderung und konsequente Schutzmaßnahmen wieder deutlich zu. Heute sollen etwa 40.000 Biber in Deutschland leben, seit 2015 gibt es auch wieder welche in Berlin. Mit geschätzt 120 Tieren in 60 Revieren ist der Lebensraum Berlin mittlerweile jedoch bis an die Grenze der Tragfähigkeit von Bibern besiedelt.

    Es ist nicht verwunderlich, dass die wasserreiche Hauptstadt dem Biber wie ein attraktiver Lebensraum vorkommt. Die vielen Menschen stören ihn weniger, allerdings sind die Uferböschungen ihm oft zu hoch. Dann legen Berliner Behörden schon einmal einen bibertauglichen Ausstieg an.