Biodiversität im öffentlichen Grün

Vielfältiges Stadtgrün für eine klimaresiliente Zukunft

Der Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt gehören zu den zentralen Aufgaben der Grünflächenpflege in Charlottenburg-Wilmersdorf. Öffentliche Grün- und Freiflächen sind ein wesentlicher Bestandteil der städtischen Infrastruktur und übernehmen wichtige ökologische, klimatische und soziale Funktionen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnen sie zusätzlich an Bedeutung, da sie zur Abmilderung von Hitze, zur Aufnahme von Niederschlägen und zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen.

Der Bezirk setzt daher auf ein nachhaltiges und naturnahes Management seiner Grünflächen. Durch gezielte Maßnahmen zur Förderung heimischer Pflanzen- und Tierarten wird die ökologische Qualität des Stadtgrüns gestärkt. Gleichzeitig entstehen robuste und anpassungsfähige Grünstrukturen, die langfristig zur Lebensqualität der Bevölkerung beitragen und den öffentlichen Raum widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen machen.

“Die Vielfalt der Natur ist das größte Kapital der Erde. Wer die Natur schützt, schützt auch unsere Zukunft.”

Biodiversitätsbericht – 03_2026

Biodiverstätsbericht „Buntes Treiben in Berlin“

Die Broschüre „Buntes Treiben in Berlin“ präsentiert Projekte für Biodiversität, Lebensräume, Klimaschutz und Gemeinschaft im Bezirk.

  • Biodiversitätsbericht 03_2026

    PDF-Dokument (14.5 MB) - Stand: März 2026

Biene auf einer Blüte

Warum Biodiversität im Stadtgrün eine zentrale Rolle spielt

Der Verlust der biologischen Vielfalt schreitet weltweit voran. Gleichzeitig nehmen die Auswirkungen des Klimawandels auch in Städten zu. Öffentliche Grünflächen gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. Richtig gestaltet und gepflegt, können sie Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten, ökologische Funktionen übernehmen und zugleich Orte der Erholung für die Stadtbevölkerung sein.
Biodiversität macht Grünflächen widerstandsfähiger. Unterschiedliche Pflanzenarten, vielfältige Strukturen und naturnahe Pflege sorgen dafür, dass Flächen besser mit Hitze, Trockenheit oder Starkregen umgehen können. Gleichzeitig erhöhen sie die ökologische Qualität des Stadtraums und tragen zu einem angenehmeren Stadtklima bei.

Wildstauden, Schmetterling, Argentinisches Eisenkraut

Unser Ansatz im Bezirk

Der Fachbereich Grünflächen verfolgt das Ziel, die biologische Vielfalt systematisch zu fördern und zugleich die Klimaresilienz öffentlicher Grünflächen zu erhöhen. Pflege wird dabei nicht ausschließlich als Unterhaltung verstanden, sondern als aktives Management von Lebensräumen im urbanen Raum. Dieses Management berücksichtigt sowohl ökologische Anforderungen als auch die vielfältigen Nutzungsansprüche an öffentliche Grünflächen.
Dabei werden Aspekte wie Erholung, Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und Naturschutz miteinander in Einklang gebracht. Je nach Standort, Nutzung und Funktion einer Fläche werden unterschiedliche Pflegekonzepte angewendet. So kann Biodiversität dort gezielt gestärkt werden, wo es die Rahmenbedingungen erlauben, ohne die Nutzbarkeit und Sicherheit der Flächen einzuschränken.
Grundlage für dieses Vorgehen sind fachliche Leitlinien wie das Handbuch Gute Pflege sowie die Zielsetzungen des bezirklichen Konzepts zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Biodiversität und Klimaanpassung werden dabei nicht getrennt betrachtet, sondern als eng miteinander verbundene Aufgaben verstanden, die gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung des Bezirks beitragen.

Was biodiversitätsförderndes Stadtgrün bewirkt

  • Mehr Pflanzenvielfalt

    Schafft Nahrung und Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere; verbessert das Stadtbild

  • Naturnahe Pflege

    Unterstützt stabile ökologische Prozesse; sorgt für robustere Grünflächen

  • Gesunde Böden

    Fördern einen besseren Wasser- und Nährstoffhaushalt; tragen zur Kühlung und Wasserspeicherung bei

  • Strukturreiche Grünflächen

    Bieten Rückzugsräume und Vernetzungsmöglichkeiten für Tiere; schaffen angenehmere Aufenthaltsorte

  • Blühangebote über das Jahr

    Unterstützen Bestäuberarten; ermöglichen eine erlebbare Natur im Alltag

Wildstauden, Wildstauden, Sandthymian, Thymian, Hummel

Biodiversität und Klimaanpassung gehören zusammen

Biodiversitätsfördernde Grünflächen leisten einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel. Vielfältig strukturierte und naturnah gepflegte Flächen können Regenwasser besser aufnehmen, im Boden speichern und zeitverzögert wieder abgeben. Dadurch wird die Kanalisation bei Starkregen entlastet und der natürliche Wasserhaushalt im Stadtraum unterstützt.
Gleichzeitig wirken diese Flächen durch Verdunstung und Verschattung kühlend und tragen dazu bei, Hitzeinseln im Stadtgebiet zu mindern. Unterschiedliche Pflanzenarten und Vegetationsstrukturen erhöhen zudem die Widerstandsfähigkeit von Grünflächen gegenüber Trockenperioden und extremen Wetterereignissen. Auf diese Weise unterstützen biodiversitätsfördernde Maßnahmen zentrale Ziele des bezirklichen Klimaanpassungskonzepts, insbesondere eine wassersensible und hitzeangepasste Stadtentwicklung, und tragen zur langfristigen Funktionsfähigkeit des Stadtgrüns bei.

Auszeichnungen für die Arbeit im Bezirk

Die konsequente Ausrichtung auf ökologisches Grünflächenmanagement wird auch überregional anerkannt. Charlottenburg-Wilmersdorf erhielt 2024 die Goldstufe beim Label StadtGrün naturnah.
Im Jahr 2025 wurde das Engagement zusätzlich auf europäischer Ebene gewürdigt: Das Straßen- und Grünflächenamt belegte beim European Award for Ecological Gardening 2025 den zweiten Platz in der Kategorie „Biodiversität und Klimawandelanpassung im Garten und Grünraum“. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Internationalen Fachtage „Ökologische Pflege“ verliehen und unterstreicht den hohen fachlichen Anspruch sowie den erfolgreichen Wissenstransfer über den Bezirk hinaus.

Weiterführende Informationen: