Auszeichnungen

Dem Fachbereich Grünflächen wurden folgende Auszeichnungen verliehen:

16. Internationale Fachtage „Ökologische Pflege“ in Österreich

2025: Zweiter Platz beim European Award for Ecological Gardening 2025

Das Straßen- und Grünflächenamt Charlottenburg-Wilmersdorf nahm am Mittwoch, 19. November, und Donnerstag, 20. November 2025, an den 16. Internationalen Fachtagen „Ökologische Pflege“ im österreichischen St. Pölten teil und belegte beim European Award for Ecological Gardening 2025 mit seiner Arbeit den zweiten Platz. Organisiert wurde die Tagung von der Umweltbewegung „Natur im Garten“.

Vertreterinnen und Vertreter des Amtes stellten bei den Fachtagen aktuelle Entwicklungen und innovative Methoden der ökologischen Grünflächenpflege vor. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf amtsübergreifenden Handlungsweisen für eine klimagerechte Gestaltung des öffentlichen Raums. Mit seiner Teilnahme unterstreicht das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf sein Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung und den fachlichen Austausch auf internationaler Ebene. Ziel war es, den Wissenstransfer zu stärken und zukunftsorientierte Strategien für eine klimaangepasste Pflege und Weiterentwicklung urbaner Grünflächen voranzubringen.

Die Preisverleihung für den European Award for Ecological Gardening 2025 fand am Samstag, 21. November 2025, statt. Das Straßen- und Grünflächenamt wurde in der Kategorie „Biodiversität und Klimawandelanpassung im Garten und Grünraum“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

Klimaschutzpartner des Jahres 2025

2025: Auszeichnung „Klimaschutzpartner des Jahres 2025“ der IHK Berlin

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat die Auszeichnung „Klimaschutzpartner des Jahres 2025“ der IHK Berlin erhalten. Das Projekt „Pflanzenkohle als CO₂-Senke und Schwamm – Ein Feldversuch im Volkspark Jungfernheide“ überzeugte die Jury. Von 2021 bis 2023 setzte der Fachbereich Grünflächen das Pilotprojekt um und bewies, wie sich Klimaanpassung und Denkmalschutz verbinden lassen.

Pflanzenkohle bindet CO₂ und verbessert den Boden

Kern des Projekts war die Sanierung der zentralen Wiese im Volkspark Jungfernheide mit Pflanzenkohle. Die etwa drei Hektar große Fläche dient als Kaltluftschneise für die angrenzenden Wohngebiete Siemensstadt und Paul-Hertz-Siedlung und ist für das Stadtklima essenziell. Doch jahrelange Nutzung, Trockenheit und Klimawandel hatten diese Funktion stark beeinträchtigt.

Die innovative Bodensanierung mit Pflanzenkohle bindet dauerhaft rund 70 Tonnen CO₂ im Boden. Gleichzeitig verbessert sie die Wasserspeicherfähigkeit des Rasens. Die 22 Tonnen eingebrachte Kohle wirken wie ein Schwamm: Sie nehmen bis zum Fünffachen ihres Eigengewichts an Wasser auf und geben es langsam wieder ab. Dies macht die Rasenfläche widerstandsfähiger gegen Trockenheit und extreme Wetterereignisse.

Zusätzlich wurde die Kohle mit Mykorrhizapilzen angereichert, die den Nährstoff- und Wasseraustausch zwischen Boden und Pflanzen verbessern. Heimische Gräser und Kräuter aus Regiosaatgut, die ohne künstliche Bewässerung und Düngung auskommen, ergänzen die Maßnahme. Dies schont Trinkwasser und erhöht die Biodiversität.

Erfolgreicher Modellversuch

Das vom Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) geförderte Projekt zeigt bereits Erfolge: Die Wiese überstand die Trockenheit im Frühjahr 2025 und zeigt sich deutlich vitaler als andere Rasenflächen in der Umgebung – ohne zusätzliche Bewässerung oder höhere Pflegekosten.

Das Projekt hat bundesweit und international Interesse geweckt. Fachleute aus ganz Europa besuchen den Volkspark Jungfernheide, um sich über das Verfahren zu informieren. Die Freie Universität Berlin begleitet den Einsatz wissenschaftlich. Das Bezirksamt plant, die Methode auf weitere Parkanlagen auszuweiten und prüft langfristig eine eigene Pflanzenkohle-Produktion aufzubauen.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger:

„Mit dem großflächigen Einsatz von Pflanzenkohle in einer öffentlichen Grünanlage haben wir Mut bewiesen und Pionierarbeit geleistet. Dieses Projekt ist besonders, weil wir innovative Klimaanpassungsmethoden ausprobieren, und es soll auch anderen Kommunen als Vorbild dienen. Der Preis „Klimaschutzpartner des Jahres 2025“ bestärkt uns in unserer Arbeit.“

Projektsteckbrief

Auszeichnung StadtLabel

2024: Goldstufe des „StadtGrün naturnah“-Labels

Mit Biokohle im Volkspark Jungfernheide und Gotlandschafen im Stadion: Charlottenburg-Wilmersdorf pflegt 323 Hektar Grün- und Parkanlagen mit innovativen Methoden. Gleichzeitig fördern wir die Zucht heimischer Pflanzen in der Bezirksgärtnerei. Charlottenburg-Wilmersdorf ist der erste Berliner Bezirk, der sich um das Label „StadtGrün naturnah“ beworben hat.

Schwarze Biokohle im Park und weiße Schafe im Stadion
Seit Jahren setzt Charlottenburg-Wilmersdorf auf nachhaltige Grünpflege. Wir verwenden ausschließlich Regiosaatgut und planen, künftig eigenes Saatgut einzusetzen. Um die Resilienz und Artenvielfalt im Volkspark Jungfernheide zu steigern, haben wir Pflanzenkohle in den Boden eingearbeitet – ein preisgekröntes Projekt. Im Stadion Wilmersdorf helfen Gotlandschafe bei der schonenden Pflege der Grünflächen.

Heimische Wiesenblumen aus der eigenen Bezirksgärtnerei
Der Bezirk pflanzt auf seinen Grünflächen heimische Gehölze und Stauden und verzichtet auf Pestizide. In der eigenen Bezirksgärtnerei züchten wir heimische Stauden und verteilt diese an andere Bezirke sowie an Vereine, Schulen und andere Institutionen. Die Produktion soll ausgebaut werden, und bei der Zierpflanzenzucht will man auf Torf verzichten.

Aktive Förderung und Unterstützung der Bevölkerung
Zusätzlich unterstützt der Bezirk auch das gesellschaftliche Engagement. Zur Um- und Neugestaltung des Preußenparks fand eine partizipative Bürger:innenbeteiligung statt.

Dafür wurden wir mit dem “StadtGrün Label” ausgezeichnet. Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ würdigt damit das ökologische Grünflächenmanagement von Städten und Gemeinden. Mit dem Label „StadtGrün naturnah“ möchte der Bezirk seinen Einsatz für die biologische Vielfalt sichtbarer machen. Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ unterstützt bei Maßnahmenplanung, Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit für mehr Natur in der Stadt. Es bietet Vor-Ort-Beratung und organisiert den Erfahrungsaustausch unter den Kommunen, stellt kostenlos Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit bereit und moderiert Workshops zur Maßnahmenplanung mit lokalen Akteuren.

Schwammstadt Jungfernheide

2024: Regenial! Schwammprojekt für unsere Schwammhauptstadt

Mit gezielten Maßnahmen hat der Fachbereich Grünflächen des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf in den vergangenen zwei Jahren die Widerstandsfähigkeit der großen Wiese durch eine “Frischzellenkur” neues Leben und Vitalität eingehaucht. Die Sanierungsmaßnahmen haben den verfestigten Boden aufgelockert, den Wasser- und Nährstoffhaushalt verbessert und machen somit die Wiese widerstandsfähiger gegen Belastungen. Der Einsatz von Pflanzenkohle in der Jungfernheide ist eines von mehreren Schwammstadtprojekten des Bezirksamts im vergangenen Jahr.

Die Maßnahme des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf „Pflanzenkohle als Schwamm – Ein Feldversuch im Volkspark Jungfernheide“ wurde als einer der zukunftsweisenden Vorhaben im Rahmen des Wettbewerbs „Regenial! Ihr Schwammprojekt für unsere Schwammhauptstadt“ der Berliner Regenwasseragentur ausgezeichnet.

Was bedeutet das?
Auf mehr als drei Hektar der Wiesenfläche wurde Biokohle aus Gehölzschnitt in den Boden eingearbeitet und sorgt so für einen besseren Wasserhaushalt. Ähnlich wie ein Moor bindet die Biokohle Kohlenstoff, das der Atmosphäre entzogen wurde. In der Jungfernheide werden damit etwa 70 Tonnen Kohlenstoff langfristig im Boden festgehalten. Die Biokohle wurde mit Pilzen beimpft. Diese Pilzbeimpfung dient als Kommunikator zwischen den Rasenpflanzen und der Kohle. Die Hyphen der Pilze sorgen für den Austausch von Wasser und Nährstoffen aus der Kohle und den Rasenpflanzen. So wird der Speicher nutzbar.

Zukunftsweisendes Schwammstadt-Projekt: Pflanzenkohle als Schwamm im Volkspark Jungfernheide
Erlebnispfad Stadtnatur Volkspark Jungfernheide Zenetrale Wiese 2

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Zukunftsweisendes Schwammstadt-Projekt: Pflanzenkohle als Schwamm im Volkspark Jungfernheide

2024: Regenial! Schwammprojekt für unsere Schwammhauptstadt

Verwendet werden zudem standortangepasste Gräser und unterstützende Rasenkräuter (Regiosaatgut). Diese Pflanzen sind hier heimisch, somit genetisch an das Umfeld von Berlin angepasst und kommen mit den Standortbedingungen (Sand und Trockenheit) viel besser klar, als hochgezüchtete Rasengräser, welche bewässert und gedüngt werden müssen. Durch die Kombination dieser Eigenschaften kann auf künstliche Bewässerung und Düngung auch in Zukunft verzichtet werden.

Das Vorhaben „Nachhaltige ökologische Aufwertung des Naturraums Volkspark Jungfernheide“ in Charlottenburg-Nord“ wird mit rund 2,43 Millionen Euro im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin (Förderkennzeichen 1239-B6-A).

Zum Volkspark Jungfernheide
Der mit seinen rund 146 Hektar zweitgrößte Park der Hauptstadt ist in den 1920er-Jahren nach Plänen des Gartendirektors Erwin Barth entstanden. Aufgrund seiner gartenkünstlerischen und freiraumpolitischen Bedeutung steht der Volkspark Jungfernheide als Gartendenkmal unter Denkmalschutz. Wegen seines hohen Wertes für die Erhaltung eines intakten Naturhaushaltes und seines besonderen Landschaftsbildes ist der Volkspark zudem als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Teile der Parkanlage sind zudem gemäß dem Berliner Naturschutzgesetz als geschützte Biotope deklariert. Diese besondere Stellung des Volksparks Jungfernheide wird bei allen anstehenden Sanierungsmaßnahmen in besonderem Maße berücksichtigt.