Stolpersteine Sächsische Straße 6

Stolperstein für Judith Sänger, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

Stolperstein für Judith Sänger, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

Verlegt am 24.10.2008

HIER WOHNTE
JUDITH SÄNGER
GEB. BERGER
JG. 1902
GEDEMÜTIGT / ENTRECHTIGT
FLUCHT IN DEN TOD
21.2.1941

Judith Berger kam am 1. Oktober 1902 als vierte Tochter von Julius (Juda) Berger (*22. September 1862, ermordet 13. Juli 1943 in Theresienstadt) und Flora Berger geb. Meyer (*15. Oktober 1868, ermordet 18. Oktober 1942 in Theresienstadt) in Bromberg auf die Welt.

Julius Berger stammte aus Zempelburg Kreis Flatow, er machte in Berlin eine kaufmännische Lehre, kehrte dann nach Zempelburg zurück und wurde dort Bauunternehmer.

1891 heiratete er Flora Meyer in Zempelburg. Dort wurde am 2. Mai 1893 der erste und einzige Sohn Bruno geboren. Dieser starb 1899 mit nur 6 Jahren an den Folgen einer Hüftgelenkserkrankung.

Am 31. August 1894 kam die älteste Tochter Margarete auf die Welt. Ein Jahr später zog die Familie Berger nach Bromberg um. Dort wurde am 2. September 1896 Herta geboren. Die dritte Tochter Betty kam am 12. Januar 1900 auf die Welt.

Judith, das Nesthäkchen, wurde noch in Bromberg geboren, bevor 1910 die gesamte Familie nach Berlin übersiedelte.

Julius Berger war erfolgreicher Tiefbauunternehmer und Firmeninhaber der „Tiefbau AG. Julius Berger“. 1914 wurde er zum Königlich Preußischen Kommerzienrat ernannt. Er baute Bahnhöfe, Deiche, Häfen, Molen, Viadukte, Kanäle, Eisenbahnstrecken, Tunnel und Brücken, auch beim Bau der Berliner U – Bahn war er beteiligt.

Die Familie wohnte anfänglich in der Tiergartenstraße 10 in einem repräsentativen Wohnhaus.

Es ist nicht bekannt, ob Judith einen Beruf erlernt hatte. Als sie im Alter von 20 Jahren am 6. März 1922 den Kabarett Betreiber Emil Remde heiratete, war sie „ohne Beruf“ und schwanger. Remde war Gründer des Hausboot Kabaretts „Nirwana“ auf dem Wannsee und dem „Remde’s Hausboot Kabarett“ im Lunapark. (1949 eröffnete er in der Kantstraße Ecke Joachimsthaler Straße das Nachtkabarett „Remde’s St. Pauli“, was große Berühmtheit erlangen sollte.)

Die Beziehung mit Emil Remde stieß auf Ablehnung durch die Eltern, Judith wurde quasi von der gesamten Familie verstoßen. Julius Berger formulierte es in seinem geänderten Testament von 1922 mit drastischen Worten:

„Meine Tochter Judith hat sich hinter meinem Rücken mit dem Kaufmann Emil Remde in ein unsittliches Liebesverhältnis eingelassen und sich freiwillig während meiner Abwesenheit aus Berlin von meinen R… entfernt. Meiner …… Aufforderung wieder in mein Haus zurückzukehren, hat sie keine Folge gegeben u. da die Folgen des geschlechtlichen Verkehrs mit Remde in Erscheinung traten, habe ich unter dem Zwang der Verhältnisse meine Zustimmung zur standesamtlichen Trauung mit Remde gegeben. Bis zum heutigen Tage hat Judith noch keinerlei Reue über ihre Tat, durch welche sie mir Schande und große seelische Schmerzen zugefügt hat bewiesen. Ihre ganze Lebensweise beweist vielmehr das Gegenteil. Ich enterbe Judith und entziehe ihr das Pflichtteil. Sollte Judith oder deren Erben gegen diese Bestimmung protestieren und in einem ev. Prozess diese Bestimmung als unwirksam erklärt werden, so soll Judith auf alle Fälle nur den Pflichtteil erhalten.“

Emil Remde war ein in Hannover geborener protestantischer Kaufmann und 18 Jahre älter als Judith. Die Tochter des Ehepaares wurde am 3. August 1922 in Wannsee geboren. Wohl deshalb gaben die Eltern ihr den Vornamen Ilse Wilhelma Wannseenia. Nach der Hochzeit war die Familie in die Villa eines Dipl. Ing. Lessing in die Friedrich – Karl – Straße 30 (heute „Am Sandwerder“) gezogen – auch heute noch eine der besten Adressen Berlins. Die Ehe hielt nicht lange. Bereits am 30. November 1923 wurden die Eheleute geschieden und Judith nahm wieder ihren Mädchennamen Berger an.

Am 28. Januar 1927 heiratet sie den Prokuristen der Julius Berger Tiefbau A.G., den Dipl. Ing. Alfred Sänger (*3. September 1894). Dieser stammte aus Augsburg und war Jude. Das Ehepaar wohnte bis 1935 in der Fürther Straße in Wilmersdorf. Auch diese Ehe war nach wenigen Jahren am Ende, am 4. September 1935 ließ sich das Ehepaar scheiden. Alfred Sänger kehrte nach Bayern zurück, er lebte in Augsburg und München. Im Zusammenhang der Pogrome des 9. November 1938 wurde er verhaftet und im KZ Dachau interniert. Am 15. Dezember desselben Jahres entließ man ihn als einen gebrochenen Mann aus der Haft. Am 20. November 1941 wurde er nach Kowno (Kaunas), Fort Knox deportiert und 5 Tage darauf ermordet.

Wo Judith nach der Scheidung von Alfred Sänger lebte, ist nicht lückenlos überliefert. Ab 1937 wohnte sie nachweislich in einer Dreizimmerwohnung in der Sächsischen Straße 6 im Hinterhaus, 4. Etage.

Das Verhältnis Judiths zu ihren Geschwistern blieb immer schwierig und distanziert. Ihre Schwester Betty hatte sich 1930 in München das Leben genommen. Margarete und Herta flüchteten vor den Nationalsozialisten mit ihren Familien nach Montevideo/Uruguay Südamerika, später ließen sie sich in Argentinien und Brasilien nieder.

Emil Remde kümmerte sich auch nach Judiths Scheidung von Alfred Sänger um Tochter und Ex – Ehefrau. Judith besaß Hypothekenbriefe von 100 000 RM auf Grundstücke am Kurfürstendamm und in der Meierottostraße. Sie gehörten zur Mitgift ihres Vaters anlässlich der Heirat mit Alfred Sänger. Durch Auferlegung der „Judenvermögensabgabe“ war sie gezwungen, diese zu veräußern. Es blieb ein Restbetrag auf einem Sperrkonto, von dem nur geringe Beträge für das Existenzminimum abgehoben werden konnten.

In einem umstrittenen, im Oktober 1941 durch einen Vergleich zurückgenommenen Kaufvertrag, hatte Judith ein Jahr vor ihrem Tod ihr gesamtes Mobiliar an die langjährige Hausangestellte der Bergers, Margarete Engler, für 2000 RM veräußern wollen. Margarete Engler war im 2. Testament als Miterbin nach dem Tod von Julius und Flora Berger eingesetzt worden, Judith wurde jedoch in dem Testament nicht berücksichtigt.

Emil Remde versorgte sie in den schlimmsten Zeiten der Verfolgung mit Lebensmitteln und fuhr sie mehrfach heimlich in seinem Auto aus der Stadt heraus, damit sie sich unbeobachtet austauschen konnten. Sie vertraute sich Remde mit ihren Befürchtungen, abgeholt und in ein KZ deportiert zu werden, noch kurz vor ihrem Freitod an.

Am 21. Februar 1941 nahm sich Judith Sänger in ihrer Wohnung durch eine Gasvergiftung das Leben. Sie wurde 2 Tage später tot aufgefunden. Die Urne mit den sterblichen Überresten wurde am 12. März auf dem Jüdischen Friedhof Weissensee beigesetzt.

Im folgenden Jahr wurde Judith Sängers gesamtes Wohnungsinventar durch das Auktionshaus Achenbach versteigert, der Erlös betrug mehr als 9300 RM. Da die Tochter Ilse die Alleinerbin war, wurde ihr der gesamte Nachlass in Höhe von 10500 RM nach Erreichen der Volljährigkeit von dem Nachlassverwalter überwiesen.

Ilse hatte in den 1930er- Jahren abwechselnd bei der Mutter, dem Vater und den Großeltern gelebt. Bei Emil Remde wohnte sie am Kurfürstendamm 161, am Kleinen Wannsee, Bismarckstraße 52 und ab 1941 in der Rankestraße. Wohl auf seinen Einfluss hin war sie 1936 evangelisch getauft worden. Zunächst besuchte sie die Cecilienschule am Nikolsburger Platz, musste diese als jüdisches Mädchen aber 1935 verlassen. Nach ihrer Taufe ging sie auf das Bismarck Lyzeum, die heutige Hildegard – Wegscheider – Schule, danach in die kirchliche Hofbauer Stiftung in Potsdam. Sie arbeitete später als Stenotypistin.

Ilse überlebte durch den Schutz ihre einflussreichen Vaters trotz der restriktiven „Rassegesetze“ den Holocaust, sie bekam 11 Kinder von ihrem Ehemann, dem Bühnenbildner Hans Gerhard Bernhard Biedermann, den sie nach Kriegsende am 5. August 1947 geheiratet hatte: Monika (*1948 ), Michael (*1949 – 1973), Marina (*1950 – 1993), Mario (*1952 – 2003), Margitta (*1953), Manuel (*1954), Mareike (*1956), Marian (*1956), Marius (*1957), Jens-Peter (*1958) und Martina (*1961).

Die Ehe wurde 1963 ebenfalls geschieden und Ilse nahm sich 1973 – zerbrochen an den erlittenen Schicksalsschlägen – im Alter von 51 Jahren in Kreuzberg das Leben.

Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof Weissensee beigesetzt.

Für Julius und Flora Berger liegen Stolpersteine vor dem Haus Meinekestraße 7.

Für Judith Sängers zweiten Ehemann Alfred wurde in München ein „Erinnerungszeichen“ gesetzt.

Recherche und Text: Karin Sievert, Stolperstein Initiative Charlottenburg – Wilmersdorf
Informationen und Fotos von Judith Sängers Enkel Manuel Biedermann.

Quellen:
Gedenkbuch des Bundesarchivs
Entschädigungsamt Berlin
Akten des Oberfinanzpräsidenten im BLHA
Opferdatenbank des Ghettos Theresienstadt, Holocaust.cz
Personenstandsunterlagen nach Ancestry

Lebensgeschichten der Familie Berger: https://www.berger-reloaded.de/vita/chronic-julius-berger/index.html
Lebensgeschichte von Emil Remde: http://www.kellnerderby.de/images/StPauliFlyer.pdf
Lebensgeschichte von Alfred Sänger: https://www.erinnerungswerkstatt-muenchen.de/biografien/alfred-saenger
Stolpersteine für Julius und Flora Berger: https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/stolpersteine/artikel.179440.php

  • Judith Remde

    Judith Remde

  • Judith und Emil Remde

    Judith und Emil Remde

Stolperstein für Clara Meyer, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

Stolperstein für Clara Meyer, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
CLARA MEYER
JG. 1870
VOR DEPORTATION
FLUCHT IN DEN TOD
1.9.1942

Clara Louise Meyer wurde am 18. Juli 1870 in Eichau (Tannendorf)/Freystadt in Niederschlesien geboren. Ihr Vater war der Amtsrat Siegmund Meyer, ihre Mutter war Anna Meyer geb. Mankiewicz. Sie starb am 17. April 1910 in Berlin, der Tod des Vaters ist nicht bekannt. Clara erhielt ihren Vornamen nach ihrer Tante mütterlicherseits, die mit nur 13 Jahren sehr jung verstarb.

Claras Bruder Rudolf Jacob kam 1874 auf die Welt. Die Familie hatte einen akademischen Hintergrund, Claras Onkel Albert Georg Mankiewicz, der Bruder ihrer Mutter, war promovierter Jurist, ihr Bruder Rudolf wurde praktischer Arzt. Er praktizierte in den 1930er – Jahren am Olivaer Platz 1 (auch Konstanzer Straße 65).

Clara Meyer blieb unverheiratet und kinderlos, es ist nicht bekannt, ob sie einen Beruf ausübte. Ihr relativer Wohnstand, der in den Akten des Oberfinanzpräsidenten Ausdruck findet, lässt jedoch eine Erwerbstätigkeit vermuten.

Rudolf Meyer hatte 1905 die in Osnabrück gebürtige Berta Simon geheiratet. Sie war Tochter des Kommerzienrats Max Simon. Von Bertas zahlreichen Geschwistern wurden drei im Holocaust ermordet, auch ihre Mutter Rosalie Simon wurde 1943 in Theresienstadt ums Leben gebracht. Bertas Schwestern Henriette (*1878) und Mathilde (*1881) starben 1942 im Ghetto Riga. Dora (*1895) wurde in Auschwitz ermordet, der Bruder Hans (*1892) überlebte in der Schweiz. Eine weitere Schwester, Clara (*1883), konnte nach Amerika auswandern und Isabella (*1887) emigrierte über Amerika nach Chile.

Es lag nahe, dass Rudolf und Berta den Entschluss fassten, ebenfalls Nazi Deutschland zu verlassen. Sie flüchteten zunächst nach Bergen in Norwegen und von dort am 1. Dezember 1939 nach New York. Nach 2 Jahren in den USA ließen sie sich endgültig in Montevideo/Uruguay nieder.
Fast zeitgleich, am 1. Februar 1939, zog Clara Meyer von der Lietzenburger Straße 26, (auch Olivaer Platz 5/6) in die Sächsische Straße 6. Sie wohnte dort zur Untermiete bei Paula Chaim und deren Sohn Erwin. Zum Zeitpunkt der Volkszählung im Mai 1939, als man die jüdische Bevölkerung in einer Sonderkartei erfasste, wurde Clara Meyer unter dieser Anschrift registriert. Bereits am 2. Oktober 1939 musste sie ins Nachbarhaus umziehen. Mutter und Sohn Chaim hatten im Herbst 1939 noch rechtzeitig auf verschiedenen Wegen in die USA flüchten können.

In der Sächsischen Straße 5 wohnte Clara nun zur Untermiete bei Ilse Friedländer im Vorderhaus, 2. Etage links.

Die Emigration von Bruder und Schwägerin und ihrer früheren Vermieter, die immer restriktiver werdenden Erlasse gegen die jüdischen Bürger und die beginnenden Deportationen in die Vernichtungslager haben Clara in eine tiefe Verzweiflung getrieben. So nahm sie sich am 1. November 1942 das Leben. Mittags um 12 Uhr wurde sie in der Wohnung tot aufgefunden.
Die Jüdische Kultusvereinigung organisierte ihre Beerdigung auf dem Jüdischen Friedhof Weissensee.

Drei Wochen nach Clara Meyers Tod zog der Gerichtsvollzieher im Namen des Oberfinanzpräsidenten ihr „Vermögen“ ein. Es handelte sich dabei um die vollständige Einrichtung eines 1- Personenhaushalts und ein beachtliches Vermögen in Form von Wertpapieren. Der Jüdischen Kultusvereinigung wurden die verauslagten Beerdigungskosten in Höhe von ca. 330 RM von der Oberfinanzbehörde rückerstattet.

Anna Maria Mankiewicz, Tochter des Onkels Albert Georg Mankiewicz versuchte vergeblich als Vertreterin einer Erbengemeinschaft, die Beschlagnahme des Vermögens von Clara Meyer aufzuheben. Im Mai 1944 erhielt sie den Bescheid der Oberfinanzdirektion, dass der Freigabeantrag abgelehnt sei. „Das Nachlaßvermögen verbleibt endgültig dem Reich“ hieß es im Ablehnungsbescheid.

Recherche und Text: Karin Sievert, Stolperstein Initiative Charlottenburg – Wilmersdorf

Quellen:
Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945


Brandenburgisches Landeshauptarchiv www.blha.de

Berliner Adressbücher – Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Landesarchiv Berlin , Personenstandsunterlagen über Ancestry
Arolsen Archives
Mapping the Lives
MyHeritage

Stolperstein für Julius Steigerwald, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

Stolperstein für Julius Steigerwald, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
JULIUS
STEIGERWALD
JG. 1884
DEPORTIERT 29.1.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Julius Steigerwald, geboren am 18. März 1884 in Heilbronn am Neckar, war Sohn des Likörfabrikanten Louis (Loeb) Steigerwald und seiner Frau Karoline (Lina), geb. Loewengardt. Louis Steigerwald hatte 1869 die Likörfabrik Steigerwald AG gegründet. Sie befand sich in Heilbronn zunächst in der Sontheimer Straße 60, dann in der Kurzen Straße 1.

In erster Ehe war Louis mit Sara Rosenthal verheiratet. Sie bekamen 2 Kinder: Jacob (1873 – 1917) und Sarah (1875 – 1935). Sara Steigerwald starb 30-jährig am 5. April 1875, 10 Tage nach der Geburt ihres zweiten Kindes, das daraufhin ihren Vornamen erhielt.

Louis heiratete erneut. Seine Frau Karoline brachte vier Kinder auf die Welt, Oscar (*1878), Siegfried (*1881), Julius (*1884) und Emma, (*1887). Über eine weitere angebliche Tochter Rosel konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Die drei Söhne wuchsen in die Geschäfte der Firma hinein und übernahmen 1901 nach dem Tod ihres Vaters die gemeinsame Führung.

Werbeblatt für Steigerwald Liköre "Die 7 aus der Kätchenstadt"

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Am 10. August 1919 heiratete Julius Steigerwald Bertha Heilbronner (*15. Dezember 1895). Ihre 3 Jahre jüngere Schwester Nanny war mit Julius’ Bruder Siegfried verheiratet.

Die Tochter Anneliese wurde am 26. Oktober 1920 geboren, 5 Jahre später, am 14. Oktober 1925 der Sohn Otto.

Alle drei Brüder Steigerwald blieben mit ihren Familien in Heilbronn, bis 1936 die schrittweise „Arisierung“ der Likörfabrik erfolgte. Ende des Jahres 1937 übertrugen Siegfried, Oskar und Julius Steigerwald unter Druck ihren Aktienanteil an eine Heilbronner Bank. Nach der Arisierung hieß die Firma „Lucca“.

Julius Steigerwald wurde nun seines gesamten Vermögens beraubt. Die „Judenvermögensabgabe“, eine von Hermann Göring willkürlich auferlegte „Sühneleistung“ in Höhe von geschätzt 19 500 RM hatte er in 5 Raten zu zahlen, die er durch Aktienverkäufe finanzierte. Davon waren 6000 RM für die Reichsfluchtsteuer gesperrt. Ihm blieb lediglich ein geringer Betrag, von dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten sollte. Sein Gehalt als Vorstandsmitglied der Fa. Lucca in Höhe von 1000 RM monatlich wurde ihm ab 1939 vollständig entzogen.

Nach dem Verlust der Firma zogen die Brüder Steigerwald mit ihren Familien 1938 nach Berlin. Oscar bezog eine Wohnung in der Landsberger Straße 17 in Friedrichshain, Siegfried wohnte mit seiner Frau Nanny und der Tochter Suse in Schöneberg, Bozener Straße 10. Ihre Tochter Edith war bereits am 12. Januar 1937 nach England emigriert und hatte dort einen Engländer geheiratet. Im April 1940 emigrierte auch Suse Steigerwald. Die Eltern blieben in Berlin zurück.

Julius und Bertha lebten in der Sächsischen Straße 6. Ihre Kinder Anneliese und Otto verließen unter dem Druck der zunehmenden Repressionen gegen die jüdische Bevölkerung auf verschlungenen Wegen Deutschland. Sie ließen sich zunächst in Indien nieder, in Bombay und Kalkutta. Anneliese lebte später nach ihrer Heirat mit Fridolin Friedländer als Ann Friedländer in England und war als Krankenschwester tätig. Otto war Ingenieur und benannte sich später um in Otto Stead. Er ging nach Varese/Lombardei in Norditalien.

Firmenstempel "L. Steigerwald - Branntwein & Liqueurfabrik, Cigarren en-gros. Heilbronn", 1882; Private Sammlung Peter Karl Müller, Kirchheim am Ries

Firmenstempel "L. Steigerwald - Branntwein & Liqueurfabrik, Cigarren en-gros. Heilbronn", 1882; Private Sammlung Peter Karl Müller, Kirchheim am Ries

Zur Zeit der Volkszählung im Mai 1939 wohnten die Steigerwalds noch in der Sächsischen Straße 6. Wie die Inventarliste der später beschlagnahmten Wohnungseinrichtung vermuten lässt, handelte es sich um eine größere Wohnung. Im September desselben Jahres mussten sie die Wohnung verlassen und wurden in zwei teilmöblierte Zimmer zur Untermiete bei der Sängerin Frida Weber – Flessburg in die Hektorstraße 3 eingewiesen. Frau Weber – Flessburg hatte schon zuvor mehrere Untermieter bei sich aufnehmen müssen, entsprechend drangvoll muss es in der Wohnung zugegangen sein. Sie wurde mit Julius und Bertha Steigerwald im selben Transport nach Auschwitz deportiert.

Julius und Bertha Steigerwald waren angehalten, wenige Tage vor ihrer Deportation eine „Vermögenserklärung“ auszufüllen, ein mehrseitiges Dokument, in dem alle verbliebenen Besitztümer – bis hin zur Wäsche – aufgelistet werden mussten. Ihr gesamter letzter Besitz, u.a. 150 Bücher, wurde auf einen Gesamtwert von 490 RM geschätzt. Die Gegenstände wurden verkauft oder versteigert und der Erlös wurde „zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen“, so wurde es Julius und Bertha Steigerwald in einer Zustellungsurkunde mitgeteilt, als sie schon in der Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße auf die Deportation nach Auschwitz warten mussten.

Am 29. Januar 1943 wurde das Ehepaar Steigerwald in dem 1001 Menschen umfassenden 27. Osttransport in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ums Leben gebracht.

Am 21. Oktober 1941 waren Julius’ Bruder Siegfried und seine Frau Nanny nach Litzmannstadt (Łódź) deportiert worden. Sie fanden dort unter den elenden Bedingungen den Tod. Siegfried starb am 27. Februar 1942 und Nanny am 5. April 1942. Für das Ehepaar wurden in Heilbronn vor dem Haus Moltkestraße 23 zwei Stolpersteine verlegt.
Emma Steigerwald, verheiratet mit Adolf Oppenheimer emigrierte mit ihrem Mann 1938 nach Brasilien.

Oscar Steigerwald und seine Frau Alice, geb. Sternheimer wurden am 19. Januar 1942 in das lettische Ghetto Riga verschleppt und dort ermordet. Sie hatten vor der Deportation beim Vermieter Kahn in der Bozener Straße 10 gewohnt. (Sein Bruder Siegfried wohnte im 1. Stock desselben Hauses)

Julius’ Mutter Karoline Steigerwald, die zuletzt im Jüdischen Altersheim in der Lützowstraße 49 gelebt hatte, war am 14. Juli 1942 von der Sammelstätte Iranische Straße 2 aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert worden. Sie starb dort einen Monat später am 12. August.

Stolpersteine für Siegfried und Nanny Steigerwald in Heilbronn:
http://stolpersteine-heilbronn.de/list/moltkestr-23.html

Stolperstein für Frida Weber – Flessburg:
https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/stolpersteine/artikel.179778.php

Recherche und Text: Karin Sievert, Stolperstein Initiative Charlottenburg – Wilmersdorf

Quellen:
Gedenkbuch des Bundesarchivs
Entschädigungsamt Berlin
Brandenburgisches Landeshauptarchiv- Vermögensverwertungsakte
Personenstandsunterlagen nach Ancestry
geni.com
Mapping The Lives
https://stadtarchiv.heilbronn.de/fileadmin/daten/stadtarchiv/online-publikationen/03-vr-11-franke-juden-in-heilbronn.pdf

Stolperstein für Bertha Steigerwald, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

Stolperstein für Bertha Steigerwald, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
BERTHA
STEIGERWALD
GEB. HEILBRONNER
JG. 1895
DEPORTIERT 29.1.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Am 15. Dezember 1895 wurde Bertha Heilbronner in Heilbronn am Neckar geboren. Ihr Vater war Sigmund Heilbronner (1867 -1939), die Mutter war Friederike Dora, geb. Elsas (1873 – 1942, ermordet in Theresienstadt). Bertha hatte zwei Schwestern: Nanny, geb. am 7. März 1898 und Carola (Lola), geb. am 15. Mai 1901.

Sigmund Heilbronner und seine Brüder Karl und Berthold gründeten 1903 in der Salzstraße 3 in Heilbronn die „Seifenfabrik Heilbronner & Cie KG“. Die ursprünglich von der Familie Heilbronner 1858 in Laupheim gegründete Seifensiederei stellte Flüssigseifen her, die an öffentliche Waschräume in ganz Deutschland geliefert wurden. Ab 1920 traten auch Bertha, Nanny und Carola, sowie Bertholds Kinder in das Familienunternehmen ein.

Emanuel (Emil) Heilbronner, Bertholds ältester Sohn, emigrierte schon 1928 in die USA; er legte nach 1933 das „Heil“ in seinem Nachnamen ab und gründete 1948 die Firma „Dr. Bronner‘s Magic Soap“.

Bertha war also durchaus mit Themen der Unternehmensführung vertraut, als sie am 10. August 1919 den Likörfabrikanten Julius Steigerwald heiratete. Praktischerweise nahm ihre Schwester Nanny Julius’ Bruder Siegfried zum Mann. So blieben beide Unternehmen quasi unter der Leitung einer Familie.

Seifensiederei Heilbronner um 1858

Seifensiederei Heilbronner um 1858

Ein Jahr nach der Hochzeit wurde am 26. Oktober 1920 die Tochter Anneliese geboren, 5 Jahre später, am 14. Oktober 1925 der Sohn Otto.

Familie Steigerwald wohnte in Heilbronn in der Badstraße 10, dieses Haus wurde ab 1939 als „Judenhaus“ deklariert und von der Gestapo kontrolliert.

Nachdem 1936 die Likörfabrik Steigerwald „arisiert“ worden war und Julius Steigerwald seinen Posten als Vorstandsmitglied verlor, zog die Familie nach Berlin und wohnte in der Sächsischen Straße 6 in Wilmersdorf. Auch Berthas Schwester Nanny war mit ihrem Mann Siegfried nach Berlin übergesiedelt. Die jüngste Schwester Carola emigrierte mit ihrem Mann Julius Epstein in die USA. Sie verstarb dort 1991.

Unter dem Druck der sich drastisch verschärfenden Verfolgungsmaßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung, entschlossen sich auch Berthas Kinder auszuwandern. Anneliese bestieg am 1. Juli 1939 das Frachtschiff „Hohenfels“, das sie nach Bombay brachte. Dort heiratete sie 1941 Fridolin Friedländer. Otto ging zunächst nach England, dort änderte er seinen Nachnamen in Stead. Am 30. Juni 1950 schiffte er sich von Bradford auf dem Schiff „Corfu“ nach Bombay ein. Beide Geschwister lebten lange Zeit in Kalkutta. Wann Otto, Anneliese und ihr Ehemann nach Europa zurückkehrten, ist nicht bekannt. Die Friedländers gingen später nach London und Anneliese, nun Ann genannt, arbeitete dort als Krankenschwester. Otto Stead ließ sich in Varese/Lombardei in Norditalien nieder.

Im September 1939 erhielten Bertha und Julius Steigerwald die Kündigung für ihre Wohnung in der Sächsischen Straße 6. Sie wurden zur Untermiete bei der Sängerin Frida Weber – Flessburg in der Hektorstraße 3 einquartiert. Einen Teil ihres Mobiliars konnten sie noch in den beiden ihnen zugewiesenen teilmöblierten Zimmern unterbringen.

Bis zu ihrer Deportation musste Bertha Zwangsarbeit bei Daimler-Benz im Wedding leisten. Ob ihr 11 Jahre älterer Ehemann auch zur Zwangsarbeit verpflichtet wurde, ist nicht bekannt.

Berthas Mutter Friederike Heilbronner war am 22. August 1942 von Stuttgart aus in das böhmische Ghetto Theresienstadt verschleppt worden, wo sie nach knapp 3 Wochen am 10. September unter den unmenschlichen Lebensbedingungen verstarb. Ob Bertha vom Tod ihrer Mutter erfahren hat, ist nicht bekannt.

Am 18. Januar 1943 unterzeichneten Bertha und Julius die „Vermögenserklärung“- eine Liste des verbliebenen Eigentums, dessen Erlös nach Verkauf oder Versteigerung „dem deutschen Reich verfiel“.

11 Tage danach wurden Bertha und Julius Steigerwald zusammen mit ihrer Vermieterin Frida Weber – Flessburg mit dem 23. Osttransport nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Unter den 1001 Menschen in diesem Zug befanden sich auch 75 Kinder des Auerbachschen Waisenhauses mit ihren Betreuern.

Recherche und Text: Karin Sievert, Stolperstein Initiative Charlottenburg – Wilmersdorf

Quellen:
Gedenkbuch des Bundesarchivs
Entschädigungsamt Berlin
Brandenburgisches Landeshauptarchiv- Vermögensverwertungsakte
Personenstandsunterlagen nach Ancestry
geni.com
Mapping The Lives

Stolpersteine für die Familie Heilbronner: http://stolpersteine-heilbronn.de/list/schillerstr-48.html

Stolperstein für Elsbeth Meyer, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

Stolperstein für Elsbeth Meyer, 24.10.2008, Foto: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
ELSBETH MEYER
GEB. SIMONSOHN
JG. 1873
DEPORTIERT 25.8.1942
ERMORDET IN
THERESIENSTADT

Am 30. August 1873 wurde Elsbeth Meyer, auch Else genannt, in Berlin geboren. Ihr Vater war der Kaufmann Michael Simonsohn, ihre Mutter hieß Ernestine, geb. Pincsohn. Ernestine Pincsohn war in erster Ehe mit Julius Seelig verheiratet gewesen. Aus dieser Ehe stammte die Tochter Martha Seelig (1860 – 1935). Fünf Jahre nach Marthas Geburt starb Julius Seelig und Ernestine heiratete 1867 Michael Simonsohn, der Vater ihrer weiteren 6 Kinder wurde: Emil, geb. 10. Februar 1868, Gertrud, verh. Unger, geb. 4. Mai 1869, Antonie, geb. 21. April 1871, Elsbeth, geb. 30. August 1873, Valerie (Walli), geb. 3. Juni 1875 und Alice, geb. 22. November 1878.

Elsbeths Schwestern Antonie, Walli und Alice waren später künstlerisch tätig, Antonie als Gesangslehrerin, Walli war Malerin und Alice Bildhauerin.

Verlobungsanzeige aus Ancestry, öffentliche Stammbäume

Verlobungsanzeige aus Ancestry, öffentliche Stammbäume

Am 17. Oktober 1901 ehelichte Elsbeth den Kaufmann Paul Moritz Meyer. Ihre Mutter Ernestine – der Vater Michael war bereits 1880 verstorben – lebte damals mit den Kindern bei ihrem Bruder Leopold Pincsohn in Tiergarten, Hindersinstraße 12. Paul Moritz Meyer wohnte zur Zeit der Eheschließung in der Fasanenstraße 83. Nach der Heirat zogen sie in die Carmerstraße 7, wo am 8. Januar 1903 die Tochter Charlotte Bertha geboren wurde. Am 18. April 1909 kam Johanna Susanne auf die Welt. Es erfolgte dann zu einem nicht bekannten Zeitpunkt der Umzug in die Leibnizstraße 63. Nachdem ihr Ehemann am 20. März 1936 im Alter von 70 Jahren gestorben war, zog Elsbeth mit Charlotte im Juli 1936 in die Sächsische Straße 6. Susanne wohnte in den folgenden Jahren bei ihrem Onkel Emil in Grunewald, Seebergsteig 21 (heute Toni – Lessler – Straße).

Charlotte hatte eine kaufmännische Berufsausbildung gemacht und war als Sekretärin beschäftigt. Durch eine schwere Lungenkrankheit wurde sie arbeitsunfähig. Sie hielt sich von August 1939 an acht Monate lang zur Behandlung in der jüdisch geführten „Rothschild’schen Lungenheilstätte“ in Nordrach im Schwarzwald auf, kehrte im März 1940 nach Berlin zurück und musste bereits im Mai wieder ins Jüdischen Krankenhaus eingeliefert werden, wo sie am 13. Juni 1940 starb.

Der nächste Schicksalsschlag erfolgte im November 1941, als Elsbeths verwitwete Schwester Gertrud Unger in ihrer Wohnung in der Darmstädter Straße 8 – wenige Häuser von der Sächsischen Straße 6 entfernt – sich mittels Gasvergiftung das Leben nahm. Sie hatte im Jahr zuvor ein Testament verfasst, in dem sie ihren gesamten Nachlass zu gleichen Teilen ihren fünf Geschwistern vermachte. Ihre Tochter Ruth war schon im Februar 1936 nach Palästina ausgewandert und war damals von ihrer Mutter finanziell mit ihrem Erbteil bedacht worden. Die zweite Tochter Ilse war mit ihrem Ehemann Franz Laszlo und den Kindern im Januar 1939 nach Australien ausgewandert.

Als Nachlassverwalter hatte Gertrud ihren Bruder Emil eingesetzt. Emil war Kaufmann, deshalb schien er vermutlich von allen Geschwistern am ehesten für finanzielle Fragen geeignet zu sein. Nach Abzug aller Verbindlichkeiten erhielten die 5 Geschwister je 1134 RM. Da alle Geschwister Simonsohn wenige Monate nach der Testamentseröffnung am 25. November 1941 deportiert wurden, fiel das gesamte Erbe „dem Deutschen Reiche zu“.

Emil wurde am 21. September 1942 nach Theresienstadt deportiert, er starb dort knapp 3 Wochen nach Ankunft.

Die drei Schwestern Antonie, Alice und Walli, die zusammen in der Prager Straße 23 (heute Nr. 3) wohnten, wurden im selben Transport am 25. Januar 1942 in das Ghetto Riga verschleppt und dort am 31. März 1942 ermordet.

Am 25. August 1942 wurde Elsbeth Meyer mit dem Transport I/51 nach Theresienstadt deportiert. Der Transport umfasste 100 Menschen, von denen 92 im Ghetto ums Leben gebracht wurden. Elsbeths Todeszeitpunkt ist nicht bekannt.

Susanne Meyer war das letzte Mitglied der frauenreichen Familie, das ermordet wurde. Kurz vor beiden Deportationen wurde Emil Simonsohn in die Niersteiner Straße 4 in Grunewald und Susanne Meyer in die Sächsische Straße 15 zwangsweise umgesetzt. Am 14. Dezember 1942 wurde sie von dort mit dem 25. Osttransport ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.

Recherche und Text: Karin Sievert, Stolperstein Initiative Charlottenburg – Wilmersdorf

Für Antonie, Walli und Alice Salomon wurden 2018 vor dem Haus Prager Straße 3 (früher Nr. 23) Stolpersteine verlegt. Dieses Haus gilt als Haus mit Zwangswohnungen.
https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/stolpersteine/artikel.756890.php

Quellen:
Landesarchiv Berlin, Standesamtsunterlagen nach Ancestry
MyHeritage
Theresienstadt: https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/
Gedenkbuch des Bundesarchivs
Mapping the Lives
Brandenburgisches Landeshauptarchiv – Vermögensverwertungsakte

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Stolpersteine