1897 entschloss man sich deshalb, auch das zweite Rathaus abzureißen und auf diesem und einem Nachbargrundstück das dritte Rathaus zu bauen.
1897: Die Preisbewerbung für den Neubau des Rathauses in Charlottenburg
Den Wettbewerb gewannen die Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth für ihren Entwurf. Baubeginn war am 17. Juni 1899. Zur 200-Jahr-Feier der Stadt wurde das neue Rathaus am 20. Mai 1905 an den Magistrat übergeben.
1901: Das neue Charlottenburger Rathaus 1901
1904: Das neue Rathaus in Charlottenburg 1904
1905: Das neue Rathaus in Charlottenburg 1905
1905: Das Charlottenburger Rathaus
Die Turmuhr soll übrigens bereits in der Nacht zum 27. Januar 1905, dem Geburtstag Wilhelm II. in Gang gesetzt worden sein. Der Kaiser hat es den Charlottenburgern aber angeblich nie verziehen, dass sie den Turm ihres Rathauses mit 87,50 Metern deutlich höher als die Schlosskuppel gebaut hatten. Der Kaiser soll daher bei Besuchen im Schloss Charlottenburg immer einen Umweg über die Bismarckstraße gefahren sein, um den Turm nicht sehen zu müssen, der schnell zu einem Symbol für den Charlottenburger Bürgerstolz geworden war.
1905: Erklärungen für die zur Besichtigung durch das Publikum frei gegebenen Räume des Charlottenburger Rathauses
Das Innere des Rathauses wurde sehr großzügig gestaltet. Ornamente und Figuren beleben Wände, Säulen und Geländer des Haupttreppenhauses. Schon in der Haupteingangshalle (Haupteingang eine Treppe bis zur Eingangstür) befinden sich zu beiden Seiten Reliefs an den Wänden. Sie stellen Kunst, Wissenschaft, Schulwesen, Hochbau, Tiefbau, Krankenpflege, Feuerwehr, Beleuchtungswesen, Gewerbegericht und Steuerwesen sowie Standesamt dar. Sie stammen wie die meisten figuralen Darstellungen im Rathaus von dem Bildhauer Heinrich Giesecke (1862-1937).