Preisverleihung „Frau in Verantwortung 2009“

Logo "Frau in Verantwortung"
Bild: Achtung - Copyrighthinweis muss ergänzt werden!

Zum dritten Mal hat der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf den Wettbewerb „Frau in Verantwortung“ ausgeschrieben. Aus vielen Vorschlägen hat die Jury ausgewählt.

Link zu: v.l. Burgunde Grosse (DGB), Jutta Scholz, Monika Thiemen, Anke Harbs und Dr. Marianne Suhr, Foto: Andreas Fritsch
v.l. Burgunde Grosse (DGB), Jutta Scholz, Monika Thiemen, Anke Harbs und Dr. Marianne Suhr, Foto: Andreas Fritsch Bild: Bezirksamt

In diesem Jahr hat sich die Jury für zwei Frauen entschieden:

Für Anke Harbs, weil sie mit Charme, fachlicher Kompetenz und sozialer Verantwortung die Niederlassung Berlin des Speditionsunternehmens Panalpina GmbH leitet und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Vorbild ist und für Jutta Scholz, Inhaberin von drei Frisörgeschäften.
Sie engagiert sich als Ausbilderin und Führungsfrau mit großem Engagement und Leidenschaft. Sie ist Vorbild und Mentorin für junge Frauen von der Ausbildung bis zur Existenzgründung

Link zu: Dr. Marianne Suhr gratuliert Anke Harbs, Foto: Andreas Fritsch
Dr. Marianne Suhr gratuliert Anke Harbs, Foto: Andreas Fritsch Bild: Bezirksamt

Laudatio auf die Preisträgerin Anke Harbs
von Dr. Marianne Suhr

Ihre Berufsbezeichnung: Speditionskauffrau.
Ihre Funktion: Business Unit Manager bei Panalpina Welttransport GmbH, Leiterin der Niederlassungen Berlin, Dresden, Leipzig
Das Unternehmen hat weltweit 13 000 Beschäftigte, davon in Deutschland 2000 und in Berlin 44.
Panalpina („in 6 continents“) ist eine Firma, die man als „global player“ bezeichnen kann, doch unterscheidet sie sich von vielen Finanzspielern insofern, als ihrem Agieren handfeste Arbeit zu Grunde liegt: der Transport von Gütern und das Organisieren der erforderlichen Transportmittel, und vor Ort die Akquisition von Kunden.
Frau Harbs hat ihren Beruf gelernt und sie weiß deshalb, worum es geht, was sie vermutlich von vielen Managern unterscheidet, über die man gegenwärtig erstaunliche Berichte in den Zeitungen liest.
Sie ist in Hamburg geboren, der Stadt, in der die Kaufleute sozusagen aus den Kinderzimmern wachsen sollen. Ihre Familie hatte keine Beziehung zur Speditionsbranche,und so machte sie sich selbst auf den Weg. Nach ihrer Ausbildung und kurzer Arbeitszeit in Hamburg zog es sie in die Welt, sie arbeitete in Montreal und New York in ihrem Beruf, im Rückblick eine zielstrebige und vorausschauende Entscheidung.
Sie kam gut gerüstet, nämlich um Erfahrung und Sprache bereichert, nach Deutschland zurück. Und 1991 zog es sie in das erstaunlich veränderte Berlin, was einer Hamburgerin ohne die Erfahrungen im Ausland vermutlich schwerer gefallen wäre.
Frau Harbs nahm ihre Arbeit bei Panalpina auf, wurde 1999 Leiterin der Berliner Niederlassung, zuständig auch für Dresden und Leipzig, als einzige Frau in vergleichbaren Positionen in der Firma.
Bei Gesprächen mit ihr fällt ihre Gelassenheit auf, offensichtlich auf der Basis ihrer fachlichen Kompetenz und ihres Selbstvertrauens aus Erfahrung.
Diese nun schon zehnjährige Arbeit muss offenbar so erfolgreich und wohltuend für die Beschäftigten ihrer Firma sein, dass der Vorschlag, sie in den Wettbewerb zu schicken, von einem Mitarbeiter kam.
Neben der Aufzählung ihrer Verdienste und Hervorhebung ihrer Arbeitsweise erwähnte der männliche Mitarbeiter ihre „humorvolle Art“ des Umgangs mit ihren Kollegen.
Wie macht man das?
Frau Harbs nimmt ihre Arbeit ernst, aber auch ihre Kolleginnen und Kollegen. Und auf diese Weise lässt sich auch erklären, warum sich der Umgang miteinander als humorvoll, das heißt entspannt und offen, darstellt.
Sie sagt von sich, sie sei diszipliniert, sachlich und immer orientiert an besten Ergebnissen. Die sie aber zuerst von sich verlange und von den mit ihr Arbeitenden nicht mehr, als sie selbst zu leisten bereit ist, wird ihr Führungsstil akzeptiert. Sie schätzt sich als logisch denkend und direkt redend ein. Diese Eigenschaften werden offenbar von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschätzt und lassen die klischeeartig verbreitete Ansicht, Frauen müssten einfühlsamer sein und vorsichtiger reden als Männer, um beruflichen Erfolg zu haben, in Frage stellen.
Frau Harbs ist nicht nur ihrer „Mannschaft“, wie der Kollege in seinem Vorschlagsbrief schreibt, ein Vorbild, sondern auch ein Beispiel für erfolgreiche Arbeit in der – wie der Kollege auch schrieb – „leider noch immer männlich dominierten Speditionsbranche“.
Man könnte meinen, dass sich hier eine Karriere zeigt, die mit hanseatischer Folgerichtigkeit zu begründen ist.
Aber Frau Harbs sagt, man solle nie nur für „die Firma“ leben. Sie selbst finde Entspannung beim regelmäßigen Laufen im Charlottenburger Schlosspark, in Konzerten und zu Hause – in Charlottenburg. Sie nimmt sich außerdem wöchentlich Zeit, um als Lesepatin in Schulen soziales Engagement zu leben.
Anke Harbs wird ausgezeichnet, weil sie mit Charme, fachlicher Kompetenz und sozialer Verantwortung die Niederlassung einer großen Firma leitet und – nicht nur – ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Vorbild ist.

Link zu: Jutta Scholz mit Burgunde Grosse und Monika Thiemen, Foto: Andreas Fritsch
Jutta Scholz mit Burgunde Grosse und Monika Thiemen, Foto: Andreas Fritsch Bild: Bezirksamt

Laudatio für Jutta Scholz
von Frau Burgunde Grosse

Frau Bezirksvorsteherin, Dr. Marianne Suhr,
Frau Bürgermeisterin, Monika Thiemen,
meine Damen und Herren,

Jutta Scholz hat einen Beruf erlernt der heute noch zu den 10 meistgewählten Berufen junger Frauen zählt. Obwohl Jutta Scholz einen für Frauen typischen Beruf gewählt hat, ist sie die einzige Frau im Vorstand der Friseurinnung in Berlin. Der Vorstand besteht aus 7 Männern und einer Frau. Meine Damen und Herren, da gibt es noch viel zu tun, wenn wir es mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau ernst meinen.
Vor 25 Jahren eröffnete Frau Scholz als 24 jährige und frisch gebackene Friseurmeisterin im Bezirk Wilmersdorf ihr erstes Geschäft. Nach einem halben Jahr wurde sie Kosmetikbeauftragte der Friseurinnung des Bezirks und ein Jahr darauf wurde sie Kosmetikbeauftragte der Landesinnung
Frau Jutta Scholz ist heute, und man kann es nicht oft genug erwähnen, sie ist stellvertretende Obermeisterin der Friseur-Innung Berlin und sie ist inzwischen Inhaberin von 3 Friseursalons.
Die Jurymitglieder haben im Auswahlverfahren ihren Salon in der Uhlandstraße besucht, der den schönen Namen „Tonestrina“ trägt.
Tonestrina hießen im alten Rom die Friseurwerkstätten, in den sich die RömerInnen pflegen und verwöhnen ließen und so werden die Kundinnen und Kunden in der „Tonestrina“ von Heute von Jutta Scholz und ihrem Team bedient.
Frau Scholz hat sich die Ausbildung und Qualifizierung von jungen Menschen zu eigen gemacht, eine Ausbildung die sie mit Leidenschaft und Engagement betreibt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Ausgebildete den Weg in die Selbstständigkeit geschafft haben und somit auch wieder ausbilden können. Das ist für mich als Vertreterin des DGB ganz besonders hervorzuheben.
Die Beteiligung der MitarbeiterInnen am Umsatz zeigt mir, dass Jutta Scholz eine Unternehmerin ist, die genau weiss, wass sie an ihren ArbeitnehmerInnen hat, dass zeichnet sie ganz besonders aus, das ist heute leider nicht mehr selbstverständlich.
Jutta Scholz ist eine engagierte und verantwortliche Unternehmerin, die sich auch im Kiez der Uhlandstraße für die Belange der Menschen einsetzt.
Sie ist Vorsitzende des Uhland–Districts und sorgt für die richtige und wichtige Kommunikation zwischen den Gewerbetreibenden und der Anwohnerschaft.
Arbeit ist für Jutta Scholz die treibende Kraft, die sie voll und ganz ausfüllt. Arbeit ist für Frau Scholz auch gleichzeitig Auftrag und Hobby, Ihre Unterstützung für ihre MitarbeiterInnen ist vorbildhaft, so hat sie eine alleinerziehende Mitarbeiterin als Leiterin ihres drittes Geschäfts eingesetzt. Jutta Scholz war selbst viele Jahr alleinerziehend und kann sich gut in die Lage der Kollegin hineinversetzen.
Die Kommunikationsstärke und die positive Ausstrahlung korrespondiert mit ihrem eigenen Anspruch den anderen ein Vorbild zu sein.
Meine Anerkennung, Frau Scholz, mögen Sie noch viele Ideen in die Tat umsetzen und viele Menschen dabei motivieren.
Herzlichen Gückwunsch zu diesem Preis „Frau in Verantwortung 2009“!