Energieeffizienz auf der Mierendorffinsel

Senkrechtes Luftbild der Mierendorffinsel
Bild: Geoportal Berlin / Digitale farbige Orthophotos 2017

Neuigkeiten

Thema des Monats

Die klimaneutrale Mierendorffinsel war Thema des Monats der Bezirksverordnetenversammlung. Lesen Sie die Aussagen der Fraktionen unter Thema des Monats Februar 2018

Projektinformationen

Ziel: Verbesserung der Energieeffizienz für gewerbliche und private Nutzungen auf der Mierendorffinsel. Dabei soll der Schwerpunkt auf dem privaten und gewerblichen Wärme- und Strombedarf sowie gewerblicher Prozessenergie liegen.

Zur Zeit werden Datenbeschaffungen durchgeführt, die ein detailliertes Bild über den Wärmebedarf im Mierendorffkiez abgeben.

Das Gesamtprojekt wird in Kooperation mit der GASAG Solution Plus GmbH durchgeführt.

Projektbeschreibung

Die Herren Trunk (Vertriebsvorstand GASAG), Schruoffeneger (Bezirksstadtrat) und Mattat (Geschäftsführer GASAG Solution Plus) unterzeichnen einen Vertrag
Unterzeichnung des Kooperationsvertrages durch die Herren Trunk (Vertriebsvorstand GASAG), Schruoffeneger (Bezirksstadtrat) und Mattat (Geschäftsführer GASAG Solution Plus)
Bild: GASAG Solution Plus GmbH

Der Klimavertrag von Paris definiert das Ziel der klimaneutralen Welt bis zum Jahr 2050. Diesem Ziel haben sich auch das Land Berlin und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf verschrieben. Die Erkenntnisse der letzten Zeit zeigen aber auf, dass trotz intensiver Anstrengungen in den vergangenen Jahren die Zwischenziele nicht erreicht werden. Hinzu kommt, dass im bisherigen Transformationsprozess vor allem eine Betrachtung des Stromsektors erfolgte. Im Gebäudebereich erfolgte vor allem eine Fokussierung auf den Neubau. Einzelne Pilotprojekte und diverse Studien haben zwar verschiedene Wege zur Effizienzsteigerung im Gebäudesektor aufgezeigt, aber wie setzt man eine Klimaneutralität für ein ganzes Quartier um? Hierzu gibt es bisher nur wenige Erkenntnisse und Umsetzungsbeispiele.

Das Bezirksamt Charlottenburg -Wilmersdorf stellt sich dieser Herausforderung und beabsichtigt dazu unter dem Titel “Stadtlabor 2050” die dafür notwendigen Umstellungen, Modernisierungen und Verbesserungen anzuschieben und umzusetzen. Die Verbesserung der Energieeffizienz und die möglichst klimaneutrale und – wo sinnvoll – dezentrale Bereitstellung der benötigten Heizwärme, des Stromes, Wärme- und Kälteleistung für industrielle Prozesse und Trinkwarmwasser sollen nun in einem ganzen Quartier nicht nur als Konzept beschrieben, sondern auch real durchgeführt werden.

Das Quartier Mierendorffinsel eignet sich als räumlich durch Spree, Westhafenkanal und Charlottenburger Verbindungskanal klar abgegrenzte Region für eine modellhafte Herangehensweise. Es wird von ca. 15.000 Einwohnern bewohnt und verfügt über vielfältige Gewerbe- und Industrieflächen, unterschiedliche Formen des Wohnungsbaues ebenso wie über große Schulen und andere öffentliche Infrastruktureinrichtungen.

In einer Voruntersuchung wurde in den Jahren 2014 bis 2015 eine erste Bestandsanalyse in der Region erstellt, die teilweise grundstücksscharfe Darstellungen enthält und zu deren Erstellung schon in einem erheblichen Umfang motivationsfördernde Einzelgespräche mit Grundstückseigentümern und Betrieben geführt wurden.

Die auf der Mierendorffinsel gemachten Erfahrungen sollen auf die anderen Quartiere Charlottenburg-Wilmersdorfs übertragen werden, so dass der gesamte Bezirk bis 2050 weitgehend klimaneutral lebt und arbeitet.

Das Vorhaben wird als Kooperation des Bezirksamtes mit der GASAG AG und der GASAG Solution Plus GmbH umgesetzt. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger benennt die Vorteile dieser Partnerschaft. “Beide Beteiligten, das Bezirksamt, und die GASAG, finanzieren das Vorhaben gemeinsam. Das Bezirksamt setzt seine Kenntnis der Einwohner und Betriebe vor Ort ein, und die GASAG setzt sein Fachwissen der Energietechnik ein. Das ist für Alle eine gute Kombination!”
Im Zuge des auf 10 Jahre vereinbarten Kooperationsvertrages erarbeiten die Partner gemeinsam zunächst eine Analyse des bestehenden Energieverbrauchs und zeigen erste Möglichkeiten der Energieeinsparung auf. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden dann konkrete Umsetzungskonzepte erstellt, bei denen auch die Anwohner, Immobiliengesellschaften und Gewerbetreibenden einbezogen werden.

Für das Projekt wird eine von beiden Institutionen getragene Organisationsform entwickelt. Diese wird die Aufgaben koordinieren und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Deren Aufgabe ist, Handlungsfelder und Maßnahmen zu identifizieren und diese im Anschluss zur Umsetzung zu bringen. Ziel der Vereinbarung ist es auch, Gelder aus öffentlichen Förderprogrammen einzuwerben, die dann für die konkreten Umsetzungsmaßnahmen eingesetzt werden können.

Förderung

Logos des Bundesministeriums für Wirtschaft und der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe

Das Projekt wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” (GRW) mit Bundes- und Landesmitteln gefördert.