Werkstattreihe: Stadtgesundheit als Entwicklungspfad – Spielräume für verantwortungsvolles Verwaltungshandeln

Dezember 2025 – Februar 2026, BHROX Bauhaus Reuse, Mittelinsel Ernst‑Reuter‑Platz

Einladung an Mitarbeitende aller Berliner Bezirks- und Senatsverwaltungen

Hitze, Starkregen und wachsende Alltagsbelastungen lassen uns spüren, dass Gesundheit keine Aufgabe eines einzelnen Ressorts sein kann. Was tagtäglich – oft unabgesprochen – in der Bauaufsicht, im Gesundheitsamt, in der Umwelt‑, Haushalts‑ oder Wirtschaftsförderung entschieden wird, bestimmt, ob Berlin
widerstandsfähiger oder verletzlicher wird.

Jede kleine Entscheidung beeinflusst die Lebensqualität in den Berliner Bezirken. Wird ein Baum als Objekt abgeschrieben oder für seine tatsächliche Ökosystemleistung wertgeschätzt? Wie viele Neubauten erhalten eine Ausnahmegenehmigung fürs Einleiten von Regen-/Schmutzwasser in die Mischwasserkanalisation? Welche weiteren stadtgesundheitsförderlichen Regulationen werden als „technisch nicht machbar“ oder „wirtschaftlich unverhältnismäßig“ regelmäßig umgangen?

Wir laden Sie ein, gemeinsam verantwortungsvolle Handlungspfade auszuloten. In einer siebenteiligen Werkstattreihe eröffnen wir einen geschützten Raum zum Erforschen, Testen und Weiterentwickeln von Lösungen, die Gesundheitsschutz und Stadtentwicklung verbinden – jenseits von politischen Schlagzeilen und ohne zusätzliche Bürokratie.

Programm
10. Dezember 2025, 18:00 – 20:00 Uhr Auftaktforum: Stadtgesundheit als gemeinsame Aufgabe
17. Dezember 2025, 18:00 – 20:00 Uhr Recht nutzen: Befugnisse im Bau‑, Gesundheits‑ und Haushaltsrecht ausschöpfen
14. Januar 2026, 18:00 – 20:00 Uhr Daten verbinden: Geo‑ & Präventionsindikatoren in der Praxis
21. Januar 2026, 18:00 – 20:00 Uhr Finanzieren & Bewerten: Kostenwahrheit und Gemeinwohlrendite
28. Januar 2026, 18:00 – 20:00 Uhr Planen & Genehmigen: Fallstudien aus den Bezirken
04. Februar 2026, 18:00 – 20:00 Uhr Beteiligung ermöglichen: Nutzer‑ und Unternehmenssicht integrieren
11. Februar 2026, 18:00 – 20:00 Uhr Praxis-Sprint: Eigene Fälle modellieren, Prototypen testen

Ihre Teilnahme
Alle Berliner Bezirks- und Senatsverwaltungen sind herzlich eingeladen, ihre Perspektiven einzubringen und sich für eine aktive Mitwirkung an der Veranstaltungsreihe zu bewerben. Durch eine Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 50 Personen, möchten wir intensive Zusammenarbeit ermöglichen. Hier können Sie sich bis 8. Dezember 2025 anmelden und kurz beschreiben, wie Ihre Arbeit und aktuelle Projekte mit den Inhalten der Veranstaltungsreihe korrespondieren und welche Praxisfragen Sie einbringen möchten. Einzelne Termine oder die komplette Serie stehen zur Wahl. Gemeinsam schaffen wir greifbare Handlungspfade, die Berlin gesünder und resilienter machen.

Warum teilnehmen?
  • Praxisnah statt abstrakt – Wir arbeiten an echten Berliner Fällen und stellen inspirierende Beispiele aus mehreren Bezirken vor, von denen wir gemeinsam
    lernen können.
  • Silos aufbrechen – Gemeinsam erschließen wir rechtliche Spielräume, mit denen sich Nachhaltigkeitsziele in Bau‑ oder Finanzentscheidungen zu
    verankern lassen.
  • Entscheidungen ausrichten – Statt zusätzlicher Richtlinien erarbeiten wir Prozessketten, die Abläufe vereinfachen und Stadtgesundheit priorisieren.
  • Werkzeuge zum Anfassen – Testen Sie Prototypen, die Geo‑ mit Gesundheitsdaten verknüpfen und fundierte Entscheidungen im Tagesgeschäft
    unterstützen.

Werden Sie Teil einer Praxisgemeinschaft, die Wissen teilt und im Alltag mutige Entscheidungen für eine gesunde Stadt trifft.

Ihr Nutzen
  • Sofort einsetzbares Wissen: juristische Argumentationshilfen, Textbausteine, Daten‑Dashboards
  • Kiez‑übergreifendes Netzwerk: Kolleg:innen aus allen Bezirken mit ähnlichen Herausforderungen
  • Direktes Erproben: Anwendung praxisnaher Werkzeuge, die sofort umsetzbare Lernimpulse bieten und Ihren Arbeitsalltag effektiv unterstützen
  • Gemeinsames Online‑Archiv: Alle Materialien, Prototypen und Erkenntnisse werden Teil eines Wissensspeichers für den Arbeitsalltag

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag des Bezirksamts Charlottenburg‑Wilmersdorf

Dieser Werkstattreihe ging der Fachdialog „Neubewertung von Stadtnatur als lebende Infrastruktur“ voraus. Weitere Informationen finden Sie hier.

Gruppenfoto aus dem Auftaktforum

10. Dezember 2025 - Auftaktforum

Mit dem Auftakt im BHROX Bauhaus Reuse startet Berlin in eine neue Phase: Unter dem Titel „Stadtgesundheit als Entwicklungspfad – Spielräume für verantwortungsvolles Verwaltungshandeln“ kommen Mitarbeitende aus Bezirks- und Senatsverwaltungen, Gesundheitswesen, Stadtplanung, Umwelt, Zivilgesellschaft und Wohnungswirtschaft zusammen. Ihr gemeinsamer Ausgangspunkt: Hitze, Starkregen und wachsende Alltagsbelastungen zeigen, dass Gesundheit keine Aufgabe eines einzelnen Ressorts ist – sondern eine Querschnittsaufgabe für die ganze Stadt.

Wer erleben möchte, wie „Stadtgesundheit“ Berlin voranbringt, sollte sich zeitnah für die nächsten Termine dieser Reihe anmelden.

Die Werkstattreihe verfolgt eine klare Ambition:
  • Eine Community aufbauen, die Stadtgesundheit in Berlin langfristig verankert und vorausschauendes Momentum schafft,
  • „Stadtgesundheit“ als politische Leitlinie sichtbar machen – nachvollziehbar für Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit,
  • operative Standards im Arbeitsalltag entwickeln – von Bauaufsicht über Haushalt und Umwelt bis hin zu Sozial- und Gesundheitsverwaltung – damit Entscheidungen künftig systematisch die Gesundheit der Stadt mitdenken.

Beim Auftaktforum am 10. Dezember 2025 erhielten die Teilnehmenden ein Ticket in ein gesundes Berlin im Jahr 2030 – eine Einladung, sich vorzustellen, wie unsere Stadt in Zukunft aussieht, wenn Berlin gesund macht. Mit diesem Ticket wurde gesammelt, was Stadtgesundheit für uns bedeutet.

Ticket aus der Werkstattreihe

Daraufhin durchliefen die Teilnehmenden fünf thematische Linsen, die sich inhaltlich an den kommenden Werkstätten orientierten – Recht nutzen, Daten verbinden, Finanzieren und Bewerten, Planen und Genehmigen, Beteiligung ermöglichen – und die ihr Setting ebenfalls ins Jahr 2030 verlegten. Dadurch entstand ein Möglichkeitsraum, in dem es erlaubt war, groß zu denken, mutig zu träumen und kreative Wege zu erkunden – immer mit dem klaren Gedanken: Was wir uns für 2030 vorstellen, können wir schon heute auf den Weg bringen. Das Check-out-Ticket zurück ins Heute half dabei, diese Visionen zu konkretisieren: Es unterstützte die Teilnehmenden, konkrete To-dos für das nächste Quartal mitzunehmen – mit dem Leitgedanken: Es ist möglich! Schon heute können wir Entscheidungen treffen, um Schritt für Schritt ein gesundes Berlin zu gestalten.

“Ich sehe die Pflanzen der fachämterübergreifenden Zusammenarbeit bei uns extrem schnell wachsen. Wo wir noch ganz viel dazulernen können, ist in Kollaborationstechniken, die wir hier heute in der Werkstattreihe erleben. Diese Formate und Techniken sollten die Standard-Zusammenarbeit zwischen den Fachämtern werden”, betonte eine:r der Teilnehmenden.

Bis Februar 2026 nutzen wir diesen verwaltungsübergreifenden Think Tank zu konkreten Vorschlägen, wie Stellen, Strukturen und Budgets so aufgestellt werden können, dass Stadtgesundheit dauerhaft finanzier- und handlungsfähig bleibt. Und wer dabei sein möchte, wenn aus ersten Impulsen echte Bewegung entsteht und die Ideen aus dem Zukunftsraum ihren Weg in den Alltag finden, ist herzlich eingeladen, sich für die nächsten Treffen anzumelden und den weiteren Verlauf mitzugestalten.

Gruppe von Menschen an einem Tisch

17. Dezember 2025 - Recht nutzen

Mit der Werkstatt „Recht nutzen“ vertiefte die ressort- und ebenenübergreifende Werkstattreihe Stadtgesundheit als Entwicklungspfad am 17. Dezember 2025 die Frage, wie rechtliche Rahmenbedingungen ein gesundes Berlin konkret fördern können. Mitarbeitende aus Bezirks- und Senatsverwaltungen sowie aus Recht, Gesundheit, Stadtentwicklung, Klimaanpassung und zivilgesellschaftlicher Beteiligung kamen zusammen, um gemeinsam neue Handlungspfade zu entwerfen.

Alle Verwaltungsmitarbeitenden, die an der Umsetzung von Stadtgesundheit in Berlin arbeiten oder sie aktiv mitgestalten möchten, sind herzlich zu den nächsten Treffen der Reihe eingeladen!

Nach einem kurzen Einstieg mit Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger und Caroline Paulick-Thiel (nextlearning e.V.) arbeiteten die Teilnehmenden entlang eines klar strukturierten Prozesses. Mithilfe eines „Tickets ins Jahr 2030“ reflektierten sie zunächst, welche veränderte Rechtslage Stadtgesundheit künftig beschleunigen könnte.

Ein:e Teilnehmer:in bemerkte: „Wenn Stadtgesundheit 2030 verbindlich mitgedacht wird – etwa durch verpflichtende Gesundheitsfolgenabschätzungen oder frühzeitige Beteiligung – verändert das vor allem unseren Verwaltungsalltag. Dann sind nicht nur Bau- oder Umweltämter betroffen, sondern auch Gesundheitsämter, Haushaltsstellen und Genehmigungsbehörden, die heute oft noch zu spät oder gar nicht eingebunden sind.“

Person schreibt auf ein Plakat

Green Legal Impact Germany e.V. unterstützte die Teilnehmenden dabei, ihre Ideen in größere rechtliche Zusammenhänge einzuordnen und eine
Teilnehmer:in erkannte: „Recht ist nicht nur ein
Begrenzungsrahmen, sondern ein Ermöglichungsinstrument. Die Herausforderung liegt weniger im Fehlen von Gesetzen als darin,
vorhandene Spielräume mutig zu nutzen und ressortübergreifend anzuwenden.“

Das wandernde Mikrofon und die Mitteilung aller Teilnehmenden ermöglichten es, verwandte Ansätze in thematische Cluster zu überführen. In Kleingruppenarbeit setzten sich die Teilnhemenden mit den Implikationen für andere Felder wie Finanzierung und Bewertung, Planung und Genehmigung sowie Daten und Beteiligung auseinander. Die Gruppen entwickelten, wie der neue Handlungspfad im Alltag konkret aussieht: Welche Abläufe verändern sich? Welche Entscheidungen werden anders getroffen?
Und wo entstehen neue Spielräume für gesundheitsförderndes Handeln?

Abschließend richteten die Gruppen den Blick zurück ins Heute. Die Teilnehmenden diskutierten, wo dieser neue Handlungspfad bereits heute erprobt werden kann – etwa in einem Bezirk oder einem laufenden Projekt – und was ein erster Schritt ist, den jede:r Teilnehmende schon jetzt gehen kann. Damit schlug die Werkstatt bewusst die Brücke zwischen Zukunftsbild und unmittelbarer Umsetzung.

„Ein erster Schritt kann sein, im Alltag Rechtsräume zu dokumentieren, um sie gemeinwohlorientiert als Netzwerk zu nutzen. Dafür braucht es vor allem eines: Nerven, wechselseitige Rückendeckung und neue Bündnisse innerhalb der Verwaltung“, war aus der Gruppe der Teilnehmenden zu vernehmen. In der Vorstellung der Gruppenergebnisse und der abschließenden Synthese wurde deutlich, wie der gemeinsame Prozess abstrakte Rechtsideen in konkrete, anschlussfähige Handlungspfade überführt hat.

Gruppe gemeinsam am Tisch vor einem Plakat

Für den Transfer in die Verwaltungspraxis wurden vor allem drei Linien greifbar: Erstens, Entscheidungsspielräume bewusst zu erkennen und konsequent zu nutzen (z. B. über Hinzeichnungsrechte, Stellungnahmen und
fachübergreifende Abwägungen), statt auf „perfekte“ Rechtsklarheit zu warten. Zweitens, die Umsetzung über neue Kooperationsroutinen zu beschleunigen –
etwa indem Gesundheitsamt, Grünflächenamt und weitere betroffene Fachämter früher und verbindlicher in Genehmigungs- und
Abwägungsprozesse eingebunden werden. Drittens, Pilotierungen so zu dokumentieren, dass sie in Standards überführt werden können: von fallbasierten Portfolios hin zu Generalerlaubnissen, Vorlagen und – wo nötig – technischen Regelwerken, um tausende Einzelvereinbarungen zu vermeiden.

Die Werkstatt markiert den nächsten Arbeitsschritt hin zum Aufbau eines bezirksübergreifenden Think Tanks, der praxistaugliche Lösungen übertragbar macht und einem Leitfaden, der rechtliche Spielräume für Stadtgesundheit aufzeigt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich einzubringen – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Mitarbeitende der Berliner Bezirksämter und Senatsverwaltungen können sich jetzt für folgende Termine anmelden:

  • 14. Januar 2026 – Daten verbinden: Geo‑ & Präventionsindikatoren in der Praxis
  • 21. Januar 2026 – Finanzieren & Bewerten: Kostenwahrheit und Gemeinwohlrendite
  • 28. Januar 2026 – Planen & Genehmigen: Fallstudien aus den Bezirken
  • 04. Februar 2026 – Beteiligung ermöglichen: Nutzer‑ und Unternehmenssicht integrieren
  • 11. Februar 2026 – Praxis-Sprint: Eigene Fälle modellieren, Prototypen testen

14. Januar 2026 - Daten verbinden

Die Werkstatt begann mit einer Begrüßung durch Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf),
der den Rahmen setzte: Stadtgesundheit, Klimaanpassung und soziale Infrastruktur seien längst Querschnittsaufgaben, deren Umsetzung maßgeblich davon abhänge, wie gut Daten zwischen Ressorts, Ebenen und Akteursgruppen nutzbar gemacht werden können. Dazu führte Caroline Paulick-Thiel (nextlearning e. V.) in Zielsetzung und Ablauf der Werkstatt ein. Sie skizzierte den Spannungsbogen zwischen heutiger Verwaltungspraxis und der Frage, wie neue datenbasierte Werkzeuge nicht nur Effizienz, sondern auch Nachvollziehbarkeit und Qualität von Entscheidungen erhöhen können. Sie rahmte die Werkstatt als gemeinsamen Suchprozess: Wie lassen sich Verwaltungserfahrung, technologische Ansätze und gesellschaftliche Perspektiven produktiv verschränken?

Präsenation Prozessablauf Entsiegelung Hagenaars

Paul Hagenaars (Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf) gab
einen praxisnahen Einblick in bestehende Werkzeuge und
Prozessketten der Klimaanpassung. Anhand konkreter Beispiele
zeigte er, wie Geodaten, GIS-Anwendungen und fachübergreifende Abstimmungen bereits heute genutzt werden – jedoch noch oft
fragmentiert, mit Medienbrüchen und hohem Koordinationsaufwand.

Daraufhin skizzierten die Teilnehmenden Entscheidungspfade und Datenbezüge aus ihrer eigenen Alltagspraxis und tauschten sich dazu gemeinsam aus.
Die visualisierten Pfade machten sichtbar, wie Entscheidungen tatsächlich entstehen: über PDFs, Excel-Tabellen, GIS-Anwendungen, informelle Gespräche, E-Mails und Fachabstimmungen hinweg.

Bild eines Arbeitsblattes

In der gemeinsamen Reflexion wurde deutlich, dass ein erheblicher Teil der Arbeitszeit nicht in Analyse oder Planung, sondern in der Erschließung und Vereinheitlichung von Daten gebunden ist. Ein:e Teilnehmer:in resümierte: “Meine Schwerpunkttätigkeit sollte darin bestehen, mit den Daten zu arbeiten und nicht mehr die Hälfte der Zeit damit zu verbringen, Daten zu suchen, zu konvertieren und überhaupt nutzbar zu machen.”

Im zweiten Werkstattteil stellte Ephraim Schott (Bauhaus-Universität Weimar) mit Knowledge Graphs einen Ansatz vor, der genau hier ansetzt: Daten aus unterschiedlichen Quellen – bspw. von Studien, Fachkonzepten und räumlichen Informationen über gesellschaftliche Partizipationsforen zu politischen Beschlüssen – werden über Beziehungen miteinander verknüpft und räumlich kontextualisiert. Dadurch entsteht ein gemeinsamer Bezugsrahmen, der Fachbereiche dynamisch miteinander verbindet. Der Fokus liegt dabei weniger auf Technik, sondern auf Übersetzung: Wie wird implizites Wissen explizit und überprüfbar?

Kleingruppen Stuhlkreis

Aufbauend darauf eröffnete Caroline Paulick-Thiel (nextlearning e.V.) die zweite Werkstattphase mit der Leitfrage: Wie lassen sich diese Ansätze auf reale Verwaltungsprozesse übertragen – und wo könnten sie konkret entlasten oder neue Handlungsspielräume eröffnen?

In der Diskussion wurde der Knowledge-Graph-Ansatz unmittelbar auf konkrete Bedarfe bezogen. Es wurde deutlich, dass hier ein Mehrwert durch relationale Datenverknüpfung und Übersetzungsleistung entsteht: Unsichtbare Zusammenhänge – von Hitze, Lärm und Versiegelung bis hin zu sozialen Belastungen – könnten nachvollziehbar gemacht werden und so Entscheidungsprozesse absichern. Knowledge Graphs z. B. auch in Verbindung mit LLMs und Sprachassistenten könnten hier helfen, nicht nur Daten, sondern auch Wirkkräfte, Abhängigkeiten und Lücken offenzulegen – als Grundlage für einen informierteren demokratischen Diskurs.

21. Januar 2026 – Finanzieren & Bewerten

Mit der Werkstatt „Finanzieren & Bewerten: Kostenwahrheit und Gemeinwohlrendite“ setzte die Reihe “Stadtgesundheit als Entwicklungspfad – Spielräume für verantwortungsvolles Verwaltungshandeln” einen entscheidenden Impuls zu der Frage, wie Stadtgesundheit nicht nur gedacht, sondern dauerhaft finanziert, bewertet und umgesetzt werden kann. Verwaltungsmitarbeitende aus verschiedenen Ämtern und Ressorts arbeiteten gemeinsam an Schnittstellen, an denen Zuständigkeiten, Haushaltslogiken und Betriebskosten oft Umsetzungsbarrieren erzeugen. Der Werkstatt lag dabei das Verständnis von “Health in All Policies”, also Stadtgesundheit als Querschnittsaufgabe, zugrunde.

Zu Beginn begaben sich die Teilnehmenden auf eine Gedankenreise ins Jahr 2030, um vier Zukunftsbilder zu erkunden – zu Planung & Bau, Rahmenbedingungen, Pflege & Unterhaltung sowie Fördermitteln. Die Szenarien zeigten einen Alltag, in dem Standards, Budgets und Förderlogiken gesundheitsfördernde Entscheidungen selbstverständlich machen. In der Reflexion der Teilnehmenden wurde spürbar, was dieses Zukunftsbild auslöst: Erleichterung, Klarheit und der Gedanke, wie sehr sich der eigene Arbeitsalltag dadurch verändern würde.

Im Zentrum der Werkstatt standen die durch die Bezirksumfrage der Regenwasseragentur identifizierten Bedarfe und Praxisimpulse – ein herzlicher Dank geht an die Regenwasseragentur und alle Bezirksämter, die hierzu bereits konkrete Erfahrungen und Ideen eingebracht haben. Ausgehend von diesen Bezirksimpulsen arbeitete die Werkstatt unter der Moderation von Caroline Paulick-Thiel (nextlearning e.V.) an konkreten Entwicklungswegen. Die zentrale Leitfrage lautete: Wie könnten Finanzierungslogik, Strukturen und Instrumente im Jahr 2030 so gestaltet werden, dass langfristige Kosten und Nutzen präventiver Maßnahmen transparent werden und ihre Umsetzung unabhängig von kurzfristigen Haushaltslogiken und Zuständigkeiten gesichert ist?

Werkstattreihe Finanzierung

Die Teilnehmenden arbeiteten in zwei Gruppen entlang eines gemeinsamen Analyseformats: dem Eisbergmodell. Von unten nach oben wurden die Logiken, Strukturen und Instrumente herausgearbeitet, die ein belastbares 2030-Szenario für Stadtgesundheit bzw. Schwammstadt tragen könnten.

Im Mittelpunkt standen dabei nicht „neue Einzelprojekte“, sondern die Frage, wie Finanzierung, Planung und Betrieb so zusammenspielen können, dass Umsetzung verlässlich wird.

Diskutiert wurden u. a. die Förderjahreslogik und ihre Reibungsverluste, die Verschiebung von Mikronachweisen hin zu ziel- und kriterienbasierter Steuerung, sowie die zentrale Lücke zwischen Investition und Betrieb Unterhaltung (O&M).

In der Gruppe „Planen & Bauen“ wurde besonders deutlich, wie sehr fehlende fachbereichsübergreifende Zeit-, Budget- und Personalplanung dazu führt, dass Studien und Konzepte in Schubladen landen. Als konkrete Bausteine wurden u. a. mehrjährige Budgetpfade, eine vorgelagerte „Phase 0“ (gemeinsame Zielklärung und Grundlagenplanung), Huckepack-Budgets bei ohnehin stattfindenden Baumaßnahmen, klimaangepasste Baustandards nach Straßen-/Quartierstypen, sowie ein verbesserter, nutzbarer Baustellenatlas als Planungsgrundlage genannt.

Im anschließenden Gallery Walk wurde die Ergebnisse zu gemeinsamen Mustern verdichtet: Über beide Themenfelder hinweg zeigte sich ein klarer Wunsch nach Wirkungsorientierung statt Förderlogik-Optimierung – also nach wenigen, robusten Schlüsselkennzahlen (z. B. Entsiegelung, Rückhalt, Kühlleistung, Nutzungsqualität), die Entscheidungen und Mittelvergabe steuern können. Ebenso wurden strukturelle Blockaden benannt: die Trennung von investiven Mitteln und Betrieb, die Ressortlogik (inkl. KLR-Anreizen, die politischen Zielen teils entgegenlaufen) sowie unklare bzw. nicht mandatierte Betreiberrollen an Schnittstellen zwischen Land, Bezirk und Betrieben.

Gleichzeitig identifizierten die Gruppen Hebel, die kurzfristig testbar sind – von pauschalierten Zuweisungen nach Schlüssel über Kooperationsanforderungen als Förderbedingung bis hin zu Fondsbzw. Budgetlösungen, mit denen sich Maßnahmen in laufende Bauvorhaben wirksam „andocken“ lassen.

Kurze Video-Impulse aus anderen Städten öffneten den Blick über Berlin hinaus. – Ein herzlicher Dank an dieser Stelle an alle internationalen Beitragenden: Clara Castelló, Geordan Shannon, Lene Krogh Jeppesen, Ludo Pittie, Proft. Dr. Armin Stocker und Petra Kickenweitz. – Entlang dieser Beiträge identifizierten die Werkstatt-Teilnehmenden wirksame Finanzierungslogiken in anderen Städten und erarbeiteten Wege, wie diese Impulse für Berlin fruchtbar gemacht werden können. Dabei wurde deutlich: Entscheidend sind weniger Einzelinstrumente als konsistente Systeme, in denen Aufträge, Budgets und Bewertungsmaßstäbe ineinandergreifen.

In der abschließenden Diskussion richtete sich der Blick bewusst zurück ins Heute. Die Teilnehmenden formulierten, was sie bereits 2026 im Bereich Finanzen voranbringen möchten – individuell und als Community. Viele Beiträge zielten darauf, bestehende Spielräume mutiger zu nutzen, Finanzierungsfragen früher in Prozesse zu integrieren und Wirkung systematischer sichtbar zu machen.

Die Werkstatt machte deutlich: Stadtgesundheit wird nicht durch zusätzliche Idealismen finanzierbar, sondern durch klug gestaltete Standards, klare Rahmenbedingungen und Finanzierungslogiken, die Gemeinwohlleistungen anerkennen und belohnen. Damit setzte der Termin einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer Stadt, in der es einfacher ist, das Richtige zu tun, als es zu unterlassen.

Video-Folien 21.01. BA CW Werkstattreihe - 1
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28. Januar 2026 – Planen & Genehmigen

Mit der Werkstatt „Planen & Genehmigen: Fallstudien aus den Bezirken“ baute die Reihe „Stadtgesundheit als Entwicklungspfad – Spielräume für verantwortungsvolles Verwaltungshandeln“ einen zentralen Hebel aus: die alltäglichen Planungs- und Genehmigungsprozesse in den Bezirken. Hier werden Weichen gestellt, wie gesundheitliche, ökologische und soziale Qualitäten frühzeitig berücksichtigt und im weiteren Verlauf tragfähig verankert werden können.

Gruppe von Menschen im Stuhlkreis

Mitarbeitende aus Bezirks- und Senatsverwaltungen, aus Planung, Bau, Umwelt, Gesundheit und Beteiligung kamen zusammen, um reale Fallbeispiele aus ihrer Praxis gemeinsam zu reflektieren. Im Fokus stand die Frage: Welches Potenzial aktuelle Prozesse für eine berlinweite, sozialräumliche, naturgestützte Stadtgesundheit haben und wie es sich weiter entfalten lässt. Nach einer kurzen Rückbindung an die in der Reihe entwickelte Arbeitsdefinition von Stadtgesundheit eröffnete der Blick auf die Bezirksabfrage der Regenwasseragentur Berlin aktuelle Anknüpfungspunkte an der Schnittstelle von Planung und Bau. In der Werkstatt wurden diese vom Team von nextlearning e.V. bewusst zusammengeführt, reflektiert und als
Qualitätshebel für Planung und Genehmigung mit allen Teilnehmenden weitergedacht.

Von der Praxis ausgehen: Fallarbeit und aktives Zuhören im Tandem

Im Zentrum der Werkstatt stand die Arbeit mit konkreten Fallbeispielen aus der eigenen Praxis. In Tandems analysierten die Teilnehmenden Prozesse entlang der Kette “Planen – Genehmigen – Betrieb” mit Blick auf Stadtgesundheit und mögliche Lösungsansätze.

2 Menschen sitzend im Austausch

Auf die Analyse folgte ein Peer-Coaching Format, in dem sich die Kolleg:innen wechselseitig unterstützten: Jede Person stellte ihr Fallbeispiel vor, während das Tandem gezielt Rückfragen stellte und Impulse gab, wie vorhandene Potenziale im jeweiligen Prozess weiter entfaltet werden könnten. Der Fokus lag dabei auf Ermutigung, Perspektivwechsel und dem gemeinsamen Weiterdenken jenseits formaler Zuständigkeitsgrenzen. Die Fallarbeit machte sichtbar, wie Entscheidungen tatsächlich entstehen: über informelle Abstimmungen, parallele Verfahren, Medienbrüche und implizite Annahmen darüber, „wer wann zuständig ist“. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Herausforderungen weniger auf fehlende Regeln zurückzuführen sind, sondern auf das Potenzial für eine noch frühere Verständigung über Ziele, Rollen und Spielräume, die bereits heute angelegt ist. – „Im Austausch im Tandem wurde mir klar, wie viel Gestaltungsspielraum bereits in unserem Prozess steckt und dass ein früheres gemeinsames Zielbild vieles leichter und klarer machen kann.“

Muster erkennen: Vom Einzelfall zur übertragbaren Praxis

Im anschließenden Gallery Walk wurden die Erkenntnisse aus den Tandems zusammengeführt. In der gemeinsamen Betrachtung verdichteten sich wiederkehrende Muster und Prinzipien, die über einzelne Fallbeispiele hinausweisen und stadtweit anschlussfähig sind.

Zuhörende Menschen sitzend

Besonders hervorgehoben wurden dabei die Bedeutung einer vorgelagerten Phase 0 zur gemeinsamen Zielklärung, bevor Planungsaufträge oder Machbarkeitsstudien starten, die frühe und verbindliche Verschränkung relevanter Fachämter (einschließlich Gesundheit, Grünflächen, Tiefbau) zusammen mit der Sozialraumorientierten Planungskoordination und den lokalen Räumen für Beteiligung – als Qualitätsgewinn für Planung und Genehmigung, sowie der bewusste Umgang mit ergebnisoffener Erprobung: zeitlich begrenzte und anpassbare Maßnahmen können als Lernräume dienen und langfristige Wirkungen vorbereiten. In der gemeinsamen Reflektion wurden diese Muster konkretisiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche dieser Ansätze bereits heute tragfähig
sind und wie gegenseitige Unterstützung helfen kann, sie systematischer in eine berlinweite Praxis von Planen und Genehmigen zu integrieren. –
„Der Blick auf die Beispiele hat gezeigt: Wenn wir unsere Erfahrungen teilen und sichtbar machen, entsteht daraus eine Praxis, die nicht zusätzlich belastet, sondern Orientierung gibt.“

Vertiefung und Transfer: Relevanz für die eigene Praxis

Gallery Walk Aufnahme

In einer zweiten Gruppenarbeitsphase setzten sich die Teilnehmenden damit auseinander, welche Bedeutung die identifizierten Prinzipien für ihre eigene Arbeit haben. Der Fokus lag auf konkreten Anknüpfungspunkten:
Wo kann ich im eigenen Arbeitskontext früher ins Gespräch gehen? Welche Routinen lassen sich bewusster nutzen oder miteinander verschränken? Und wie kann Kooperation im Alltag weiter gestärkt werden?

Im gemeinsamen Checkout wurde deutlich, dass der Wert der Werkstatt vor allem in der kollektiven Qualitätsentwicklung lag: im Teilen von Erfahrung, im gemeinsamen Lernen und im bewussten Weiterdenken bestehender Praxis. – „Ich nehme vor allem mit, dass viele gute Ansätze schon da sind und dass wir sie gemeinsam klarer benennen und weitertragen können.“

Ausblick

Die Werkstatt „Planen & Genehmigen“ zeigte, wie viel Gestaltungskraft im Alltag von Planung und Genehmigung steckt. Der gemeinsame Blick auf reale Fallbeispiele eröffnete einen Raum, in dem vorhandene Erfahrungen sichtbar wurden und sich zu übertragbaren Prinzipien verdichteten. Diese bilden eine wichtige Grundlage für die weiteren Werkstätten der Reihe (die Anmeldung ist hier möglich) und für den Aufbau eines resultierenden, verwaltungsübergreifenden Think Tanks, der Stadtgesundheit als Qualitätsmaßstab dauerhaft in Prozesse, Routinen und Entscheidungslogiken integriert.

4. Februar 2026 - Beteiligung ermöglichen

Mit der Werkstatt „Beteiligung ermöglichen: Nutzer- und Unternehmenssicht integrieren“ schärfte die Reihe “Stadtgesundheit als Entwicklungspfad – Spielräume für verantwortungsvolles Verwaltungshandeln” einen zentralen Lernpunkt: Stadtgesundheit entsteht dort, wo Kooperation frühzeitig gelingt. Beteiligung wurde dabei nicht als formaler Verfahrensschritt am Ende verstanden, sondern als frühe Prozesslogik, die bei der Entstehung von Optionen ansetzt.

Zu Beginn knüpften die Teilnehmenden an Erkenntnisse aus den bisherigen Werkstätten an – insbesondere aus “Daten verbinden”, “Planen & Genehmigen” und “Finanzieren & Bewerten”. Deutlich wurde: Als ressortübergreifende Aufgabe hängt die Qualität von Stadtgesundheit maßgeblich davon ab, wie gut Schnittstellen gestaltet, Rollen geklärt und gemeinsame Vorbereitung organisiert sind. Genau hier liegt der zentrale Hebel für wirksames Verwaltungshandeln.

Vor diesem Hintergrund formulierte die Werkstatt ein klares Ziel: Beteiligung als frühen Bestandteil von Entscheidungs- und Kooperationsprozessen sichtbar und handhabbar zu machen – jenseits einzelner Beteiligungsformate.
Anhand eines Schaubilds zur Entsiegelung analysierten die Teilnehmenden reale Arbeitsprozesse und identifizierten zentrale Ansatzpunkte für Verbesserung: von Doppelarbeit und Medienbrüchen bis hin zu einer Phase vor Projektstart, in der Ziele, Rollen und Beteiligungslogiken gemeinsam geklärt werden.

Prozessablauf und Vorstellung davon von einer Person

Zusammenarbeit von Verwaltung und Zivilgesellschaft

Vor dem Hintergrund der in vorausgehenden Werkstätten diskutierten Spannung zwischen Reaktion und Prävention arbeiteten die Teilnehmenden an zwei sehr konkreten Prozessfragen:

Wie können grundsätzlich geteilte Ziele (Flächen öffnen, Wasser halten, Stadtgrün stärken) gemeinsam umgesetzt werden?
Im Zentrum standen Transferphasen: Übergänge von Beteiligung zu realer Umsetzung oder wie Pflege, Nutzung und Verantwortung für entsiegelte Flächen langfristig organisiert werden können. Diskutiert wurden Formate, in denen Verwaltung, operative Akteure und zivilgesellschaftliche Träger nicht nur konsultiert, sondern frühzeitig so eingebunden werden, dass Entscheidungswege kürzer werden und legitim bleiben.

Wie kann eine städtische Herausforderung z.B. “Hitzeviertel” in einen Pilotprozess verwandelt werden, der die verwaltungsinterne Handlungsfähigkeit stärkt? Diese Gruppe behandelte spezifische Lücken, die in Berlin oft zwischen Senat, Bezirken und Quartier entstehen: eine fehlender Vorprozess, unklare Verantwortlichkeiten, verstreutes Wissen und zu wenig Rückkanäle, was mit Eingaben eigentlich passiert. Entwickelt wurde ein
doppeltes Akteursmapping (extern im Kiez und intern zwischen Bezirk/Senat/Ämtern), eine Datenerhebung über Multiplikator:innen-Orte sowie die Idee eines quartiersbezogenen Planspiels „Hitze akut“, um Abläufe zu üben und daraus sowohl akute Maßnahmen als auch infrastrukturelle Hebel abzuleiten.

Muster erkennen: Wo Beteiligung Wirkung entfaltet

In der gemeinsamen Auswertung verdichteten sich über beide Arbeitsstränge hinweg wiederkehrende Muster, die für die weitere Prozessgestaltung zentral sind:
  • Akteursklarheit auf intern & extern: Umsetzung braucht ein frühes Mandat sonst fehlt engagierten Akteuren die notwendige Entscheidungs- und Handlungskompetenz.// oder: sonst bleiben Akteure trotz Engagement ohne formale Entscheidungsbefugnis..
  • Phase 0 eingebettet in reale Kontexte: Beteiligung wirkt stärker, wenn vorab geklärt ist, welche Zuständigkeiten, Rahmenbedingungen und laufenden Prozesse bereits bestehen
  • Entscheidungsfähigkeit als Designkriterium: Nicht „mehr Beteiligung“ ist der Hebel, sondern Beteiligung, die Entscheidungsvorbereitung verbessert: Wer darf was entscheiden, wann, mit welchem Mandat – und wie werden Ergebnisse rückgekoppelt?
  • Formate, die Milieus nicht reproduzieren: Abkehr von einmaligen Beteiligungsformaten, hin zu niedrigschwelligen Zugängen über Multiplikatoren-Orte und wiederholbare, kleine Erhebungs- und Dialogformate.
  • Wiederverwendbare Wissensprodukte: Statt großer Konzepte entstanden als sinnvolle Outputs z.B. Akteursdatenbank / Visualisierung, kurze Prozessketten, Verantwortlichkeitsübersichten und ein Planspiel-Skript, das in anderen Quartieren adaptierbar ist.

Deutlich wurde: Beteiligung entfaltet ihre Wirkung besonders dann, wenn sie Handlungsfähigkeit und Entscheidungsreife erhöht – intern wie extern – und wenn sie so angelegt ist, dass sie Optionen öffnet, statt erst einzusetzen, wenn Optionen bereits durch lange interne Schleifen verengt wurden.

Gruppe von Menschen gemeinsam an einem Tisch

Rückblick und Ausblick

Die Werkstatt knüpft an das im Auftaktforum entwickelte Zukunftsbild an und führt die in der Reihe gewonnenen Erkenntnisse konsequent weiter:
Wir behandeln Beteiligung nicht als Endpunkt – sondern als Frühwarn- und Entscheidungsfähigkeit, die dort beginnt, wo Verwaltung und Stadtgesellschaft gemeinsam Optionen erzeugen.

Mit diesem Verständnis wurde der Übergang zum Praxissprint am 11. Februar 2026 vorbereitet

Dienstgebäude

Verkehrsanbindungen