Was ist Asbest?

Asbest ist ein Sammelbegriff für verschiedene, natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale. Die Fasern des Blauasbest (Magnesioriebeckits oder Krokydoliths) aus der Gruppe der Hornblenden sind bläulich, die Fasern des Chrysotils (Serpentingruppe) sind weiß oder grün. Weitere zum Asbest zählende Minerale sind Grunerit (Amosit, Anthophyllit) und Aktinolith. Alle Asbestfasern sind somit natürlich vorkommende Mineralstoffe, deren Hauptvorkommen in den Staaten der ehemaligen UdSSR (1991 ca. 55 % der Weltproduktion), Kanada, Brasilien, Zimbabwe, China, Südafrika, Griechenland und weiteren Ländern liegen und auch dort abgebaut wird.

Wo findet Asbest Verwendung?

Seit mehr als 100 Jahren wurde Asbest in der Industrie aber auch in verbrauchernahen Bereichen eingesetzt. Am häufigsten wurde die Faser des Chrysotils, das sogenannte Weißasbest, genutzt, welches in Asbestzement verarbeitet und vorrangig als Hitzeschutz oder auch Wärmedämmung verwendet wurde. Asbestprodukte waren in Deutschland zumindest bis Anfang der neunziger Jahre fast überall anzutreffen, wo hohe Temperaturen auftreten können (Hochtemperaturdämmung, -dichtungen, Brandschutz, Brems- und Kupplungsbeläge, Schutzkleidung und -handschuhe). Darüber hinaus waren Asbestzementprodukte ein beliebtes Baumaterial, da sie, neben der Wärmedämmung, auch hervorragende Eigenschaften des Brandschutzes aufwiesen.

Aufgrund der inzwischen eindeutig festgestellten Gesundheitsgefahren, die von Asbest ausgehen, ist der Einsatz in Deutschland und in vielen anderen Staaten einschließlich der EU verboten. In Deutschland wurde 1995 ein Verbot zur Herstellung, Vermarktung und neuen Verwendung von Asbestprodukten ausgesprochen. Asbest stellt heute primär ein Entsorgungsproblem dar.

Ist Asbest gesundheitsschädlich?

Die Gesundheitsgefahren von Asbest wurden schon zur Jahrhundertwende erkannt. Betroffen davon waren vor allem Arbeitnehmer, die im Rahmen ihrer Arbeit wie z.B. im Bergbau viele Stunden am Tag dem Asbeststaub ausgesetzt waren. Seit 1942 ist in Deutschland Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose offiziell als berufsbedingte Erkrankung anerkannt. Die Ursache der krebserzeugenden Wirkung blieb jedoch lange Zeit unklar und wurde erst in den 70iger Jahren durch tierexperimentelle Untersuchungen aufgeklärt. So weiß man heute, dass sehr kurze freigesetzte Asbestfasern mit einer Faserlänge von kleiner als 5 μm und einem Durchmesser von max. 3 μm in die Alveolen, den sogenannten Lungenbläschen der Lunge, eingeatmet werden können. Von dort werden sie von der unspezifischen Abwehr des menschlichen Körpers, den Makrophagen, aufgenommen und können so eine Erkrankung, die so genannte Asbestose verursachen.

Ebenso ist es wissenschaftlich belegt, dass das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken bei dauerhaftem Einatmen von Asbestfasern erhöht ist. Die eingeatmeten Asbestfasern können durch das Lungengewebe zum Rippenfell vordringen und dort das Pleuramesotheliom verursachen.

Das Risiko an einem solchen Krebs zu erkranken vergrößert sich vor allem dann, wenn neben der Einatmung von Asbestfasern auch noch andere Risikofaktoren wie z.B. starkes Rauchen vorliegen.

Was kann ich tun, wenn Asbest in meiner Wohnung verbaut wurden?

Asbestzement (wichtigster Handelsname Eternit) ist auch heute noch in sehr vielen Gebäuden verbaut. Anders als in Spritzasbest ist der Anteil der gebundenen Fasern im Asbestzement gering (ca. 15% der Gewichtprozents). Daher gilt Asbestzement nach heutigem Wissen als weitgehend ungefährlich. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass er intakt bleibt, nicht verwittert und nicht mechanisch bearbeitet wird. Wird Asbestzement angebohrt oder anderweitig beschädigt können geringe Mengen an Fasern freigesetzt werden, daher ist bei diesen Arbeiten auf entsprechenden Personenschutz zu achten. Aus diesem Grund sollten für die Bearbeitung von Asbestzement Fachfirmen herangezogen werden, die über Arbeitsschutzvorgaben informiert und entsprechend ausgerüstet sind.