Verleihung von 9 Bürgermedaillen am Bezirkstag am 19.10.2018

v.l.n.r.: Christfried Tschepe, Thomas Bong, Amei von Hülsen-Poensgen, Lorena Endler, Reinhard Naumann (Bezirksbürgermeister), Roland Greinke, Annegret Hansen (BVV-Vorsteherin), Marisol Bohlig, Helmut Döring und Dorothee Schmitz-Stevens.
v.l.n.r.: Christfried Tschepe, Thomas Bong, Amei von Hülsen-Poensgen, Lorena Endler, Reinhard Naumann (Bezirksbürgermeister), Roland Greinke, Annegret Hansen (BVV-Vorsteherin), Marisol Bohlig, Helmut Döring und Dorothee Schmitz-Stevens.
Bild: Foto: BA CW, Held

Im Rahmen des Festaktes zum 18. Bezirkstag am 19.10.2018, trugen sich aufgrund der besonderen Partnerschaftsjubiläen Landrat Dr. Reinhard Kubat aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg (30 Jahre), Bürgermeister Remigiusz Lorenz aus Meseritz/Miedzyrzecz (25 Jahre) sowie der Stadtverordnete Bálint Mátyus aus dem V. Bezirk Budapest (20 Jahre) in das Goldene Buch des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf ein.

Traditionell verleiht Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann gemeinsam mit der Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung, Annegret Hansen, die bezirkliche Bürgermedaille an ehrenamtlich engagierte Bürger*innen, die sich um ihren Bezirk in herausragender Weise verdient gemacht haben.

Reinhard Naumann:

Am 19. Oktober begehen wir alljährlich in Charlottenburg-Wilmersdorf unseren Bezirkstag, denn am 19. Oktober 2000 trat zum ersten Mal die gemeinsame BVV für den neuen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zusammen. Wir feiern diesen Tag, indem wir unsere Bürgermedaille an Bürgerinnen und Bürger verleihen, die sich in herausragender Weise für unseren Bezirk und um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Im Rahmen eines feierlichen Empfangs werden BVV-Vorsteherin Annegret Hansen und ich diese höchste Auszeichnung unseres Bezirks verleihen. Ich freue mich sehr auf die Begegnung mit den Geehrten. Insgesamt haben bisher 323 Männer und Frauen für ihr ehrenamtliches Engagement im sozialen und kirchlichen Bereich, in der Kultur und Bildung, im Sport, für die Umwelt, in der Politik oder in anderen wichtigen Bereichen die Bürgermedaille erhalten. Mit der Bürgermedaille wollen wir uns bei ihnen bedanken, ihnen unsere Anerkennung zeigen und andere zu Nachahmung ermuntern.

Mit der Bürgermedaille wurden geehrt:

Marisol Bohlig: 2015 erkrankte sie an Leukämie. Sie stellte sich in beeindruckender Weise der Krankheit. Sie rief bei Facebook die Seite „Mari sucht Held“ ins Leben und beschrieb die Situation von sich und anderer Patienten und rief dazu auf, sich als Stammzellenspender*innen registrieren zu lassen. Dort hat sie bis zu 10.000 Fans und hat bisher über 2.500 neue potenzielle Spender*innen hervorgebracht, und Kontakte zu regionalen und überregionalen Unternehmen sowie zu Prominenten aufgebaut. Sie hat die Krankheit inzwischen besiegt.

Thomas Bong: Er hat die Einkaufsmeile Wilmersdorfer Straße seit über 20 Jahren geprägt und ihre Entwicklung im Kiez maßgeblich beeinflusst. Seit 1997 ist er mit großem Engagement für die AG Fußgängerzone im Einsatz und seit dem Jahr 2000 ihr Vorsitzender. Er organisiert Runde Tische mit der Polizei, dem Ordnungsamt, der BSR oder der lokalen Politik.

Helmut Döring: Durch sein Engagement ist der Kaiserdamm kontinuierlich in den Fokus der Menschen gerückt. Er organisierte die Bepflanzung von über 100 Baumscheiben am Kaiserdamm und den Pflanzkübeln in den Kreuzungsbereichen in Eigenarbeit mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Durch seine Initiativen herrscht ein sehr guter Zusammenhalt der ansässigen Geschäfte in der IG Kaiserdamm.

Lorena Endler: Sie ist außerhalb der bezirklichen Stolpersteinkoordination seit mehr als 10 Jahren unermüdlich ehrenamtlich in der Gedenkarbeit zu den Leiden der Bevölkerung unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Wilmersdorf tätig. Sie recherchierte zum Thema „Gedenken Duisburger Straße“ und erarbeitete Daten zur einstigen Bewohnerschaft der Straße, ihrem Schicksal, Deportationen, persönlichen Werdegängen und ihrer Ermordung. Hierdurch kamen in der Folge 13 Stolpersteine zur Verlegung und es fanden sich weitere Hausgemeinschaften zusammen. Dank ihrer Hilfe wurde auch anderswo im Bezirk Stolpersteinen verlegt.

Roland Greinke: Herr Greinke leistet seit über 45 Jahren unentbehrliche Arbeit bei der Organisation des Sportbetriebes im Berliner Sport-Club (BSC). Die Fußballabteilung, für die er zuständig ist, zählt ca. 700 Mitglieder. Insbesondere liegt ihm die Förderung der wichtigen Jugendarbeit am Herzen.

Amei von Hülsen-Poensgen: Sie begeisterte mit weiteren Mitstreiter*innen eine große Gemeinschaft für die Initiative „Willkommen-im-Westend“ und unterstützt so nicht nur die Flüchtlingshilfe im Bezirk, sondern half auch über den Bezirk hinaus, so z.B. durch die Kleiderkammer. Sie ist Mitbegründerin der „Interkulturanstalten Westend e.V.“ und schuf als Teil des Nachbarschaftsteams einen prominenten Ort der Begegnung in der Villa „Ulme 35“.

Dorothee Schmitz-Stevens: Sie ist seit 2016 Mitglied im Malteser Hilfsdienst. Ihr ehrenamtliches Wirken hat wesentlich früher begonnen. Seit vielen Jahren in ihrer katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in Westend engagiert sie sich im Kinderchorteam, begleitet zahlreiche Fahrten für Kinder und Jugendliche. Hervorzuheben ist ihr besonderer Einsatz für junge Geflüchtete und deren Familien. Sie trägt durch ihre Arbeit maßgeblich zu einem erfolgreichen Integrationsprozess bei.

Christfried Tschepe: Vorstand des im Jahr 1980 in der Wilmersdorfer Straße gegründeten Berliner Fahrgastverbands IGEB, seit 2004 Vorsitzender. Er ist ein geschätzter Experte in Sachen Verkehrsplanung und –politik. Er engagiert sich seit über 30 Jahren für einen nachhaltigen ÖPNV. Er ist für seinen Heimatbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in vielfältiger Weise aktiv, vor allem bezüglich des Ausbaus von U- und S-Bahnhöfen oder auch in Belangen des Fernverkehrs, insbesondere für eine Reaktivierung des Bahnhofs Zoo als Fernbahnhalt.

Adi Eldar: Nach über 30 Jahren kommunaler Arbeit als Bürgermeister von unserer israelischen Partnerstadt Karmiel ist er bei den Kommunalwahlen im Oktober nicht mehr angetreten. Ohne das stetige Engagement Adi Eldars für die deutsch-israelische Freundschaft würde es unseren intensiven Jugendaustausch nicht geben. Die Verleihung der Bürgermedaille soll unseren deutlichen Dank und Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Er erhielt die Bürgermedaille bereits im Juni 2018, beim offiziellen Abschiedsbesuch und Eintragung in das „Goldene Buch“ des Bezirks.