HIER WOHNTE
ANNA HARING
GEB. APPELBAUM
JG. 1868
DEPORTIERT 29.10.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 14.3.1943
Anna Haring, geb. Appelbaum, verwitwete Hirschfeld, wurde am 27. Dezember 1868 in Berlin geboren. Anna hatte vier Geschwister. In erster Ehe war Anna mit dem Arzt Dr. Gustav Hirschfeld verheiratet, der 1912 gestorben war. Aus dieser Ehe hatte sie eine Tochter und einen Sohn: Emma, geboren am 7. März 1891 und Ludwig, geboren 1893. Anna heiratete 1921 in zweiter Ehe den Bankbeamten Wilhelm Theodor Haring. Er starb 1932 in Wiesbaden.
Anna Haring wohnte in Berlin-Wilmersdorf in der Darmstädter Straße 2. In der Volkszählungsdatei vom 17. Mai 1939 wird als ihr Wohnort die Heil- und Pflegeanstalt Berolinum in Lankwitz, Leonorenstraße 14, angegeben, doch hielt sie sich dort nur vorübergehend auf.
Sowohl ihre Tochter Emma Reisner und deren Ehemann Fritz als auch der Sohn Ludwig Hirschfeld, der im April 1937 nach Rio de Janeiro emigriert war, wollten Anna überzeugen Deutschland zu verlassen. Doch Anna Haring gelangte weder nach Frankreich noch nach Brasilien. Sie wurde am 29. Oktober 1942 mit dem 69. Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 14. März 1943 starb.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stellten die Kinder von Anna Haring Rückerstattungs- und Entschädigungsansprüche. Es ging darin um das Vermögen Annas, um die „Judenvermögensabgabe”, ihren Schmuck und um den „Schaden an Freiheit“. Im Februar 1957 wurde Annas Kinder im Zuge eines Vergleichs eine Entschädigung gezahlt.
Recherche und Text: Petra Fritsche, Stolperstein-Initiative Friedenau