Stolperstein Kiefernweg 8

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Hausansicht Kiefernweg 8
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Mitglieder des Siedlervereins Eichkamp e.V., Abiturienten der Wald-Oberschule und Schülerinnen der Rudolf-Steiner-Schule haben 2008 eine Stolperstein-Initiative Eichkamp gegründet und an Recherchen über 31 Eichkamper mitgewirkt, die wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden. Die meisten von ihnen wurden in Konzentrationslagern ermordet. Für 27 von ihnen wurden Stolpersteine verlegt, für drei weitere nicht, weil sich die Nachfahren dagegen aussprachen.
Weitere Informationen zu den Stolpersteinen in Eichkamp finden Sie auf der Website der Siedlung Eichkamp.

Der Stolperstein für Gertrud Löwenson wurde am 8.9.2009 verlegt.

Link zu: Stolperstein für Gertrud Löwenson
Stolperstein für Gertrud Löwenson
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
GERTRUD LÖWENSON
GEB. WEINBERG
JG. 1880
DEPORTIERT 19.1.1942
RIGA
ERMORDET

Gertrud Löwenson (auch Loewenson), *15.12.1880 in Tilsit, geb. Weinberg, war seit 1932 Eigentümerin des Hauses Kiefernweg 8 (4). Nachdem ihr Mann Louis Löwenson um 1939 gestorben war, ver­suchte sie 1941 ihr Haus auf den Namen ihrer “nichtjüdischen” Schwägerin Else Weinberg und deren Töchter Anneliese und Eva zu übertragen. Sie wollte damit der Enteignung durch die Gemeinnützige Wohnungs- und Heimstätten GmbH Dachau entgehen. Der Ehemann von Else Weinberg, Gertrud Löwensons Bruder, Martin Weinberg, war als Zwangsarbeiter bei Siemens durch einen Unfall 1941 tödlich verunglückt. Der Hausbesitz sollte die Zukunft der Familie sichern. Aber das misslang, Gertrud Löwenson zog 1941 zur Untermiete in die Bar­barossastrasse. Sie leistete dort ehrenamtliche Arbeit in der Kirchengemeinde. Am 19.01. 1942 wurde sie mit 61 Jahren nach Riga deportiert und bei Ankunft sofort erschossen, wenn sie nicht schon während der Fahrt erfroren war, wie so viele andere. Ihre Schwägerin Else Weinberg und deren beide Töchter überlebten. Ihr Onkel Curt Jacobsohn, der im Eichkatzweg 28 lebte, starb 1940 im Jüdischen Krankenhaus an Herzschwäche.
Erst 1956 wurde das Haus im Kiefernweg auf ihren Bruder Richard Weinberg (emigriert nach Paraguay) und Miteigen­tümer rückübertragen

Text: Stolperstein-Inititative Eichkamp