Stolpersteine Nassauische Straße 30

Hauseingang Nassauische Str. 30, 27.07.2011

Hauseingang Nassauische Str. 30, 27.07.2011

Das Einwohnerverzeichnis des Jahres 1939 enthält in diesem Haus nur die dreiköpfige Familie Frankenbach und ihre beiden Untermieter Goldstein und Niklas. Alle anderen waren zu diesem Zeitpunkt woanders registriert, haben jedoch zeitweise hier gelebt. Zum Gedenken an sie sind am 29. November 2005 diese 14 Stolpersteine verlegt worden.

Stolperstein für Adele Alifeld, 27.07.2011

Stolperstein für Adele Alifeld, 27.07.2011

HIER WOHNTE
ADELE ALIFELD
JG. 1865
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
THERESIENSTADT

Adele Alifeld wurde am 29. Dezember 1865 in Pasewalk in Vorpommern geboren. Für ihre Eltern, den aus Schüchtern in Kurhessen stammenden Rabbiner Dr. Moses Gabriel Alifeld (*ca. 1820) und dessen Ehefrau Rosalie (oder Rosalia) Sarchen geborene Rothschild, war sie das jüngste von insgesamt fünf Kindern. Ihr Bruder Juda (*1857) war acht, ihre Schwester Caroline Fanny sieben (*1858), ihr Bruder Rudolf (*1859) sechs und ihre Schwester Bianca (*1862) drei Jahre älter als sie.

Ihr Vater Moses Gabriel Alifeld hatte von 1844 bis 1848 an der Universität Marburg studiert. 1853 lebte er als Rabbi und Privatlehrer in Wolfshagen in Kurhessen. Dort heiratete er 1855 Sarchen Rothschild. 1857 kam der älteste Sohn Juda Theodor zur Welt. Von 1858 bis 1862 war er Rabbi in Beverungen und danach in Pasewalk, Vorpommern, wo Adele geboren wurde. 1866 wurde er einvernehmlich entlassen.

Adeles Bruder Rudolf wanderte 1882 mit 22 Jahren in die USA aus. Damals wohnte die Familie in Stettin. Adeles ältere Schwester, die Kindergärtnerin Bianca, heiratete 1892 den Zigarrenhändler Leopold Marx in Wanlo bei Mönchengladbach. Zu diesem Zeitpunkt waren die Eltern schon verstorben. Juda und Fanny heirateten in Hamburg. Wo Adele studierte, konnte nicht recherchiert werden. Sie wurde Lehrerin von Beruf und blieb ledig.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, wurden jüdische Lehrkräfte umgehend entlassen. Adele war damals schon 67 Jahre und bezog eine Rente der Angestelltenversicherung von 92,60 RM.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war Adele als Untermieterin bei Clara und Elias Petuchowski in der Babelsberger Straße 48 in Berlin-Wilmersdorf gemeldet. Clara Petuchowski war in der Sprache der Nationalsozialisten „deutschblütig“. Deren jüdischer Ehemann Elias war durch die Mischehe mit ihr vor der Deportation geschützt. Wann Adele in die Nassauische Straße 30 umzog, konnte nicht genau bestimmt werden.

Nach dem Tod des Hauptmieters Hermann Seidemann im Oktober 1940 musste seine Ehefrau Regina Seidemann zwangsweise ein Zimmer ihrer Wohnung in der 1. Etage des Gartenhauses in der Nassauischen Straße 30 vermieten. Adele Alifeld zog bei ihr als Untermieterin ein. Die beiden Damen lebten bis Mitte März 1942 in einem Haushalt. So beschreibt es Regina Seidemann auch in ihrer Vermögenserklärung, die sie am 13. März 1942 ausfüllen musste. Sie wurde am 28. März 1942 von der Gestapo nach Piaski deportiert und ermordet.

Bis Juni 1942 bewohnte Adele die Wohnung alleine. Da die Dahlheims aus ihrer Wohnung in der Bamberger Straße ausziehen mussten, wurde ihnen von der Wohnungsberatungsstelle der Jüdischen Kultusvereinigung zu Berlin e.V. die Wohnung im 1. Stock des Gartenhauses zugewiesen. Adele zog daraufhin zur Untermiete zu Paula Schiff, die mit ihrer Tochter Ruth im 4. Stock des Gartenhauses wohnte.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Potsdam – Vermögenserklärungen, Reg. 36A (II), 568 Adele Alifeld.
Stolperstein für Henriette Dahlheim, 27.07.2011

Stolperstein für Henriette Dahlheim, 27.07.2011

HIER WOHNTE
HENRIETTE
DAHLHEIM
JG. 1888
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
RAASIKU/REVAL

Henriette Hilde Dahlheim wurde am 14. September 1888 in Berlin in der Potsdamer Straße 122 b geboren. Für ihre Eltern, den Kaufmann und Handelsrichter Paul Dahlheim (*12. April 1851) und dessen Ehefrau Emma Dahlheim geborene Jaffé (*1859), war sie das dritte von insgesamt vier Kindern. Ihr sieben Jahre älterer Bruder Franz war ein Jahr vor ihrer Geburt mit sechs Jahren gestorben. Ludwig Erich (*8. Mai 1883) war bei ihrer Geburt fünf Jahre alt. Drei Jahre nach Henriette kam die jüngste Schwester Eva Käthe am 25. Februar 1891 zur Welt.

Wie ihr Bruder Ludwig Erich besuchte wahrscheinlich auch Henriette eine höhere Schule. Sie spielte Klavier und erlernte, wie damals üblich bei höheren Töchtern, keinen Beruf.

Als Henriette 25 Jahre alt war, starb am 30. Januar 1914 ihr Vater Paul Dahlheim mit 62 Jahren. Die Trauerfeier fand in der Von-der-Heydt-Straße 5 in Berlin-Tiergarten statt, wo die Familie damals wohnte. Wie ihr Bruder Franz wurde auch der Vater auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, hatte ihr Bruder Ludwig, der in München lebte, mit immer schlechter werdenden Geschäften zu kämpfen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde er von der Gestapo festgesetzt und unter der Häftlingsnummer 21041 im Konzentrationslager Dachau interniert. Nach seiner Entlassung am 6. Dezember 1938 ging er zurück nach Berlin zu seiner Mutter und seinen beiden Schwestern, die inzwischen in der Bamberger Straße 17 in Berlin-Wilmersdorf wohnten. Ende Mai 1939 starb ihre Mutter mit 79 Jahren. Vermutlich zog ihr Bruder Ludwig danach zu Henriette und Eva in die Bamberger Straße 17.

Ludwig Dahlheim und Thea Toller heirateten am 11. Februar 1942 in Berlin-Schmargendorf. Nach der Hochzeit zogen sie am 11. Juni 1942 zusammen mit Henriette und Eva in die Nassauische Straße 30 in eine 2-Zimmer-Wohnung mit Küche im 1. Stock des Gartenhauses. Die Wohnung wurde ihnen von der Wohnungsberatungsstelle der Jüdischen Kultusvereinigung zu Berlin e.V. zugewiesen. Die Vormieterin Regina Seidemann hatte die Gestapo am 28. März 1942 nach Piaski deportiert. Da die Wohnung sich in jüdischem Besitz befand, war sie gemäß Verfügung des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt wieder mit einem jüdischen Hauptmieter zu besetzen.

Wann genau Henriettes jüngste Schwester Eva Käthe Ernst Nathan Jacobi (*22. Juni 1885) heiratete, ist nicht bekannt. Als Henriette, ihr Bruder Ludwig und ihre Schwägerin Thea den Deportationsbefehl bekamen, gehörte Eva noch zum Haushalt, wurde aber nicht mit deportiert.

Mitte September 1942 mussten sie ihre Vermögenserklärungen ausfüllen und sich für die Deportation in der als Sammelstelle missbrauchten Synagoge in der Levetzowstraße einfinden. Zusammen mit 1.046 jüdischen Menschen deportierte die Gestapo Henriette, Ludwig und Thea Dahlheim am 26. September 1942 vom Berliner Bahnhof Putlitzstraße nach Raasiku, 28 km südöstlich von Reval (Tallin, Estland). Viele der Deportierten wurden unmittelbar nach der Ankunft am 30. September 1942 mit Bussen in die nahe gelegenen Ostseedünen oder in das Waldgebiet Kalevi-Liiva gebracht und dort ermordet. Henriette Dahlheim starb mit 54 Jahren.

Unter den beschlagnahmten Gegenständen aus der Wohnung der Dahlheims befand sich Henriettes Klavier, welches von der Vermögensverwertungsstelle für 500 RM verkauft wurde.
In der Vermögensakte von Ludwig Dahlheim fand sich ein Schreiben des Finanzamtes Wilmersdorf-Nord, in dem darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Fräulein Henriette Dahlheim noch Vermögenssteuer in Höhe von 55 RM zu zahlen habe. Die Devisenstelle hob am 11. Dezember 1942 die Sicherungsanordnung vom 6. Januar 1941 gegen Fräulein Henriette Dahlheim auf, da die erfassten Vermögenswerte aufgrund der „Abwanderung nach dem Osten“ dem Reich verfallen waren.

Henriettes jüngere Schwester Eva Käthe und Ernst Nathan Jacobi wohnten nach Henriettes Deportation zur Untermiete bei Herrn oder Frau Strelitz im III. Stock des Hinterhauses An der Stechbahn 3-4 in Berlin-Mitte. Sie wurden am 19. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert, wo auch sie ermordet wurden.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Potsdam – Vermögenserklärungen, Reg. 36A (II) 6860 Ludwig Dahlheim
Stolperstein für Ludwig Dahlheim, 27.07.2011

Stolperstein für Ludwig Dahlheim, 27.07.2011

HIER WOHNTE
LUDWIG
DAHLHEIM
JG. 1883
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
RAASIKU/REVAL

Ludwig Erich Dahlheim wurde am 8. Mai 1883 in Berlin in der Potsdamer Straße 122b geboren. Für seine Eltern, den Kaufmann Paul Dahlheim (*12. April 1851) und dessen Ehefrau Emma Dahlheim geborene Jaffé (*1859), war er das zweite von insgesamt vier Kindern. Sein Bruder Franz (*1881) war zwei Jahre älter als er, starb jedoch schon 1887 mit sechs Jahren und wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt. Ein Jahr nach Franz’ Tod wurde Hilde Henriette (*14. September 1888) geboren. Die jüngste Schwester Eva Käthe kam am 25. Februar 1891 zur Welt.

Ludwig Erich Dahlbeim besuchte eine höhere Schule, die er mit dem Zeugnis der Reife abschloss. Er studierte an der Universität Heidelberg Rechtswissenschaften und promovierte dort zum Doktor der Rechte.

Als Ludwig 30 Jahre alt war, starb am 30. Januar 1914 sein Vater Paul Dahlheim mit 62 Jahren. Die Trauerfeier fand in der Von-der-Heydt-Straße 5 in Berlin-Tiergarten statt, wo die Familie damals wohnte. Auch Paul Dahlheim wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt.

Mit 34 Jahren heiratete Ludwig am 22. September 1917 in erster Ehe die aus Damm-Hast im Kreis Templin stammende Buchhalterin Frieda Anna Margarete Ehling (*15. September 1891) in Wilmersdorf. Die Ehe wurde nach neun Jahren am 5. August 1926 geschieden.

Vermutlich ging Ludwig nach der Scheidung nach München, wo er einen Großhandel für Dekorationsartikel betrieb und als Provisions-Vertreter für Damenwäsche, Spielwaren und Christbaumschmuck arbeitete. Er wohnte in München in der Rottmannstraße 15.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, hatte Ludwig mit immer schlechter werdenden Geschäften zu kämpfen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde er von der Gestapo festgesetzt und unter der Häftlingsnummer 21041 im Konzentrationslager Dachau interniert. Nach seiner Entlassung am 6. Dezember 1938 ging er zurück nach Berlin zu seiner Mutter und seinen beiden Schwestern, die in der Zwischenzeit in der Bamberger Straße 17 in Wilmersdorf wohnten.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war Ludwig in der Oranienburger Straße 26 in Berlin-Mitte gemeldet. Ende Mai 1939 starb seine Mutter mit 79 Jahren. Vermutlich zog er nach ihrem Tod zu seinen Schwestern in die Bamberger Straße 17.

Am 13. Januar 1941 gab William E. Ehrich in Phildelphia, USA ein Affidavit (Eidesstattliche Erklärung) für ihn ab und zahlte dafür 125 US-Dollar ein, damit Ludwig ein Visum für die USA beantragen konnte. Im Oktober 1941 wurde eine Auswanderung aus Deutschland verboten.

Wann und wo er seine spätere zweite Ehefrau, die aus Halle an der Saale stammende Thea Toller (*3. August 1899), kennenlernte, ist nicht bekannt. Sie wohnte bei der „Minderheiten-Volkszählung“ zusammen mit ihrer Mutter, der aus Kattowitz (Katowice, Polen) stammenden Rosa Toller geborene Fischer (*26. Dezember 1866), in der Joachim-Friedrich Straße 33 in Berlin-Halensee. Rosa Toller starb am 2. März 1940 im 74. Lebensjahr. Thea war damals 39 Jahre alt.

Ludwig Dahlheim und Thea Toller heirateten am 11. Februar 1942 in Berlin-Schmargendorf. Nach der Hochzeit zogen sie am 11. Juni 1942 zusammen mit Ludwigs Schwestern Henriette und Eva in die Nassauische Straße 30 in eine 2-Zimmer-Wohnung mit Küche im 1. Stock des Gartenhauses. Die Wohnung wurde ihnen von der Wohnungsberatungsstelle der Jüdischen Kultusvereinigung zu Berlin e.V. zugewiesen. Die Vormieterin Regina Seidemann hatte die Gestapo am 28. März 1942 nach Piaski deportiert. Da die Wohnung sich in jüdischem Besitz befand, war sie gemäß Verfügung des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt wieder mit einem jüdischen Hauptmieter zu besetzen.
Seit 1941 leistete Ludwig Zwangsarbeit bei Osram in der Helmholtzstraße 2-9 in Berlin-Charlottenburg. Für die 2-Zimmer-Wohnung zahlte er eine Miete in Höhe von 62 RM.

Wann Ludwigs jüngste Schwester Eva Käthe Ernst Nathan Jacobi (*22. Juni 1885) heiratete, ist nicht bekannt. Das Ehepaar wohnte zur Untermiete bei Strelitz im III. Stock des Hinterhauses An der Stechbahn 3-4 in Berlin-Mitte, als sie den Befehl zur Deportation bekamen. Am 19. Februar 1943 wurden sie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Ernst Nathan Jacobi war in erster Ehe mit Alice Jacobi verheiratet gewesen. Sie starb am 19. September 1938 mit 48 Jahren in Italien. Der Tochter Marion Dora (*22. Mai 1920) und deren Ehemann Herbert Marx gelang die Flucht nach Australien.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives
  • Berliner Adressbücher; Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Potsdam – Vermögenserklärungen, Reg. 36A (II) 6860 Ludwig Dahlheim.
Stolperstein für Thea Dahlheim, 27.07.2011

Stolperstein für Thea Dahlheim, 27.07.2011

HIER WOHNTE
THEA DAHLHEIM
GEB. TOLLER
JG. 1899
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
RAASIKU/REVAL

Thea Dahlheim wurde als Thea Clara Toller am 3. August 1899 in Halle an der Saale geboren, wo ihr Vater geschäftlich zu tun hatte. Für ihre Eltern, den aus Erfurt stammenden Kaufmann und Geschäftsführer Heymann (Heinrich) Toller (*26. Februar 1861) und dessen Ehefrau, die aus Kattowitz (Katowice, Polen) stammende Rosa Toller geborene Fischer (*26. Dezember 1866), war sie das jüngste von insgesamt vier Kindern. Theas älteste Schwester Martha war am 16. Januar 1893 in Magdeburg, Elsa Gisela am 11. Oktober 1894 in München und Walter am 28. Januar 1898 in Erfurt geboren worden. Wann die Familie von Halle nach Berlin zog, ist nicht bekannt.

Martha heiratete am 5. Juli 1913 in Brüssel den Fabrikbesitzer Chaim Preiserowicz. Am 23. Mai 1914 wurde ebenfalls in Brüssel deren Tochter Yvonne geboren. Die zweite Tochter Irene Sarah kam am 5. Mai 1920 in Berlin zur Welt. Drei Jahre später starb Chaim Preiserowicz am 26. Januar 1923 mit 35 Jahren im Krankenhaus Buckow in Berlin-Neukölln. Die Familie wohnte damals in der Kalkreuthstraße 15 in Berlin-Charlottenburg. Martha wurde mit 30 Jahren Witwe.

Theas Schwester Elsa erlernte den Beruf einer Buchhalterin und heiratete am 5. April 1919 den aus Dresden stammenden Dentisten Hugo Blumenreich (*25. Januar 1891). Seine Mutter Minna war eine Schwester von Elsas Vater. Demnach waren Hugo und Elsa Cousin und Cousine. Am 27. August 1923 wurde ihr Sohn Wilhelm (Zeev) geboren. Am 10. April 1935 wurde die Ehe zwischen Elsa und Hugo vom Landgericht Berlin geschieden.

Walter Toller stand am 11. Juli 1917 auf der Verlustliste des Ersten Weltkrieges. Er war mit 19 Jahren für sein Vaterland gefallen.

Zehn Jahre nach Walter starb der Vater Heymann Toller mit 66 Jahren am 7. August 1927 in Berlin. Damals wohnte die Familie in der Joachim-Friedrich-Straße 1 in Berlin-Halensee.

Thea blieb bei ihrer Mutter und heiratete nicht. 1931 zogen sie in die Joachim-Friedrich-Straße 33 in eine 2-Zimmer-Wohnung im 4. Stock des Gartenhauses. Auch ihre Schwester Martha zog zu ihnen.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 waren auch Marthas zwei Töchter in der Joachim-Friedrich-Straße 33 gemeldet. Ihre geschiedene Schwester Elsa war in der Wilhelmstraße 131/132 in Berlin-Kreuzberg gemeldet. Deren 22-jährigem Sohn Wilhelm war kurz zuvor am 13. März 1939 die Flucht nach Haifa in Palästina gelungen. Auch Marthas Töchter Yvonne und Irene gelang noch im August 1939 die Ausreise nach England, von wo aus sie mit dem Schiff nach Neuseeland weiterreisen konnten.

Am 2. März 1940 starb ihre Mutter Rosa Toller im 74. Lebensjahr an Herzmuskelschwäche und Herzlähmung. Ihre Tochter Martha Preiserowicz meldete den Tod beim Standesamt. Thea war damals 39 Jahre alt. Martha arbeitete bei der jüdischen Kultusvereinigung. Ihre Chefin hieß Clara Israel. Gut ein Jahr später begannen die Deportationen von Juden in den Osten. Ihre Schwester Elsa Blumenreich war die erste aus der Familie, die am 17. November 1941 nach Kauen (Kowno, Litauen) deportiert wurde. Im Fort IX wurde sie am 25. November 1941 von den Nazis ermordet.

Wann und wo Thea ihren späteren Ehemann Dr. Ludwig Erich Dahlheim kennengelernt hatte, ist nicht bekannt. Sie heirateten am 11. Februar 1942 in Berlin-Schmargendorf. Nach der Hochzeit zogen sie am 11. Juni 1942 zusammen mit Ludwigs Schwestern Henriette und Eva Käthe in die Nassauische Straße 30 in eine 2-Zimmer-Wohnung mit Küche im 1. Stock des Gartenhauses. Die Miete betrug 62 RM. Die Wohnung wurde ihnen von der Wohnungsberatungsstelle der Jüdischen Kultusvereinigung zu Berlin e.V. zugewiesen. Die Vormieterin Regina Seidemann hatte die Gestapo am 28. März 1942 nach Piaski deportiert. Da die Wohnung sich in jüdischem Besitz befand, war sie gemäß Verfügung des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt wieder mit einem jüdischen Hauptmieter zu besetzen.

Nachdem Thea aus der Joachim Friedrich-Straße 33 ausgezogen war, vermietete ihre Schwester Martha ein Zimmer an Hedwig Fürst (*4. Juni 1904) unter. Sie beteiligte sich mit 35 RM an der Gesamtmiete von 60,20 RM inklusive Gas.

Thea leistete seit 1941 Zwangsarbeit. Sie arbeitete als Hilfsarbeiterin bei Nordland Schneeketten in der Kyfhäuserstraße 14 für 19 RM in der Woche.

Mitte September 1942 mussten Thea, Ludwig und Henriette Dahlheim ihre Vermögenserklärungen ausfüllen und sich für die Deportation in der ehemaligen Synagoge in der Levetzowstraße, die als Sammelstelle umfunktioniert war, einfinden.

Zusammen mit 1046 jüdischen Menschen deportierte die Gestapo Thea, Ludwig und Henriette Dahlheim am 26. September 1942 vom Berliner Bahnhof Putlitzstraße nach Raasiku, 28 km südöstlich von Reval (Tallin, Estland). Viele der Deportierten wurden unmittelbar nach der Ankunft am 30. September 1942 mit Bussen in die nahe gelegenen Ostseedünen oder in das Waldgebiet Kalevi-Liiva gebracht und dort ermordet. Thea Dahlheim geborene Toller starb mit 43 Jahren.

Auch ihr Ex-Schwager Hugo Blumenreich, der bei der „Minderheiten-Volkszählung“ angegeben hatte, dass er Dreivierteljude sei, war für die Deportation am 26. September 1942 nach Raasiku vorgesehen, hatte sich aber nicht in der Sammelstelle eingefunden. Er tauchte unter und wählte später den Freitod.

Am 26. Oktober 1942 war auch Theas Schwester Martha Preiserowicz für die Deportation nach Theresienstadt vorgesehen. Sie füllte am 22. Oktober 1942 die Vermögenserklärung aus. Auch Martha meldete sich danach nicht in der Sammelstelle, sondern tauchte in Berlin unter. Nach dem Krieg wurde sie von ihrer Tochter Irene, die mittlerweile in Sydney Australien lebte, für tot erklärt.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Potsdam – Vermögenserklärungen, Reg. 36A (II) 6860 Ludwig Dahlheim, Reg. 36A (II) 30205 Martha Preiserowicz
Stolperstein für Else Danielsohn, 27.07.2011

Stolperstein für Else Danielsohn, 27.07.2011

HIER WOHNTE
ELSE
DANIELSOHN
JG. 1907
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
RIGA

Regina Else Danielsohn wurde am 6. Januar 1907 in Berlin geboren. Für ihre Eltern, den aus Bönhof im Kreis Struhm in Westpreußen stammenden Schlächter Hermann Danielsohn (*25. Februar 1874) und dessen Ehefrau Johanna Danielsohn geborene Danielsohn (*8. November 1879), war sie das jüngste Kind von insgesamt fünf Kindern.

Ihr ältester Bruder Rudolf (*1. Januar 1896) war 11 Jahre älter als sie. Ihre Mutter war bei Rudolfs Geburt erst 16 Jahre alt gewesen. Hermann und Johanna hatten erst 10 Tage nach seiner Geburt geheiratet. Elses später geborene Geschwister Alfred Walter, Erna und Israel Arthur starben noch im Babyalter.

Else wuchs in Berlin-Mitte heran. Als sie 1 Jahr alt war, starb am 18. Dezember 1908 ihr Großvater David Danielsohn (*2. Mai 1839), der Vater ihres Vaters Hermann und der jüngste Bruder ihrer Großmutter mütterlicherseits, Marianne, die mit 70 Jahren 1913 starb. Beide fanden ihre letzte Ruhe auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war Else 26 Jahre alt. Ihr Vater starb vier Jahre später am 17. April 1937 mit 62 Jahren in Berlin-Prenzlauer Berg. Auch er wurde auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt. Ihre Mutter Johanna wurde mit 58 Jahren Witwe. Zusammen mit ihren Kindern Else und Rudolf wohnten sie in der Lottumstraße 12 in Berlin-Prenzlauer Berg. Hier waren auch alle noch bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 gemeldet.

Nachdem Elses Bruder Rudolf am 8. April 1941 mit 45 Jahren starb, zogen Else und ihre Mutter in die Nassauische Straße 30 in Berlin-Wilmersdorf. Die Nassauische Straße 30 war ihre Deportationsanschrift und damit die letzte Adresse in Berlin.

Else und ihre Mutter wurden Ende August 1942 aufgefordert, sich in der Sammelstelle in der Levetzowstraße einzufinden. Der sogenannte 19. Osttransport verließ den Güterbahnhof Berlin-Moabit entgegen der ursprünglichen Planung nicht am 31. August 1942, sondern am 5. September 1942 – vermutlich in Personenwaggons, die die 801 gelisteten Personen in Richtung Riga transportierten. Kurz nachdem sie in Riga eintrafen, wurden sie auf dem Bahnhof Riga-Skirotava am 8. September 1942 erschossen. Else Danielsohn starb mit 35 Jahren. Ihre Mutter Johanna Danielsohn geborene Danielsohn starb mit 62 Jahren.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
Stolperstein für Johanna Danielsohn, 27.07.2011

Stolperstein für Johanna Danielsohn, 27.07.2011

HIER WOHNTE
JOHANNA
DANIELSOHN
GEB. DANIELSOHN
JG. 1879
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN RIGA

Johanna Sarah Danielsohn wurde am 8. November 1879 in Bönhof im Kreis Stuhm in Westpreußen geboren. Ihre Mutter, die aus der Altmark im Kreis Stuhm stammende, geschiedene Marianne Borchardt geborene Danielsohn (*29. Mai 1837), war bei ihrer Geburt schon 42 Jahre alt und brachte Johanna unehelich zur Welt. Johannas Vater blieb unbekannt. Als Familienname wählte sie für Johanna ihren Mädchennamen Danielsohn.

Mit ungefähr 25 Jahren hatte Marianne Danielsohn den Handelsmann Joseph Borchardt in Danzig geheiratet. Am 7. Dezember 1867 wurden sie Eltern von Jakob Borchardt. Die Ehe wurde zwei Jahre später 1869 in Danzig geschieden. Am 22. April 1873 bekam sie unehelich einen zweiten Sohn in Danzig, dem sie den Namen Heymann Danielsohn gab. Auch sein Vater ist unbekannt.

Mit ihren beiden Söhnen zog sie um 1875 zu ihren Eltern und Geschwistern nach Bönhof. Johannas Großvater Daniel Hermann Danielsohn war dort Handelsmann und Schänker.

Vier Jahre nach der Geburt von Johanna heiratete ihre Mutter in Berlin am 31. Juli 1883 in zweiter Ehe den aus Crone im Landkreis Bromberg stammenden Schuhmacher Isidor Chaim Hirsch Sachs (*3. Juli 1846), der damals in der Mulackstraße 10 in Berlin-Mitte wohnte. Da Marianne, auch Marie genannt, das Schreiben nicht gelernt hatte, unterschrieb sie die Heiratsurkunde mit drei Kreuzen.

Als Johanna 16 Jahre alt war, wurde sie am 1. Januar 1896 Mutter ihres ersten Sohnes Rudolf. Zehn Tage später heiratete sie am 10. Januar 1896 den Vater ihres Sohnes, ihren ebenfalls aus Bönhof stammenden Cousin, den Schlächter Hermann Danielsohn (*25. Februar 1874). Hermanns Vater, der Fleischermeister David Danielsohn (*2. Mai 1839), war der jüngere Bruder ihrer Mutter.

Ein Jahr später, am 27. März 1897, wurden sie Eltern eines zweiten Sohnes mit Namen Alfred Walter, der aber nur vier Monate alt wurde. Ihr drittes Kind Erna kam am 31. Mai 1898 zur Welt. Aber auch sie wurde kein Jahr alt und starb am 8. April 1899. Ihr viertes Kind Israel Arthur starb 16 Tage nach der Geburt am 27. Oktober 1899. Am 6. Januar 1907 schenkte Johanna ihrer Tochter Else das Leben.

Am 25. März 1913 starb Johannas Mutter Marianne Sachs mit 70 Jahren. Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt. Ihre drei Kinder ließen einen Grabstein für ihre liebe Mutter, Schwiegermutter und Tante aufstellen.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, verschlechterte sich das Leben von Johannas Familie zunehmend. Ihr Ehemann Hermann starb am 17. April 1937 mit 62 Jahren in Berlin-Prenzlauer Berg. Auch er wurde auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt. Johanna wurde mit 58 Jahren Witwe und wohnte damals mit ihrem 41-jährigen Sohn Rudolf und ihrer 30-jährigen Tochter Else in der Lottumstraße 12 in Prenzlauer Berg. Hier waren sie auch noch bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 gemeldet.

Nachdem Rudolf am 8. April 1941 mit 45 Jahren gestorben war, zogen Johanna und Else in die Nassauische Straße 30 in Berlin-Wilmersdorf. Die Nassauische Straße 30 war ihre Deportationsanschrift und damit die letzte Adresse in Berlin.

Anfang Dezember 1941 wurde Johannas Bruder Heymann in der Rheinsberger Straße 28 in Berlin-Mitte aufgefordert, seine Vermögenserklärung auszufüllen und sich Anfang Januar in der Sammelstelle in der Levetzowstraße einzufinden. Am 13. Januar 1942 deportierte ihn die Gestapo nach Riga, wo sich seine Spur im Ghetto verlor. Nach dem Krieg wurde er für tot erklärt.

Johannas ältester Bruder Jakob Borchardt und dessen Ehefrau Bertha, die in der Rheinsberger Straße 36 in Berlin-Mitte wohnten, wurden am 31. Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert.

Johanna und ihre Tochter Else wurden Ende August 1942 aufgefordert, sich in der Sammelstelle in der Levetzowstraße einzufinden. Der sogenannte 19. Osttransport verließ den Güterbahnhof Berlin-Moabit entgegen der ursprünglichen Planung nicht am 31. August 1942, sondern am 5. September 1942 – vermutlich mit Personenwaggons, die die 801 gelisteten Personen in Richtung Riga transportierten. Kurz nachdem sie in Riga eintrafen, wurden sie auf dem Bahnhof Riga-Skirotava am 8. September 1942 erschossen. Johanna Danielsohn geborene Danielsohn starb mit 62 Jahren. Ihre Tochter Else Danielsohn starb mit 35 Jahren.

Johannas ältester Bruder Jakob Borchardt starb mit 75 Jahren am 10. November 1942 im Ghetto Theresienstadt. Seine Ehefrau Bertha Borchard geborene Casper starb am 10. März 1943 im Ghetto an Lungenentzündung.

Hermanns Schwester Flora Koch geborene Danielsohn (*19. Dezember 1866) überlebte den Holocaust in Theresienstadt, wohin sie am 16. Juni 1942 zusammen mit ihrem Ehemann Max (*18. April 1867) deportiert worden war. Aufgrund der menschenunwürdigen Bedingungen im Ghetto starb ihr Ehemann schon am 30. Dezember 1942. Ihre Tochter Edith (*3. September 1890) wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Flora starb mit 82 Jahren am 17. April 1949 in einem jüdischen Altersheim in Berlin-Wedding. Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Potsdam – Vermögenserklärungen, Reg. 36A (II) 6888, Heymann Danielsohn
Stolperstein für Theodor Frankenbach, 27.07.2011

Stolperstein für Theodor Frankenbach, 27.07.2011

HIER WOHNTE
THEODOR
FRANKENBACH
JG. 1869
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 2.11.1942

Theodor Frankenbach wurde am 14. Oktober 1869 in Leipzig geboren. Er heiratete Elisabeth Graupe. Beide hatten einen Sohn, dem sie den Namen Kurt gaben. Theodor Frankenbach war von Beruf gewerblicher Kunstzeichner.

Am 3. Oktober 1942 wurde er mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert. Nach vier Wochen, am 2. November 1942, ist er umgebracht worden. Seine Todesbescheinigung weist „Enteritis/Darmkatarrh“ als Todesursache aus – die in Theresienstadt übliche Umschreibung für Folgen der miserablen hygienischen Zustände in dem Ghetto, denen die meisten zum Opfer fielen.

Stolperstein für Elisabeth Frankenbach, 27.07.2011

Stolperstein für Elisabeth Frankenbach, 27.07.2011

HIER WOHNTE
ELISABETH
FRANKENBACH
GEB. GRAUPE
JG. 1873
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 19.10.1942

Elisabeth Frankenbach geb. Graupe wurde am 28. November 1873 in Berlin geboren. Sie war die Ehefrau von Theodor Frankenbach und Mutter von Kurt, der 1903 geboren ist.

Theodor und Elisabeth Frankenbach wurden am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert. In ihrer Todesurkunde, die eine „Enteritis acuta“ als Ursache angibt, steht als Berufsbezeichnung “Heimarbeiterin“. Während Elisabeth am 19. Oktober 1942 an dieser für Theresienstadt typischen Erkrankung ums Leben kam, wurde ihr Mann Theodor einige Tage später am 2. November 1942 umgebracht.

Stolperstein für Kurt Frankenbach, 27.07.2011

Stolperstein für Kurt Frankenbach, 27.07.2011

HIER WOHNTE
KURT
FRANKENBACH
JG. 1903
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
RAASIKU/REVAL

Kurt Frankenbach, geboren am 6. Dezember 1903 in Berlin, musste sich kurz vor seinen Eltern, bei denen er in der Nassauischen Straße 30 wohnte, in der Sammelstelle an der Levetzowstraße, einer zu diesem Zweck missbrauchten Synagoge, melden, wurde am 26. September 1942 in einem Eisenbahnzug, der aus Frankfurt/M. kam, in die Hauptstadt Estlands, nach Reval (Tallinn) deportiert und in der Nähe in Raasiku ermordet. Er war nicht einmal 40 Jahre alt.

Untermieter der Familie Frankenbach waren Wilhelm Goldstein und Luise Niklas, die beide ebenfalls deportiert und umgebracht worden sind.

Stolperstein für Wilhelm Goldstein, 27.07.2011

Stolperstein für Wilhelm Goldstein, 27.07.2011

HIER WOHNTE
WILHELM
GOLDSTEIN
JG. 1885
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Wilhelm Goldstein wurde am 26. April 1885 in Stolp in Hinterpommern (Słupsk, Polen), 18 km von der Ostseeküste entfernt, geboren.

Im Jüdischen Adressbuch Berlin 1930/31 findet man drei Personen namens Wilhelm Goldstein: Einen Kaufmann in der Dircksenstraße 47, einen in der Joachim-Friedrich-Straße in Halensee und einen am Schleswiger Ufer 16.

Seit dem 1. Mai 1937 wohnte Wilhelm Goldstein dann mit Gewissheit zur Untermiete bei den Frankenbachs in der Nassauischen Straße 30 im Gartenhaus Parterre in einem möblierten Zimmer für 18 RM im Monat.
Seit 1941 wurde er bei der Straßenreinigung als Arbeiter zur Zwangsarbeit für 26 RM wöchentlich verpflichtet.

Nachdem die Untermieterin Luzie Niklas schon am 19. Januar 1942 nach Riga, und die Frankenbachs im August 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert worden waren, blieb Wilhelm Goldstein weiterhin in der Wohnung. Die Miete bezahlte er bis zum 15. Februar 1943. Am 27. Februar 1943 wurde er im Rahmen der „Fabrikaktion” bei der Arbeit festgesetzt und in einem Sammellager aufgefordert, eine Vermögenserklärung auszufüllen. Da er nichts besaß, war dies am 1. März 1943 schnell getan.

Mit dem „34. Osttransport“ deportierte die Gestapo ihn am 4. März 1943 nach Auschwitz, wo sie ihn ermordeten. Er starb mit 58 Jahren.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Potsdam – Vermögenserklärungen, Reg. 36A (II), 12086 Wilhelm Goldstein
Stolperstein für Luise Niklas, 27.07.2011

Stolperstein für Luise Niklas, 27.07.2011

HIER WOHNTE
LUISE NIKLAS
GEB. GLOGAUER
JG. 1891
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
RIGA

Luise Niklas wurde als Luzie Glogauer am 27. Januar 1891 in Lipine (Lipiny, Stadtteil von Świętochłowice, Polen) im Landkreis Beuthen in Oberschlesien geboren. Für ihre Eltern, den Kaufmann und Gasthausbesitzer Ismar Eugen Glogauer (*1864) und dessen Ehefrau Bertha Glogauer geborene Freund (*1864), war sie das erste von insgesamt vier Kindern. Ihre jüngere Schwester Erna kam fünf Jahre nach ihr am 11. Oktober 1896 und ihr Bruder Heinrich Friedrich zehn Jahre nach ihr am 7. März 1901 in Birkental (Brzezinka, Polen) im Landkreis Kattowitz in Oberschlesien zur Welt. Ihre jüngste Schwester Vera wurde am 10. September 1906 in Birkental geboren.

Wann und wo sich Luzie und Alfred Niklas (*9. Februar 1887) kennenlernten, konnte nicht recherchiert werden. Statt Karten zu verschicken, setzten sie eine Verlobungsanzeige in die Zeitung. Luzie wohnte in Birkental und Alfred in der Brandenburgstraße 55 in Berlin. Alfred Niklas, der in Löwitz, Kreis Leobschütz in Oberschlesien geboren wurde, und Luzie heirateten am 18. Juli 1912 in Birkental. Trauzeugen waren Luzies Vater, der Gasthausbesitzer Ismar Glogauer, und Siegmund Kallmann. Alfreds Eltern Emanuel Niklas und dessen Ehefrau Emma geborene Berliner aus Leobschütz waren zum Zeitpunkt der Hochzeit schon verstorben.

Ein Jahr später wurden Luzie und Alfred 1913 in Birkental Eltern eines Sohnes, dem sie den Namen Gerhard gaben. 1914 nahm Alfred Niklas am Ersten Weltkrieg als Mitglied der Infanterie teil. Er wurde als Unteroffizier aus der Armee entlassen. Danach verliert sich seine Spur.

Luzies Schwester Erna blieb unverheiratet und wohnte bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 in der Wilhelmstraße 9 in Gleiwitz (Gliwice, Polen). Damals war sie 43 Jahre alt.

Ihr Bruder, der Geschäftsführer Heinrich Glogauer, heiratete am 11. März 1926 die aus Pilzdorf stammende Helene, genannt Lina, Brauer (*4. November 1901) in Oppeln, wo sie schon am 28. Februar 1926 Eltern von Friedrich geworden waren. Als Friedrich 1934 eingeschult wurde, wohnte die Familie zuerst in der Berliner Straße 145 und später in der Havelstraße 4 in Berlin-Charlottenburg. Heinrich arbeitete damals als Radiotechniker und später als Kraftfahrer.

Am 14. Juni 1938 ordnete die Kriminalpolizei gegen den wegen „Untreue“ vorbestraften Chauffeur Heinrich Glogauer Schutzhaft an. Zwei Tage später wurde er im Konzentrationslager Buchenwald interniert. Am 30. Juli 1938 wurde er mit der Auflage entlassen, Deutschland auf dem schnellsten Weg zu verlassen. Im Oktober 1938 gelang der Familie die Flucht mit der „SS Ateus“ nach Shanghai.

Vera Glogauer war am 29. September 1939 in der Nightingale Road in Guilford, Surrey, England gemeldet, demnach war ihr die Flucht noch vor Kriegsbeginn gelungen.

Auch ihrem Sohn Gerhard Niklas, der 1939 26 Jahre alt war, muss die Flucht noch rechtzeitig gelungen sein. Er lebte später in Melbourne in Australien.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war Luzie in der Nassauischen Straße 30 in Berlin-Wilmersdorf als Untermieterin bei Theodor und Elisabeth Frankenbach sowie deren Sohn Kurt im Gartenhaus Parterre gemeldet. Auch Wilhelm Goldstein war hier seit dem 1. Mai 1937 Untermieter eines möblierten Zimmers. Luzie war die erste aus der Zwangsgemeinschaft, die den Deportationsbefehl erhielt und sich in der als Sammellager umfunktionierten Synagoge in der Levetzowstraße 7-8 einfinden musste.

Die Gestapo deportierte Luzie Niklas geborene Glogauer mit dem „9. Osttransport“ zusammen mit 1.001 weiteren Insassen am 19. Januar 1942 vom Bahnhof Berlin-Grunewald nach Riga. Am 23. Januar 1942 trafen sie im Ghetto Riga ein. Hier verlor sich Luzies Spur. Vermutlich starb sie aufgrund der menschenunwürdigen Verhältnisse im Ghetto kurze Zeit später mit 51 Jahren.

Ihre Schwester Erna Glogauer deportierte die Gestapo am 20. Mai 1942 von Gleiwitz in das nur 65 km entfernte Vernichtungslager Auschwitz, wo sie sie ermordeten. Erna Glogauer starb mit 45 Jahren.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
Stolperstein für Regina Seidemann, 27.07.2011

Stolperstein für Regina Seidemann, 27.07.2011

HIER WOHNTE
REGINA SEIDEMANN
GEB. HIRSCHFELD
JG. 1879
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
TRAWNIKI

Regina Seidemann wurde am 11. Februar 1879 als Regina Hirschfeld zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Willi in Hirschberg (Jelenia Góra, Polen) im Riesengebirge in Niederschlesien geboren. Für ihre Eltern, den Kaufmann Herrmann Hirschfeld (*1846) und dessen Ehefrau Emma Hirschfeld geborene Wolfsohn, waren sie die beiden jüngsten von insgesamt vier Kindern. Ihr ältester Bruder Berthold (*1875) war bei ihrer Geburt vier Jahre und ihr Bruder Jean (*9. Oktober 1877) zwei Jahre alt.

Wann und wo Regina ihren späteren Ehemann, den aus Pyritz in Pommern stammenden praktischen Arzt und Doktor der Medizin Samuel (Sally) Cohn (*2. Mai 1869) kennenlernte, ist nicht bekannt. Vermutlich war Samuel ein Kommilitone ihres älteren Bruders Berthold, der ebenfalls in Berlin Medizin studiert hatte. Regina und Samuel heirateten am 16. Januar 1899 in Hirschberg. Regina war erst 19 Jahre alt. 1901 wurde ihr erstes Kind Erich geboren. Zwei Jahre später, am 13. Dezember 1903, wurden sie Eltern ihrer Tochter Hertha in der Sedanstraße 1 in Schöneberg bei Berlin. Die Ehe mit Samuel Cohn wurde am 13. Juni 1911 geschieden.

Am 24. September 1912 heiratete Regina in zweiter Ehe den aus Bärwalde (Barwice, Polen) im Kreis Neustettin in Pommern stammenden Kaufmann Max Casparius (*6. November 1878). Regina wohnte damals in der Neuen Winterfeldstraße 18 in Schöneberg und er in der Sybelstraße 28 in Charlottenburg. Nach der Eheschließung bezogen sie eine gemeinsame Wohnung in der Duisburger Straße 3 in Wilmersdorf. Max war Mitinhaber der Firma „Casparius und Levinthal, Trikotagen, Handschuhe und Strumpfwaren“ in der Spandauer Straße 6.

Am 15. April 1932 starb mit 57 Jahren der älteste Bruder Dr. med. Berthold Hirschfeld. Seine evangelische Ehefrau Anna geborene Schewe (*10. Oktober 1881) wurde mit 50 Jahren Witwe.

Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten starb am 6. Juni 1933 der Vater von Reginas Kindern, Dr. Samuel Cohn, mit 64 Jahren. Ihre Tochter Hertha wanderte daraufhin nach Tel Aviv in Palästina aus.

Max Casparius starb unerwartet mit 57 Jahren am 14. Februar 1936. Regina wurde mit 56 Jahre Witwe. Sie wohnte damals in der Küstriner Straße 23 in Berlin-Wilmersdorf. Am 4. Oktober 1937 starb mit 92 Jahren ihre Mutter in Hirschberg. Kurz nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde in Hirschberg ihr Bruder Jean verhaftet und im Konzentrationslager Sachsenhausen interniert. Nach seiner Entlassung flüchtete er 1939 nach Amsterdam in den Niederlanden.

Regina heiratete am 10. August 1939 in dritter Ehe den aus Beuthen in Oberschlesien stammenden Steinsetzmeister Hermann Seidemann (*26. Juni 1875). Hermann war mit 62 Jahren Witwer geworden. Seine Ehefrau Bertha war am 10. Oktober 1937 in der Nassauischen Straße 30 gestorben.

Regina war schon am 1. August zu ihm in die Nassauische Straße 30 in den 1. Stock des Gartenhauses gezogen. Auch ihre Schwägerin Anna, die Witwe ihres ältesten Bruders Berthold, heiratete erneut am 27. Januar 1940 in zweiter Ehe den Apotheker Dr. phil. Wilhelm Kreuder. Diese Ehe war nur kurz, gut zwei Monate später, am 16. April 1940, starb Anna Kreuder, verwitwete Hirschfeld, an einer Herzlähmung. Sie vererbte Regina 5.368 RM. Ein halbes Jahr später, am 16. Oktober 1940, starb auch Hermann Seidemann an Herzmuskelentartung und einer Blutadergeschwulst. Zum zweiten Mal wurde Regina Witwe.

Vermutlich wurde 1941 die 76-jährige ehemalige Lehrerin Adele Alifeld in ihre Wohnung zwangsweise eingewiesen. Regina Seidemann und Adele Alifeld bildeten bis März 1942 einen Haushalt. Am 13. März 1942 wurde Regina aufgefordert, eine Vermögenserklärung auszufüllen. Auf die Frage, welche Familienangehörige schon ausgewandert seien und wohin, gab sie an, dass ihre Tochter in Tel Aviv sei und ihr Sohn in New York in den USA.

Die Gestapo deportierte Regina Seidemann mit dem „11. Osttransport” am 28. März 1942 von Berlin in das Ghetto Piaski. Mit 63 Jahren verlor sich dort ihre Spur.

Ihr älterer Bruder Jean, der nach Amsterdam geflüchtet war, wurde 1942 im Durchgangslager Westerbork interniert. Am 1. Juni 1943 deportierte die Gestapo ihn in das Vernichtungslager Sobibor, wo sie ihn am 4. Juni 1943 mit 63 Jahren ermordeten.

Ihr Zwillingsbruder Willy überlebte den Holocaust.

Recherche und Text: Gundula Meiering, November 2025

Quellen:
  • Gedenkbuch, Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 – Bundesarchiv
  • Mapping the Lives; Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives – Deportationslisten, Karteikarten
  • Personenstandsunterlagen / über Ancestry
  • My Heritage
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Potsdam – Vermögenserklärungen, Reg. 36A (II), 35322 Regina Seidemann geborene Hirschfeld
Stolperstein für Ruth Schiff, 27.07.2011

Stolperstein für Ruth Schiff, 27.07.2011

HIER WOHNTE
RUTH SCHIFF
JG. 1913
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Ruth Schiff, am 13. Mai 1913 in Köln geboren, wurde am 17. März 1943 vom Güterbahnhof Moabit in einem Zug mit 1286 Menschen zusammen mit ihrer Mutter Paula nach Theresienstadt deportiert. Auf der Deportationsliste war neben ihrem Namen der Vermerk „Kriegerwaise“ angebracht. Ruth Schiff war nicht einmal 30 Jahre alt. Am 12. Oktober 1944 ist sie mit 1500 Leuten aus Theresienstadt nach Auschwitz weiterdeportiert worden, wo sie ermordet wurde.

Stolperstein für Paula Schiff, 27.07.2011

Stolperstein für Paula Schiff, 27.07.2011

HIER WOHNTE
PAULA SCHIFF
GEB. SCHURMANN
JG. 1878
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
1945 BEFREIT

Paula Schiff, geb. Schurmann, ist am 23. Juli 1878 in Osnabrück geboren. Sonst ist nicht viel über sie bekannt. Im Archiv von Theresienstadt (Terezin) wurde bisher nicht nachgeforscht. Auf der Deportationsliste dorthin war sie die Nummer 716 und als „Kriegerwitwe“ gekennzeichnet. Sie war die Mutter von Ruth Schiff, die 1913 in Köln geboren wurde. Wer der Vater war, ist unbekannt. Paula Schiff wohnte zuletzt in Berlin in der Nassauischen Straße 30. Am 17. März 1943 ist sie in einem Güterwaggon, in dem auch ihre Tochter Ruth (Deportationsliste: „Kriegerwaise“) saß, nach Theresienstadt deportiert worden. Am 8. Mai 1945 wurde sie beim Einmarsch der Roten Armee von sowjetischen Soldaten befreit. Wie lange und wo sie überlebte, ist nicht herauszufinden.

Texte: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf. Quellen: Bundesarchiv, Adressbuch, Deportationslisten, Theresienstadt-Archiv, Yad-Vashem-Archiv, Entschädigungsamt Berlin.