Stolpersteine Nassauische Str. 16

Hausansicht Nassauische Straße 16

Hausansicht Nassauische Straße 16

Diese Stolpersteine wurden am 8. März 2025 verlegt.

Stolperstein für Joseph Altmann

Stolperstein für Joseph Altmann

HIER WOHNTE
JOSEPH ALTMANN
JG. 1884
DEPORTIERT 18.5.1943
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET

Joseph Altmann wurde am 24. August im schlesischen Rybnik geboren. Sein Vater war der Destillateur Louis Altmann, seine Mutter war Marie Altmann geb. Aronade. Josephs Bruder Georg kam 1886 auf die Welt. Er war später Architekt in Berlin und wanderte später mit seiner Frau Eva, der gemeinsamen Tochter Ruth und seiner Mutter Marie Altmann nach Brasilien aus.

Familie Altmann wohnte zunächst in der Pariser Straße 12. Louis Altmann starb 1910.

Am 11. April 1916 heiratete Joseph Elly Blumenthal. Die erste Tochter Irene Louise kam am 18. Januar 1917 auf die Welt, ihre Schwester Marion Beatrice am 2. Juli 1920. Die Familie bewohnte eine großzügige 8-Zimmer-Wohnung.

Am 13. August 1938 wurde die Ehe mit Elly Altmann (später Reimann) geb. Blumenthal geschieden. Joseph behielt nur sehr wenig vom gemeinsamen Eigentum. Die Töchter schafften es gerade noch rechtzeitig aus Deutschland zu fliehen: Irene Louise (Brent), geboren 1917, ab 1940 wohnhaft in London und Marion-Beatrice, geboren 1920 (zunächst verheiratete Falkson, dann Schwarz) lebte ab 1939 in New York.

Seine letzte freiwillige Station in Berlin war die Nassauische Straße 16 in Berlin Wilmersdorf. Zuletzt war er als Angestellter bei der Jüdischen Gemeinde beschäftigt.
Eigentlich war Joseph Altmann Antiquar und Buchhändler und betrieb über viele Jahre Antiquariate und Buchhandlungen wie z. B. Antiquariat und Buchhandlung Fraenkel & Co., Lützowufer 13, Berlin W 10, gemeinsam mit Dr. Otto Burchardt und zuvor das Antiquariat Altmann G.M.B.H., Buch – und Kunstantiquariat, Tauentzienstraße 7, Berlin W 50.

Joseph Altmann war 59 Jahre alt, als er am 18. Mai 1943 nach Theresienstadt deportiert wurde. Er musste 1 1/2 Jahre unter erbärmlichen Verhältnissen im Ghetto ausharren, bis er am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz verschleppt wurde. Da es keinen Nachweis für seinen Tod gibt, wurde er am 8. Mai 1945 für tot erklärt.

Text: Heike Hinrichs
Bearbeitung: Stolpersteininitiative Charlottenburg-Wilmersdorf

Quellen:
Entschädigungsbehörde Berlin, Brandenburgisches Landesarchiv, Gedenkbuch des Bundesarchivs, Arolsen Archives, Yad Vashem, Personenstandsunterlagen über Ancestry

Stolperstein für Clara Boas

Stolperstein für Clara Boas

HIER WOHNTE
CLARA BOAS
GEB. JACOBY
JG. 1874
DEPORTIERT 1.11.1941
ŁODZ / LITZMANNSTADT
1942 CHEŁMNO / KULMHOF
ERMORDET 9.5.1942

Clara Boas geb. Jacoby wurde am 23. Juli 1874 in Freystadt/Rosenberg in Westpreußen geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Simon Jacoby und seine Frau Rosalie geb. Pottlitzer.

Am 17. März 1911 heiratete sie den Kaufmann Eugen Boas. Sie war zu dieser Zeit Inhaberin eines Weißwarengeschäftes in Tempelhof, Berliner Straße 16.
10 Jahre später, am 11. August 1921 starb ihr Mann im Alter von 49 Jahren im Kreiskrankenhaus Britz. Über gemeinsame Kinder des Ehepaares ist nichts bekannt.

Ab 1937 wohnte sie in der Nassauischen Straße 16 in Berlin Wilmersdorf.

Clara Boas wurde in die als Sammellager missbrauchte Synagoge in der Levetzowstraße 7-8 gebracht. Dort wurde den Menschen ein großer Teil von dem wenigen Hab und Gut, das sie hatten mitnehmen dürfen, abgenommen.
Am 1. November 1941 wurde sie im Alter von 67 Jahren zusammen mit über 1.000 Menschen unter schlimmsten Bedingungen in den Waggons von Güterzügen zusammengepfercht und in das Ghetto Litzmannstadt (Ortsteil der Stadt Łódź) im von den Deutschen besetzten Polen deportiert. Um Platz für die nächsten Todgeweihten zu schaffen, wurde das dortige Ghetto immer wieder „evakuiert“. Am 9. Mai 1942 wurde sie in die Vernichtungsstätte Chelmno/Kulmhof in Polen deportiert, wo sie in einem der Gaswagen ermordet wurde.

Leider haben wir darüber hinaus nichts über Clara Boas in den Akten gefunden. Wir möchten ihr Andenken in Ehren halten. Sie steht, wie so viele andere, für die Menschen, die grausam verschleppt und getötet wurden.

Text: Heike Hinrichs
Bearbeitung: Stolpersteininitiative Charlottenburg-Wilmersdorf

Quellen:
Entschädigungsbehörde Berlin, Brandenburgisches Landesarchiv, Gedenkbuch des Bundesarchivs, Arolsen Archives, Yad Vashem, Berliner Adressbücher, Personenstandsunterlagen nach Ancestry

Stolperstein für Margarete Bernstein

Stolperstein für Margarete Bernstein

HIER WOHNTE
MARGARETE
BERNSTEIN
GEB. ZACHARIAS
JG. 1886
DEPORTIERT 13.1.1942
GHETTO RIGA
ERMORDET 16.1.1942

Margarete Bernstein geb. Zacharias wurde am 15. September 1886 in Zeitz/Sachsen geboren.

Am 24. Juli 1924 heiratete sie den Kaufmann David Bernstein, der bereits 1931 verstarb. Zur Zeit der Hochzeit war Margarete Bernstein Buchhalterin.
Von der gemeinsamen Tochter Hertha Wronker geb. Bernstein konnten wir eine letzte Adresse in London ausfindig machen, aber leider keinen Kontakt herstellen. Der letzte Schriftverkehr mit der Entschädigungsbehörde ist aus dem Jahr 1955.
Wir haben noch zwei weitere Kinder aus der ersten Ehe ihres Mannes David Bernstein gefunden. Die beiden Kinder Larry und Inge haben ihren Nachnamen in Burnell geändert und wohnten in den 1950er Jahren in den USA.

Margarete Bernsteins letzte Adresse war die Nassauische Straße 16 in Berlin Wilmersdorf. Auch sie wurde von ihrer Wohnung in das Sammellager Levetzowstraße gebracht.

Am 13. Januar 1942 wurde sie im Alter von 56 Jahren ins lettische Riga deportiert.
Die Unterlagen deuten darauf hin, dass sie gleich nach der dreitägigen Fahrt in den mit über 1.030 Menschen überfüllten Viehwaggons bei ihrer Ankunft in Riga in die Wälder getrieben und dort ermordet wurde.

Text: Heike Hinrichs
Bearbeitung: Stolpersteininitiative Charlottenburg-Wilmersdorf

Quellen:
Entschädigungsbehörde Berlin, Brandenburgisches Landesarchiv, Gedenkbuch des Bundesarchivs, Arolsen Archives, Yad Vashem, Personenstandunterlagen über Ancestry

Stolperstein für Martha Schwärzel

Stolperstein für Martha Schwärzel

HIER WOHNTE
MARTHA
SCHWÄZEL
GEB. BERNHARD
JG. 1891
DEPORTIERT 13.1.1942
GHETTO RIGA
ERMORDET

Im Gedenkbuch des Bundesarchivs wurde der Name fälschlicherweise Schwäzel geschrieben, richtig ist Schwärzel.

Martha Schwärzel geb. Bernhard kam am 22. September 1891 als Tochter von Julius und Mathilde Bernhard in Balkow/Weststernberg in Brandenburg auf die Welt.

Verheiratet war sie mit dem am 30. Oktober in Freiburg geborenen Paul Schwärzel, von dem sie später geschieden wurde.

Von Beruf war Martha Stenotypistin. Sie wohnte zunächst in der Lychener Straße 24, ab 1. Januar 1939 in der Nassauischen Straße 16 bei Margarete Bernstein.

Sie war 51 Jahre alt, als sie am 13. Januar 1942 über das Sammellager Synagoge Levetzowstraße 7-8 unter unmenschlichen Bedingungen nach Riga gebracht und dort ermordet wurde.

Trotz unserer Recherchen konnten wir leider nicht mehr über sie in Erfahrung bringen. Dennoch wollen wir auch ihr Andenken in Ehren halten. Sie steht, wie so viele andere, für die vielen Menschen, die grausam verschleppt und getötet wurden.

Text: Heike Hinrichs
Bearbeitung: Stolpersteininitiative Charlottenburg-Wilmersdorf

Quellen:
Entschädigungsbehörde Berlin, Brandenburgisches Landesarchiv, Gedenkbuch des Bundesarchivs, Arolsen Archives, Yad Vashem, Personenstandsunterlagen über Ancestry

Stolperstein für Clara Cassirer

Stolperstein für Clara Cassirer

HIER WOHNTE
CLARA CASSIRER
GEB. TARRASCH
JG. 1859
DEPORTIERT 19.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 15.3.1943

Clara Cassirer geb. Tarrasch wurde am 11. Dezember 1859 als Tochter von Salomon und Louise Tarrasch in Groß Wartenberg (heute Syców) in Schlesien geboren. Am 21. Dezember 1896 heiratete sie den Prokuristen Max Cassirer. Der gemeinsame Sohn Hugo Herbert kam am 31. Mai 1898 in Berlin zur Welt. Er heiratete und lebte in Stettin. Mit seiner Frau Edith Rita, dem Sohn Hans und der Tochter Hilda flüchtete er nach 1938 nach Argentinien, wo er 1959 in Buenos Aires starb.

Das Ehepaar Clara und Max Cassirer wohnte in Charlottenburg, Lindenallee 24, wo Max Cassirer am 26. November 1929 im Alter von 61 Jahren verstarb.

Zuletzt lebte Clara Cassirer zur Untermiete bei Blumenthals, Nassauische Straße 16/16 a, im 2. Stock. Am 7. August 1942 unterschrieb sie ihre „Vermögensakte”: Sie besaß nichts, was die staatliche Behörde hätte konfiszieren können, deshalb wurde die Überprüfung mit den Worten quittiert: „Die Schätzung des Vermögens ist fruchtlos ausgefallen.“

Clara war bereits 83 Jahre alt, als sie am 19. August 1942 mit dem 45. Alterstransport I/47 mit 99 weiteren Personen in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Dieses Ghetto wurde während des Zweiten Weltkrieges von den deutschen Besatzern im November 1941 eingerichtet. Es befand sich in der ehemaligen österreichischen Garnisonsstadt im Protektorat Böhmen und Mähren, dem von den Besatzern kontrollierten Teil der Tschechoslowakei. Es handelte sich dabei um ein Sammel- und Durchgangslager des nationalsozialistischen Zwangslagersystems. Nur zwei Personen aus diesem Transport überlebten die qualvolle Zeit im Ghetto.

Clara Cassirer wurde am 15. März 1943, sechs Monate nach ihrer Einlieferung, getötet.

Trotz unserer Recherchen konnten wir leider nichts Weiteres über Clara Cassirer in Erfahrung bringen.

Text: Heike Hinrichs
Bearbeitung: Stolpersteininitiative Charlottenburg-Wilmersdorf

Quellen:
Entschädigungsbehörde Berlin, Brandenburgisches Landesarchiv, Gedenkbuch des Bundesarchivs, Arolsen Archives, Yad Vashem, Personenstandsunterlagen über Ancestry

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