Treibhausgasbilanz 2023 für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf jetzt online

Pressemitteilung vom 06.03.2026

Die Treibhausgasbilanz des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf für das Jahr 2023 ist ab sofort online verfügbar. Die Zahlen zeigen eine vorsichtig positive Entwicklung, verdeutlichen jedoch, dass weitere Anstrengungen notwendig sind.

Die Gesamtemissionen lagen im Jahr 2023 bei 1.777.611 Tonnen CO₂-Äquivalent. Im Vergleich zum Basisjahr 2016 (2.363.505 Tonnen CO₂-Äquivalent) entspricht dies einem Rückgang von rund 25 Prozent. Auch im Vergleich zu 2022 sanken die Emissionen – Grundlage der aktualisierten Berechnungsmethodik – um etwa ein Prozent.

Erheblicher Handlungsbedarf bei Heizungsanlagen

Energiequellen wie Strom, Erdgas, Fernwärme sowie Benzin und Diesel verursachen die meisten Emissionen im Bezirk. Besonders im Wärmebereich besteht erheblicher Handlungsbedarf. Der Umstieg auf klimafreundliche Heizungsanlagen ist entscheidend, um Emissionen weiter zu senken. Die geplante kommunale Wärmeplanung für Berlin könnte hier wichtige Grundlagen schaffen, indem sie Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern klimaneutrale Alternativen aufzeigt.

Emissionsminderung durch private Solaranlagen

Die größten Einsparungen gab es im Stromsektor. Der bundesweite Ausbau von Solar- und Windkraft wirkt sich positiv aus. In Charlottenburg-Wilmersdorf wurden in den letzten Jahren mehrere hundert neue Solaranlagen installiert. Die Einwohnenden des Bezirks haben damit zu diesem Erfolg beigetragen.

Private Pkw führen zu Anstieg der Emissionen

Im Verkehrssektor zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung: Während 2022 pandemiebedingte Einschränkungen die Emissionen senkten, stiegen sie 2023 wieder deutlich an. Hauptquelle dieser Emissionen sind private Pkw. Das zeigt, dass der motorisierte Individualverkehr mit Verbrennungsmotor weiterhin einen zentralen Anteil an den Emissionen hat. Eine gezielte Förderung klimafreundlicher Alternativen ist notwendig.

Ein deutlicher Rückgang von Pkw mit Verbrennungsmotor ist erforderlich. Die beste Alternative bietet der Umweltverbund aus Fußverkehr, öffentlichem Nahverkehr und Radverkehr. Diese Verkehrsarten verursachen deutlich weniger Emissionen und verbessern zugleich Lebensqualität, Luftqualität und Verkehrssicherheit. Wo ein Auto nötig bleibt, sind Elektrofahrzeuge eine sinnvolle Wahl.

Grunewald bindet nur wenig Emissionen im Bezirk

Der Grunewald bindet nur 0,2 Prozent der bezirklichen Emissionen. Das zeigt, wie wichtig es ist, fossile Energieträger nahezu vollständig zu ersetzen.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger:
„Die Entwicklung zeigt Fortschritte auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität. Der Rückgang der Emissionen seit 2016 ist ein ermutigendes Signal. Doch das Tempo reicht nicht aus, um die gesetzlichen Klimaschutzziele des Bundes und des Landes Berlin und des Abkommens von Paris zu erreichen.“

Um die notwendige Beschleunigung zu erreichen, müssen der Ausbau fossilfreier Wärmeversorgung und die Verkehrswende vorangetrieben werden. Dies erfordert gemeinsames Handeln von Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft.

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