Seit 1981 ist der 25. November ein internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen, 1999 haben ihn die Vereinten Nationen offiziell anerkannt.
Er führt zurück auf das Todesdatum dreier Schwestern, die am 25. November 1960 nach monatelanger Folter vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik ermordet wurden.
Der Mut der drei Schwestern bei ihrem Kampf gegen die Diktatur gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.
Gewalt gegen Frauen – ich denke, es ist das Größte Unrecht, das Frauen immer noch erfahren – ist leider auch in Deutschland, in Berlin, in unserem Bezirk Realität. Sie findet meistens im privaten Bereich statt.
Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums hat jede 3. Frau zwischen 16 und 85 Jahren mindestens einmal körperliche Gewalt oder Übergriffe erlebt und jede 7. Frau das in „strafrechtlich relevanter Form“.
Was können wir tun? Es gibt in Berlin vielfältige Hilfsangebote für Frauen, es gibt Täterkurse, wir haben das Gewaltschutzgesetz, die Täter können weggewiesen werden.
Seit nun 7 Jahren findet eine Kampagne statt, die darauf abzielt, Gewalt gegen Frauen, besonders im häuslichen Bereich zu thematisieren, öffentlich zu machen. Frau Thiemen brachte diese Idee nach Berlin, in unserem Bezirk und in Neukölln entstanden die ersten Tüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Inzwischen ist es eine Aktion aller Berliner Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Sie haben vielleicht die Eröffnung gestern in der Abendschau verfolgt.
Wir wollen Frauen helfen sich zu wehren, die Gewalt nicht länger zu erdulden, wir wollen Nachbarn ermutigen, die Polizei zu rufen und Männer auffordern, Position zu beziehen gegen männliche Gewalt.
Die Kampagne „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ wird maßgeblich unterstützt von der Kaisers Tegelmann AG, BiG, der Menschenrechtsorganisation terre des femmes, der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, der BSR, der Securitas Sicherheitsdienste, von ALBA und von verschiedene Wohnungsbaugenossenschaften. Alle haben unser Aktionslogo übernommen, in diesem Jahr auf Maßbändern und Heizkörperentlüftungsschlüsseln. Der Slogan „Für ein Zuhause ohne Gewalt“ kam hinzu.
Plakate und 500 000 Bäckertüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ werden am Sonnabend in allen Kaisers Filialen der Stadt zu sehen sein.
In unserem Bezirk werden in den Kaisers Filialen in der Königin-Elisabeth-Straße, am Theodor-Heuss-Platz, in den Wilmersdorfer Arcaden und in der Neuen Kantstraße. Politikerinnen und Politiker präsent sein.
Ich bedanke mich an dieser Stelle bei Frau Thiemen, Herrn Krüger, Herrn Schulte, Frau Nagel, Herrn Flachs, Frau Halten-Bartels, Frau Gnielinski, Frau Ortmann, Herrn Gronau, Herrn Wittke, Herrn Spangenberg und Herrn Prejawa für Ihr Engagement gegen häusliche Gewalt.
Wenn auch Sie die Aktion unterstützen wollen, setzen sie diese Karten ein.