Rund um den Steinplatz – Stadtspaziergänge

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Steinplatz

Politik, Wissenschaft, Bildende Kunst, Literatur, Musik und Theater prägen den Steinplatz und seine Umgebung seit rund 150 Jahren. Er ist Mittelpunkt einer lebendigen Kultur-, Bildungs- und Erinnerungslandschaft, die seit 2020 auf Stadtspaziergängen vorgestellt und lesbar gemacht wird – auch 2025 wieder.

Es führen Michael Bienert, Marianne Mielke oder Arne Krasting. Teilnahme kostenlos, Spende erbeten. Anmeldung mit Hinterlegung einer E-Mail-Adresse erforderlich. (Gruppengröße: max. 25 Personen)

Ein Angebot des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin in Kooperation mit visitBerlin, finanziert durch Mittel der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe für “Besondere touristische Projekte in den Bezirken”.

"Wagt's doch, Kultur zu haben!" – Weltliteratur um den Steinplatz

  • Freitag, 12.09.2025, 18:00 Uhr (zurückliegend)
  • Sonntag, 21.09.2025, 14:00 Uhr (zurückliegend)

Stadtführung mit Marianne Mielke oder Michael Bienert

Der Plan, einen Bronzeelefanten zu Ehren des Freiherrn vom Stein aufzustellen, inspirierte Christian Morgenstern zu seinem Gedicht “Vom Stein-Platz zu Charlottenburg”. Die Gegend gehörte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zum “Industriegebiet der Intelligenz” um den Kurfürstendamm und war ein beliebter Wohnort von Intellektuellen. So flohen Bertolt Brecht und Helene Weigel 1933 vom “Knie”, dem heutigen Ernst-Reuter-Platz, ins Exil. Das zeitweise von Ferdinand Bruckner geleitete Renaissance-Theater sorgte mit moderner Dramatik für Aufsehen, im selben Haus hatte in der NS-Zeit aber auch die Reichsschrifttumskammer ihren Sitz. Nach dem Krieg machte Walter Höllerer als Literaturprofessor an der TU Berlin den Steinplatz erneut zum Treffpunkt zeitgenössischer Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland. Der Buchhändlerkeller, legendäre Kneipen wie die “Dicke Wirtin” und der “Zwiebelfisch”, Buchhandlungen, Antiquariate und das Schillertheater halten die Tradition lebendig – ebenso wie die Vagantenbühne, die mit dem Studiengang “Szenisches Schreiben” an der Universität der Künste kooperiert.

Die Schönheit der großen Stadt – Architektur und Wissenschaft am Steinplatz

  • Samstag, 28.06.2024, 11:00 Uhr (zurückliegend)
  • Samstag, 28.06.2024, 14:00 Uhr (zurückliegend)

Stadtführung mit Marianne Mielke oder Michael Bienert

1908 publizierte der Architekt und Designer August Endell einen Traktat über “Die Schönheit der großen Stadt”, kurz nach Fertigstellung des heutigen Hotels am Steinplatz, mit dessen organischer Fassadengestaltung Endell ein Zeichen gegen den Historismus der Nachbargebäude setzte. Auch Alfred Grenander hinterließ mit seinem Kiosk am Steinplatz ein Zeichen moderner Baugesinnung. An der Universität der Künste und der TU Berlin werden angehende Architekten unterrichtet. Die Hochschulgebäude dienten stets auch als Lehrbeispiele für zeitgenössisches Bauen, außerdem wurden auf dem Campus überraschende Zeugnisse der Berliner Baugeschichte seit Schinkel konserviert.

Swinging Steinplatz – Musik um den Steinplatz

  • Sonntag, 15.06.2025, 14:00 Uhr (zurückliegend)
  • Sonntag, 22.06.2025, 14:00 Uhr (zurückliegend)

Stadtführung mit Arne Krasting oder Michael Bienert

Arnold Schönberg komponierte sein erstes großes Orchesterwerk in Zwölftontechnik am Steinplatz, in Sichtweite der Hochschule für Musik. Dort wurde um 1930 bereits mit Rundfunktechnik und elektronischen Instrumenten experimentiert. Die seit 1902 an der Hardenbergstraße ansässige Musikhochschule ist heute die größte Fakultät der Universität der Künste. In der neoromanischen “Burg”, dem Institut für Kirchenmusik, üben Studentinnen und Studenten an historischen Orgeln. Die Comedian Harmonists hatten in der Carmerstraße ihr Büro, und im Kino “Delphi” wurde in den Zwanzigerjahren wild getanzt. Die Schauspielerin Trude Hesterberg eröffnete im Keller des Theaters des Westens ihre “Wilde Bühne”, wo auch Brecht als Singer-Songwriter auftrat. Nach Kriegsende fand an der Kantstraße die erste Opernaufführung im zerstörten Berlin statt, heute sorgt das Theater des Westens wieder mit Eigenproduktionen für Furore. Im nahen Hotel am Steinplatz logierten große Klassikinterpreten wie der Geiger Yehudi Menuhin und der Sänger Luciano Pavarotti, und die Berliner Philharmoniker waren Stammgäste in der Hotelbar “Volle Pulle”.

Telefonistinnen, Dichterinnen, Professorinnen – Frauenleben um den Steinplatz

  • Samstag, 08.03.2025, 11:00 Uhr (zurückliegend)
  • Sonntag, 09.03.2025, 14:00 Uhr (zurückliegend)

Stadtführung mit Marianne Mielke oder Michael Bienert

Vor dem Ersten Weltkrieg lebte die amerikanische Tänzerin Isadora Duncan in der Hardenbergstraße 11, propagierte barfüßig den “Freitanz” und einen selbstbestimmten Lebensstil. In der Weimarer Republik öffnete sich die Hochschule der Künste für Studentinnen und Professorinnen. Käthe Kollwitz und Renée Sintenis bezogen Ateliers am Steinplatz, wie viele namhafte Künstlerinnen nach ihnen. In der Knesebeckstraße residierte Hedwig Courths-Mahler, die Königin des Kitschromans, nicht weit von den Telefonistinnen, die im Fernsprechamt “Steinplatz” in der Goethestraße ihren Dienst taten. An der Kantstraße hielt während der Nazizeit eine Managerin, Elfriede Scheibel, das “Delphi” als Swing-Palast über Wasser. Der Yva-Bogen am Bahnhof Zoo soll in den kommenden Jahren ansprechend gestaltet werden und über die Namensgeberin Yva informieren, die Lehrmeisterin des Starfotografen Helmut Newton war.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Stadtspaziergänge mit dem Stadtführer und Autoren Michael Bienert bietet ein zehnminütiger Kurzfilm.

Information über die Gesetzliche Grundlage

  • Berliner Datenschutzgesetz (BlnDSG), § 11 Zweckbindung