Rund um den Steinplatz – Stadtspaziergänge

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Steinplatz

Politik, Wissenschaft, Bildende Kunst, Literatur, Musik und Theater prägen den Steinplatz und seine Umgebung seit rund 150 Jahren. Er ist Mittelpunkt einer lebendigen Kultur-, Bildungs- und Erinnerungslandschaft, die seit 2020 auf Stadtspaziergängen vorgestellt und lesbar gemacht wird. Im Jahr 2023 gibt es wieder Führungen zu Musikleben, Literatur und Wissenschaft, ergänzt um neue Spaziergänge zur Architektur und zum Frauenleben rund um den Steinplatz.

Teilnahme kostenlos, Spende erbeten. Voranmeldung mit Hinterlegung von Kontaktdaten erforderlich. (Gruppengröße: max. 25 Personen)

_Kofinanziert von der Europäischen Union_

Swinging Steinplatz – Musik um den Steinplatz

  • Sonntag, 26.03.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Sonntag, 21.05.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Sonntag, 09.07.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Sonntag, 03.09.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Sonntag, 01.10.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_

Stadtführung mit Michael Bienert und/oder Arne Krasting

Arnold Schönberg komponierte sein erstes großes Orchesterwerk in Zwölftontechnik am Steinplatz, in Sichtweite der Hochschule für Musik. Dort wurde um 1930 bereits mit Rundfunktechnik und elektronischen Instrumenten experimentiert. Die seit 1902 an der Hardenbergstraße ansässige Musikhochschule ist heute die größte Fakultät der Universität der Künste. In der neoromanischen “Burg”, dem Institut für Kirchenmusik, üben Studentinnen und Studenten an historischen Orgeln. Die Comedian Harmonists hatten in der Carmerstraße ihr Büro, und im Kino “Delphi” wurde in den Zwanzigerjahren wild getanzt. Die Schauspielerin Trude Hesterberg eröffnete im Keller des Theaters des Westens ihre “Wilde Bühne”, wo auch Brecht als Singer-Songwriter auftrat. Nach Kriegsende fand an der Kantstraße die erste Opernaufführung im zerstörten Berlin statt, heute sorgt das Theater des Westens wieder mit Eigenproduktionen für Furore. Im nahen Hotel am Steinplatz logierten große Klassikinterpreten wie der Geiger Yehudi Menuhin und der Sänger Luciano Pavarotti, und die Berliner Philharmoniker waren Stammgäste in der Hotelbar “Volle Pulle”.

"Wagt's doch, Kultur zu haben!" – Weltliteratur um den Steinplatz

  • Karfreitag, 07.04.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Sonntag, 07.05.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Sonntag, 24.09.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Dienstag, 03.10.2023 (Feiertag), 14 Uhr _(zurückliegend)_

Stadtführung mit Michael Bienert und/oder Marianne Mielke

Der Plan, einen Bronzeelefanten zu Ehren des Freiherrn vom Stein aufzustellen, inspirierte Christian Morgenstern zu seinem Gedicht “Vom Stein-Platz zu Charlottenburg”. Die Gegend gehörte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zum “Industriegebiet der Intelligenz” um den Kurfürstendamm und war ein beliebter Wohnort von Intellektuellen. So flohen Bertolt Brecht und Helene Weigel 1933 vom “Knie”, dem heutigen Ernst-Reuter-Platz, ins Exil. Das zeitweise von Ferdinand Bruckner geleitete Renaissance-Theater sorgte mit moderner Dramatik für Aufsehen, im selben Haus hatte in der NS-Zeit aber auch die Reichsschrifttumskammer ihren Sitz. Nach dem Krieg machte Walter Höllerer als Literaturprofessor an der TU Berlin den Steinplatz erneut zum Treffpunkt zeitgenössischer Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland. Der Buchhändlerkeller, legendäre Kneipen wie die “Dicke Wirtin” und der “Zwiebelfisch”, Buchhandlungen, Antiquariate und das Schillertheater halten die Tradition lebendig – ebenso wie die Vagantenbühne, die mit dem Studiengang “Szenisches Schreiben” an der Universität der Künste kooperiert.

Die Schönheit der großen Stadt – Architektur um den Steinplatz

  • Karsamstag, 08.04.2023, 14 Uhr (Premiere) _(zurückliegend)_
  • Samstag, 08.07.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Samstag, 23.09.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Samstag, 14.10.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_

Stadtführung mit Michael Bienert und/oder Marianne Mielke

1908 publizierte der Architekt und Designer August Endell einen Traktat über “Die Schönheit der großen Stadt”, kurz nach Fertigstellung des heutigen Hotels am Steinplatz, mit dessen organischer Fassadengestaltung Endell ein Zeichen gegen den Historismus der Nachbargebäude setzte. Um den Steinplatz finden sich zahlreiche weitere Ikonen moderner Baugesinnung, insbesondere aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg – wie der neue Konzertsaal der Hochschule der Künste, das Ludwig-Erhard-Haus, das ehemalige Telefunken-Hochhaus oder das Architekturgebäude der TU Berlin am Ernst-Reuter-Platz. Im Haus Hardenberg befindet sich derzeit das Ausweichquartier des Bauhaus-Archivs. Auf dem Ernst-Reuter-Platz steht ein Pavillon aus wiederverwendeten Türen und Fenstern des Bauhaus-Gebäudes in Dessau: ein Beispiel für den kreativen Umgang mit architektonischen Ressourcen.

Ingenieure, Baumeister und Nobelpreisträger – Wissenschaft am Steinplatz

  • Samstag, 06.05.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Samstag, 02.09.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Samstag, 30.09.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_

Stadtführung mit Michael Bienert

Seit die Königlich Technische Hochschule in Charlottenburg im Jahr 1884 eröffnet wurde, ist das Gelände nördlich des Steinplatzes ein Großlabor für Tüftler und Forscher. Neben Institutsgebäuden aus verschiedenen Epochen sind auf dem TU-Campus überraschende Zeugen der Berliner Stadtgeschichte wie eine Säule des alten Berliner Doms und Arkaden der Borsigschen Maschinenbaufabrik zu entdecken. Wo um 1930 das Elektronenmikroskop erfunden wurde, geht es heute um Zukunftstechnologien und nachhaltige Stadtentwicklung. In den letzten Jahren begann die Umgestaltung des Campusgeländes um die Hertzallee: Der TU-Campus soll auch für Besucherinnen und Besucher attraktiver werden, die hier nicht studieren oder arbeiten. Wir schauen uns um!

Telefonistinnen, Dichterinnen, Professorinnen – Frauenleben um den Steinplatz

  • Donnerstag, 18.05.2023 (“Herrentag”), 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Samstag, 17.06.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Samstag, 26.08.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_
  • Sonntag, 15.10.2023, 14 Uhr _(zurückliegend)_

Stadtführung mit Michael Bienert und/oder Marianne Mielke

Vor dem Ersten Weltkrieg lebte die amerikanische Tänzerin Isadora Duncan in der Hardenbergstraße 11, propagierte barfüßig den “Freitanz” und einen selbstbestimmten Lebensstil. In der Weimarer Republik öffnete sich die Hochschule der Künste für Studentinnen und Professorinnen. Käthe Kollwitz und Renée Sintenis bezogen Ateliers am Steinplatz, wie viele namhafte Künstlerinnen nach ihnen. In der Knesebeckstraße residierte Hedwig Courths-Mahler, die Königin des Kitschromans, nicht weit von den Telefonistinnen, die im Fernsprechamt “Steinplatz” in der Goethestraße ihren Dienst taten. An der Kantstraße hielt während der Nazizeit eine Managerin, Elfriede Scheibel, das “Delphi” als Swing-Palast über Wasser. Der Yva-Bogen am Bahnhof Zoo soll in den kommenden Jahren ansprechend gestaltet werden und über die Namensgeberin Yva informieren, die Lehrmeisterin des Starfotografen Helmut Newton war.

Mehr unter www.text-der-stadt.de. Einen Vorgeschmack auf die Stadtspaziergänge mit dem Stadtführer und Autoren Michael Bienert bietet ein zehnminütiger Kurzfilm.

Anmeldung

Eingabebeispiel: (030) 123 456 89

Eingabebeispiel: vorname.nachname@berlin.de

Information über die Gesetzliche Grundlage

  • Berliner Datenschutzgesetz (BlnDSG), § 11 Zweckbindung