Um ein besseres Gesamtbild haben zu können, möchte ich etwas auf die Geschichte Rumäniens eingehen.
Im 18. Jahrhundert lag Temeswar mitten im Habsburger Kaiserreich. Hier bestieg 1740 Maria Theresia den Thron und wurde bereits mit 23 Jahren Kaiserin. Mit dem Frieden von Aachen erlangt die 16-fache Mutter Stabilität in ihrer Regentschaft. Sie ist Herrscherin im Hause Habsburg über Österreich-Ungarn und regiert über 40 Jahre das Habsburger Reich, bestehend aus Österreich-Ungarn und Gebieten in Nord-Ost-Serbien (= “Transsilvanien”), in Kroatien und im nord-westlichen Rumänien, nämlich dem “Banat”, wo auch Temeschburg (heute Timișoara) liegt. Amtssprache ist Deutsch.
Temeschburg wird Regierungssitz für das Banat. Hier ist die Entstehungsgeschichte für die überaus große Pracht der Bürgerhäuser, Palais, Villen, Banken, Regierungssitze früherer Generäle, Regierungsbeamter des Banat, vieler Gärten und Parks zu suchen. Nicht zuletzt deshalb wird Temeschburg bis heute als “Klein-Wien” bezeichnet.
Nach dem 1. Weltkrieg wird das Kaiserreich zerschlagen. Das Banat wird vom rumänischen König übernommen und gehört fortan zum rumänischen Königreich. Dieses existierte bis zum 2. Weltkrieg. Danach muss der König das Land verlassen. Es entsteht ein sozialistischer Staat auf dem von der Sowjetunion eroberten Gebiet.
Die frühere Pracht der Gebäude aus der österreichisch-ungarischen Kaiserzeit ist zu großen Teilen wieder hergestellt. Ebenso werden die 26 (!) Parks der Stadt mit viel Liebe gepflegt.
Der Rosengarten der Stadt wurde von einem Österreicher vor über 150 Jahren angelegt, später von seinem Sohn weitergeführt. Temeswar wird auch als “Stadt der Rosen” bezeichnet. Immer wieder begegnen dem Besucher Beete und Grünanlagen, in die schöne Rosenbeete hineinkomponiert wurden.