Der Fennsee – Herausforderungen und durchgeführte Maßnahmen

  • Blick in westlicher Richtung auf den Fennsee mit vielen Wasserlinsen. Im Vordergrund ist eine blühende Wiese zu sehen. Um den See stehen viele große Laubbäume.

    Blick in westlicher Richtung auf den Fennsee mit vielen Wasserlinsen. Im Vordergrund ist eine blühende Wiese zu sehen. Um den See stehen viele große Laubbäume.

Lage, Funktion und Herausforderungen des Fennsees

Der Fennsee (2,2 ha) liegt in der Grunewaldseenkette und ist über den Talgraben mit dem Hubertussee verbunden. Als Regenrückhaltebecken angelegt, dient er der Regenentwässerung des Stadtteils Wilmersdorf sowie der Autobahn A100. Mit einem Regenwassereinzugsgebiet von ca. 280 ha – deutlich größer als die Seefläche selbst – gelangen bei Regen erhebliche Mengen ungereinigter Straßenabläufe (mit Staub, Laub, Reifenabrieb, Abfall) über die Regenwasserkanalisation in den See.

Dies führt zu:

  • hohem Sauerstoffverbrauch
  • Bildung von Faulgasen (mit Folgen wie Geruchsbelästigung und Fischsterben)
  • erheblicher Gewässerbelastung
  • Massenentwicklung von Wasserpflanzen (z. B. Wasserlinsen, Hornblatt)

Durch die Zunahme von Starkregenereignissen sind die örtlichen Kanalisationen zunehmend überlastet, so dass mehr verschmutztes Regenwasser in den See eingeleitet wird. Infolge des hohen Nährstoffgehalts kommt es nahezu ganzjährig zu Massenentwicklungen von Wasserpflanzen (Wasserlinsen, Hornblatt). Darüber hinaus ist der Fennsee aufgrund seiner steilen Uferbereiche und der fehlenden Flachwasserzonen ökologisch verarmt.

Leider wird im Fennsee häufig gezielt Müll entsorgt. E-Scooter, Einkaufswägen, Möbel etc. werden von der Barbrücke aus in den See geworfen. Doch nach wie vor gilt: Müll darf im oder am Gewässer nicht hinterlassen und schon gar nicht gezielt dort entsorgt werden. Zudem übersteigen die Kosten für die Bergung und Entsorgung des Mülls die dafür zur Verfügung stehenden bezirklichen Mittel.

Durchgeführte Maßnahmen

Zur Verbesserung des Gewässerzustandes und zur ökologischen Aufwertung des Ufers wurden folgende Schritte im Fennsee unternommen:

  • Wasserüberleitung: Um den Wasserstand zu stabilisieren und die Wasserqualität zu verbessern, wird seit 1981 aufbereitetes Wasser aus dem Großen Wannsee (OWA) in die Grunewaldseenkette – und damit in den Fennsee – übergeleitet.
  • Schema zur Wasserüberleitung vom Wannsee in Steglitz-Zehlendorf in die Grunewaldseenkette bis zum Fennsee in Charlottenburg-Wilmersdorf

    Schema zur Wasserüberleitung vom Wannsee in Steglitz-Zehlendorf in die Grunewaldseenkette bis zum Fennsee in Charlottenburg-Wilmersdorf

  • Teilentschlammung 2022/2023: Dabei wurden Schlamm und Abfall aus dem See entfernt.
  • Regelmäßige Müllbergung: Aktive Säuberung des Sees von illegal entsorgtem Müll.
  • Innovatives Verfahren (seit 2024): Zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Reduzierung der
    Geruchsbelästigung wird ein innovatives Verfahren eingesetzt. Dafür wurden 2 Anlagen errichtet (Container, Belüftungsgeräte und Messtechnik), die den See belüften und Calciumnitrat zudosieren, um den Sauerstoffhaushalt zu verbessern und Geruchsbelästigungen zu reduzieren. Erste Erfolge der Maßnahme zeigten sich bereits in 2024, 2025 und 2026. Die Sauerstoffversorgung des Sees hat sich deutlich verbessert und Geruchsbelästigungen konnten deutlich verringert werden.
  • Entnahme von Wasserpflanzen: In 2025 und 2026 wurden Hornblatt und Wasserlinsen aus dem Gewässer entnommen, um die Entwicklung ökologisch wertvoller Unterwasserpflanzen zu fördern und dem Gewässer überschüssige Nährstoffe zu entziehen.
  • Einrichtung von Uferschutzzonen: Am Fennsee-Ufer wurden abschnittsweise Uferschutzzonen in Flachwasserbereichen eingerichtet und aufgewertet. Die dort etablierten heimischen Wasserpflanzen bieten einer Vielzahl von Lebewesen Lebensraum und Nahrung. Insbesondere die Jugendstadien vieler Tiere, wie Libellen, Wasserkäfer, Schnecken, aber auch verschiedene Fischarten und Vögel, sind auf Flachwasserzonen mit ihrer typischen Vegetation angewiesen. Durch die eingerichteten Schutzzonen können sich hier Pflanzen und Tiere ungestört entwickeln und so den ökologischen Zustand des Gewässers verbessern.
  • Blick auf den Fennsee mit vielen Wasserlinsen. Im Vordergrund ist eine Uferschutzzone mit blühenden Pflanzen zu sehen. Im Hintergrund stehen viele große Laubbäume.

    Blick auf den Fennsee mit vielen Wasserlinsen. Im Vordergrund ist eine Uferschutzzone mit blühenden Pflanzen zu sehen. Im Hintergrund stehen viele große Laubbäume.

Förderung

Die Maßnahmen „Innovatives Verfahren“, „Entnahme von Wasserpflanzen“ und „Einrichtung Uferschutz“ werden aus dem Kleingewässerprogramm der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt finanziert.

Ausblick

Durch das innovative Verfahren konnte die Geruchsbelästigung deutlich reduziert werden. Dennoch ist der Fennsee aufgrund des weiterhin hohen Nährstoffeintrags durch ungereinigtes Regenwasser teilweise noch von einem dichten Teppich aus Wasserlinsen überzogen. Eine nachhaltige Beseitigung der Wasserlinsen erfordert einen dauerhaften Entzug überschüssiger Nährstoffe. Dies kann nur durch langfristige Maßnahmen zur gezielten Regenwasserreinigung vor der Einleitung erreicht werden – also durch die Sanierung der Ursache selbst. Der Bezirk arbeitet gemeinsam mit der Senatsverwaltung und den Berliner Wasserbetrieben daran, die Belastung des Sees durch die Regenwassereinleitung weiter zu verringern.

Nur gemeinsam mit Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, werden wir es schaffen, den Fennsee als lebendiges Gewässer zu gestalten. Zum Gelingen ist es wichtig, dass Sie die neu angelegten Uferschutzzonen meiden. So können sich diese Bereiche in Ruhe entwickeln:

  • Uferbereiche nicht betreten und Uferpflanzen nicht entfernen.
  • Hunde in der Nähe der Uferzonen nicht freilaufen lassen, um die Uferzonen nicht zu beschädigen.
  • Wasservögel und andere Tiere nicht füttern. Brot ist schädlich für die Wasservögel und gefährdet die Gewässerqualität durch einen höheren Sauerstoffverbrauch bei den Abbauprozessen.
  • Lassen Sie keinen Unrat in der Parkanlage und auf der Straße liegen! Alles gelangt früher oder später in den See.

Dienstgebäude

Verkehrsanbindungen