Bericht zur Nutzerbefragung der Fahrradboxen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf (Ergebniszusammenfassung)

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Anlass der Befragung

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der zunehmenden Umweltbelastung setzt sich das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf umfassend für den Klimaschutz ein und orientiert sich dabei am Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK 2030).

In diesem Kontext hat das Bezirksamt in den vergangenen drei Jahren den Ausbau abschließbarer Fahrradgaragen (Radboxen) vorangetrieben. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern ein sicheres und komfortables Abstellen ihrer Fahrräder zu ermöglichen und somit die alltägliche Nutzung des emissionsfreien Verkehrsmittel Fahrrad zu fördern.

Bis März 2026 wurden im Bezirk insgesamt 57 Fahrradboxen mit 338 Fahrradstellplätzen eingerichtet, 327 davon wurden kontinuierlich genutzt.

Die Befragung im Überblick

Zur Erfassung der Nutzungserfahrungen wurde im Zeitraum vom 22.01.2026 bis zum 15.02.2026 eine Online-Umfrage über Berlin.de durchgeführt.

Von den insgesamt 327 registrierten Nutzerinnen und Nutzern beteiligten sich 196 Personen an der Umfrage (In Abbildungen mit N=196 gezeichnet), was einer Beteiligungsquote von 60% entspricht.

Die Teilnehmenden waren überwiegend über 30 Jahre alt (97,5%). 58% der Befragten waren Frauen und 40% Männer.

Ergebnisse zum Mobilitätsverhalten der Radbox-Nutzenden

Diagramm, das die Verkehrsmittelwahl nach Altersgruppe aufzeigt

Abbildung 1: Verkehrsmittelwahl nach Altersgruppe

Welche Verkehrsmittel werden am häufigsten genutzt?

Die Ergebnisse zeigen, dass die Nutzerinnen und Nutzer der Radboxen ein umweltfreundliches Mobilitätsverhalten aufwiesen: 58,7% der Befragten verfügten über kein Auto im Haushalt und 70,4% besaßen mehr als zwei Fahrräder.

Als am häufigsten genutzte Verkehrsmittel wurden das Fahrrad (32,5%), der ÖPNV (28,7%) sowie das Zufußgehen (27,6%) genannt (Abb.1). (Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich)

Diagramm, das die Motive der Fahrradnutzung nach Altersgruppen aufzeigt

Abbildung 2: Motive der Fahrradnutzung nach Altersgruppe

Wozu wird das Fahrrad genutzt?

Fast die Hälfte der Befragten nutzten das Fahrrad nahezu täglich.

Fahrräder wurden dabei insbesondere für Freizeitaktivitäten (35,8%), Einkäufe und Dienstleistungen (29,7%) sowie den Arbeitsweg (23,4%) eingesetzt (Abb. 2). (Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich)

Ergebnisse zur Nutzung der Radboxen

Diagramm, das die Motive der Nutzung der Radbox darstellt

Abbildung 3: Motive der Nutzung der Radbox

Was sind die Gründe für die Nutzung eines Stellplatzes in der Radbox?

In dicht bebauten Altbaugebieten der Berliner Innenstadt, wie Charlottenburg, sind sichere Fahrradstellplätze häufig knapp. Wie das Ergebnis der Umfrage zeigt, stellten vor der Nutzung der Radbox 39,8% der Befragten ihre Fahrräder auf dem Innenhof, 38,8% auf der Straße und 37,8% im Keller ab.

Die wichtigsten Gründe für die Nutzung der Radbox sind die erhöhte Sicherheit vor Diebstahl (26,2%) sowie der Schutz vor Regen und anderen Witterungseinflüssen (24,4%) (Abb.3). (Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich)

Ergebnisse zum veränderten Mobilitätsverhalten nach Anmietung der Radbox

Kreisdiagramm, das die Veränderung der Fahrradnutzung seit Nutzung eines Radbox-Stellplatzes darstellt

Abbildung 4: Veränderung der Fahrradnutzung seit Nutzung eines Radbox-Stellplatzes

Inwiefern hat sich die Fahrradnutzung verändert?

Die Nutzung der Radboxen hat Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Befragten. 38,3% der Nutzenden gaben an, seit Anmietung der Radbox häufiger mit dem Fahrrad unterwegs zu sein (Abb. 4).

Für etwa die Hälfte der Teilnehmenden hat sich die Nutzung von Fahrrad und Auto jedoch nicht wesentlich verändert.

Diagramm, das die Motive der anhaltenden Autonutzung aufzeigt und die einzelnen Altersgruppen darstellt

Abbildung 5: Motive der anhaltenden Autonutzung nach Altersgruppe

Wofür wird weiterhin das Auto genutzt?

Basiert auf 256 Antworten haben die Befragten weiterhin Autos für bestimmte Wege genutzt, insbesondere Freizeitaktivitäten (19,5%) sowie Einkäufe und Dienstleistungen (18,3%)3. (Abb. 5). (Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich)

Ergebnisse zur Zufriedenheit mit den Radboxen und Verbesserungswünsche

Die Zufriedenheit mit den Radboxen ist insgesamt sehr hoch: 98,5% der Nutzenden bewerteten die Nutzung mit „sehr gut“ oder „gut“ (1-3). (‘1’ bedeutet sehr zufrieden, ‘5’ sehr unzufrieden)

Zudem würden 92,9% das Angebot weiterempfehlen.

Bei der Umfrage wurden zu Schluss Verbesserungswünsche der Nutzenden mittels freien Antwortfeldern abgefragt. Zur Verbesserung der Nutzungserlebnisse mit der Radbox wünschten sich viele der Befragten noch mehr Komfort, digitale Services und eine hochwertige Gestaltung der Box.

Ein Anliegen davon war ein deutlich größerer Raum pro Stellplatz. Insbesondere moderne E-Bikes, Fahrräder mit Kindersitzen oder Anhängern sowie Kinderwagen benötigten mehr Breite und Rangierfläche, um bequem ein und ausparken zu können. Eine bereitstehende Standluftpumpe-Stellplatz oder abschließbare Fahrradständer (ohne eigene Fahrradschlösser zu nutzen) wurden auch als Wünsche geäußert.

Um das Risiko bei Schlüsselverlust zu reduzieren, wünschten sich manche Nutzenden ein elektronisches Schlüsselsystem. Smartphone (APPS) oder PIN-Code wurden als komfortabler und sicherer wahrgenommen als klassische Metallschlüssel.

Die Wahl des Bauortes erwies sich als weiterer kritischer Faktor für die bequemen Nutzungserlebnisse. Die Plätze in unmittelbarer Nähe von Müllcontainern oder am Bordstein verringerten den Komfort der Nutzung. Ein sichtbares P-Schild wurde positiv hervorgehoben und erleichterte das schnelle Auffinden der Radboxen.

Hinzu kam der Wunsch nach ausgewogenem Sichtschutz, effektivem UV und Hitzeschutz, insbesondere für empfindliche Akkus und elektronische Komponenten von E-Bikes und E-Rollern.

Fazit

Insgesamt zeigt die Umfrage eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit mit dem bestehenden Angebot. Vor dem Hintergrund der positiven Nutzungserfahrungen sowie der weiterhin bestehenden Nachfrage wird ein weiter Ausbau der Radbox-Infrastruktur im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf befürwortet. Die vorgeschlagenen Verbesserungen werden im Falle eines zukünftigen Ausbaus auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.

Die Ergebnisse unterstreichen damit die Bedeutung sicherer und komfortabler Fahrradabstellmöglichkeiten als wichtigen Baustein für die Förderung nachhaltiger Alltagsmobilität im urbanen Raum.

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