Am Sonntag, den 17. Mai, kamen rund 15 interessierte Bewohner*innen zu einem zweistündigen Stadtteilspaziergang rund um das Thema Klimaanpassung im Kiez zusammen.
Los ging es bei der Koordinierungsstelle für Natur-, Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsbildung Charlottenburg-Wilmersdorf, kurz NUK+N. Corinna Steffensen stellte dort die Arbeit der Koordinierungsstelle vor. Weitere Informationen dazu findet ihr auf der Homepage von NUK+N:. Anschließend begrüßten Paul Hagenaars und Maria Kondra vom Bezirksamt gemeinsam mit Janine Dušek vom Planungsbüro plan zwei die Teilnehmenden.
Die erste Station war die Kiezinsel in der Mindener Straße. Sie wurde im April bepflanzt und mit den für die Mierendorffinsel typischen roten Sitzbänken ausgestattet. Da die Pflanzen erst vor Kurzem eingesetzt wurden, brauchen sie noch etwas Zeit, um richtig anzuwachsen. Der Holzzaun wurde vom Bezirksamt selbst angefertigt und passt gestalterisch zu den bereits bestehenden Entsiegelungsmaßnahmen auf der Mierendorffinsel. Für den noch offenen Bereich in der Mitte der Kiezinsel wird aktuell geprüft, wie er sinnvoll ergänzt werden kann – zum Beispiel durch eine weitere Sitzbank, einen Tisch oder ein ähnliches Element.
Weiter ging es zur zweiten Kiezinsel in der Brahestraße. Dort steht die Begrünung noch aus, soll aber zeitnah umgesetzt werden. Beide Kiezinseln sind in Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover entstanden. Sie schaffen schattige Aufenthaltsorte im Straßenraum und leisten als sogenannte „Kühlinseln“, wie sie im Berliner Klimaanpassungsgesetz beschrieben werden, einen Beitrag zur Klimaanpassung und zu mehr Aufenthaltsqualität im Quartier.
Anschließend führte der Spaziergang in die Sömmeringstraße. Dort konnten die Teilnehmenden den neu entsiegelten Bereich des Straßenunterstreifens besichtigen. Der nördliche Abschnitt ist bereits fertiggestellt, während im südlichen Bereich noch gearbeitet wird. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll dort eine Aussaat erfolgen, die vom Fachbereich Grünflächen erprobt wird. Dabei soll geprüft werden, ob sich diese Form der Begrünung für Entsiegelungsmaßnahmen im Straßenraum eignet und langfristig bewährt.
Zum Abschluss besuchte die Gruppe die Ilsenburger Straße. Dort wurde das LIFE impaQt-Projekt noch einmal kurz vorgestellt. Gemeinsam sammelten und diskutierten die Teilnehmenden erste Ideen, wie Baumscheibenerweiterungen, zusätzliche Baumpflanzungen, Vorgärten und Fassadenbegrünungen besser miteinander verbunden werden können. Ziel ist es, das Straßenbild langfristig und nachhaltig grüner zu gestalten.
Vielen Dank an alle interessierten Teilnehmenden, die unseren Kiezspaziergang begleitet haben!
Wir freuen uns schon auf die nächste gemeinsame Veranstaltung am 21. September in der Ilsenburger Straße. Dann möchten wir direkt vor Ort mit Anwohnenden über das Projekt, konkrete Maßnahmen, erste Pläne und weitere Ideen ins Gespräch kommen. Bereits vorher findet ihr uns am 12. Juni auf dem Kiezfest der Mierendorffinsel. Wir freuen uns auf den Austausch!
Fragen während des Spaziergangs:
Warum sind Baumscheiben mit Kies bedeckt und nicht bepflanzt?- Bei neu angelegten Baumscheiben wird häufig eine Schicht aus Kies oder kleinen Steinen verwendet. Dafür gibt es mehrere praktische Gründe. Die Kiesschicht ist wasser- und luftdurchlässig und sorgt dafür, dass Regenwasser gut in den Boden gelangen kann. Gleichzeitig verdichtet sich die Oberfläche nicht so schnell, was für die Versorgung der Baumwurzeln wichtig ist und das Anwachsen junger Bäume unterstützen kann. Wer sich im Bezirk für Baumscheiben engagieren möchte, kann eine Patenschaft für eine Baumscheibe übernehmen.
- Grundsätzlich sind durchlässige Hochborde sinnvoll, da Niederschlagswasser von der Straße dadurch nicht ungenutzt in die Kanalisation abgeleitet wird, sondern vor Ort zur Bewässerung und Unterstützung der Begrünung genutzt werden kann, sofern dies im Rahmen der Niederschlagswasserfreistellungsverordnung zulässig ist. Da es sich bei den vorliegenden Kiezinseln um Pilotprojekte handelt, wurden durchlässige Hochborde in der aktuellen Planung noch nicht berücksichtigt. Für zukünftige Kiezinseln soll dieser Ansatz jedoch, sofern die örtlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen dies ermöglichen und es planerisch sinnvoll ist, mitgedacht und geprüft werden.
- Im Bezirk werden zunehmend klimaangepasste Baumarten berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem Ahorn (Acer), Hainbuche (Carpinus betulus) und Linde (Tilia). Welche Baumart gepflanzt wird, hängt jeweils vom Standort und den örtlichen Bedingungen ab. Eine Übersicht weiterer Zukunftsbäume findet sich im Bericht zum ökologischen Grünflächenmanagement auf Seite 40.