STEINPLATZ reloaded - Kunstprojekt

Steinplatz reloaded - Denkmäler

2018: Skulpturen aus Sperrholz, Luftpolsterfolie und Gurten, die vorgaben Denkmäler zu enthalten

Im Sommer 2018 realisierten Stefka Ammon und Katharina Lottner die temporäre Kunstinstallation STEINPLATZ reloaded. Ereignisse aus 133 Jahren Steinplatz wurden in Form verpackter Denkmäler auf dem Platz erlebbar.

Wer weiß noch, dass hier 1904 das erste vom Stein-Denkmal geplant wurde, dass sich 1921 der sogenannte Mördermord ereignete und der Nazi-Terror auch am Steinplatz Anpassungs- und Widerstandsstrategien generierte? Dass Romy Schneider und Alain Delon hier nach einer durchzechten Nacht in der Vollen Pulle stritten? Und dass an diesem Ort 1968 Student:innen demonstrierten?

Ammon und Lottner recherchierten die Geschichte(n) und produzierten 24 Skulpturen aus Sperrholz, Luftpolsterfolie und Gurten, die vorgaben, Denkmäler zu enthalten. Die Installation wurde durch Schilder vervollständigt, die das jeweilige Ereignis oder die bedachte Person kurz beschrieben. Besucher:innen konnten bei Betreten des Platzes ihre eigene erlebte Gegenwart als Geschichte wahrnehmen – und Geschichte als Gegenwart.

Im Zeitraum der Installation fanden wöchentliche Führungen durch den Berliner Schauspieler und Literaturführer Eckehard Hoffmann statt. Autor:innen der Berliner Kiezpoeten interviewten die Besucher:innen für die gleichnamige Publikation zu ihren Erlebnissen und Erinnerungen vom Steinplatz.

Steinplatz reloaded - Karte

Karte der 24 Denkmäler

Freiherr vom und zum Stein.

Freiherr vom und zum Stein.

1 Porträtbüste Freiherr vom Stein (vorhanden)

Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (*1757 †1831), preußischer Beamter, Staatsmann und Reformer. Bis heute berühmt für die gemeinsam mit Karl August von Hardenberg und weiteren Zeitgenossen von 1808-1815 konzipierten und durchgeführten umfangreichen Preußischen Reformen. Diese führen das Königreich in Landwirtschaft, Bildung, Militär, Verwaltung und anderen Bereichen aus dem Zeitalter des Feudalismus und legen somit Grundsteine für die bald folgende Industrialisierung.

Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus, 29.5.2007, Foto: KHMM

2 Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus (vorhanden)

Die Initiative für das Mahnmal geht während des Kalten Krieges von der Berliner Vereinigung der Opfer des Stalinismus e. V./Gemeinschaft von Verfolgten und Gegnern des Kommunismus e. V. (VOS) aus. Sie wird am 9. Februar 1950 in West-Berlin von ehemaligen Häftlingen des 1950 aufgelösten sowjetischen Speziallagers Sachsenhausen (nördlich von Berlin) gegründet und im Kalten Krieg vom britischen Geheimdienst politisch instrumentalisiert.

Gedenkstein Steinplatz, breit

3 Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus (vorhanden)

Der Gedenkstein von 1953 wird allein vom Bund der Verfolgten des Naziregimes (BVN) finanziert und errichtet. Dies kann als bezeichnend für das von Verdrängung und Beschweigen der NS-Zeit geprägte Nachkriegsklima in Deutschland angesehen werden. In ihren Anfängen kooperiert die Organisation gelegentlich mit der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU), einer antikommunistischen Spionagegruppe und politischen Interessenvertretung, die in Konkurrenz zur Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) steht.

„Flora" Steinplatz, Bronzeplastik, geschaffen von Fritz Klimsch 1920 bis 1921, aufgestellt 1921

„Flora" Steinplatz, Bronzeplastik, geschaffen von Fritz Klimsch 1920 bis 1921, aufgestellt 1921

4 Floradenkmal

Fritz Klimsch, (*1870 †1960), Bildhauer, studiert an der Königlichen Akademischen Hochschule für die bildenden Künste an der Hardenbergstraße. 1898 gründet er u. a. mit Max Liebermann die Berliner Secession. 1921 erschafft er die Bronze Flora für den Steinplatz und wird Professor an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst gegenüber. Später verschreibt er sich der Ideologie der Nazis und wird in Hitlers sogenannte Gottbegnadeten-Liste aufgenommen. 2018 wird die Plinte des im Krieg zerstörten Floradenkmals geborgen und ist wieder sichtbar, die Skulptur selbst bleibt unauffindbar.

Modell Elefantenbrunnen, August Gaul, 1905

Modell Elefantenbrunnen, August Gaul, 1905

5 Pelikan und Elefantenbrunnen von August Gaul (erster Versuch für ein Freiherr vom Stein-Denkmal)

1905 feiert Charlottenburg seine 200-Jahr-Feier. Dabei kommt der Wunsch auf, auf dem Steinplatz ein Denkmal für den Namensgeber aufzustellen. Den ersten Preis des ausgelobten Gestaltungswettbewerbs gewinnt der bekannte Tierbildhauer August Gaul (*1869 †1921) mit seinem Entwurf für einen Brunnen mit einer Gruppe von Pelikanen und einem seinen Rüssel hebenden Elefanten. Dieser wird allerdings bis auf ein kleines Modell nie umgesetzt.

Pension Steinplatz

Pension Steinplatz

6 Denkmal August Endell

August Endell (*1871 †1925), Architekt, wird zur Jahrhundertwende ein radikaler Vertreter des neu aufkommenden Jugendstils. 1907 werden das Hotel am Steinplatz (ursprünglich als gehobenes Mietshaus) und die Hackeschen Höfe in Berlin-Mitte nach seinen Plänen gebaut. Seine berühmteste Jugendstil-Fassadengestaltung realisiert er bereits 1896 als 25-Jähriger in München. Sie wird 1937 von den Nazis als „entartet“ abgerissen – unweit des neu gebauten Hauses der Deutschen Kunst.

Kriegslazarett in der Berliner Kunstakademie

Kriegslazarett in der Berliner Kunstakademie

7 Denkmal Kriegslazarett Hardenbergstraße

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird im Zuge der Mobilmachung im Gebäude der damaligen Königlichen Akademischen Hochschule für die bildenden Künste das I. Reservelazarett eingerichtet. Bereits am 5. September 1914 stehen alle Räume der unteren Geschosse inkl. Operationssaal und Badeeinrichtungen für 320 Betten fertig zur Verfügung. Während des rechtsradikalen Kapp-Putsches im März 1920 wird das Lazarett hastig und vorübergehend wieder eingerichtet.

Mehemed Talât Pascha in Berlin, keine Zeitangabe

Mehemed Talât Pascha in Berlin, keine Zeitangabe

8 Denkmal Mördermord

Talât Pascha (*1874 †1921), Großwesir und Innenminister des Osmanischen Reiches, ist maßgeblich verantwortlich für den Völkermord an den Armenier:innen. Nach Ende des 1. Weltkriegs wird er 1919 bei den Unionistenprozessen in Konstantinopel zum Tode verurteilt. Zu diesem Zeitpunkt ist Pascha mit Wissen der deutschen Behörden in Berlin untergetaucht. 1921 wird er aus Rache unweit des Steinplatzes von dem jungen Armenier Soghomon Tehlirian (*1897 †1960), erschossen. Dieser emigriert nach kurzer Haftstrafe in die USA.

Soghomon Tehlirian

Soghomon Tehlirian

Gedenktafel für Bernhard Weiß, 23.4.2011, Foto: KHMM

Gedenktafel für Bernhard Weiß am Haus Steinplatz 3

9 Denkmal Bernhard Weiß (vorhanden)

Dr. Bernhard Weiß (*1881 †1951), Jurist und Polizeivizepräsident von Berlin, verteidigt bereits in den 1920er-Jahren qua seines Amtes die Öffentlichkeit gegen die Straftaten der Nazis. 1933 entgeht er nur knapp seiner Verhaftung durch die NS-Behörden, indem er durch den Hintereingang seines Wohnhauses am Steinplatz flieht. Über Prag emigriert er nach London, wo er 1951 verstirbt. Kurz zuvor will Ernst Reuter, der Regierende Bürgermeister West-Berlins, Weiß noch als Berater zum Aufbau der Polizeibehörden gewinnen – doch dazu kommt es nicht mehr.

Frau Erna Zellermayer mit ihren Söhnen Heinz (rechts) und Achim, 1963

Frau Erna Zellermayer mit ihren Söhnen Heinz (rechts) und Achim, 1963

10 Denkmal Familie Zellermayer

Max Zellermayer (*1863 †1933), Bankier, Kaufmann und Hotelbesitzer, erwirbt 1913 das umgebaute Wohnhaus am Steinplatz 4 und eröffnet hier das Hotel am Steinplatz. Nach einem Verhör durch die Nazis 1933 stirbt der von einer Angestellten als Halbjude Angezeigte an einem Herzinfarkt. Seine Frau Erna und die drei Kinder überleben den Krieg mit einem improvisierten Hotelbetrieb, bauen das stark zerstörte Gebäude wieder auf und gründen dort ein Restaurant und die berühmte Bar Volle Pulle. Seine Tochter Ilse Eliza wird eine erfolgreiche Opernagentin und stirbt 2020 hundertjährig in Berlin.

Straßenszene in Berlin um 1940

Straßenszene in Berlin um 1940

11 Denkmal für die Vertreibung und Ermordung jüdischer Anwohner:innen vom Steinplatz 1933-45

Das Denkmal erinnert an das Schicksal der jüdischen deutschen Mitbürger:innen: Anwohner:innen, Nachbar:innen, Selbstständigen und Angestellten, die mit der Machtübergabe an die Nationalsozialist:innen unverhohlene Diskriminierung, Ausgrenzung und Demütigung erfahren und denen kurze Zeit später mit Berufsverboten und Kündigungen die Existenzgrundlage genommen wird. Viele Nachbar:innen vom Steinplatz überleben den Holocaust nicht.

Elisabeth Schumacher um1935

Elisabeth Schumacher um1935

12 Denkmal Elisabeth Schumacher

Elisabeth Schumacher (*1904 †1942), Grafikerin und Widerstandskämpferin, studiert Grafik an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst gegenüber des Steinplatzes. 1934 heiratet sie den Bildhauer Kurt Schumacher. Das Ehepaar schließt sich dem Freundeskreis um Libertas und Harro Schulze-Boysen an, der später von der Gestapo als „Rote Kapelle“ bezeichnet wird. Sie wird enttarnt und wie ihr Mann vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt. Beide werden am 22. Dezember 1942 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Karl Dönitz (rechts) im Gespräch mit Kapitänleutnant Herbert Wohlfahrt um 1940

Karl Dönitz (rechts) im Gespräch mit Kapitänleutnant Herbert Wohlfahrt um 1940

13 Denkmal U-Bootstab der Marine Großadmiral Dönitz

Karl Dönitz (*1891 †1980), Marineoffizier, Nationalsozialist und verurteilter Kriegsverbrecher. Nachdem das Hauptquartier der Marine ausgebombt wird, bezieht Dönitz mit seinem Stab das dafür umgebaute Hotel am Steinplatz. Die Besitzerin Erna Zellermayer und ihre Kinder leben von März bis Dezember 1943 mit den Nationalsozialist:innen unter einem Dach. Danach zieht das Hauptquartier weiter nach Bernau. Dönitz, von Hitler als Nachfolger bestimmt, verbüßt nach dem Krieg eine zehnjährige Haftstrafe.

Gedenktafel Charlotte Salomon Wielandstr 15, Berlin

Gedenktafel Charlotte Salomon Wielandstr 15, Berlin

14 Denkmal Charlotte Salomon

Charlotte Salomon (*1917 †1943) wird im Februar 1936 regulär an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst (heute UdK) immatrikuliert, da ihr Vater als Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs anerkannt ist. Nachdem ihr der erste Platz bei einem Wettbewerb wegen ihrer jüdischen Herkunft versagt wird, verlässt sie die Hochschule und emigriert mit ihrer Familie nach Frankreich. Dort erschafft sie von 1940 bis 1942 “Leben? Oder Theater?”, einen comic-artigen Werkzyklus, der ihr Leben in der Ungewissheit und Angst behandelt. Sie wird verraten, deportiert und 1943 in Auschwitz ermordet.

Eine Gedenktafel für Charlotte Salomon hängt am Haus Wielandstraße 15.

Filmbühne am Steinplatz, 1999

Filmbühne am Steinplatz, 1999

15 Denkmal Café und Filmbühne am Steinplatz

Die Filmbühne am Steinplatz wird 1950 von Allan O. Hagedorff (*1916 † 2007) gegründet und bietet unter dem Nachfolger Ernst Remmling (dem Begründer der Gilde deutscher Filmkunsttheater) ab 1957 als eines der ersten deutschen Programmkinos eine perfekte Mischung aus anspruchsvoller Filmkunst und gemütlichem Cafébetrieb. Das Café Steinplatz wird zum Herzstück der linken 68er-Bewegung des zwanzigsten Jahrhunderts.

Marshallplan Schild (ca. 1950)

Marshallplan Schild (ca. 1950)

16 Denkmal Marshall-Plan

Der Marshall-Plan (ERP) 1947-1952, offiziell European Recovery Program (kurz ERP), ist ein großes Konjunkturprogramm der USA, das nach dem Zweiten Weltkrieg dem wirtschaftlich geschwächten Westeuropa und den USA selbst zugutekommt. Es besteht teils aus Krediten, aber auch Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren. Die meiste Hilfe erhält Großbritannien; die neugegründete BRD und West-Berlin bekommen ab 1949 Fördermittel. Das Hoechst-Haus am Steinplatz wird mit Mitteln aus dem Marshall-Plan finanziert.

Hoechst AG

Hoechst AG

17 Infostele Hoechst AG

Die Hoechst AG wird 1863 in Frankfurt am Main gegründet und entwickelt sich zu einem der drei größten Chemie- und Pharmaunternehmen Deutschlands. Nach mehreren Fusionen zur I.G. Farbenindustrie AG produziert Hoechst als Tochtergesellschaft u.a. Pharmaprodukte. Hoechst beteiligt sich an monströsen „medizinischen Experimenten“ mit inhaftierten Menschen in KZs (u.a. Fleckfieberpräparate). Kein Verantwortlicher des Werks Hoechst wird dafür je juristisch belangt. Die ehemalige Berliner Dependance liegt direkt am Steinplatz.

Eingang zur Vollen Pulle, 1972

Eingang zur Vollen Pulle, 1972

18 Denkmal Volle Pulle

Volle Pulle ist eine Bar am Steinplatz, die im Hotel am Steinplatz 1950 als Künstlerlokal von Achim Zellermayer eröffnet wird. Sie ist Treffpunkt für die Kulturbohème Berlins – von Heinrich Böll und Arthur Koestler über Ignazio Silone bis zu Thornton Wilder und Ilja Ehrenburg. Auch viele Musiker sind Stammgäste: neben Pablo Casals auch Claudio Arrau, Paul Hindemith, Zubin Mehta und Wieland Wagner.

19 Denkmal Gretchen und Rudi

Gretchen Dutschke-Klotz (*1942), Autorin, ehemalige Studentenaktivistin und Rudi Dutschke (*1940 †1979), marxistischer Soziologe und Aktivist, lernen sich im Sommer 1964 im Café am Steinplatz kennen, verlieben sich und heiraten 1965. Als Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) engagiert sich Rudi Dutschke gegen die Notstandsgesetze und Altnazis, gegen den Vietnam-Krieg und Kapitalismus. 1968 überlebt er ein Attentat, stirbt aber an den Spätfolgen.

Eine Gedenktafel für für Rudi Dutschke befindet sich vor dem Haus Kurfürstendamm 141

Hilde Körber

Hilde Körber

20 Denkmal Hilde Körber

Die Schauspielerin Hilde Körber (*1906 †1969), ist von 1929 bis 1938 mit dem Regisseur Veit Harlan verheiratet, der ihr zusätzlich zu Film-Popularität verhilft. Nach Kriegsende engagiert sie sich neben ihrer nahtlos weitergeführten Filmkarriere kurz als Stadtverordnete für die Berliner CDU. 1951 gründet sie eine Schauspielschule, die 1964 in die damalige Hochschule für Musik als Abteilung für darstellende Kunst in der Hardenbergstraße gegenüber des Steinplatzes integriert wird. Körber wird ab 1965 Professorin.

Julius Posener, 1975

Julius Posener, 1975

21 Denkmal Julius Posener

Julius Posener (*1904 †1996), Architekturhistoriker, studiert von 1923-1929 Architektur an der TH Berlin-Charlottenburg u. a. bei Hans Poelzig. Danach arbeitet er u. a. im Büro von Erich Mendelsohn in Berlin, flieht 1933 nach Paris und emigriert 1935 nach Palästina. 1941 meldet er sich freiwillig zur britischen Armee und lehrt nach Ende des Krieges in London. 1961 übernimmt er den Lehrstuhl für Baugeschichte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste. Posener verfasst Werke zur Architekturgeschichte, die bis heute Standard-Werke des Faches sind.

Plakat für Konzert, 1970

Plakat für Konzert, 1970

22 Denkmal TU-Mensa

In der Alten TU-Mensa finden in den 1970er Jahren zahlreiche Veranstaltungen des linken Spektrums der Studentenbewegung statt. Im Sommer 1971 treten Ton Steine Scherben auf. Im Anschluss an eine legendäre Anarcho-Fete kommt es zu einer der ersten spontanen Hausbesetzungen der BRD: eine leere Fabrik in Kreuzberg. Auch die Besetzung des heutigen Kunstquartiers Bethanien kurze Zeit später verläuft erfolgreich – dieses ist aus dem heutigen Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken.

Cemal-Kemal-Altun-Gedenkstein by Akbar Behkalam, Hardenbergstraße 20, Berlin-Charlottenburg

Cemal-Kemal-Altun-Gedenkstein by Akbar Behkalam, Hardenbergstraße 20, Berlin-Charlottenburg

23 Denkmal Cemal Kemal Altun (vorhanden)

Cemal Kemal Altun (*1960 †1983), ist ein politisch verfolgter Student, der vor dem Militärputsch aus der Türkei flieht. Als er Asyl in West-Berlin beantragt, informiert das BKA türkische Behörden, die einen Auslieferungsantrag stellen. Altun wird verhaftet und begeht aus Angst vor der Abschiebung bei seinem Verhandlungstermin vor dem Oberverwaltungsgericht in der Hardenbergstraße mit einem Sprung aus dem Fenster Suizid. Sechs Monate später wird ihm posthum das Recht auf Asyl zugesprochen.

(Das Denkmal befindet sich vor dem Haus Hardenbergstraße 20 gegenüber dem Oberverwaltungsgericht.)

Renée Sintenis, 1930

Renée Sintenis, 1930

24 Denkmal für die ersten Professorinnen der Künste

Die UdK, größte Kunsthochschule Europas und mit ihrer Gründung 1669 eine der ältesten, lässt Frauen seit 1869 Musik studieren, bildende Kunst seit 1918. Die Berufung der ersten Professorin der Freien bildenden Kunst erfolgt erst 1948 mit der Bildhauerin Renée Sintenis (*1888 †1965). Sie lehrt bis zu ihrer Emeritierung 1955. Es dauert mehr als dreißig Jahre, bis Rebecca Horn (*1944 †2024) nach wochenlangen unterstützenden Protesten der Student:innenschaft ihre Professur antreten kann, die der akademische Senat zunächst trotz ihrer Wahl verhindern wollte.

Rebecca Horn

Rebecca Horn

Ausleih- und Kaufmöglichkeiten

Die Publikation “STEINPLATZ reloaded” dokumentiert die Installation und die recherchierten Ereignisse ausführlicher.
Sie enthält historische Bilddokumente und weiterführende Quellen.

Das Buch und das E-Book sind beim Verlag EECLECTIC erhältlich.

(Weitere Informationen zu Ausleihmöglichkeiten folgen.)

  • Steinplatz reloaded - Denkmal

    Skulpturen aus Sperrholz, Luftpolsterfolie und Gurten, die vorgaben Denkmäler zu enthalten

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