Pflege von Beeten und Rabatten

Blumen, Stauden und Kräuter bieten einen farbenfrohen Blickfang, verströmen betörenden Duft und laden nicht nur uns Menschen, sondern auch Bienen, Schmetterlinge und Co. zum Verweilen ein. Die Pflege dieser kleinen Oasen bereitet eine besondere Freude.

Die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema ”Pflege von Beeten und Rabatten“:

  • 1. Wann spricht man von Beeten, wann von Rabatten?

    Bei der Gestaltung von Parkanlagen und Plätzen steht neben dem Prinzip der Nützlichkeit auch der Wunsch im Vordergrund, ein schönes Landschaftsbild zu erschaffen. Beete und Rabatten gehören zu den wichtigsten Strukturelementen, um dieses Ziel zu erreichen.

    Rabatten sind streng geometrisch, eher lang und schmal, manchmal auch als Rondell ausgestaltet. Oft dienen sie als Begrenzungslinien, zum Beispiel vor Mauern, entlang von Wegen und als Abschluss von Rasenflächen. Den höchsten künstlerischen Ansprüchen entspricht die Blumenrabatte, die eine besondere Aufmerksamkeit und Bewunderung des Betrachters wecken soll. Die klassische Form entstand im 17. und 18. Jahrhundert und diente vor allem repräsentativen Zwecken – Beispiele sind die symmetrisch aufgebauten Schlossgärten und Parks des Barock.

    Dagegen sind Beete weniger streng in ihrer Geometrie, ihre Formen folgen eher praktischen Erwägungen bzw. der Form der vorhandenen Flächen. So gesehen, sind Rabatten spezielle Formen von Beeten, die bestimmten Gestaltungskriterien folgen. Welche Pflanzen auf Beeten oder Rabatten wachsen, spielt für die Definition zunächst keine Rolle.

  • 2. Was sind Schmuckbeete und welche Funktionen sollen sie erfüllen?

    Schmuckbeete sind meist kleinere gärtnerisch gestaltete Flächen, die in erster Linie Auge und Herz der Betrachtenden erfreuen sollen. In der Regel werden ein- bis zweijährige Pflanzen verwendet, die im Jahresverlauf ausgewechselt werden. Welche Farben und Blütenformen eingesetzt werden, kann ganz unterschiedlich sein, Hauptsache, die Flächen sind repräsentativ und “machen was her”. Der Phantasie sind hier nur wenige Grenzen gesetzt, solange eine ordnende Hand erkennbar bleibt.

    Schmuckbeete erfüllen vor allem eine ästhetische Funktion. Das wechselvolle Spiel aus Form und Farbe der Pflanzen sowie ihrer Blütenpracht spricht verschiedene Sinne an und trägt dazu bei, einen Raum zu schaffen, in dem sich Menschen gerne aufhalten. Die ökologische Funktion von Schmuckbeeten ist eher gering. Doch auch sie können einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten, wenn heimische Stauden sowie Pflanzen, deren Blüten Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und Insekten bieten, verwendet werden.

  • 3. Was sind Rabatten und welche Funktionen sollen sie erfüllen?

    Rabatten sind gärtnerisch angelegte repräsentative Flächen, die strengen geometrischen Formen folgen und vor allem eine ästhetische Funktion erfüllen. Anders als Schmuckbeete sind Rabatten auf eine längere Dauer ausgelegt, werden also nicht mehrmals im Jahr neu bepflanzt. Danach richtet sich die Auswahl der Pflanzen, die sich vor allem aus ausdauernden Stauden, Gräsern, Farnen sowie einzelnen Rosen und Ziersträuchern zusammensetzt. Auch reine Edelrosenbepflanzungen werden den Rabatten zugeordnet (während Wildrosenpflanzungen zu den Blüh- und Decksträuchern zählen).

    Die Gestaltung der Rabatten folgt dem Konzept, mit der Pflanzenauswahl den Verlauf der Jahreszeiten auf eine ästhetische Weise sicht- und erlebbar zu machen. Rabatten sollen sich als Highlight in einer öffentlichen Grünanlage präsentieren und mit ihrer Blütenpracht Besucher zum Verweilen einladen.

    Je nach Zusammensetzung der Pflanzen können Rabatten auch wichtige ökologische Funktionen erfüllen. Wenn einheimische Pflanzen integriert und die Eignung der Blüten als Insektenweide berücksichtigt werden, fördert das die Artenvielfalt. Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten finden nicht nur Nahrung, sondern auch Lebensraum, zum Beispiel für die Vermehrung. So können auch spezialisierte, oft vom Aussterben bedrohte Insekten gefördert werden und diesem künstlich geschaffenen Biotop einen ökologischen Wert geben.

  • 4. Was sind typische Pflegemaßnahmen in Beeten?

    Schmuckbeete werden so konzipiert, dass sie über einen längeren Zeitraum im Jahr einen gleichbleibenden Eindruck vermitteln. Blumen blühen jedoch nicht aus Selbstzweck, sondern wollen eigentlich Samen bilden und für Nachkommen sorgen. Deshalb entwickeln sich Blüten nach der Bestäubung und Befruchtung zu Samen und Früchten und mit der Schönheit der Pflanze ist es meist vorbei. Das Erscheinungsbild eines Schmuckbeetes ändert sich daher im Jahresverlauf rasch.

    Infolgedessen ist die regelmäßige Pflege von Beeten zwar aufwändig, aber unerlässlich. Verwelkte Blüten und Blätter müssen wiederholt entfernt werden und spätestens nach dem Abblühen der Mehrzahl der Pflanzen muss ein Wechsel stattfinden. Dann wird ein neues Erscheinungsbild komponiert, das wieder in sich stimmig ist und eine weitere Weile vorhält.

    Die Pflege von Schmuckbeeten ist umfangreich und zeitaufwändig. Im Einzelnen gehören folgende Maßnahmen dazu:

    • Abräumen: Entfernen der alten Bepflanzung sowie von Unkraut; sorgfältiges Herausnehmen und artgerechte Aufbewahrung von Blumenzwiebeln, die im nächsten Jahr wieder verwendet werden sollen.
    • Bodenvorbereitung: Bodenbearbeitung, bei Bedarf Ergänzung oder Austausch, tiefgründige Lockerung je nach Zustand.
    • Neupflanzung: Zusammenstellen der Pflanzen und Einpflanzen bei trockener Witterung nach dem vorgegebenen Plan. Frühjahrsblüher werden im Herbst, Blumenzwiebeln im Oktober/November des Vorjahres gesetzt, Sommerflor nach den letzten Nachfrösten. Gegen hungriges Wild und Schädlinge sind geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
    • Laufende Pflegearbeiten: Nachpflanzen, wenn Einzelpflanzen ausfallen, um das Gesamtbild zu erhalten. Verblühte Pflanzenteile bei Bedarf entfernen. Lockerung des Bodens, insbesondere vor Düngung. Mulchen, um den Boden zwischen den Pflanzen bedeckt zu halten. Aufwachsende Pflanzen, die nicht ins Konzept gehören (“Unkraut” etc.), werden zeitnah ausgeräumt, bevor sie aussamen können.
    • Pflanzen versorgen: Regelmäßiges Wässern je nach Witterung, technischen Möglichkeiten und Bedarf der Pflanzen. Düngen nach Bedarf der Pflanzen und Ergebnissen von Bodenanalysen, dabei auf Mangelerscheinungen achten. Bei Schädlingsbefall geeignete Pflanzenschutzmaßnahmen ergreifen.
    • Sonstiges: Stehen Bäume und Hecken in der Nähe, müssen regelmäßig das Laub und auch Samen bzw. Früchte entfernt werden. In Anlagen mit Publikumsverkehr muss auch mit Unrat und Abfall gerechnet werden, der ebenfalls aus den Beeten entfernt werden muss.
  • 5. Was sind typische Pflegemaßnahmen in Rabatten?

    Rabatten sollen ihr sorgfältig komponiertes Artenspektrum über einen längeren Zeitraum beibehalten und dabei den Jahresverlauf der Vegetation widerspiegeln. Mehrmaliger Pflanzenwechsel während der Vegetationsperiode ist hier ausdrücklich nicht vorgesehen. Es kommt bei der Pflege darauf an, die Balance aus einem wiedererkennbaren Gesamtkonzept und dem Fortschreiten der Vegetationsphasen im Jahresverlauf aufrecht zu erhalten.

    Die Intensität der Pflege und die jeweiligen Tätigkeiten sind abhängig von den Pflanzen in der Komposition. Einheimische Stauden und Ziersträucher erfordern weniger Aufwand als gebietsfremde Arten. Ein besonders hoher Pflegeaufwand ist bei Rosen anzusetzen. Zentrales Ziel der Pflege ist es, über einen möglichst langen Zeitraum immer Pflanzen in der Blüte zu haben.

    Die Pflegemaßnahmen im Einzelnen:

    • Blütenschnitt: Mit einem Rückschnitt bzw. Entfernen von verblühten Blütenständen kann die Blütezeit bei einigen Stauden verlängert werden. Außerdem soll die Samenverbreitung verhindert werden. Mit einem Sommerschnitt soll speziell das Wachstum der Rosen gefördert werden.
    • Remontierschnitt: Bei Stauden, die vor dem Sommer schon blühen, werden im Juni bis Juli die Blühstängel radikal zurückgeschnitten. Das fördert einen erneuten Austrieb mit einem weiteren Blütenflor. Eine zusätzliche Düngung und bei Bedarf eine intensive Wassergabe unterstützen die Wirkung.
    • Winterrückschnitt: Etwa im Februar/März wird der Winterschnitt bei einigen Staudenarten durchgeführt. Allerdings reagieren manche Arten darauf mit einer erhöhten Frostempfindlichkeit.
    • Winterschutz: Einige empfindliche Stauden und Ziersträucher benötigen im Winter besondere Schutzmaßnahmen gegen Frost, Sonneneinstrahlung und Wind. Laub, Reisig oder der Rückschnitt können dazu verwendet werden, Einbinden mit Schutzvlies ist ebenfalls eine bewährte Maßnahme. Rosen weden im späten Herbst angehäufelt, Blumenzwiebeln werden herausgenommen und frostsicher gelagert. Im Frühjahr ist der Winterschutz rechtzeitig zu entfernen, um den Austrieb nicht zu behindern.
    • Bodenvorbereitung: Abräumen alter Pflanzungen mit Wurzeln, Steinen, Stöcken und sonstigem Unrat. Unkräuter, vor allem solche, die aus tielfsitzenden Pfahlwurzeln und Rhizomen wieder austreiben (Wurzelunkräuter), müssen sorgfältig entfernt bzw. mit den Wurzeln ausgegraben werden. Nach einer ausführlichen Bodenanalyse muss der durchwurzelbare Raum tiefgründig und locker aufbereitet werden. Verdichtete Horizonte sind aufzubrechen, um einen geordneten Wasserabfluss zu gewährleisten. Bei Bedarf muss Boden ergänzt oder ausgetauscht werden.
    • Neupflanzung: Zusammenstellen der neu einzubringenden Stauden und Ziersträucher gemäß ihrer Eignung für den Standort und der Aufgabe, die sie im Gesamtkonzept der Anlage erfüllen sollen. Nach dem Einpflanzen bei trockener Witterung nach dem vorgegebenen Plan sollten gegen hungriges Wild und Schädlinge geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
    • Laufende Pflegearbeiten: Nachpflanzen, wenn Einzelpflanzen ausfallen, um das Gesamtbild zu erhalten. Verblühte Pflanzenteile bei Bedarf entfernen, bei Bedarf Stauden teilen und an anderer Stelle wieder einpflanzen. Aussamung und Aufwuchs von Staudensamen kontrollieren und ggf. entfernen. Bei Bedarf muss der Boden gelockert werden, insbesondere vor Düngung. Mulchen, um den Boden zwischen den Pflanzen bedeckt zu halten. Aufwachsende Pflanzen, die nicht ins Konzept gehören (“Unkraut” etc.), werden zeitnah ausgeräumt, bevor sie aussamen können.
    • Wasserversorgung: Direkt nach der Pflanzung muss intensiv angegossen werden, um das Anwachsen der Pflanzen zu gewährleisten. Während der Vegetationszeit ist die Wasserversorgung intensiv zu kontrollieren. Das Wässern der Rabatten sollte möglichst in den Morgen- oder Abendstunden durchgeführt werden. Immergrüne Pflanzen sind auch im Winter bei frostfreiem Wetter und trockenem Boden durchdringend zu wässern.
    • Pflanzenernährung: Die meisten Stauden und Ziersträucher benötigen zum Wachstum zusätzlich Nährstoffe, die bei Bedarf nachgedüngt werden müssen. Die Nährstoffgabe stärkt die Pflanze und macht sie gegenüber Pflanzenkrankheiten widerstandsfähiger. Die erste Düngergabe sollte vor der Blütezeit erfolgen. Mit wenigen Ausnahmen dürfen Stauden maximal bis Ende August gedüngt werden, damit sich die Pflanzen auf die Winterruhe vorbereiten können. Organische Dünger sind zu bevorzugen, weil sie die Bodenfruchtbarkeit erhalten und das Bodenleben schonen.
    • Pflanzenschutzmaßnahmen: Insbesondere bei Rosen ist eine engmaschige Überwachung und bei Bedarf die Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen von großer Bedeutung. Grundsätzlich gilt, dass Pflanzenschutz die Aufgabe von zertifizierten Fachkräften des Straßen- und Grünflächenamtes ist. Chemischer Pflanzenschutz sollte das letzte Mittel sein, nachdem alle anderen Maßnahmen, wie Förderung von Nützlingen, Herstellung optimaler Wachstumsbedingungen etc., nicht ausreichend gewirkt haben.
    • Sonstiges: Bei Stauden in schattigeren Bereichen, z. B. an Gehölzrändern, ist das jährlich anfallende Falllaub Bestandteil ihres Nährstoffreislaufs. Dagegen vertragen die meisten sonnenliebenden Stauden, z. B. auf Freiflächen, keine nassen Laubschichten. Um Sauerstoffmangel und nachhaltige Schäden in der Folge wie z. B. Fäulnis während der Wintermonate zu vermeiden, ist das Laub von der Fläche zu entfernen. In Anlagen mit Publikumsverkehr muss auch mit Unrat und Abfall gerechnet werden, der ebenfalls regelmäßig aus den Rabatten entfernt werden muss.
  • 6. Was kann passieren, wenn Beete und Rabatten nicht richtig gepflegt werden?

    Wird die Pflege von Beeten und Rabatten nicht konsequent durchgeführt, lässt sich die Konzeption der Gartengestaltung nicht auf Dauer umsetzen. Die Blühkomposition leidet und ist – je nach Wüchsigkeit der Pflanzen – schon bald nicht mehr erkennbar. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Pflegekonzept ein ganzheitliches System darstellt. Auch wenn nur einzelne Pflegeaspekte vernachlässigt werden, wird sich eine negative Gesamtwirkung einstellen. Das bedeutet einen Verlust von Werten, die für das Gemeinwohl bestimmt waren.

    Werden welke Blüten und Pflanzenbestandteile nicht entfernt, leidet die optische Gesamtkonzeption der Anlage. Fallen ganze Pflanzen weg, können sich unerwünschte “Ersatzmannschaften” ausbreiten, die den geplanten Bestand auch überwachsen können. Es kommt zu Nährstoffkonkurrenz und Mangelerscheinungen, die den Gesamteindruck weiter beeinträchtigen. Im schlechtesten Fall muss die unterlassene Pflegeleistung durch die Kosten und den Aufwand einer kompletten Neuanlage kompensiert werden.

  • 7. Was versteht man unter den Begriffen ”Wechselflor“ bzw. ”Wechselbepflanzung“?

    Schmuckbeete sollen über das Jahr hinweg ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild mit harmonisch komponierten, jeweils blühenden Pflanzen abgeben. Deshalb werden sie oft mit Wechselbepflanzung gestaltet. Jeweils im Frühjahr und im Sommer, manchmal auch noch im Herbst, werden die Beete komplett geräumt und mit anderen Arten neu bepflanzt, die dann in die Blüte kommen. Dieses Gestaltungskonzept ist mit sehr viel Aufwand verbunden.

  • 8. Wann und wo kommen Zwiebelpflanzen zum Einsatz?

    Zwiebelpflanzen bilden unterirdische Überwinterungsorgane, die Zwiebeln. Diese Überlebensstrategie ist die Antwort der Evolution auf zeitweise ungünstige Umweltbedingungen, wie Kälte im Winter, Trockenzeiten oder Zeiten von Lichtmangel. Die Pflanze legt einen Vorrat von Nährstoffen und Wasser in der Zwiebel an, die sich zum Beispiel vor Wintereinbruch tief in die Erde zurückzieht.

    Die Pflanzenzwiebeln durchleben eine Ruhephase, in unseren Breitengraden über den Winter, und bilden zunächst Wurzeln aus. Sobald erste Sonnenstrahlen die Bodentemperatur ansteigen lassen, beginnen die bereits angelegten Triebe mit dem Austrieb. Binnen weniger Tage zeigen sich die ersten Blüten, die frühen Insekten schon Nahrung bieten. Gleichzeitig treiben die Blätter aus und beginnen mit dem Auffüllen der Zwiebel für den Austrieb im nächsten Jahr.

    Die Überlebensstrategie der Zwiebelpflanzen hat einige Vorteile, die sich auch die Gärtnerinnen und Gärtner zunutze machen. Zwiebelpflanzen sind die ersten, die in Beeten und Rabatten den Frühling einläuten. Damit übernehmen sie im Jahresablauf die “erste Schicht” und die Beete stehen im April in voller Blüte. Schneeglöckchen sind dann schon verblüht, es folgen Tulpen, Hyazinthen und andere farbenfrohe Zwiebelpflanzen. Nach dem Abblühen werden die Zwiebeln vorsichtig aus dem Boden geholt und bis zum Herbst fachgerecht gelagert. Zeit für die “zweite Schicht” im Beet! Im Herbst kommen die Zwiebeln wieder in die Erde.

  • 9. Was sind Stauden und wann und wo werden sie gepflanzt?

    Stauden sind mehrjährige krautige Pflanzen, deren oberirdische Pflanzenteile in der Regel nach jeder Vegetationsperiode absterben, um dann in den folgenden Vegetationsperioden immer wieder auszutreiben.

    Bei der Gestaltung von öffentlichen Grünanlagen haben mehrjährige Stauden einige Vorteile gegenüber einjährigen Pflanzen. Beete mit einjährigen Pflanzen müssen jedes Jahr neu bepflanzt werden, oft sogar mehrfach im Jahr. Staudenpflanzungen zeichnen sich nicht nur durch einen geringeren Pflegeaufwand aus, sondern sie können je nach Artenmix einem naturnahen Zustand sehr nahe kommen und damit auch Nahrung und Lebensraum für die heimischen Tiere bieten.

    Besonders geeignet sind Artenmischungen, die sich mit wenig Korrekturaufwand selbst erhalten. Dazu gehören Arten, die sich durch Selbstaussamung vermehren oder für eine schnelle und nachhaltige Bodenbedeckung sorgen. Insgesamt sind einheimische Staudenarten und Pflanzen mit ungefüllten Blüten wegen ihres ökologischen Nutzens vorteilhaft. Der Pflegeaufwand soll langfristig auf gelegentliche Korrrekturschnitte im Winter sowie Nachpflanzungen nur bei konkretem Bedarf begrenzt bleiben. Das hält auf öffentlichen Grünflächen und Parkanlagen die Kosten in Grenzen.

  • 10. Was sind Wildstauden und was macht sie so Besonders?

    Unter Wildstauden werden natürlich vorkommende Arten verstanden, die züchterisch nicht verändert wurden. Sie spielen ihre ganze natürliche Schönheit aus und punkten dabei mit zahlreichen Vorteilen: Sie sind gut an das hiesige Klima angepasst, trotzen Schädlingen und Krankheiten und sind langlebig, robust und pflegeleicht, was sie zu unkomplizierten Beetbewohnern macht. Zudem bilden Wildformen reichlich Nektar und Pollen – eine Eigenschaft, die viele gezüchtete Sorten verloren haben. Damit sind Wildstauden für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Nützlinge besonders wertvoll.

    Da Wildstauden nicht im Hinblick auf besonders große oder originell geformte Blüten gezüchtet wurden, mögen einige Pflanzen auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar wirken. Doch spätestens wenn sich über einer Wildstaudenfläche zahlreiche Schmetterlinge, Wildbienen und Co. tummeln, wird der natürliche Charme der Pflanzen mit ihren zarten farbenfrohen Blüten erkennbar.

    Eine Besonderheit in Berlin: Seit 2021 werden in Gewächshäusern und auf Freiflächen der Bezirksgärtnerei Charlottenburg-Wilmersdorf Wildstauden angebaut. Der Bezirk ist damit die erste Kommune in Deutschland, welche heimische Wildstauden im großen Stil selbst produziert. Die so gewonnenen Pflanzen werden den Grünflächenämtern der einzelnen Berliner Bezirke zur Verfügung gestellt, die sie dann auf Grünflächen und als Straßenbegleitgrün pflanzen. Zusätzlich werden die Wildstauden auch an Vereine, Initiativen, Kitas und Schulen verschenkt. So wird Stück für Stück dazu beigetragen, dass Berlin immer mehr insektenfreundlich aufblüht.

  • 11. Durch welche Maßnahmen kann die Biodiversität in Beeten und Rabatten erhöht werden?

    Die Gestaltung von Parks und anderen Grünanlagen mit Hilfe von Beeten und Rabatten ist eine über mehrere Jahrhunderte entwickelte Kulturtechnik des Gartenbaus und der Landschaftsgestaltung. Seitdem unterlag sie gravierenden Veränderungen, da sich die damit verbundenen Ziele sowie der Zeitgeschmack änderten. So standen bei der Anlage von Beeten und Rabatten für eine geraume Weile fast ausschließlich ästhetische Aspekte im Vordergrund. Doch in jüngster Zeit rücken neue Ziele immer stärker in den Fokus – nicht nur bei den Zuständigen in den Grünflächenämtern, sondern auch bei Bürgerinnen und Bürgern.

    Der massive Artenschwund und die Verarmung der Biodiversität werden immer deutlicher sichtbar und verschärfen sich im Zuge des fortschreitenden Klimawandels noch weiter. Gartenbauer:innen und Landschaftsgestalter:innen sind gefordert, ihren Beitrag zu einer Umkehrung dieses negativen Trends zu leisten. Im Kern geht es dabei darum, die Erwartungen der Garten- und Parkliebhaber mit den Bedürfnissen vor allem der Insekten, die auch in Beeten und Rabatten einen Lebensraum finden sollen, unter einen Hut zu bringen. Während sich also die einen ein ansprechendes Erscheinungsbild mit “Lieblingsblumen” und vertrauten Gewächsen wünschen, brauchen Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten Nahrung für sich und ihre Larven, geschützte Räume zum Verstecken, für die Eiablage und zum Überwintern.

    Zum Glück verfügen Gartenfachleute über wirkungsvolle Instrumente zur Förderung der Artenvielfalt, auch in Beeten und Rabatten.

    So schaffen mehrjähriger Stauden mehr Lebensraum als einjährige Blumenmischungen. Ihre Blüten sind Insektenweide, ihre Blätter ernähren Raupen, hohle Stängel und Falllaub bieten Versteckmöglichkeiten, Brutraum für die Eiablage und einen Platz zum Überwintern für manche Arten. Geht es den Insekten gut, profitieren auch die Vögel, die mit ausreichend Beute ihre Brut großziehen können.

    Die Auswahl einheimischer Arten sowohl bei einjährigen Blumen als auch bei mehrjährigen Stauden und bei Gehölzen stellt eine optimale Anpassung an den örtlichen Standort sicher. Das ist vor allem wichtig für das Wasser- und Nährstoffmanagement – und für den Personalbedarf zur Pflege der Anlagen.

    Ein ökologisch wertvolles Pflanzensortiment setzt sich aus trockenheitsverträglichen und sonnenhungrigen Stauden, Halbsträuchern und Gräsern zusammen. So muss nur selten gewässert werden. Bei Schnittmaßnahmen vor allem im Herbst bleibt ein Teil der Stauden unberücksichtigt, um die Überwinterungsverstecke der Insekten nicht zu vernichten.

    “Lieblingspflanzen” von Menschen und Insekten sind naturgemäß nicht unbedingt identisch. Das ist nicht nur für die gartenbauliche Planung der Artenzusammensetzung wichtig, sondern auch für die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Gartenbesucher müssen verstehen und akzeptieren, dass gefüllte Blüten zwar das Auge erfreuen, aber den Magen von Insekten nicht füllen können. Wer die Artenvielfalt fördern möchte, muss den Kompromiss aus Schönheit für Menschen und Nutzen für Insekten in der Artenkomposition von Beeten und Rabatten finden.