Sträucher und Hecken grenzen Flächen voneinander ab, bieten Sichtschutz und Lebensraum für viele Tiere und warten nicht selten mit hübschen Blüten auf. Damit sie diese Funktionen erfüllen können, müssen sie richtig gepflegt werden.
Pflege von Hecken und Sträuchern
Die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema ”Pflege von Hecken und Sträuchern“:
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1. Was sind Hecken? Was sind Sträucher?
Sträucher sind Gehölzpflanzen, die nicht wie Bäume über einen markanten Hauptstamm verfügen, sondern bei denen in Bodennähe Seitentriebe abgehen, die dann nach oben wachsen. Von den Seitentrieben gehen weitere Verzweigungen aus, an denen Blätter oder Nadeln wachsen. Sträucher werden umgangssprachlich auch Büsche oder Gebüsch genannt. Neben immergrünen Sträuchern gibt es auch sommergrüne, die im Frühjahr neue Blätter bilden und im Herbst abwerfen, sowie wintergrüne Arten, die im Herbst und Winter ihr Laub behalten, es dann aber im Frühjahr abwerfen und neu austreiben.
In Grünanlagen wird zwischen Blüh- und Decksträuchern sowie Strauchflächen unterschieden:Blüh- und Decksträucher sind Sträucher von besonders auffälliger Gestalt oder mit schönen, farbenfrohen Blüten, die räumlich passend angepflanzt werden (beispielsweise zu beiden Seiten eines Weges, um diesen mit blühenden Gewächsen zu flankieren).
Strauchflächen sind Bereiche mit mehreren, meist höheren Sträuchern, bei denen die Blüte nur eine untergeordnete Rolle spielt. Sie finden sich oft am Übergang von Wiesen hin zu Flächen mit mehrheitlich Bäumen, mitunter auch am Rand von Wegen oder zwischen Wegen und Gewässern. Auch Felder sind oft von langgezogenen Strauchflächen durchzogen.
Werden Sträucher oder auch bestimmte Baumarten sehr dicht aneinander gepflanzt und durch regelmäßigen Schnitt in der entsprechenden Größe und Form gehalten, dann spricht man von Hecken. Der Ausdruck ”Hecke“ beschreibt also keinen botanischen Begriff, sondern ein durch gärtnerische Maßnahmen geschaffenes Landschaftselement.
Es gibt sowohl Laub- als auch Nadelgehölze, die sich als Heckenanpflanzung eignen, ebenso immergrüne Pflanzen und solche, die im Herbst das Laub abwerfen. Häufig werden für Hecken Bäume oder Sträucher der gleichen Art verwendet (wie Liguster-, Buchsbaum- oder Thujahecken). Aber auch Michhecken werden gepflanzt, die oftmals durch schöne verschiedene Farben bestechen.
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2. Was sind Benjeshecken bzw. Totholzhecken?
Benjeshecke
Bild: Studio Eden
Unter dem Begriff wird keine klassische Hecke mit angepflanzten Sträuchern oder Bäumen verstanden, sondern locker aufgeschichtetes Totholz (Holz- und Grünschnitt). Die Idee dazu geht auf den Landschaftsgärtner Hermann Benjes zurück, der sie zu Beginn der 1980er Jahre erstmals einsetzte.
Benjeshecken lassen sich recht einfach anlegen. Als äußere Begrenzung eignen sich Holzpfähle, die senkrecht in die Erde gerammt werden. Dazwischen wird verschiedener Holz- und Grünschnitt (z.B. Stämme, Äste, Zweige von Bäumen, Sträuchern, Hecken usw.) waagerecht locker übereinandergelegt. Über natürlichen Sameneintrag durch Wind und Vögel können im Laufe der Zeit Kräuter, Sträucher und auch Bäume zwischen dem aufgeschichteten Totholz heranwachsen und so eine lebendige Naturhecke entstehen lassen.
Diese Art von Hecken erfüllen mehrere Funktionen. So bauen Vögel gerne in ihnen ihre Nester (in einer Hecke können bis zu 20 Brutvogelarten vorkommen). Aber auch Igel, Eidechsen, Frösche, Kröten und Insekten finden in ihnen Nahrung, Unterschlupf oder ein Winterquartier. Benjeshecken eignen sich gut zur Kompostierung von Ästen, Zweigen und Gestrüpp, denn das aufgeschichtete Pflanzenmaterial verrottet mit der Zeit, wodurch die Hecke etwas absinkt und dann von oben mit neuem Material aufgefüllt werden kann.
Darüber hinaus verbessern sie die Luftqualität durch Bindung von CO2 und Feinstaub. Und nicht zuletzt sind sie schön anzusehen und können als gartengestalterisches Element und je nach Größe als Sichtschutz und Begrenzung Verwendung finden. Wer die Augen offen hält, der kann Benjeshecken auf vielen Berliner Grünflächen entdecken.
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3. Welche Funktionen erfüllen Hecken und Sträucher?
Hecken und Sträucher in öffentlichen Grünflächen erfüllen wichtige Funktionen für Natur und Mensch. Sie sind ökologisch sowie durch ihre räumliche und optische Wirkung bedeutsam.
Wie alle grünen Pflanzen binden Hecken und Sträucher Kohlendioxid (CO2) und Feinstaub und erzeugen Sauerstoff. Somit tragen sie ganz wesentlich zu den positiven Wirkungen unserer Grünflächen auf Stadtklima, Luftqualität, Boden und Wasserhaushalt bei. Strauchflächen aus einheimischen Wildsträuchern, die oft größere Bereiche in Grünanlagen einnehmen, bieten Lebensraum, Nahrung und Versteck für eine ganze Reihe von Tieren wie verschiedenen Vogelarten, kleinen Säugetieren oder Insekten. Und durch die wechselnden Farben der Blüten, Blätter und Früchte sind sie vom Frühjahr bis zum Herbst ein ständiger Blickfang. Auch sind sie wichtig für die räumliche Gliederung und Ordnung einer Grünanlage, fungieren als Wind-, Sicht- und Lärmschutz.
In vielen Berliner Parks ist es trotz der Nähe zu viel befahrenen Straßen doch relativ ruhig. -
4. Welche Pflegemaßnahmen sind bei Hecken und Sträuchern typisch?
Die bei Hecken und Sträuchern typischen Pflegemaßnahmen unterscheiden sich je nach Pflanzenart und deren Funktionen in Grünflächen. Es macht einen Unterschied, ob Pflanzen langsam oder schnell wachsen. Auch gibt es immergrüne, sommergrüne und wintergrüne Sträucher, was eine unterschiedliche Pflege bedingen kann. Blüh- und Decksträucher sowie Hecken, bei denen das Aussehen im Vordergrund steht, brauchen etwas mehr Pflege als Strauchflächen, bei denen die ökologische Funktion überwiegt.
Je nach Pflanze und Zustand sind unterschiedliche Schnittmaßnahmen wie Formschnitte von Hecken, leichtes Auslichten von Sträuchern, das Herausschneiden kranker und zu dicht stehender Triebe, aber auch kräftigeres Zurückschneiden bis hin zu Erhaltungs- und Verjüngungsschnitten möglich. Im Falle von Mangelerscheinungen und vermindertem Wachstum kann je nach der Nährstoffsituation am Standort eine Düngung notwendig sein.
Für Neuanpflanzungen ist eine Zeit lang Bewässerung wichtig, bei langanhaltender Trockenheit kann dies aber auch für manch ”älteres“ Gehölz angebracht sein, da nicht alle Sträucher gleich gut mit Trockenheit umgehen können. Da längere Trockenperioden in den letzten Jahren in Berlin leider zur Normalität geworden sind, nimmt das Thema Bewässerung immer mehr an Bedeutung zu. Lockern des Bodens in der Umgebung von Sträuchern maschinell oder durch Hacken sowie auch das Mulchen (Abdecken des Bodens mit organischem Material wie Rindenmulch) sind weitere mögliche Pflegemaßnahmen.
Dadurch kann unerwünschter Aufwuchs z. B. von Kräutern oder Gräsern einerseits entfernt, andererseits verhindert werden. Pflanzenschutzmaßnahmen können bei Schädlingsbefall notwendig werden, wenn dies von den zuständigen Fachkräften der Straßen- und Grünflächenämter, die auch mit dem Pflanzenschutzamt Berlin zusammenarbeiten, für notwendig und sinnvoll erachtet wird. Leider ist es zu oft auch nötig, Unrat aus Hecken oder Sträuchern zu entfernen.Bei allen Pflegemaßnahmen gilt es, Rücksicht auf das Leben in den Sträuchern und Hecken zu nehmen und vor allem die Brutzeit der Vögel zu beachten. Diese beginnt ab Anfang April, bei manchen Vogelarten auch früher, und dauert mitunter bis August. Zwischen dem 1. März und 30. September gibt es laut Bundesnaturschutzgesetz entsprechende Einschränkungen, nur schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen sind erlaubt.
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5. Wie können Pflegemaßnahmen dazu beitragen, die ökologische Funktion von Hecken und Sträuchern zu erhalten oder zu erhöhen?
Pflegemaßnahmen sorgen dafür, dass unsere Hecken und Sträucher nicht nur schön aussehen, sondern auch vital und gesund bleiben. Dies ist eine ganz wichtige Voraussetzung dafür, dass ihre ökologische Funktion erhalten bleibt.
Ohne Pflegemaßnahmen können Hecken und Sträucher aus der Form wachsen, ihre Blühleistung kann sich verringern, manche würden sich auch unkontrolliert ausbreiten oder wiederum von anderen starkwachsenden Pflanzen verdrängt oder überwuchert werden. Damit dies nicht passiert, sind Pflegemaßnahmen so wichtig.
Wie der Bezirk naturnahe Pflege sichtbar umsetzt, zeigt die seit 2024 erzielte Goldstufe beim Label ‚StadtGrün naturnah‘: Charlottenburg‑Wilmersdorf gehört zu den ersten Bezirken, die mit diesem bundesweit anerkannten Zertifikat für naturnahe Grünflächenpflege ausgezeichnet wurden. Dazu zählen u. a. extensivere Mahd, Verzicht auf Pestizide, Förderung von schnittempfindlichen Wiesenpflanzen und gezielte Pflanzungen heimischer Arten.
Weitere Informationen dazu gibt es hier. -
6. Aus welchen Gründen werden Hecken und Sträucher beschnitten?
Hecken und Sträucher werden beschnitten, um ihre Gesundheit und ihre Funktion zu erhalten und um ihre von uns Menschen gewünschten Eigenschaften wie Form, Größe, Gestalt oder Blühfähigkeit zu bewahren. Blühende Sträucher mit vielen alten, nicht mehr blühenden Zweigen sehen nicht schön aus, ebenso Hecken, die aus der ursprünglichen Form und Größe herauswachsen. Daher wird zum Beispiel totes oder krankes Holz aus Sträuchern herausgenommen, junge Triebe können dann kräftiger wachsen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verkehrssicherheit sowohl in Grünanlagen als auch im Straßenverkehr. Von einem Gewächs darf keine Gefahr ausgehen, weder direkt z. B. durch herunterfallende Äste oder das Wachstum von Ästen und Zweigen in Rad-, Geh- oder Parkwege hinein, noch indirekt durch Sichtbehinderung von Verkehrsteilnehmenden.
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7. Wie oft und zu welchem Zeitpunkt werden Hecken und Sträucher beschnitten?
Das “Handbuch Gute Pflege“ welche die Pflegestandards für die Berliner Grün- und Freiflächen enthält, legt fünf Schnittgruppen für Blüh- und Decksträucher fest.
Bei Immergrünen und Wintergrünen (z. B. Stechpalme, Feuerdorn bzw. Wintergrüner Liguster) werden in der Regel im Frühjahr kranke und zu dicht stehende Triebe sowie Frostschäden herausgeschnitten. Langsamwachsende (z. B. Magnolie, Sommerflieder) müssen normalerweise nicht zurückgeschnitten werden, bei Bedarf sollte man aber Totholz und zu dicht stehende Triebe entfernen. Zierobstgehölze – das sind Zierformen von Obstgehölzen – wie z. B. Zierquitte und Weißdorn werden bei starkem Zuwachs im Frühjahr nach der Blüte leicht ausgelichtet. Starkwüchsige Pflanzen wie Forsythie, Flieder oder Holunder müssen hingegen regelmäßig zurückgeschnitten werden, alle 2-3 Jahre ist ein Erhaltungsschnitt empfohlen. Auch Sommerblüher (z. B. Straucheibisch, Wald-Hortensie) erfordern vergleichsweise hohen und regelmäßigen Aufwand. Im frühen Frühjahr werden alle einjährigen Triebe bis auf 2 Knospen zurückgeschnitten, um kräftige Triebe zu fördern. Diese Pflanzen blühen im Sommer immer am neuen Trieb.
Bei den Strauchflächen, die mehr ökologische und weniger ästhetische Bedeutung haben, ist es vor allem vom jeweiligen Standort abhängig, wie intensiv gepflegt werden muss. Bei Straßenbegleitgrün z. B. ist aus Gründen der Verkehrssicherheit in der Regel mehr Pflege notwendig als inmitten von Grünanlagen. Mitunter kann ein Verkehrssicherungsschnitt erforderlich sein.
Man unterscheidet hier zwischen Klein- und Großsträuchern. Für beide gilt, die Sträucher müssen in der Regel im FrüKletter- und Rankpflanzungenhjahr nach der Blüte nur bei Bedarf leicht ausgelichtet werden. Typische Arten der Kleinsträucher sind Hundsrose, Roter Hartriegel und Pfaffenhütchen, zur Kategorie Großsträucher gehören u.a. Weißdorn und Holunder.
Bei Hecken wird hinsichtlich der Pflege in vier Kategorien unterteilt.
Bei den zur Kategorie Immergrüne und Wintergrüne zählenden Heckenpflanzen erfolgt einmal pro Jahr im Frühjahr ein Schnitt zum Einkürzen von kranken und zu dicht stehenden Trieben und zur Beseitigung von Frostschäden. Die für solche Hecken häufig verwendeten Arten gelten als gut schnittverträglich, Beispiele sind Kirschlorbeer, Buchsbaum oder Europäische Eibe. Langsamwachsende wie Berberitze und Pfaffenhütchen benötigen in der Regel zwei Schnitte pro Jahr, um sie in ihrer Gestalt und Funktion zu erhalten. Starkwüchsige wie Hainbuche und Rotbuche werden ebenfalls zweimal geschnitten, mitunter kann auch ein dritter, kleinerer Schnitt bei zu starkem Zuwachs notwendig werden. Ein Winterschnitt sollte etwa Ende Februar erfolgen, der Sommerschnitt Ende Juni.
Dann gibt es noch die Gruppe der Kletter- und Rankpflanzungen wie z. B. Blauregen oder Selbstkletternde Jungfernrebe. Hier ist bei übermäßigem Wuchs ein Rückschnitt erforderlich. Bei Blauregen sollte hin und wieder auch ein Erhaltungschnitt durchgeführt werden, dabei werden im Juli/August Seitentriebe auf 30-50 cm Länge gekürzt, diese Kurztriebe werden dann im Winter auf 2-3 Knospen eingekürzt.
Spezielle Schnittverfahren wie der Erhaltungsschnitt (auch Auslichtungsschnitt genannt), Verjüngungsschnitt oder ”auf Stock setzen“ werden im Folgenden separat behandelt.
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8. Was versteht man unter einem Erhaltungsschnitt?
Bei einem Erhaltungsschnitt (auch als Auslichtungsschnitt bezeichnet) werden einzelne alte, zu dicht stehende sowie nicht mehr blühfähige Triebe, Äste und Zweige herausgeschnitten. Ziel ist es, der Pflanze insgesamt mehr Licht zu verschaffen. Die natürliche Form soll dabei erhalten bleiben oder bald nach dem Schnitt wieder erreicht werden. Je nach Art und Zustand des Gehölzes entfernt man bei dieser Maßnahme bis zu einem Viertel der Gehölzmasse.
Erhaltungsschnitte werden nach Bedarf durchgeführt, leichtes Auslichten kann jährlich durchgeführt werden, überalterte Triebe sollten bei Blüh- und Decksträuchern alle 2-3 Jahre, bei Strauchflächen spätestens alle 7 Jahre entfernt werden.
Bei Blüh- und Decksträuchern wird in der Regel im Frühjahr nach der Blüte geschnitten, nur bei den Sommerblühern wird das bereits direkt nach dem Winter getan. Bei Strauchflächen ist zwischen November und Februar hierfür die geeignete Zeit.
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9. Was ist ein Verjüngungsschnitt?
Bei einem Verjüngungsschnitt werden die betreffenden Gehölze stark zurückgeschnitten. Diese Methode kann daher nur bei sehr gut und schnell wachsenden Arten durchgeführt werden. Sie wird bei alten oder schlecht gewachsenen Sträuchern angewandt, wenn diese in der Lage sind, aus der Basis (also weit unten in Wurzelnähe) neue Sprosse zu bilden. Totes Holz wird entfernt und die Hauptsprosse werden auf 30 bis 45 cm bzw. auf ca. ein Drittel der ältesten Stämme zurückgeschnitten. Die kräftigsten Triebe der Hauptsprosse sollen dann zu einer neuen Krone heranwachsen. Alles andere wird entfernt oder sinnvoll gekürzt. Insgesamt werden beim Verjüngungsschnitt je nach Art und Zustand der Pflanze zwischen einem und zwei Drittel der gesamten Holzmasse entfernt.
Wie es der Fachbegriff schon sagt: alte Stämme und Zweige werden zugunsten jüngerer Triebe zurückgeschnitten, die Pflanze wird verjüngt.
Verjüngungsschnitte werden an Sträuchern, die im Herbst ihr Laub abwerfen, entweder nach der Blüte oder zwischen November und März durchgeführt, bei Immergrünen und Wintergrünen erfolgt das im Frühjahr. Wie oft das gemacht wird, ist von Faktoren wie Art der Pflanzung, den Gegebenheiten am Standort und dem gewünschten Aussehen abhängig. Blei Blüh- und Decksträuchern werden Verjüngungsschnitte alle 3-5 Jahre durchgeführt.Bei manchen Heckenpflanzen ist in größeren Abschnitten ebenfalls ein Verjüngungsschnitt notwendig. Dieser wird bei Pflanzen, die es vertragen, im Winter (allerdings nicht bei Frost) durchgeführt.
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10. Was bedeutet der Begriff ”auf Stock setzen“?
”Auf Stock setzen“ bedeutet einen sehr starken Rückschnitt von Sträuchern oder Hecken. Dabei wird bis auf wenige Zentimeter über dem Erdboden zurückgeschnitten und somit nahezu die gesamte Holzmasse entfernt. Ziel ist, dass sich das Gehölz danach von unten neu aufbaut. Bei Hecken wird das abschnittsweise in verschiedenen Jahren durchgeführt. Es empfiehlt sich, vorher zu klären, ob die betreffenden Pflanzen diese Maßnahme auch vertragen. Generell sollte ”auf Stock setzen“ bei Sträuchern nur bei den Schnittgruppen Immergrüne und Wintergrüne, Starkwüchsige sowie Sommerblüher angewendet werden.
Zeitlich muss der Schnitt vor dem Austrieb des Gehölzes erfolgen und darf laut Naturschutzgesetz nicht im Zeitraum 1. März bis 30. September stattfinden.
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11. Was gilt es beim Schneiden von Hecken und Sträuchern in puncto Verkehrssicherheit zu bedenken?
Verkehrssicherungsschnitte können notwendig werden, um die Sicht- und Wegefreiheit zu erhalten.
Grundsätzlich ist es zu gewährleisten, dass durch Pflanzen an Straßen, Wegen, Plätzen, Gehwegen, Radwegen usw. die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird. Dies gilt für Hecken und Sträucher genauso wie für Bäume. Es sollten keine Äste oder Zweige in Verkehrswege hineinragen, auch darf die Sicht auf Schilder, Ampeln sowie andere Verkehrsteilnehmende nicht behindert werden.
Wenn erforderliche Schnittarbeiten nur möglich sind, in dem in den Verkehr eingegriffen wird, dann ist die Stelle entsprechend zu kennzeichnen oder abzusperren, die relevanten Vorschriften sind zu beachten und einzuhalten.
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12. Aus welchen Gründen werden Hecken und Sträucher manchmal ganz entfernt?
Unter bestimmten Umständen kann es erforderlich sein, Gehölze komplett zu entfernen. Mitunter werden bei einer Neuanpflanzung bestimmte Pflanzen bzw. Gehölze mit eingepflanzt, um den Bestand schnell zu schließen. Man spricht hier von ”dienenden“ und ”begleitenden“ Gehölzen, die als sogenannte ”Füller“ wirken. Nach einigen Jahren kann es dort aber zu eng werden mit der Folge, dass Pflanzen, die dauerhaft verbleiben sollen, bedrängt werden. Dann müssen die mittlerweile störenden Gehölze entfernt werden.
Möglich ist auch, dass sich unbeabsichtigt zu eng gepflanzte Sträucher gegenseitig bedrängen. Wenn dadurch die Entwicklung der Pflanzen insgesamt beeinträchtigt wird, da nicht genug Platz vorhanden ist, dann müssen einzelne Sträucher bzw. Gehölze entfernt werden. Dies kann auch bei Hecken der Fall sein. -
13. Was würde passieren, wenn Hecken und Sträucher nicht richtig gepflegt werden?
Wenn Hecken nicht gepflegt bzw. geschnitten werden, wachsen sie aus der Form. Bei zu wenig Feuchtigkeit kann es auch zu einem Verlust von Pflanzen kommen. Mangelnde Pflege führt unter Umständen auch zu einer höheren Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Krankheiten und Schaderregern. Auch Verdrängung durch wachstumsstarke Wildgehölze ist möglich bei ausbleibender Pflege.
Werden Blüh- und Decksträucher nicht richtig gepflegt, dann kann das mit der Zeit zu einer Verringerung der Blühleistung bis hin zur Vergreisung der Pflanzen führen. Letztlich kann es dann zu Lücken im Bestand kommen, die wiederum das Wachstum und die Ausbreitung anderer, auch starkwachsender Arten begünstigen, welche man dort gar nicht haben möchte. Deren Beseitigung wiederum bedeutet einen umso höheren Pflegeaufwand.
Vernachlässigte oder unterlassene Pflege kann auch dazu führen, dass sich manche Sträucher unkontrolliert ausbreiten und andere Pflanzen überwuchern bzw. überdecken und verdrängen. Das könnte sogar die Verkehrssicherung in einer Grünanlage beeinträchtigen, z. B. durch bruchgefährdete Äste. Erfolgen über einen längeren Zeitraum keine Pflegemaßnahmen, dann kann das zur Folge haben, dass die ursprüngliche Funktion einer Fläche nicht mehr gegeben ist und eine komplette Sanierung notwendig wird. Auch dies ist viel arbeitsintensiver und auch teurer im Vergleich zu einer regelmäßigen sachkundigen Pflege.
Dies gilt ebenso für Strauchflächen, bei denen im Vergleich zu Blüh- und Decksträuchern die ökologische Funktion überwiegt. Auch diese würden sich bei unterlassener Pflege stark ausbreiten und gegenseitig bedrängen, manche Arten würden schneller vergreisen. Die Folgen wären ähnlich wie oben beschrieben.
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14. Wird abfallendes Herbstlaub von Hecken und Sträuchern entfernt?
Bild: BACW/Schleußner
Das im Herbst anfallende Laub von Sträuchern und Hecken kann in der Regel an Ort und Stelle bleiben.
Nur in Ausnahmefällen wird es eingesammelt und entsorgt.
Am Boden bieten die abgefallenen Blätter Unterschlupf für ganz verschiedene Kleintiere, manche überwintern dort, zumal sie unter Hecken und Sträuchern noch zusätzlichen Schutz finden.
Laub bildet auch eine Schutzschicht vor Verdunstung und Frost.
Durch die Zersetzung des Laubs entsteht neuer Humus, der Nährstoffe für die Pflanzen enthält, die diese wieder über ihre Wurzeln aufnehmen.
Das Laub wird zum natürlichen Dünger.
Auch um diesen Nährstoffkreislauf zu erhalten, sollte das herabfallende Laub möglichst auf der Fläche verbleiben.