Gefahrenpotenzial:
Vor allem in urbanen Räumen schaffen die Raupen gravierende Probleme, wenn sich im Umfeld befallener Bäume Brennhaare und Gespinstmaterial anreichern. Viele Menschen können zum Beispiel beim Spazierengehen mit den Brennhaaren in Kontakt kommen, ohne es zu merken, denn diese sind optisch kaum wahrzunehmen. Sie sind innen hohl, brechen leicht und fixieren sich mit Widerhaken in der Haut. Das enthaltene Nesselgift dringt in die Haut ein und führt zu schmerzhaften Rötungen bis hin zu einer Raupendermatitis, was Allergien bis hin zum anaphylaktischen Schock zur Folge haben kann.
Der Eichenprozessionsspinner ist nicht nur für den Menschen gefährlich, sondern kann auch für Hund und Katze lebensbedrohlich sein. Häufige Symptome nach einem Kontakt sind Schwellungen und Ausschlag. Akute Gefahr besteht, wenn die Atemwege angegriffen werden. Nach direktem Kontakt mit der Schnauze kann die Zunge anschwellen und dadurch die Luftzufuhr erschweren. In diesem Fall ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen.
So können Sie sich schützen: Wenn Sie im Frühsommer in Gebieten mit möglicherweise befallenen Eichen unterwegs sind, halten Sie Ihre Hautoberfläche so weit wie möglich bedeckt. Halten Sie sich fern von offensichtlich befallenen Bäumen und achten Sie auf lokale Warnhinweise des Grünflächenamtes. Bei Kontakt mit Gespinstmaterial sollten Sie heiß duschen und die Wäsche möglichst bei 60 Grad waschen, das überstehen die Brennhaare nicht. Plötzlicher Juckreiz, tränende Augen und Quaddeln auf der Haut sind Anzeichen für einen möglichen Kontakt.
Suchen Sie einen Arzt auf und lassen sich beraten, insbesondere wenn Sie allgemein zu Allergien neigen.
Bekämpfung:
Natürliche Feinde gibt es, so werden die Falter gerne von Fledermäusen gefressen und um die Raupen kümmern sich Wanzen, Schlupfwespen, Laufkäfer und verschiedene Vögel. Allerdings werden sie einer Massenvermehrung nicht Herr. Deswegen werden die Raupen in besiedelten Räumen in bestimmten Fällen aktiv bekämpft. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Neben mechanischen (Absaugen oder Absammeln) und thermischen (Abflammen) Methoden sind zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auch mehrere Biozide zugelassen.
Alle Methoden können sich jedoch auch negativ auf die Biodiversität auswirken. So leben viele Schmetterlingsarten, darunter auch geschützte, an Eichen und können betroffen werden. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass gegenüber Bioziden hoch sensible Arten wie z. B. Amphibien betroffen werden können, wenn die Ausbringung in ihrem Lebensraum erfolgt. Aus diesem Grund ist es immer abzuwägen, ob eine Bekämpfung durchgeführt wird.