281. Kiezspaziergang: Vom Olympiastadion zur S-Bahnstation Heerstraße

Herzlich willkommen zum 281. Kiezspaziergang. Ich bin Kirstin Bauch, Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, und freue mich, Sie heute zu begrüßen.

Heute führt uns unsere Route vom Olympiastadion über den Friedhof Heerstraße zum Georg-Kolbe-Museum. Bevor es losgeht, schon einmal der Hinweis auf den nächsten Kiezspaziergang: Der wird am Samstag, 8. August 2026, von Stadtrat Oliver Schruoffeneger geführt und es geht um Mobilität und Klimaanpassung in Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Treffpunkt wird zeitnah bekannt gegeben.

Der 281. Kiezspaziergang kann auf Komoot nachgelaufen werden.

Olympiastadion

Station 1: Das Olympiastadion

Viele denken, dass die Geschichte des Olympiastadions mit den Olympischen Spielen von 1936 beginnt. Tatsächlich reicht sie aber deutlich weiter zurück.
Um 1900 stand hier noch der Grunewald. 1909 entstand an dieser Stelle zunächst eine große Pferderennbahn. Pferderennen waren damals ein beliebter Treffpunkt der Berliner Oberschicht. In der Mitte der Rennbahn ließ man bereits eine große Fläche frei. Dort sollte später ein Stadion entstehen.
1912 erhielt Berlin den Zuschlag für die Olympischen Spiele von 1916. Der Architekt Otto March baute daraufhin das sogenannte Deutsche Stadion. Es wurde in nur 200 Tagen errichtet und 1913 feierlich eröffnet. Doch die Olympischen Spiele fanden nie statt. Der Erste Weltkrieg brach aus, und die Spiele wurden abgesagt. Das Stadion wurde zeitweise sogar als Lazarett genutzt.

1931 bekam Berlin erneut den Zuschlag für Olympische Spiele, diesmal für das Jahr 1936. Inzwischen waren die Nationalsozialisten an die Macht gekommen. Sie erkannten schnell den Propaganda-Faktor der Spiele. Adolf Hitler entschied deshalb, das alte Stadion abzureißen und eine völlig neue Anlage zu errichten.

Die Söhne von Otto March, die Architekten Werner und Walter March, planten das neue Stadion. Es entstand in nur 28 Monaten Bauzeit. Mehr als 2.000 Arbeiter waren gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt. Das gesamte Gelände erhielt den Namen „Reichssportfeld“ und wurde in der Nazi-Zeit weiterentwickelt.
Wenn wir uns umsehen, erkennen wir sofort die strenge Architektur der Anlage. Alles ist auf große Achsen ausgerichtet. Vom Olympischen Platz führt der Blick durch das Stadion über das Marathontor bis zum Glockenturm am anderen Ende des Maifeldes. Diese Sichtachse ist kein Zufall. Sie gehört zur Inszenierung der nationalsozialistischen Macht und sollte Größe und Ordnung vermitteln.

Interessant ist auch die Bauweise des Stadions. Ein großer Teil liegt etwa 15 Meter tief im Boden. Dadurch wirkt es von außen weniger gewaltig, obwohl es ursprünglich Platz für rund 100.000 Zuschauer bot. Heute sind es knapp 74.000 Sitzplätze. Bei „normalen“ ausverkauften Konzerten, wie das der Toten Hosen heute, werden an die 72.000 Zuschauer erwartet. Den Allzeit-Besucherrekord, stellte erst kürzlich Metallica am 30. Mai 2026 im Rahmen ihrer “M72 World Tour” auf. Sie spielten vor 95.000 Fans und übertrafen damit die bisherige Bestmarke der Band U2 aus dem Jahr 2009, die bei ihrer legendären 360-Grad-Tour im Jahr 2009 etwas über 90.000 Fans unterhalten konnten.

Die Fassade besteht überwiegend aus fränkischem Muschelkalk. Viele Skulpturen auf dem Gelände stammen ebenfalls aus der Zeit des Nationalsozialismus. Sie zeigen Sportler, Sieger und Heldenfiguren und spiegeln die damaligen Vorstellungen von Körper, Stärke und Gemeinschaft wider.

Am 1. August 1936 wurden die Olympischen Spiele eröffnet und vom NS-Regime als eine große Propagandashow inszeniert. Antisemitische Schilder und Hetzparolen verschwanden für einige Wochen aus dem Berliner Stadtbild. Die Nationalsozialisten wollten der Welt ein friedliches und modernes Deutschland präsentieren. Gleichzeitig setzte sich die Ausgrenzung jüdischer Menschen bei den Spielen wie im Alltag fort. Jüdische Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland wurden systematisch von den Spielen ausgeschlossen, obwohl einige von ihnen zu den besten Athletinnen und Athleten des Landes gehörten. In vielen Ländern gab es deshalb Diskussionen über einen Boykott der Spiele.

Dennoch reisten die meisten Nationen nach Berlin. Unter den internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren zahlreiche jüdische und schwarze Sportlerinnen und Sportler. Viele von ihnen gewannen Medaillen und widerlegten damit die rassistische Ideologie der Nationalsozialisten. Besonders bekannt wurde der amerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der vier Goldmedaillen gewann und zu einer der prägenden Figuren dieser Olympischen Spiele wurde.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Stadion ein wichtiger Ort für den Berliner Sport. Die britischen Truppen nutzten Teile des Geländes als Militärstützpunkt. Der zerstörte Glockenturm wurde später wieder aufgebaut, und die ehemalige Führerloge auf der Ehrentribüne wurde verkleinert, um ihre historische Bedeutung abzuschwächen.

Zwischen 2000 und 2004 wurde das Olympiastadion grundlegend modernisiert. Dabei stand es bereits unter Denkmalschutz. Deshalb musste ein Kompromiss zwischen moderner Sportarena und historischem Bauwerk gefunden werden. Das neue Dach gilt bis heute als Meisterwerk der Ingenieurbaukunst. Es bleibt am Marathontor bewusst offen, damit der historische Blick zum Maifeld und zum Glockenturm erhalten bleibt.

Heute ist das Olympiastadion die Heimat des Fußballvereins Hertha BSC. Hier findet das jährliche DFB-Pokalfinale statt, genauso wie internationale Fußballspiele, Football-Games, Leichtathletikveranstaltungen und große Konzerte. Gleichzeitig bleibt dieser Ort ein wichtiger Erinnerungsort.
Wir gehen jetzt nur ein paar Meter weiter zum Eingang des Friedhofs Heerstraße.

Friedhof Heerstraße_Eingang

2. Station: Friedhof Heerstraße - Verwaltungsbau und Blumenhaus

Bevor wir den Friedhof betreten, lohnt sich ein Blick auf die Umgebung. Wir befinden uns hier mitten im sogenannten ostpreußischen Viertel. Die Trakehner Allee erinnert an den Ort Trakehnen in Ostpreußen. Berühmt wurde der Name durch die Trakehner Pferde, die auf dem preußischen Hauptgestüt gezüchtet wurden und bis heute als eine der bekanntesten deutschen Pferderassen gelten. Im Olympiapark Berlin ist Reitsport übrigens tief verwurzelt.

Hauptzentrum ist das denkmalgeschützte Olympia-Reiterstadion, das über mehrere Reithallen, Dressur- und Springplätze sowie eine Galoppbahn verfügt. Betrieben wird die Anlage durch den Reitclub am Olympiapark, der dort Schulunterricht, Turniere und Pensionsplätze für Pferde anbietet.

Der Friedhof Heerstraße entstand zwischen 1921 und 1924. Trotz seines Namens liegt er nicht an der Heerstraße, sondern hier an der Trakehner Allee. Ursprünglich war er als Friedhof für die Bewohner der neuen Villenkolonie Heerstraße gedacht. Schon bald entschied Groß-Berlin jedoch, hier einen öffentlichen Friedhof anzulegen.

Der Charlottenburger Gartendirektor Erwin Barth nutzte die besondere Landschaft des Geländes. Die Grabfelder folgen den natürlichen Höhenunterschieden und ziehen sich in Terrassen den Hang hinunter. Geschwungene Wege führen zum Wasser, alte Kiefern wurden bewusst erhalten und durch Laubbäume ergänzt. So entstand eine Mischung aus Park und Waldfriedhof, die bis heute zu den schönsten Friedhofsanlagen Berlins zählt.

Die Gebäude am Eingang stammen vom Architekten Erich Blunck. Er war Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg, später sogar ihr Rektor, und gehörte zu den wichtigsten Vertretern der sogenannten Heimatschutzarchitektur. Diese Stilrichtung wollte moderne Gebäude schaffen, die zugleich an regionale Bautraditionen anknüpfen.

Am Verwaltungsgebäude sehen wir das sehr deutlich: Mit seinem hohen Satteldach, den Sprossenfenstern und dem dunklen Giebel wirkt es eher wie ein großes Landhaus als wie ein Verwaltungsbau. Ursprünglich bildete es zusammen mit der Blumenhalle und einem Torhaus ein symmetrisches Eingangstor zum Friedhof. Das Torhaus existiert heute nicht mehr, und auch die Blumenhalle wurde im Laufe der Zeit stark verändert.

Die Geschichte des Friedhofs spiegelt aber auch die Geschichte Deutschlands wider. Während der NS-Zeit störte die Nationalsozialisten nicht nur die Nähe zum Reichssportfeld und zum Olympiastadion. Sie nahmen auch Anstoß daran, dass es sich um einen interkonfessionellen Friedhof mit zahlreichen jüdischen Grabstätten handelte. Ab Ende der 1930er Jahre wurde die Beisetzung jüdischer Menschen hier verboten. Die Ausgrenzung des Regimes endete also nicht mit dem Tod, sondern reichte über das Leben hinaus.
Heute ist der Friedhof Heerstraße vor allem als Berliner Prominentenfriedhof bekannt. Mehr als fünfzig Ehrengräber des Landes Berlin befinden sich hier. Viele bekannte Künstlerinnen und Künstler, Schriftsteller, Schauspieler und Musiker haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Zwei davon werde ich Ihnen heute noch näher vorstellen.

Wir gehen jetzt auf den Friedhof und folgen dem Weg zur Trauerhalle.

Friedhof Heerstraße Trakhener Allee 1

3. Station: Friedhof Heerstraße - Trauerhalle

Die Trauerhalle wurde zwischen 1921 und 1923 nach Plänen des Architekten Erich Blunck erbaut, den wir bereits vom Verwaltungsgebäude kennen.
Blunck entwarf hier keinen schlichten Zweckbau, sondern ein Gebäude mit großer Wirkung. Die Halle steht auf einem hohen Sockel aus Kalkstein und erhebt sich über dem abfallenden Gelände wie eine kleine Burg. Eine breite Freitreppe führt hinauf zum Eingang. Um das Gebäude verläuft auf drei Seiten ein überdachter Wandelgang. Die hohen Ziegelwände wirken fast schmucklos und strahlen gerade dadurch Ruhe und Würde aus.

Ursprünglich sah die Trauerhalle allerdings anders aus. Über dem Bau erhob sich eine fast 15 Meter hohe Dachpyramide, die schon von weitem sichtbar war. Mit ihren geschwungenen Formen und der markanten Silhouette zeigte sie sogar Einflüsse des Expressionismus, einer damals modernen Architekturrichtung.

Diese Gestalt gefiel den Nationalsozialisten jedoch nicht. Als das benachbarte Reichssportfeld für die Olympischen Spiele von 1936 umgebaut wurde, störte das hohe Dach die gewünschte Wirkung der monumentalen Sportanlagen. Deshalb baute man die Trauerhalle um. Das markante Dach verschwand und wurde durch ein flaches Zeltdach ersetzt. Aus den ursprünglichen Rundbögen wurden Spitzbögen, Fenster und Fassaden wurden vereinfacht und strenger gestaltet. Die Architektur sollte sich nun der Formensprache des Reichssportfeldes unterordnen.

Aus dieser Umbauphase stammen auch die vier Reliefköpfe zwischen den Bögen des Wandelgangs. Geschaffen wurden sie vom Bildhauer Paul Wynand. Die Darstellungen zeigen verschiedene Lebensalter und Figuren der christlichen Heilsgeschichte. Sie sind bis heute der wichtigste bildhauerische Schmuck der Außenfassade.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Trauerhalle schwer beschädigt. Beim Wiederaufbau im Jahr 1948 entschied man sich jedoch nicht für die ursprüngliche Fassung von Blunck, sondern für den Zustand nach dem Umbau von 1936. Auch das gehört zur Geschichte dieses Gebäudes: Die Eingriffe der NS-Zeit prägen sein Erscheinungsbild bis heute.

Erst in den Jahren 2009 und 2010 wurde die Halle umfassend und denkmalgerecht saniert. Dabei legte man großen Wert auf die historischen Details. Selbst das Schachbrettmuster des Steinfußbodens und die ursprünglichen Farbtöne der Sitzbänke wurden sorgfältig wiederhergestellt.

Wir gehen jetzt weiter zur nächsten Station: Dem Grab von „Loriot“.

Loriot Grabstein Viktor von Bülow

4. Station: Grab Vicco von Bülow (Loriot)

Loriot war einer der bekanntesten und beliebtesten Humoristen Deutschlands. Sein bürgerlicher Name war Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, die meisten kannten ihn jedoch einfach als Vicco von Bülow oder eben als Loriot.
Geboren wurde er 1923 in Brandenburg an der Havel. Wer schon mal da war, kennt sicher die vielen Mops-Figuren, die in der Stadt verteilt stehen: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.” Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte Loriot allerdings in Berlin. Später lebte er viele Jahre am Starnberger See in Bayern. Begraben wurde er 2011 hier auf dem Friedhof Heerstraße im engsten Familienkreis. Seit 2020 ist sein Grab ein Ehrengrab des Landes Berlin.

Der Name Loriot ist übrigens kein Fantasiename. Er ist das französische Wort für den Pirol, einen auffällig gelben Vogel und zugleich das Wappentier der Familie von Bülow. In Norddeutschland wurde der Pirol früher sogar „Vogel Bülow“ genannt.

Wer an Loriot denkt, denkt meist sofort an seine Sketche und seine berühmten Sätze: „Früher war mehr Lametta“, „Das Bild hängt schief“ oder „Ein Klavier, ein Klavier!“ gehören längst zum deutschen Sprachschatz. Loriots Kunst bestand darin, die kleinen Katastrophen des Alltags sichtbar zu machen. Er beobachtete Menschen genau: Ehepaare, Familien, Nachbarn oder Kollegen. Besonders interessierten ihn, wie er selbst sagte, die „Kommunikationsgestörten“ — Menschen, die freundlich miteinander sprechen und dabei grandios aneinander vorbeireden.

Aus dieser Idee entstanden Figuren und Szenen, die bis heute erstaunlich aktuell wirken. Das Jodeldiplom, den Kosakenzipfel oder die Familie Hoppenstedt kennt in Deutschland fast jeder. Dabei machte Loriot sich nie über Menschen lustig, sondern eher über ihre kleinen Schwächen, ihre Förmlichkeit und ihre Versuche, selbst im größten Chaos die Contenance zu bewahren.
Viele Besucher legen deshalb kleine gelbe Quietscheenten auf sein Grab. Sie erinnern an den berühmten Sketch „Herren im Bad“, in dem Herr Müller-Lüdenscheidt und Herr Dr. Klöbner darüber streiten, ob eine Badeente in die Wanne darf oder nicht. Der Satz „Ich lasse jetzt die Ente zu Wasser“ gehört längst zu den Klassikern des deutschen Humors.

Loriot war allerdings weit mehr als nur Komiker. Er arbeitete als Zeichner, Schauspieler, Regisseur, Autor und Moderator. Er liebte die Oper und die klassische Musik und inszenierte sogar Opern auf großen Bühnen. Seine berühmten Knollennasenmännchen, die Fernsehsendungen mit Evelyn Hamann und seine beiden Kinofilme „Ödipussi“ und „Pappa ante portas“ gehören heute zur deutschen Kulturgeschichte. Nicht selten hört man bei ulkigen, lustig-schrägen Momente im Alltag „wie bei Loriot“.

Nach seinem Tod schrieb der Art Directors Club in einer Traueranzeige nur einen einzigen Satz: „Lieber Gott, viel Spaß!“

Unsere nächste Station ist das Grab von Rolf Eden.

Rolf Eden Grabstein

5. Station: Grab von Rolf Eden

Gerade standen wir am Grab von Loriot – einem feinsinnigen Humoristen, dessen Markenzeichen leise Ironie und genaue Menschenbeobachtung waren. Jetzt führt uns der Weg zu einem Mann, der das genaue Gegenteil zu verkörpern schien. Rolf Eden liebte die große Bühne, den Glamour und die Öffentlichkeit. Kaum jemand prägte das West-Berliner Nachtleben so sehr wie er. Und doch haben Loriot und Rolf Eden etwas gemeinsam: Beide gehören zu den Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben Berlins geprägt haben, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise.

Rolf Eden wurde 1930 in Berlin-Tempelhof als Rolf Sigmund Sostheim geboren. Seine Familie war jüdisch. Schon wenige Wochen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erkannte sie die Gefahr und floh 1933 nach Palästina, das damals unter britischer Verwaltung stand. Diese frühe Flucht rettete der ganzen Familie das Leben. Später sagte Eden selbst: Nur deshalb sei niemand aus seiner Familie im Holocaust ermordet worden.
In Palästina wuchs er in einfachen Verhältnissen auf. Mit vierzehn verließ er die Schule und verdiente sein Geld als Musiker. Als 1948 der Staat Israel gegründet wurde, kämpfte der gerade achtzehnjährige Rolf Eden in der Eliteeinheit Palmach unter dem späteren Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin. Viele seiner Kameraden überlebten den Palästina-Krieg nicht. Jahrzehnte später sprach Eden nur selten über diese Zeit. Lieber blickte er nach vorn als zurück.

Über Paris kam er Mitte der 1950er Jahre wieder nach Berlin. West-Berlin war damals eine Insel mitten in der DDR und zugleich eine Stadt des Aufbruchs. Mit dem sogenannten Begrüßungsgeld für Rückkehrer eröffnete Eden 1957 seinen ersten Nachtclub. Es folgten das „New Eden“, der „Playboy Club“, das Kabarett „Schlüsselloch“ und schließlich das berühmte „Big Eden“ am Kurfürstendamm.

Seine Clubs prägten das Nachtleben West-Berlins über Jahrzehnte. Hier feierten Künstler, Schauspieler und internationale Stars. Rolf Eden verstand es wie kaum ein anderer, sich selbst zur Marke zu machen. Er provozierte gern, erfand immer neue Attraktionen und suchte die Öffentlichkeit. Seine Selbstdarstellung als Playboy gehörte dabei genauso zum Geschäft wie seine Nachtclubs.

Heute sehen viele diese Inszenierung kritischer als damals. Sein Geschäftsmodell lebte oft davon, Frauen als Blickfang einzusetzen. Was in den 1960er- und 1970er-Jahren als schillernd oder skandalös galt, wird heute unter veränderten gesellschaftlichen Maßstäben deutlich differenzierter bewertet. Auch das gehört zur Geschichte dieser Figur.

Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass Eden nicht nur Partykönig war, sondern auch ein erfolgreicher Unternehmer. Als das Nachtleben sich veränderte, verkaufte er seine Clubs und investierte in Immobilien. Außerdem wirkte er in rund dreißig Filmen mit, meist in kleineren Rollen, und veröffentlichte im Alter von über achtzig Jahren seine Autobiografie mit dem bezeichnenden Titel „Immer nur Glück gehabt“ – ein Motto, das auch auf seinem Grabstein steht.

Über Religion sprach Eden kaum. Er verstand sich zwar als Jude und blieb Israel sein Leben lang eng verbunden, doch seine Lebensphilosophie war eine andere. Er wollte das Leben genießen, sich nicht von der Vergangenheit bestimmen lassen und möglichst wenig Raum für das Schwere und Traurige lassen. Ob man diese Haltung bewundert oder kritisch sieht – sie erklärt vieles an seiner Persönlichkeit.

Rolf Eden starb 2022 im Alter von 92 Jahren. Mit ihm verschwand eine der schillerndsten Figuren des alten West-Berlins. Sein Grab erinnert deshalb nicht nur an einen Nachtclubbesitzer. Es erinnert auch an einen jüdischen Berliner, dessen Lebensweg von Flucht, Neuanfang und den Brüchen des 20. Jahrhunderts geprägt wurde – und der seine Geburtsstadt auf ganz eigene Weise mitgeprägt hat.

Unser nächster Halt ist der Sausuhlensee.

Sausuhlensee (Friedhof Heerstraße)

6. Station: Sausuhlensee

Der Sausuhlensee ist wesentlich älter als der Friedhof. Er liegt in einer eiszeitlichen Rinne, die schon lange vor der Anlage des Friedhofs Teil des Grunewalds war. Ursprünglich befanden sich hier zwei kleine Gewässer. Erst beim Bau des Friedhofs in den 1920er Jahren wurden sie zu einem See verbunden. Auch der Name erinnert an die frühere Landschaft. „Sau-Suhlen“ nannte man feuchte Mulden, in denen sich Wildschweine im Schlamm wälzten. Theodor Fontane beschrieb diese Gegend Ende des 19. Jahrhunderts als eine der schönsten Landschaften des Grunewalds. Damals konnte man hier, wie er schrieb, fast vergessen, dass man sich in der Mark Brandenburg befand.
Friedhöfe haben sich im Laufe der Geschichte stark verändert. Ursprünglich wurden Menschen meist direkt neben den Kirchen bestattet. Mit dem schnellen Wachstum der Städte reichte der Platz dort jedoch nicht mehr aus. Außerdem befürchtete man Krankheiten und schlechte hygienische Verhältnisse. Deshalb entstanden seit dem 19. Jahrhundert große Friedhöfe außerhalb der Stadtzentren – oft als Parkfriedhöfe. Der Friedhof Heerstraße gehört zu dieser Entwicklung.

Heute übernehmen Friedhöfe noch eine weitere wichtige Aufgabe. Sie gehören zu den größten zusammenhängenden Grünflächen Berlins. Insgesamt gibt es in der Stadt mehr als 220 Friedhöfe mit über 1.000 Hektar Fläche. Alte Bäume, Hecken, Wiesen und Gewässer bieten Lebensräume für Vögel, Fledermäuse, Insekten, Moose und Flechten. Weil manche Bereiche nur selten gepflegt werden, finden hier sogar Pflanzen und Tiere Zuflucht, die anderswo kaum noch geeignete Lebensräume haben.

Auch für das Stadtklima sind Friedhöfe wertvoll. Sie kühlen ihre Umgebung an heißen Tagen wie heute, speichern Regenwasser und verbessern die Luftqualität. Gleichzeitig sind sie für viele Menschen Orte der Ruhe. Man kommt hier nicht nur zum Trauern her, sondern auch zum Spazierengehen, zum Nachdenken oder einfach, um für einen Moment dem Lärm der Stadt zu entkommen.

Wir folgen dem Weg und treffen uns an der Stele der Gemeinschaftsgrabstätte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Volksbund Deutscher Kriegsgräber Fürsorge

7. Station: Gemeinschaftsgrabstätte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

An dieser Stelle sehen wir eine Grabstätte, die auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich wirkt. Es handelt sich nicht um ein einzelnes Familiengrab, sondern um eine Gemeinschaftsgrabstätte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Sie wurde 2009 und 2010 hier auf dem Friedhof Heerstraße eingerichtet. Dahinter steht eine Entwicklung, die viele Friedhöfe heute beschäftigt: Unsere Vorstellungen vom Tod und von der Bestattung verändern sich. Immer mehr Menschen möchten ihre Angehörigen nicht mit der Pflege eines Grabes belasten. Andere leben weit entfernt von ihrer Familie oder haben keine Angehörigen mehr, die sich kümmern können. Deshalb nehmen anonyme Bestattungen zu.

Viele Menschen wünschen sich aber trotzdem einen Ort des Erinnerns. Sie möchten, dass ihr Name erhalten bleibt und dass Angehörige oder Freunde einen festen Platz zum Trauern haben. Genau hier setzt die Idee der Gemeinschaftsgrabstätte an. Sie verbindet eine gesicherte Grabpflege mit einem persönlichen Erinnerungsort.

Wer hier bestattet werden möchte, leistet eine Zustiftung von 12.000 Euro an die Stiftung „Gedenken und Frieden“ des Volksbundes. Aus den Erträgen dieses Geldes wird die Grabpflege finanziert. Gleichzeitig unterstützt das Geld die Bildungs- und Jugendarbeit des Volksbundes. Die Stiftung ist langfristig angelegt, sodass die Unterstützung der Friedensarbeit auch über die eigene Grabpflege hinaus weiterwirkt.

Auf diesem Grabfeld sind sowohl Urnenbestattungen als auch Erdbestattungen möglich. Auch Ehepaare oder Familien können hier gemeinsam ihre letzte Ruhestätte finden. Die Idee ist also nicht Anonymität, sondern Gemeinschaft.
Im Mittelpunkt der Anlage steht diese Stele aus Wesersandstein, die der Bildhauer Friedrich Pohl gestaltet hat. Besonders auffällig sind die Ginkgoblätter. Der Ginkgo gilt als Symbol für Beständigkeit und Erinnerung. Die ineinander verschlungenen Blätter stehen für die Verbindung zwischen den einzelnen Lebensgeschichten. Eine Treppe mit einer Tür verweist auf Hoffnung und den Übergang in eine andere Dimension.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beschäftigt sich vor allem mit der Pflege von Kriegsgräbern und der Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt. Dazu gehört aber längst nicht nur die Arbeit auf Friedhöfen. Ein wichtiger Teil ist auch die Bildungsarbeit mit jungen Menschen. Es geht darum, Geschichte sichtbar zu machen und aus der Vergangenheit Verantwortung für die Gegenwart abzuleiten.

Jetzt verlassen wir den Friedhof und treffen uns vor der Katholischen Schule Herz Jesu wieder.

Katholische Schule Herz Jesu, Kiezspaziergang 12.08.2017

8. Station: Katholische Schule Herz Jesu

Vor uns liegt die Herz-Jesu-Schule, heute die einzige katholische Grundschule in Charlottenburg. Ihre Geschichte beginnt in einer Zeit, in der Mut und Zuversicht gefragt waren.

1937 beschlossen die Ordensschwestern vom Sacré-Cœur-Orden, nach Berlin zu gehen. Sie selbst schrieben damals: „Wir müssen in die Höhle des Löwen gehen.“ Gemeint war das nationalsozialistische Berlin. Der Orden, der kurz nach der Französischen Revolution gegründet worden war, verstand Bildung immer auch als Antwort auf politische und gesellschaftliche Krisen.
Die Schwestern eröffneten zunächst im Grunewald ein Wohnheim für Studentinnen und junge Berufstätige. Schon bald entstand dort eine kleine internationale Schule, vor allem für die Kinder ausländischer Diplomaten. Die internationale Gemeinschaft der Schwestern machte Unterricht in mehreren Sprachen möglich.

Doch 1941 beschlagnahmte die Gestapo das Gebäude und beendete die Arbeit der Schwestern gewaltsam. Trotzdem gaben sie nicht auf. Bereits acht Tage nach Kriegsende gehörten sie zu den Ersten, die in Berlin wieder Unterricht anboten. Im Gemeindesaal der Pfarrei Heilig Geist unterrichteten sie zunächst 43 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren.
Die Nachkriegsjahre waren schwierig. Während der Berliner Blockade wuchs die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf 360 an. Viele Familien lebten in großer Armut. Für die Kinder war die Schule deshalb oft mehr als nur ein Ort zum Lernen. Hier gab es Wärme, Gemeinschaft und etwas zu essen. Neben der offiziellen Schulspeisung organisierten die Schwestern Lebensmittelspenden aus dem Ausland. Manche Kinder erhielten hier die einzige warme Mahlzeit des Tages.

1948 kauften die Schwestern schließlich die Villa vor uns, das sogenannte Haus Lewin. Das Gebäude war bereits 1923 erbaut worden und wurde in den folgenden Jahren mehrfach erweitert. Die Schule wuchs stetig weiter. Zeitweise saßen fast fünfzig Kinder in einer Klasse, oft mussten sich zwei Schülerinnen oder Schüler ein einziges Buch teilen.

1956 erhielt die Schule die staatliche Anerkennung. Später wurde die angeschlossene Realschule wieder aufgegeben, und die Herz-Jesu-Schule entwickelte sich zu der Grundschule, die sie heute ist.

Anfang der 2000er Jahre stand die Schule vor dem Aus. Der Orden musste das Gelände verkaufen, eine Schließung drohte. Doch Eltern, Lehrkräfte, die benachbarte Gemeinde und viele Unterstützende kämpften für den Erhalt der Schule — mit Erfolg. Große Spenden und Fördermittel ermöglichten schließlich den umfassenden Umbau und die Erweiterung der Gebäude.

Bis heute prägt der katholische Glaube den Schulalltag. Gebete, Gottesdienste und das Kirchenjahr gehören selbstverständlich dazu. Das Leitbild der Schule fasst ihren Anspruch in vier einfachen Gedanken zusammen: „Miteinander leben, miteinander lernen, miteinander glauben – mit dem Herzen sehen.“

Ist hier womöglich jemand von Ihnen zur Schule gegangen?

Wir gehen jetzt die Insterburger Allee weiter und biegen dann rechts in die Sensburger Allee ein. Wir treffen uns am Georg-Kolbe-Hain.

244. Kiezspaziergang als Fahrradtour - Gorg-Kolbe-Hain

9. Station: Georg-Kolbe-Hain

Wir stehen hier am Georg-Kolbe-Hain, einer kleinen Parkanlage mitten im Westend. Dass es diesen Grünzug überhaupt gibt, ist eher ein Zufall der Stadtplanung. Als das Viertel Anfang des 20. Jahrhunderts bebaut wurde, blieb dieser schmale Waldstreifen frei. Ab 1915 entstand daraus eine öffentliche Grünanlage. Später wurde sie als Heidepark mit Kiefern, Birken und Wacholder gestaltet und erinnert damit ein wenig an die märkische Landschaft.
Ihren heutigen Namen erhielt die Anlage erst 1957, zehn Jahre nach dem Tod des Bildhauers Georg Kolbe. Sein Atelierhaus und das heutige Georg-Kolbe-Museum liegen nur wenige Minuten von hier entfernt.

In den 1950er- und 1960er-Jahren stellte man in diesem Park fünf überlebensgroße Bronzefiguren von Kolbe auf. Sie wurden alle erst nach seinem Tod gegossen. Die Gipsmodelle hatte Kolbe jedoch bereits Jahrzehnte zuvor geschaffen. Gegossen wurden die Figuren von der bekannten Berliner Bildgießerei Noack, die hier in Charlottenburg sitzt.

Vor uns sehen wir die „Große Kniende“. Georg Kolbe entwarf sie 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg. Die junge Frau kniet auf einem Bein, die Arme liegen schützend vor dem Körper, der Blick ist gesenkt. Die Figur wirkt still, zurückgezogen und fast verletzlich. Ursprünglich war die Figur Teil einer größeren Gruppe für ein Heim der Hitlerjugend in Sachsen. Die männliche Gegenfigur ist allerdings verloren gegangen. So blieb nur die Kniende erhalten.
Von der kraftvollen Bewegung vieler früherer Werke Kolbes ist hier wenig geblieben. Seine frühen Figuren lebten von Bewegung, Spannung und Leichtigkeit. Die Körper schienen oft zu tanzen oder sich im Raum zu entfalten. Die späteren Werke wirken dagegen ruhiger und statischer.

Für diese Veränderung gibt es verschiedene Erklärungen. Kolbe litt in seinen letzten Lebensjahren unter Krankheiten und einem nachlassenden Augenlicht. Gleichzeitig veränderte sich aber auch das politische Umfeld. Die monumentalen und heroischen Körperbilder der Zeit beeinflussten viele Künstler — und Kolbes Werke passten zunehmend zu den Vorstellungen des Regimes.

An solchen Werken zeigt sich die schwierige Einordnung von Georg Kolbes spätem Schaffen. Kolbe war nie Mitglied der NSDAP, arbeitete aber während der NS-Zeit für öffentliche Auftraggeber und nahm staatliche Ehrungen an. Seine Figuren entsprachen oft dem damaligen Ideal von Körperlichkeit und konnten deshalb von der nationalsozialistischen Kunstpolitik problemlos vereinnahmt werden.

Wie wir mit solchen Werken heute umgehen, ist deshalb keine einfache Frage. Sie gehören zur Kunstgeschichte, aber auch zur Geschichte ihrer Zeit. Genau mit diesen Spannungen beschäftigt sich später auch das Georg-Kolbe-Museum, das unsere letzte Station auf der heutigen Tour ist. Und da gehen wir jetzt hin.

Georg-Kolbe-Museum

10. Station: Kolbe Museum

Das Georg-Kolbe-Museum befindet sich im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Bildhauers Georg Kolbe. Errichtet wurde es 1928 und 1929 vom Schweizer Architekten Ernst Rentsch. Kolbe wollte hier nicht einfach nur wohnen. Er wollte einen Ort schaffen, an dem Kunst, Architektur und Natur miteinander verbunden sind.

Das erkennt man bis heute. Die Backsteingebäude mit ihren klaren Linien gehören zur Architektur des Neuen Bauens der 1920er Jahre. Große Fenster holen das Tageslicht in die Räume. Das Atelier öffnet sich zum Garten. Kolbe schrieb damals, seine Skulpturen sollten „mit der äußeren Natur in Beziehung treten“. Tatsächlich wirkt das Haus bis heute eher wie ein Gesamtkunstwerk als wie ein gewöhnliches Wohnhaus.

Die Lage hatte für Kolbe auch eine persönliche Bedeutung. Nur wenige hundert Meter entfernt liegt der Friedhof Heerstraße, auf dem seine Frau Benjamine nach ihrem frühen Tod 1927 begraben wurde. Die Nähe zu ihrem Grab war einer der Gründe, warum Kolbe gerade dieses Grundstück am Rand des Grunewalds auswählte.

Kolbe selbst gehörte zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1877 in Sachsen geboren und wollte ursprünglich Maler werden. Erst während eines Aufenthalts in Rom entdeckte er die Bildhauerei für sich. Berühmt wurde er 1912 mit seiner Skulptur „Die Tänzerin“. Seine frühen Werke waren von Bewegung, Leichtigkeit und dem modernen Ausdruckstanz geprägt. Künstlerinnen wie Gret Palucca inspirierten ihn ebenso wie die neuen Ideen der Moderne. Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe, Walter Gropius oder Hans Poelzig arbeiteten mit ihm zusammen.
Nach seinem Tod im Jahr 1947 verfügte Kolbe testamentarisch, dass sein Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden solle. Bereits 1950 eröffnete hier das Museum – als eines der ersten neuen Museen Berlins nach dem Krieg.

Heute ist das Haus weit mehr als ein Künstlermuseum. Natürlich bewahrt es den umfangreichen Nachlass Georg Kolbes mit Hunderten Skulpturen, Zeichnungen, Briefen und Dokumenten. Gleichzeitig beschäftigt sich das Museum intensiv mit den schwierigen Seiten seiner Biografie und seiner Rolle während der Zeit des Nationalsozialismus. Dazu gehören wissenschaftliche Forschung, internationale Tagungen und die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Beständen.

Ein Teil dieser Arbeit ist die Provenienzforschung, also die Frage, woher Kunstwerke stammen und unter welchen Umständen sie ihren Besitzer gewechselt haben. Ein aktuelles Beispiel ist der sogenannte Tänzerinnen-Brunnen. Das Museum konnte nachweisen, dass er einem jüdischen Eigentümer während der NS-Zeit entzogen worden war, und hat das Werk an dessen Nachfahren zurückgegeben. Damit zeigt das Haus, dass Erinnern und Forschen keine abgeschlossenen Aufgaben sind, sondern immer weitergehen.
Zum Museum gehört auch der Garten, in dem wir gerade stehen. Er war ursprünglich Teil des Grunewalds und wurde bewusst naturnah gestaltet. Alte Kiefern, Farne und Waldpflanzen sollten erhalten bleiben. Kolbe nutzte den Garten als Freiluftatelier, um die Wirkung seiner Skulpturen im Zusammenspiel mit Licht, Architektur und Landschaft zu erproben.

Im ehemaligen Wohnhaus seiner Tochter befindet sich heute das Café Benjamine, benannt nach Kolbes Ehefrau. Es ist ein schöner Ort für eine Pause – und vielleicht auch ein passender Abschluss unseres Spaziergangs.
Das Café und das Museum haben heute übrigens noch bis 18 Uhr geöffnet.

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf den nächsten Kiezspaziergang: Der findet am Samstag, 8. August 2026 mit Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger statt. Er startet wie immer um 14 Uhr, der genaue Treffpunkt wird zeitnah bekanntgegeben.

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