Mit dem Community Garden, also einem Gemeinschaftsgarten, am Schoeler Schlösschen kommen wir zu einem wichtigen Thema der Stadtnatur: Natur entsteht nicht nur durch Pflanzen und Tiere, sondern auch durch Menschen, die sich gemeinsam um ihren Lebensraum kümmern.
Seit März treffen sich hier an der Schoeler-Scholle Interessierte regelmäßig und überlegen gemeinsam, wie dieser Garten gestaltet werden soll. Es wurde geplant, diskutiert, gepflanzt und ausprobiert. Die ersten Erfolge sind bereits sichtbar. In den Hochbeeten wachsen Salate und andere Pflanzen inzwischen so gut, dass sich die Gruppe schon zum gemeinsamen Ernten und Essen treffen kann.
Besonders spannend ist, dass hier nicht nur gegärtnert wird. Das Projekt verbindet Natur, Geschichte, Kunst und Kultur. Eine kleine Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte des Gärtnerns in der Stadt. Veranstaltungen, Kunstprojekte und gemeinsame Aktionen bieten eine neue Perspektive auf Stadtnatur.
Dabei knüpft der Garten auch an die Geschichte dieses Ortes an. Im 19. Jahrhundert war das Schoeler-Schlösschen ein beliebtes Ausflugsziel für Berlinerinnen und Berliner. Zeitgenossen schwärmten von den Pilzen, die damals im Park gesammelt wurden. Die Bedingungen waren offenbar ideal. Nicht zuletzt deshalb, weil die Besucher ihre Pferde hier anbanden und diese für reichlich natürlichen Dünger sorgten. Heute plant die Gartengruppe sogar, selbst Pilze zu züchten – eine schöne Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Gemeinschaftsgärten spielen in vielen Städten eine immer größere Rolle. Sie schaffen neue Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere. Gleichzeitig bringen sie Menschen zusammen. Wer gemeinsam pflanzt, kommt ins Gespräch. Man tauscht Wissen aus, lernt voneinander und entwickelt ein stärkeres Bewusstsein für Natur und Umwelt.
Gerade in einer Großstadt wie Berlin ist das wichtig. Viele Menschen haben keinen eigenen Garten. Gemeinschaftsgärten ermöglichen trotzdem unmittelbare Naturerfahrungen. Man kann beobachten, wie Pflanzen wachsen, welche Insekten die Blüten besuchen und wie aus einem Samen eine Ernte entsteht.
Der Community Garden zeigt deshalb sehr schön, dass Stadtnatur nicht nur etwas ist, das von Grünflächenämtern oder Naturschutzverbänden geschaffen wird. Stadtnatur lebt auch vom Engagement der Menschen vor Ort. Wenn jemand von Ihnen „Nektar geleckt“ hat – einfach hingehen und mitmachen …
Wir gehen zurück in den Park und treffen uns vor einer Gruppe Findlinge wieder.