277. Kiezspaziergang: Frauen der Kunst in Charlottenburg

277. Kiezspaziergang: Bezirksstadträtin Astrid Duda

Herzlich willkommen! Mein Name ist Astrid Duda und ich leite die Abteilung Bürgerdienste und Soziales. Ich begrüße Sie alle recht herzlich zu unserem 277. Kiezspaziergang.

Bevor es losgeht, schon einmal der Hinweis auf den nächsten Kiezspaziergang: Am Samstag, 11. April, um 14 Uhr führt sie mein Kollege, Stadtbaurat Christoph Brzezinski, zu verschiedenen Stationen, die den Denkmalschutz in unserem Bezirk zeigen. Treffpunkt ist der S-Bahnhof Messe Nord/ZOB, Ausgang Neue Kantstraße.

Der 277. Kiezspaziergang kann auf Komoot nachgelaufen werden.

277. Kiezspaziergang: Asta Nielsen

1. Station: Asta Nielsen, Fasanenstraße 69

Wir stehen hier vor typischen Gründerzeitbau aus dem Jahr 1895. Im ersten Stock lebte von 1931 bis 1937 die Schauspielerin Asta Nielsen.

Asta Nielsen wurde 1881 in Kopenhagen geboren. Sie wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Ihr Vater war oft arbeitslos, starb früh. Ihre Mutter arbeitete als Wäscherin. Das Geld war knapp, aber Asta Nielsen wollte auf die Bühne – und es gelang ihr den Umständen zum Trotz: Sie bekam Unterricht, später sogar ein Stipendium für die Schauspielschule in Kopenhagen.

1910 drehte sie ihren ersten Film – „Abgründe“ – der sie schlagartig berühmt machte. Kinofilme waren bis dahin kurz und experimentell. Mit ihr begann der lange, abendfüllende Spielfilm seinen Siegeszug.

1911 kam sie nach Berlin und wurde der erste große weiblichen Filmstar Europas. Sie drehte mit Regisseuren wie Ernst Lubitsch und Georg Wilhelm Pabst. Als sie 1921 die Hauptrolle im Film „Hamlet“ übernahm, löste ihr kurzer Bubikopf eine neue Modewelle aus, viele Frauen schnitten sich die Haare wie sie. Die Frisur wurde ein Symbol weiblicher Emanzipation.

Asta Nielsen verkörperte Frauen, die aus den gesellschaftlichen Normen ausbrachen – oft mit freizügigen Tanz- und Liebesszenen, die für damalige Verhältnisse skandalös waren.

Sie spielte ihre Figuren sehr modern und sehr körperlich. Im Stummfilm zählte jede Bewegung, jeder Blick. Der Filmkritiker Béla Balázs schrieb 1924: „Senkt die Fahnen vor ihr, denn sie ist unvergleichlich und unerreicht.“

Mit dem Tonfilm kam ein neuer Stil. Später sagte sie, ihr feines Mienenspiel gehe im Tonfilm verloren.

1932 drehte Nielsen ihren letzten Film: „Unmögliche Liebe“. In dieser Zeit wohnte sie hier in der Fasanenstraße 69. Sie bewohnte die Beletage, also das „schöne Geschoss“. Sieben Zimmer im Vorderhaus und Seitenflügel. Hohe Räume, Parkett und Stuck, mit Butler, Köchin und Chauffeur. Es war ein großbürgerlicher Haushalt. Hier traf sich die Berliner Kulturszene – Joachim Ringelnatz, Heinrich George, die Tänzerin Gret Palucca oder der Publizist Siegfried Kracauer. Man diskutierte über Kunst, Theater, Politik.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 änderte sich alles. Viele ihrer Freunde mussten fliehen. Asta Nielsen wurde von den Nazis umworben und zum Tee mit Hitler und Goebbels eingeladen. Man versprach ihr eine eigene Filmfirma und Geld. Doch sie lehnte ab. Sie wollte keinen Film für das Regime drehen. 1937 verließ sie nach 25 Jahren Berlin und kehrte in ihre Heimat Dänemark zurück.

Im Laufe ihres Lebens erlebte Asta Nielsen einige private Schicksalsschläge. Ihre Tochter Jesta, zu der sie eine enge Beziehung hatte, nahm sich 1964 das Leben. Erst im hohen Alter fand sie noch einmal persönliches Glück. Mit 88 Jahren heiratete sie ihren langjährigen Freund Christian Theede. Asta Nielsen starb 1972 in Kopenhagen und wurde in einem anonymen Gemeinschaftsgrab beigesetzt.

Wir gehen jetzt die Fasanenstraße weiter, überqueren den Ku’damm und biegen links ab. Wir treffen uns am Kurfürstendamm 29 vor der Gedenktafel von Jeanne Mammen wieder.

277. Kiezspaziergang: Jeanne Mammen

2. Station: Gedenktafel Jeanne Mammen, Kurfürstendamm 29

Im Hinterhaus dieses Gebäudes liegt das Atelier der Künstlerin Jeanne Mammen. Fast sechs Jahrzehnte ihres Lebens verbrachte sie an diesem Ort.

Jeanne Mammen wurde 1890 in Berlin geboren. Ihre Familie war wohlhabend. Um 1895 zogen sie nach Paris. Später begann Mammen dort, Malerei zu studieren. Der Erste Weltkrieg brachte eine Wende. Die Familie musste Frankreich verlassen, das Vermögen wurde beschlagnahmt, 1915 kam Jeanne Mammen mittellos nach Berlin.

Vier Jahre später bezog sie mit ihrer Schwester Mimi das kleine Atelier hier im Hinterhaus. Zwei Zimmer, keine Küche, die Toilette auf halber Treppe. Sie erinnerte sich später: Am Anfang gab es nur zwei Stühle und zwei Staffeleien. Geschlafen habe sie auf Matratzen am Boden.

In den 1920er Jahren zeichnete sie für bekannte Satirezeitschriften wie „Simplicissimus“ und „Ulk“ und konnte – anders als andere Künstlerinnen – von ihrer Arbeit leben. Ihr Blick auf die Berliner Großstadt war scharf und oft sarkastisch. Besonders Frauen standen bei ihr im Mittelpunkt. Mammen malte nicht nur brave, typische Frauen, sondern zeigte sie selbstbewusst, beobachtend, kühl. Sie erfasste das pulsierende Leben in Cafés, Bars und auf den Straßen Berlins und hielt das Lebensgefühl der Weimarer Republik fest.

1927 wurde sie festes Mitglied der „Simplicissimus“-Redaktion, 1930 feierte sie ihre erste Einzelausstellung. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich alles. Die Zeitschriften, für die sie gearbeitet hatte, wurden verboten oder gleichgeschaltet. Mammen zog sich in ihr Atelier zurück.

Sie verweigerte sich der Anpassung an das Regime. Sie experimentierte mit kubistischen und expressionistischen Formen, was der offiziellen Kunstpolitik der Nazis widersprach. Sie hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, verkaufte Bücher und Bilder von einem Handkarren auf dem Kurfürstendamm.

Nach 1945 nahm ihre künstlerische Arbeit wieder Fahrt auf. Sie nahm an Ausstellungen im zerstörten Berlin teil und entwickelte sich weiter: Abstraktionen, Collagen, plastische Arbeiten. Ihr letztes Bild malte sie 1975.

Nach ihrem Tod 1976 gründeten Freunde die Jeanne-Mammen-Gesellschaft, um ihr Werk zu bewahren. 2018 übernahm das Stadtmuseum Berlin die Betreuung des Ateliers, das heute in im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann.

Wir gehen jetzt weiter den Ku’damm entlang bis zur Hausnummer 35. Dort lebte die Fotografin Lotte Jacobi.

277. Kiezspaziergang: Lotte Jacobi

3. Station: Fotografin Lotte Jacobi, Kurfürstendamm 35

In den 1920er und frühen 1930er Jahren war der Ku’damm ein quirliger Ort. Und mittendrin das Fotoatelier von Lotte Jacobi.

Lotte Jacobi wurde 1896 in Thorn in Westpreußen geboren, heute Toruń in Polen. Sie stammte aus einer jüdischen Fotografenfamilie in vierter Generation. Ihr Vater betrieb ein Atelier in Posen. Mit zwölf bekam sie ihre erste Kamera. Früh war klar: Das wird ihr Beruf.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn nach Berlin. Die Ehe hielt nicht lange. Jacobi arbeitete zunächst im Atelier ihres Vaters, der sich inzwischen in Charlottenburg niedergelassen hatte. Danach studierte sie Phototechnik in München.

In ihren Räumen am Kurfürstendamm traf sich die künstlerische und politische Avantgarde der Zeit. Sie fotografierte Albert Einstein, Lotte Lenya, Kurt Weill, Klaus und Erika Mann, Thomas Mann, Peter Lorre – und auch die Schauspielerin Tilla Durieux, der wir später noch begegnen werden. Gleichzeitig fotografierte sie für große Magazine.

Jacobi gehörte zur Bewegung der Neuen Fotografie, die mit klaren Formen, neuen Perspektiven und moderner Technik arbeitete. Ihre Porträts sind oft nah am Gesicht, mit präzisem Licht. Sie versuchte etwas vom Charakter einer Person sichtbar zu machen. Über ihre Arbeit sagte sie einmal: „Mein Stil ist der Stil der Menschen, die ich photographiere.“

Anfang der 1930er Jahre engagierte sie sich auch politisch. Sie fotografierte Ernst Thälmann im Wahlkampf und reiste mehrere Monate durch die Sowjetunion und Zentralasien. Auf dieser Reise entstanden mehrere tausend Aufnahmen – ungewöhnlich für eine Fotografin ihrer Zeit.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich ihre Situation schlagartig. Obwohl sie 1931 ihren jüdischen Glauben ablegte, durfte sie bald nicht mehr frei arbeiten. Veröffentlichungen erschienen nur noch unter Decknamen, das Atelier musste mehrfach umziehen. Im Herbst 1935 verließ sie Berlin und ging über London nach New York. Wenige Wochen später eröffnete sie dort mit ihrer Schwester Ruth ein neues Studio.

In den USA begann sie zu experimentieren. Sie entwickelte sogenannte Photogenics – kameralose Fotografien. Es entstanden abstrakte Kompositionen aus Licht und Schatten, die ihr Werk deutlich über das klassische Porträt hinaus erweiterten.

Ihr Nachlass umfasst rund 47.000 Negative – ein beeindruckendes Archiv des 20. Jahrhunderts. Für ihr Lebenswerk erhielt sie später den Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie.

Lotte Jacobi starb 1990 im Alter von 93 Jahren in Concord, New Hampshire.

Wir bleiben noch ein kleines Stück auf dem Ku’damm, biegen rechts in die Knesebecks-, dann links in die Mommsen- und wieder rechts in die Bleibtreustraße ein und sehen uns vor der Hausnummer 15 an der Gedenktafel von Tilla Durieux wieder.

277. Kiezspaziergang: Tilla Durieux

4. Station: Gedenktafel Tilla Durieux, Schauspielerin, Bleibtreustraße 15

In diesem Haus lebte die Schauspielerin Tilla Durieux von 1966 bis zu ihrem Tod im Jahr 1971.

Tilla Durieux wurde 1880 in Wien geboren. Ihr bürgerlicher Name war Ottilie Godeffroy. Ihr Vater war Chemieprofessor, ihre Mutter Pianistin. Die Eltern wünschten sich für ihre Tochter einen „anständigen“ Beruf, doch sie wollte auf die Bühne. Gegen den Willen der Mutter machte sie eine Schauspielausbildung und nahm einen Künstlernamen an – Durieux, nach dem Geburtsnamen ihrer Großmutter.

Ihr Weg führte sie über erste Engagements in Olmütz und Breslau 1903 nach Berlin. Dort kam sie an die Bühnen des legendären Künstlers Max Reinhardt. Durieuxs Durchbruch gelang, als sie kurzfristig für eine erkrankte Kollegin einsprang. Die Rolle als Salome in Oscar Wildes gleichnamigen Stück machte sie schlagartig bekannt.

In den folgenden Jahren spielte sie an den wichtigsten Berliner Theatern. Sie war vielseitig, ihr Spiel galt als unpathetisch, präzise, manchmal kühl. Kritiker warfen ihr vor, sie spiele „mit dem Kopf“. Sie selbst widersprach, für sie entstand eine Figur von innen heraus: „Es gibt nichts Schöneres, als immer wieder ein anderes Leben anzuziehen.“

Tilla Durieux war nicht nur Schauspielerin. Sie war Teil der Berliner Kunstszene. Ihr zweiter Ehemann war der Kunsthändler und Verleger Paul Cassirer. Sie lebten im Tiergartenviertel. Ihr Haus war ein Treffpunkt für Künstler, Schriftsteller und Theaterleute.

Die Ehe mit Cassirer endete dramatisch. 1926 schoss er sich während eines Scheidungstermins in die Brust und starb wenig später an den Folgen. Durieux erbte als einen Teil der gemeinsamen Kunstsammlung, die Scheidung war zu Cassirers Tod noch nicht rechtskräftig.

1930 heiratete sie den jüdischen Unternehmer Ludwig Katzenellenbogen. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war sie als Ehefrau eines jüdischen Mannes unmittelbar bedroht. 1933 gingen sie nach Zagreb. Ihr Mann wurde nach dem deutschen Einmarsch 1941 verhaftet und nach Berlin verschleppt. Er starb 1944 in Haft.

Tilla Durieux blieb in Zagreb, tauchte unter und unterstützte den Widerstand. Sie half der sogenannten „Roten Hilfe“, versteckte Dokumente und versorgte Partisanen. Nach dem Krieg arbeitete sie als Näherin und Regieassistentin an einem staatlichen Puppentheater. Diese Jahre beschrieb sie später in ihrem Stück „Zagreb 1945“.

Erst 1952 kehrte sie mit 72 Jahren für ein Gastspiel nach Berlin zurück. Viele hätten an Ruhestand gedacht. Sie begann noch einmal neu, spielte an verschiedenen Bühnen und war auch im Film und im Fernsehen präsent. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen: das Bundesverdienstkreuz, das Filmband in Gold, Ehrenmitgliedschaften an Theatern und die Mitgliedschaft in der Akademie der Künste.

Tilla Durieux starb am 21. Februar 1971 in Berlin und wurde auf dem Friedhof Heerstraße beigesetzt. Ihr Grab ist ein Ehrengrab des Landes Berlin.

Wir gehen jetzt noch ein kleines Stück die Bleibtreustraße entlang, biegen links in die Niebuhrstraße und dann rechts in die Schlüterstraße. Dort treffen wir uns bei Nr. 62 / Ecke Kantstraße.

277. Kiezspaziergang: Else Lasker-Schüler

5. Station: Else Lasker-Schüler, Schlüterstraße 62

In diesem Haus lebte für kurze Zeit eine Dichterin, die sich selbst gern „Prinz Jussuf von Theben“ nannte. Ihr wirklicher Name war Else Lasker-Schüler. Eine Gedenktafel gibt es hier nicht. Die findet man in Halensee und Schöneberg.

Else Lasker-Schüler wurde 1869 in Elberfeld geboren, dem heutigen Wuppertal. Sie wuchs in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Ihre Mutter war eine prägende Figur für sie. Als sie starb, schrieb Else Lasker-Schüler später den Satz: „Wie meine Mutter starb, zerbrach der Mond.“

Als junge Frau heiratete sie den Arzt Berthold Lasker und zog mit ihm nach Berlin. Hier begann sie sich mit Kunst zu beschäftigen. Sie nahm Zeichenunterricht und richtete sich ein Atelier ein. Ihr Sohn Paul wurde geboren. Kurz darauf trennte sich das Paar.

In dieser Zeit begann ihr Weg als Schriftstellerin. 1901 erschien ihr erster Gedichtband „Styx“. Else Lasker-Schüler bewegte sich in der Berliner Literaturszene, lernte Autoren wie Peter Hille, Gottfried Benn, Franz Marc oder Karl Kraus kennen. Sie schrieb Gedichte, Prosa und Theaterstücke. Ihr Drama „Die Wupper“ gehört zu ihren bekanntesten Arbeiten. Mit dem Gedichtband „Meine Wunder“ von 1911 wurde sie zu einer zentralen Vertreterin des Expressionismus.

Auffällig war nicht nur ihr Werk, sondern auch ihr Auftreten. Sie erfand für sich selbst Figuren und Namen. Sie nannte sich „Prinz Jussuf von Theben“ oder „Tino von Bagdad“. Sie unterschrieb Briefe mit diesen Namen und trat manchmal entsprechend gekleidet auf. In ihren Texten mischen sich biblische Motive, orientalische Bilder, persönliche Erfahrungen und politische Themen.

Als 1912 auch ihre zweite Ehe scheiterte, fehlte ihr eine feste wirtschaftliche Grundlage. Else Lasker-Schüler lebte von Honoraren, von Unterstützung durch Freunde, manchmal auch von Spendenaufrufen. Sie wechselte häufig ihre Wohnungen. Cafés rund um den Kurfürstendamm wurden zu ihren Arbeits- und Begegnungsorten – besonders das berühmte Romanische Café.

Ein schwerer Einschnitt kam, als ihr Sohn Paul 1927an Tuberkulose starb. Dieser Verlust traf sie schwer. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ihre Situation lebensgefährlich. Sie hatte gerade erst den renommierten Kleist-Preis erhalten, doch die Auszeichnung konnte sie nicht schützen. 1933 wurde sie auf offener Straße von Nationalsozialisten angegriffen. Kurz darauf verließ sie Berlin. Zunächst ging sie in die Schweiz, doch auch da durfte sie nicht bleiben und erhielt schließlich Publikationsverbot. Viele ihrer Arbeiten wurden während der NS-Zeit aus deutschen Museen entfernt. 1938 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

Am Ende führte ihr Weg nach Jerusalem. Dort lebte sie in einfachen Verhältnissen, zunächst in Hotels, später zur Untermiete. Eine kleine Ehrenrente half ihr zu überleben. Sie gründete einen literarischen Kreis und hielt Lesungen, solange es möglich war.

In Jerusalem erschien auch ihr letzter Gedichtband „Mein blaues Klavier“. Darin beginnt eines ihrer bekanntesten Gedichte mit den Zeilen:
„Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
Und kenne doch keine Note.“

Else Lasker-Schüler starb 1945 in Jerusalem und wurde auf dem Ölberg begraben.

Heute gilt sie als eine der wichtigsten deutschsprachigen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Werk umfasst mehr als 500 Gedichte, mehrere Dramen, Prosatexte und zahlreiche Zeichnungen.

Wir gehen die Schlüterstraße weiter und sehen uns vor der Hausnummer 70 wieder.

277. Kiezspaziergang: Helga Goetze

6. Station: Helga Goetze, Schlüterstraße 70

Im Gartenhaus, zweiter Stock, lebte Helga Goetze. Von hier aus ging sie fast jeden Tag zur Gedächtniskirche und stand dort mit einem selbstgemalten Plakat. Darauf stand, was viele Berliner bis heute irritiert: „Ficken ist Frieden.“ Viele hielten sie für verrückt. Andere für eine Provokateurin. Sie selbst verstand sich als Künstlerin und politische Aktivistin.

Helga Goetze wurde 1922 als Helga Troch in Magdeburg geboren. Sie wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf, heiratete früh und bekam sieben Kinder. Viele Jahre lebte sie als Hausfrau in Hamburg. Gleichzeitig interessierte sie sich für Reformpädagogik, für Religion ohne Konfession, für Kriegsdienstverweigerung und für Fragen von Erziehung und Gesellschaft.

Ende der 1960er Jahre veränderte sich ihr Leben grundlegend. Ein sexuelles Erlebnis auf einer Reise nach Italien beschrieb sie später als Wendepunkt. Von da an suchte sie bewusst neue Beziehungen – auch über Kontaktanzeigen. Eine davon begann mit den Worten: „Weibliches Wesen, geistig vielseitig interessiert, sucht …“

Sie begann, ihre Erfahrungen aufzuschreiben – in Gedichten, Tagebüchern und Bildern. Bald kam noch eine Technik dazu: Sie begann zu sticken. Text und Bild gehörten bei ihr oft zusammen. Ihre Themen waren Sexualität, Freiheit, Religion und Frieden. Sie sagte einmal: „Wir alle haben die Wahrheit, aber jeder nur einen Teil.“

In Hamburg gründete sie ein „Institut für Sexualinformation“ und sprach öffentlich über Sexualität im Alter und über freie Liebe. Was einen Skandal auslöste.

Nach der Trennung von ihrem Mann zog sie nach Berlin, zunächst nach Kreuzberg. Bald begann sie mit öffentlichen Auftritten. Weil ihr offizielle Bühnen meist verschlossen blieben, trug sie ihre Gedichte einfach auf der Straße vor.

Besonders bekannt wurde sie durch ihre Auftritte an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Dort stand sie fast täglich mit selbst gemalten Plakaten. „Ficken ist Frieden.“ verstand sie als politische Botschaft. Für sie war Sexualität ein Mittel zur Selbstbestimmung und Überwindung von Gewalt. Sie nannte ihre Auftritte eine Ein-Frau-Mahnwache. Sie sprach Passanten an, diskutierte, provozierte – und geriet dabei immer wieder mit der Polizei aneinander.

Hier in der Schlüterstraße richtete sie ihre „Geni(t)ale Universität“ ein. Am Haus hing eine Messingtafel mit festen Öffnungszeiten. Interessierte konnten kommen, zuhören und diskutieren. Bewirtung gab es nicht – aber viele Gedichte.

Nach einem Schlaganfall zog sie in ein Pflegeheim in der Lüneburger Heide und starb 2008. Ihr Grab befindet sich auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg.

Lange wurde Helga Goetze vor allem als Provokateurin wahrgenommen. Erst später rückte ihr künstlerisches Werk stärker in den Blick. Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind auf Helga Goetze: Noch bis morgen ist in der Villa Oppenheim die Ausstellung „Weibliches Wesen, geistig vielseitig interessiert, sucht“ zu sehen.

Unsere nächste Station ist die Knesebeckstraße 12. Dazu gehen wir bis Ecke Goethestraße, biegen rechts ab und sehen uns wieder Ecke Knesebeckstraße.

277. Kiezspaziergang: Hedwig Courths-Maler

7. Station: Hedwig Courths-Mahler, „Königin des Kitschromans“, Knesebeckstraße 12

In diesem Haus lebte eine der erfolgreichsten Autorinnen Deutschlands: Hedwig Courths-Mahler. Sie hat mehr als 200 Romane geschrieben, ihre Bücher verkauften sich millionenfach und wurden in viele Sprachen übersetzt, mehr als 20 Stoffe wurden verfilmt. Trotzdem wurde sie lange von der Literaturkritik belächelt.

Geboren wurde sie 1867 als Ernestine Mahler in Nebra an der Unstrut. Unehelich, ihr Vater starb noch vor ihrer Geburt. Sie wuchs zeitweise bei Pflegeeltern auf, die Schule besuchte sie nur wenige Jahre. Sie musste früh Geld verdienen, arbeitete als Dienstmädchen und als Verkäuferin.

Mit siebzehn schrieb Courths-Mahler ihre erste Erzählung, der Durchbruch kam 1904. Ein befreundeter Redakteur veröffentlichte ihren ersten Roman als Fortsetzungsgeschichte. Dabei entstand auch ihr Künstlername: Hedwig Courths-Mahler. Ab 1905 lebte sie in Berlin. Hier begann eine intensive Arbeitsphase. Sie schrieb mehrere Romane pro Jahr, vierzehn allein im Jahr 1920.

Viele dieser Bücher entstanden hier in dieser Wohnung, wo Hedwig Courths-Mahler auch einen Salon führte. Schauspielerinnen wie Asta Nielsen oder Henny Porten kamen zu Besuch, ebenso Emil Jannings, Curt Goetz oder Richard Tauber. Sie gehörte fest zum Berliner Kulturleben der 1920er Jahre.

Ihre Romane folgten meist einem klaren Muster. Junge Frauen aus einfachen Verhältnissen geraten in Not, es gibt Missverständnisse, Intrigen, Standesunterschiede. Am Ende siegt die Liebe. Deshalb wurden ihre Bücher millionenfach gelesen: Die Heldinnen gewinnen Anerkennung, Sicherheit, oft auch Wohlstand.

Sie selbst sagte einmal: „Ich habe Märchen für große Kinder erdacht.“ Während viele der Künstlerinnen, über die wir heute sprechen, zur Avantgarde gehörten, schrieb Hedwig Courths-Mahler für ein Massenpublikum. Sie schrieb für Menschen, die im Alltag wenig Spielraum hatten und in ihren Büchern eine andere Welt fanden.

Die Kritik war oft spöttisch. Man warf ihr Kitsch vor. Aber ihre Bücher verkauften sich weiter.

In der Zeit des Nationalsozialismus war sie Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Sie weigerte sich jedoch, ihre Romane politisch anzupassen oder Propaganda einzubauen. Ab Mitte der 1930er Jahre erschienen deshalb kaum Neuauflagen. 1935 zog sie sich an den Tegernsee zurück.

Als sie 1950 starb, hatte sie 208 Romane veröffentlicht. Ihre Bücher erscheinen bis heute als Heftromane. Viele Motive leben in Film und Fernsehen weiter.

Wir gehen die Goethestraße weiter, halten uns am Steinplatz links, biegen links in die Hardenbergstraße und halten an der Hausnummer 11.

277. Kiezspaziergang: Isadora Duncan

8. Station: Isadora Duncan, Hardenbergstr. 11

Wenn Isadora Duncan auf der Bühne erschien, fiel sofort auf: Sie tanzte barfuß. Ihr Stil war neu. Sie folgte der Musik und ihrer eigenen Intuition. Oft bewegte sie sich zu Beethoven oder Tschaikowski. Sie setzte klassische Konzertmusik tänzerisch um, das war revolutionär.

In Berlin lebte sie an dieser Adresse. Das Haus ist natürlich nicht mehr das, in dem Isadora Duncan um 1900 lebte. Aber der Reihe nach.

Isadora Duncan wurde 1877 in San Francisco geboren. Die Familie war arm. Ihr Vater starb früh. Ihre Mutter zog vier Kinder allein groß und verdiente Geld als Musiklehrerin. In diesem Umfeld wuchs Isadora auf: wenig Geld, aber viel Musik und viel Freiheit im Denken.

Schon als Kind lehnte sie das klassische Ballett ab. Die festgelegten Schritte, das Korsett, die Spitzenschuhe – all das empfand sie als Zwang. Sie wollte sich frei bewegen. Sie tanzte barfuß, trug lockere Tuniken, die an die griechische Antike erinnerten.

Ende der 1890er Jahre trat sie mit geringem Erfolg in den USA auf. 1899 ging sie nach Europa. Sie tanzte in London, Paris und Berlin. Hier wurde sie bekannt. Die Presse sprach vom „neuen Stern der Tanzkunst“.

1903 veröffentlichte sie in Berlin ihren Vortrag „Der Tanz der Zukunft“. Darin griff sie das klassische Ballett scharf an, sprach von „unnatürlichen Bewegungen“ und deformierten Körpern. Für sie sollte Tanz aus dem Inneren kommen, aus der Atmung, dem Gefühl und persönlicher Haltung.

Kurz darauf gründete sie mit ihrer Schwester Elizabeth eine Tanzschule im Berliner Grunewald. Die Schule war als Internat organisiert. Duncan unterrichtete die Schülerinnen kostenlos und finanzierte alles durch ihre Auftritte. Die Mädchen tanzten ebenfalls barfuß, in einfachen Gewändern. Die Polizei verbot zeitweise öffentliche Auftritte wegen der „nackten Beine“. Die Schule zog mehrmals um, doch die sogenannte Duncan-Tradition wirkte noch lange weiter.

Für Isadora Duncan war Tanz nicht nur Kunst, sondern eine Weltanschauung. Sie sprach vom Tanz fast wie von einer Religion. Sie berief sich auf die griechische Antike, auf Natur und Freiheit und ließ sich von Denkern wie Nietzsche inspirieren.

Auch politisch bezog sie Stellung. Während des Ersten Weltkriegs tanzte sie die „Marseillaise“ als Zeichen der Solidarität mit Frankreich. Später unterstützte sie die Russische Revolution und gründete eine Tanzschule in Moskau.

Ihr Privatleben war von starken Gegensätzen geprägt. Sie lebte bewusst ohne feste Ehebindungen, forderte Selbstbestimmung für Frauen und bekam drei Kinder von drei verschiedenen Männern. Doch ihr Leben war auch von schweren Schicksalsschlägen überschattet. Zwei ihrer Kinder starben bei einem Autounfall. Das dritte starb kurz nach der Geburt.

Schließlich heiratete sie doch noch: Den russischen Dichter Sergej Jessenin. Die Ehe war stürmisch und dauerte nur kurze Zeit. Jessenin nahm sich wenige Jahre später das Leben.

Isadora Duncan selbst starb 1927 in Nizza. Bei einer Autofahrt verfing sich ihr langer Seidenschal in den Speichen des Wagens. Sie wurde stranguliert und starb noch am Unfallort. Sie war fünfzig Jahre alt. Ihr Grab befindet sich heute auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris, neben ihren Kindern.

Wir wechseln die Straßenseite und gehen zur UdK, Hardenbergstraße 33.

277. Kiezspaziergang: Käthe Kollwitz

9. Station: Käthe Kollwitz und die Akademie der Künste, Hardenbergstr 33

Käthe Kollwitz interessierte sich nicht für Könige, Generäle oder große Sieger. Sie zeichnete Menschen, die sonst kaum jemand zeichnete: Arbeiter, Mütter, Hungernde. Von 1928 bis 1933 leitete sie das Meisteratelier für Grafik an der Akademie der Künste.

Sie wurde 1867 in Königsberg geboren. Ihr Vater war Maurermeister. Er hatte Jura studiert, bekam aber wegen seiner liberalen Haltung keine Staatsstelle. Die Familie dachte politisch selbstständig und sozial kritisch. Das prägte sie schon früh.

Frauen durften damals nicht an staatlichen Kunstakademien studieren. Deshalb besuchte sie Künstlerinnenschulen in Berlin und München. Schon in dieser Zeit entschied sie sich für die Grafik. Radierung, Lithografie und Holzschnitt wurden ihre wichtigsten Ausdrucksformen.

1891 heiratete sie den Arzt Karl Kollwitz. Das Paar zog in einen Arbeiterbezirk im Prenzlauer Berg. Die Praxis ihres Mannes lag im selben Haus wie ihre Wohnung. Dort erlebte sie Armut, Krankheit und soziale Not. Diese Erfahrungen flossen direkt in ihre Kunst ein.

Ein wichtiger Anstoß kam durch Gerhart Hauptmanns Drama „Die Weber“. Daraus entstand ihr erster großer Zyklus über einen Arbeiteraufstand. Sie zeigte keine heroischen Figuren, sondern erschöpfte und verzweifelte Menschen. Als der Zyklus auf der Großen Berliner Kunstausstellung gezeigt wurde, schlug Max Liebermann sie für eine Auszeichnung vor – doch der Kaiser lehnte ab.

Ein tiefer Einschnitt kam im Ersten Weltkrieg. Ihr jüngerer Sohn Peter fiel als Soldat. Über viele Jahre arbeitete sie danach an der Skulptur „Trauernde Eltern“, die später auf dem Soldatenfriedhof in Flandern aufgestellt wurde. Die Figuren zeigen Vater und Mutter kniend in stiller Trauer.

Sie engagierte sich verstärkt gegen Krieg und soziale Not. Sie gestaltete Plakate für Hilfsorganisationen und politische Initiativen. Einer Partei trat sie nie bei, verstand sich aber als Sozialistin.

1919 wurde sie als erste Frau in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen und zur Professorin ernannt. Ab 1928 leitete sie hier in Charlottenburg das Meisteratelier für Grafik.

1933 unterschrieb sie einen Aufruf zur Zusammenarbeit von SPD und KPD gegen den Nationalsozialismus. Kurz darauf wurde sie zum Austritt aus der Akademie gedrängt. Sie ging schließlich freiwillig, um die Institution nicht weiter zu gefährden.

In den folgenden Jahren durfte sie kaum noch ausstellen. Man entfernte ihre Werke aus Museen, einige wurden als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Trotzdem blieb sie in Berlin und arbeitete weiter.

1943 wurde ihre Wohnung ausgebombt, viele Druckplatten gingen verloren. Sie zog schließlich nach Moritzburg bei Dresden. Dort starb sie im April 1945, wenige Tage vor Kriegsende.

Wir besuchen jetzt die letzte Station unseres heutigen Spaziergangs. Dazu gehen wir bis zur Fasanenstraße und treffen uns dort vor der Fakultät Musik.

277. Kiezspaziergang: Elisabeth Kuyper

10. Station: Elisabeth Johanne Lamina Kuyper, Fasanenstr. 1b (ehem. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst)

Um 1900 durften Frauen nicht in den großen Orchestern spielen. Schon gar nicht dirigieren. Eine Frau, die das ändern wollte, war Elisabeth Kuyper. Von 1908 bis 1920 unterrichtete sie in diesem Gebäude – der damaligen Königlichen Hochschule für Musik – Komposition und Musiktheorie. Als erste Frau in diesem Fach.

Elisabeth Kuyper wurde 1877 in Amsterdam geboren. Sie wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Es gab nicht viel Geld, aber es ein Klavier. Schon als Kind zeigte sie großes Talent. Mit zwölf Jahren begann sie an einer Musikschule ihre Ausbildung. Mit siebzehn schloss sie ihr Examen mit Auszeichnung ab.

In den 1890er Jahren ging sie nach Berlin und studierte an der Hochschule für Musik. Als erste Frau wurde sie in eine Meisterklasse aufgenommen. Ein großer Erfolg war das Mendelssohn-Staatsstipendium für Komposition, das sie ebenfalls als erste Frau erhielt.

1908 bekam sie an der Hochschule eine Stelle. Zunächst arbeitete sie als Hilfslehrerin, später als außerordentliche Lehrerin. Eine feste Professur mit Pensionsanspruch erhielt sie jedoch nie.

Neben dem Unterricht komponierte sie und begann zu dirigieren. Doch Frauen waren damals in den großen Orchestern nicht zugelassen. Deshalb gründete sie 1909 einen professionellen Frauenchor und kurz darauf das Berliner Tonkünstlerinnen-Orchester.

Dieses Orchester bot Musikerinnen erstmals eine echte berufliche Perspektive. Rund 65 Frauen spielten dort. Kuyper war Dirigentin, Organisatorin und Geschäftsführerin zugleich. Die Konzerte fanden ein interessiertes Publikum und gute Kritiken – doch es fehlte an finanzieller Unterstützung. Schon nach wenigen Jahren musste das Orchester wieder aufgelöst werden. Sie schrieb einmal, Pionierin zu sein bedeute für eine Frau, „kämpfen, ringen um jeden Schritt“.

In den folgenden Jahren gründete sie weitere Frauenorchester, unter anderem in London und New York. Auch dort erhielt sie Anerkennung, auch dort scheiterten die Projekte an fehlenden Subventionen.

Nach dem Ersten Weltkrieg verschärfte sich ihre Lage in Berlin. 1920 verlor sie ihre Stelle an der Hochschule – offiziell aus formalen Gründen, wahrscheinlich aber auch durch Intrigen. Trotz jahrzehntelanger Bemühungen erhielt sie nur ein kleines Gnaden-Ruhegehalt.

Elisabeth Kuyper starb 1953 in Muzzano bei Lugano. Sie hinterließ ein umfangreiches Werk mit Orchesterstücken, Kammermusik und Liedern. Einige Kompositionen gelten heute als verschollen.

Damit sind wir am Ende unserer heutigen Tour. Ich danke Ihnen, dass Sie dabei waren und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und frohe Ostern.

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf den nächsten Kiezspaziergang: Der findet am Samstag, 11. April. 2026, statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr am S-Bahnhof Messe Nord/ZOB, Ausgang Neue Kantstraße.

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