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Kiezspaziergang am 12.7.2003

zu Seen in der Villenkolonie Grunewald

mit Sozial- und Umweltstadträtin Martina Schmiedhofer
Treffpunkt am S-Bhf Halensee, Henriettenplatz

Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen zu unserem heutigen Kiezspaziergang.

Wie immer zuerst der Hinweis auf den nächsten Termin: Am zweiten Samstag im August, das ist der 9. August, wird mein Kollege, Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler gemeinsam mit dem Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Herrn Prof. Dr. Michael Seiler durch den Schlosspark Charlottenburg führen. Treffpunkt ist am Schloss Charlottenburg, auf der Gartenseite, also vom Spandauer Damm gesehen direkt hinter dem Schloss.

Heute wollen wir uns einigen Seen in Grunewald und Wilmersdorf widmen, und deshalb beginnen wir unseren Spaziergang hier am Bahnhof Halensee. Bevor wir aber den Halensee selbst in Augenschein nehmen, einige Informationen zum Bahnhof Halensee, zum Stadtteil Halensee und zum Henriettenplatz.

Bahnhof Halensee

1877 wurde der S-Bahnhof Halensee eröffnet, damals noch unter dem Namen Bahnhof “Grunewald”, 1884 in “Bahnhof Halensee”, umbenannt, 1894 weiter östlich an die heute Stelle verlegt und umgebaut. 1960 wurde ein Neubau im Pavillonstil errichtet. Bald nach dem Mauerbau wurde der Bahnhof stillgelegt. 1985 eröffnet Opel Hesse in dem Pavillon einen Autosalon. 1993 hat die Bahn beschlossen, den Bahnhof ohne Empfangshalle zu betreiben und das Gebäude abgerissen.

Kurz vor der Maueröffnung wurde 1988 überlegt, das Bahngelände hier in Halensee zu überbauen. Der Halenseegraben sollte mit einer Art Deckel versehen werden, auf dem dann 1.400 Wohnungen entstehen sollten. 1,5 Milliarden DM hat man damals für eine solche Baumaßnahme kalkuliert. West-Berlin konnte sich nicht in die Fläche ausdehnen. Deshalb suchte man solche Möglichkeiten, zusätzliche Baumöglichkeiten zu schaffen. Mit der Wende wurden diese Pläne zu den Akten gelegt.

Kurfürstendammbrücke

Der Kurfürstendamm ist hier 12 m höher als an der Gedächtniskirche. Man hat einen schönen Blick nach Charlottenburg (ICC) und nach Wilmersdorf (Kraftwerk und BfA-Gebäude).

Kurfürstendamm 119/120

70-Millionen-Bau von Helmut Jahn 1993

Stadtteil Halensee

Der Stadtteil Halensee ist kein offizieller Ortsteil. Halensee hat auch keine eigene Geschichte als selbständige Gemeinde wie zum Beispiel Schmargendorf oder Grunewald. Die Bezeichnung Halensee für die Gegend rund um das westliche Ende des Kurfürstendammes ist entstanden, als der Kurfürstendamm seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts ausgebaut wurde. Natürlich stammt der Name von dem nahegelegenen Halensee. Dieser See wiederum gehört überwiegend zur Villenkolonie Grunewald, nicht zum Stadtteil Halensee.

Henriettenplatz

Der Platz erhielt seinen Namen 1892 nach der Gemahlin von Friedrich-Wilhelm, dem Großen Kurfürsten, Luise Henriette von Oranien-Nassau.

Zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 wurde der Platz im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs neugestaltet mit dem Medusenbrunnen von Anna und Patrick Poirier, den Säulenkolonaden mit der BVG-Wartehalle von Heinz Mack und einem Obelisk ebenfalls von Heinz Mack auf der anderen Straßenseite. Dieser Obelisk entspricht dem Leuchtobelisken am Europa-Center. Er stammt ebenfalls von Heinz Mack. Eine Gedenkstele für Luise Henriette in Form eines kleinen Obelisken wurde von niederländischen Unternehmen gestiftet und ebenfalls 1987 aufgestellt. An der Stele sind Reliefs von Luise Henriette und ihrem Gemahl, dem Großen Kurfürsten, angebracht.

Zur 750-Jahr-Feier Berlins wurden auch die teuren, verschnörkelten Hardenberg-Leuchten entlang des gesamten Kurfürstendammes aufgestellt. Die Original-Straßenlampen waren sehr viel schlichter. Sie wurden im Krieg zerstört und in den 50er Jahren durch Peitschenlampen ersetzt. Die jetzigen Lampen wurden nach dem Vorbild der früheren Straßenlampen an der Hardenbergstraße hergestellt. Deshalb der Name “Hardenberg-Leuchten”.

Kurfürstendamm 116-118

Für die drei Wohnhäuser hinter dem Henriettenplatz wurde seit 1993 der Abriss und Neubau geplant (Widerstand der SPD in der BVV). Vor zwei Jahren wurden die Pläne aufgegeben.

Kurfürstendamm 130

Das Eckhaus an der Ecke Kurfürstendamm und Westfälische Straße wurde ebenfalls zur 750-Jahr-Feier 1987 restauriert und mit einer neuen, transparenten Kuppel versehen. Ursprünglich hatten alle Eckhäuser am Kurfürstendamm Türme, Türmchen oder Kuppeln.

Die Jugendbibliothek Halensee musste im Jahr 2000 geschlossen werden.

Bornstedter Straße

1888 benannt nach dem Stadtteil von Potsdam, damals noch “Bornstädter Straße”, seit 1906 Bornstedter Straße

Friedhof Grunewald (Bornstedter Str. 11-12)

1892 wurde der Friedhof für die neugegründete Villenkolonie Grunewald auf 11.686 qm Fläche angelegt und wegen seiner schon damals von Bahngleisen umschlossenen Lage im Volksmund die “Toteninsel” genannt. Die neugotische Friedhofskapelle stammt aus dem Jahr 1897.

Hier sind unter anderem begraben:

Otto Lessing (Bildhauer, gest.1912) (mit einem Marmorrelief von Otto Lessing)
Oskar Hertwig (Biologe, gest.1922)
Carl Paul Goerz (Optiker, Fabrikant, gest.1923)
Hermann Sudermann (Schriftsteller, Dramatiker, gest.1928) (Am Grab eine Skulptur mit einem Marmorkopf der Göttin Hera. Das Grabmal wurde für Sudermanns Ehefrau Clara errichtet. Die Marmorbüste stand ursprünglich im Park von Sudermanns ehemaligem Wohnsitz Schloss Blankensee.)
Hans Delbrück (Historiker, gest.1929)
Bernhard Dernburg (Bankier, Kolonialminister, gest.1937) (wertvolles Glasmosaik der Firma Puhl und Wagner am Grab)
Hans Geiger (Physiker, Erfinder des “Geigerzählers”, gest.1945)
Trabener Steg

Bürogebäude am Halensee “Zitrone”, Kronprinzendamm 15

1994-96 wurde das Gebäude von Hilde Léon und Konrad Wohlhage auf einem Grundstück direkt an dem meistbefahrenen Autobahnabschnitt Deutschlands errichtet, obwohl das Grundstück als unbebaubar galt. Es ist ein 7-geschossiges Haus auf dreieckigem Grundriss. Über einem sogenannten Luftgeschoss ragt das Gebäue 6m vor. Es hat insgesamt 7500qm Bürofläche mit variablen Grundrissen. Markant ist die dynamisch geschwungene, verglaste Fassade über einem Natursteinsockel parallel zur Autobahn. Aus Schallschutzgründen und zum Schutz gegen Abgase verfügt dieses nach den Prinzipien des ökologischen Bauens errichtete Bürohaus über eine zweischalige Außenhaut, deren Zwischenraum über das Dach belüftet wird und so ein natürliches Raumklima gewährleistet. 1997 wurde der Bau mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet. Nach der Pleite des ehemaligen Hauptmieters Aubis (2000) Leerstand.

Der Aliasname “Zitrone” wurde von der Anwohnerschaft, die sich gegen das Bauvorhaben in Betroffeneninitiativen zusammengeschlossen hatte, auf Grund der elliptischen Form des Gebäudes geprägt.

Friedenthal-Park

Der Park wurde 1938 als Landschaftspark von Josepfh Pertl gestaltet. Er hieß zunächst Halenseepark. 1997 wurde er nach dem preußischen Politiker und Unternehmer Karl Rudolf Friedenthal benannt. Wegen seiner jüdischen Herkunft war im Jahr 1938 die nach ihm benannte Friedenthalstraße in Schellendorffstraße umbenannt worden. Da eine Rückbenennung der Straße nicht möglich war, wurde ersatzweise der Halenseepark nach Friedenthal benannt. Auf einem großen Findling informiert eine Gedenktafel darüber:

Karl Rudolf Friedenthal
15.9.1827 – 7.3.1890
Preußischer Politiker und Unternehmer
1867 Mitbegründer der Freikonservativen Partei
1871-1881 Reichtagsabgeordneter
1874-1879 preußischer Landwirtschaftsminister
1938 wurde in Wilmersdorf die nach Friedenthal
benannte Straße wegen seiner jüdischen Herkunft
von den Nationalsozialisten umbenannt in Schellendorffstraße

Der Park ist im Sommer eine beliebte Nacktbadewiese.

Wie es am Ende des 19. Jahrhunderts hier aussah, das hat Theodor Fontane 1891 in seinen Roman “Jenny Treibel” beschrieben. Hier spielt das gerade eröffnete “Wirtshaus am Halensee” eine wichtige Rolle als Ziel einer Landpartie. Für Corinna, die Tochter des Professors Schmidt, die mit Leopold, dem Sohn der Kommerzienratsfamilie Treibel, eine gemeinsame Zukunft plant, klingt “ein Nachmittag in Halensee fast so poetisch wie vier Wochen auf Capri”…

Fontane beschreibt zunächst die Verkehrsmittel, mit denen die Ausflügler anreisen, und dann die Landschaft aus der Turmperspektive:

“Und wirklich, um vier Uhr war alles versammelt, oder doch fast alles. Alte und junge Treibels, desgleichen die Felgentreus, hatten sich in eigenen Equipagen eingefunden, während Krola … aus nicht aufgeklärten Gründen die neue Dampfbahn, Corinna aber … die Stadtbahn benutzt hatte. Von den Treibels fehlte nur Leopold …

Sehen Sie, Schmidt, wenn ich Leopold Treibel wäre …, so hätte mich doch kein Deubel davon abgehalten, hier heute hoch zu Roß vorzureiten, und hätte mich graziös … aus dem Sattel geschwungen … Und nun sehen Sie sich den Jungen an. Kommt er nicht an, als ob er hingerichtet werden sollte? Denn das ist ja gar keine Droschke, das ist ein Karren, eine Schleife.”

“Nun, liebe Freunde,” nahm Treibel das Wort, “alles nach der Ordnung. Erste Frage, wo bringen wir uns unter? Wir haben verschiedens zur Wahl. Bleiben wir hier Parterre, … oder rücken wir auf die benachbarte Veranda hinauf … Oder endlich,… sind Sie für Turmbesteigung und treibt es Sie, diese Wunderwelt, in der keines Menschen Auge bisher einen frischen Grashalm entdecken konnte, treibt es Sie, sage ich dieses von Spargelbeeten und Eisenbahndämmen durchsetzte Wüstenpanorama zu Ihren Füßen ausgebreitet zu sehen?”

1904 wurden aus dem “Wirtshaus am Halensee” die “Terrassen am Halensee”, 1910 dann der “Lunapark”. Es war ein riesiger Vergnügungspark, der sich vom Kurfürstendamm bis zum See erstreckte. Sein Lärm war in ganz Halensee zu hören. Zeitweise gab es an jedem Abend zum Abschluss ein großes Feuerwerk. Der Eingang befand sich unweit des heutigen Rathenauplatzes. 1935 musste der Lunapark einem Autobahnzubringer Richtung Olympiastadion weichen.

Halensee

Der Halensee gehört zur Kleinen Grunewaldseenkette und ist mit 56 000 m2 Oberfläche der größte dieser Seen. Der Halensee wird durch Grundwasser gespeist und hat keinen natürlichen Zufluss. Er hat eine mittlere Tiefe von 5m und ein Volumen von ca. 285.000 m3.

Der größte Teil der Uferzone ist in privater Hand. Lediglich im Norden und Süden ist der See frei zugänglich.

Der Halensee hat eine große Bedeutung für die Entsorgung der Straßenabwässer. Der Gesamtzufluss aus den Niederschlägen eines Jahres beträgt 48% des Seevolumens.

Aufgrund der hohen Nährstoffkonzentration (Phosphor) ist der Halensee ein hypertrophes Gewässer mit geringer Sichttiefe in Folge des massenhaften Algenbewuchs.

Die hohe Zahl an nachgewiesenen Keimen, Fäkalkoliforme, Gesamtkoliforme hat dazu geführt, dass der See von der Senatsverwaltung für Gesundheit als deutlich belastet eingestuft wird.

Bei den Badegewässeruntersuchungen kam es regelmäßig zu Grenzwertüberschreitungen, die das Gesundheitsamt veranlassten vom Baden in dem See abzuraten. Aufgrund der Grenzwertüberschreitungen wurde der Halensee im Januar 2003 als Badegewässer bei der EU abgemeldet.

Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte

Das Einzugsgebiet für die Regenwassserentwässerung betrug bis 1996 168,4 ha Durch das Schließen der Überlaufsperre an der AVUS zur Entlastung des Halensees wurde das Einzugsgebiet auf ca. 67,3 ha reduziert was zu einer deutlichen Entlastung geführt hat.

Bodenfilteranlage

Zur weiteren Verbesserung der Wasserqualität wird eine Bodenfilteranlage mit 2200 m² Flächenbedarf und einer ca. 80% Reinigungsleistung an der Haupteinleitstelle (Baubeginn 2004) errichtet.

Sanierungsziele

Reduzierung der eingetragenen Fracht an PAK, PCB, MKW, AOX, und Schwermetalle zur Verringerung der Belastung des Sedimentes
Reduzierung der bakteriell-hygienischen Belastung des Halensees
Reduzierung der eingetragenen organischen Belastung und der Nährstoffe
Durch Platzierung an den Rand wird die öffentliche Grünanlage, die in den Sommermonaten stark als Liegewiese genutzt wird, minimal beeinträchtigt.

Aus Betriebsgründen muss der Retentionsfilter mit einer Mauer und teilweise einem Zaun umgeben sein. Durch die Ausgestaltung der zum öffentlichen Straßenland hingewandten Mauer als Schallschutzmauer gewinnt die Grünanlage durch die dadurch verminderte Geräuschsbelastung durch den Straßenverkehr.

Trabener Straße

1895 benannt nach Traben-Trarbach, der Stadt an der Mosel in Rheiland-Pfalz. Die Straßen in diesem Teil der Villenkolonie Grunewald wurden überwiegend nach Weinorten benannt.

Erbacher Straße

1898 benannt nach dem heutigen Stadtteil von Eltville in Hessen.

Nr. 1-3 Ehemalige Villa des Bankiers Bernhard Dernburg. Das Eingangstor erinnert noch an die frühere Villa von 1901. Hinter dem Haus ließ Dernburg einen landschaftlich gestalteten Garten anlegen, der bis zum Halensee reichte. Durch umfangreiche Baumaßnahmen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Grundstück wie so viele in der Villenkolonie Grunewald weitgehend verändert.

Wissmannstraße

1898 benannt nach dem Afrikaforscher Major Hermann von Wissmann (1853-1905)

Nr. 3

Seit den 60er Jahren lebt hier der bekannte Bildhauer Rainer Kriester, der in seinem Garten seine Skulpturen ausstellt.

Weg zum Koenigssee

Bronzeskulptur “Versöhnung” von Pablo Hannemann. Der 1906 in Berlin geborene deutsch-jüdische Bildhauer emigrierete 1936 nach Argentinien. Pablo Hannemann schenkte seine Skulptur 1972 dem damaligen Bezirk Wilmersdorf. Sie wurde im Rundhof des Rathauses aufgestellt und 1983 an den jetzigen Standort versetzt. Im Rundhof des Rathauses Wilmersdorf wurde 1988 der Venezianische Löwenbrunnen aus dem abgerissenen Ausflugslokal Schloss Brüningslinden in Kladow aufgestellt.

Koenigssee

Der 2,2 ha große See ist einer der vier 1889 zum Ausbau der Villenkolonie Grunewald künstlich angelegten Seen. Er wurde – wie die gleichnamige Allee – nach dem Bankier und Mäzen Felix Koenigs (1846-1900) benannt. Der geplante Grunewalder Uferwanderweg ist hier auf einer Länge von 515m angelegt.

Die Anlage der vier Seen diente einerseits zur Trockenlegung des übrigen Grunewaldgebietes. Zum anderen konnte man dadurch begehrte und entsprechend teure Seegrundstücke gewinnen. Die Seen wurden von polnischen Gastarbeiter ausgegraben.

Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf liegt die Kleine Grunewaldseenkette (Koenigssee, Herthasee, Hubertussee, Fennsee, Dianasee), der Halensee und der Grunewaldsee.

Diese Seen werden von zwei ehemaligen Schmelzwasserrinnen durchzogen. Die erste Rinne ist eine Nebenrinne der Havelseenrinne, die in Nord-Süd-Richtung gelegen ist. In ihr ist der Lietzensee, der Halensee, der Hundekehlesee, der Koenigssee und der Dianasee enthalten. Eine zweite Rinne verläuft etwa vom Schöneberger Rathaus in westlicher Richtung auf die erste Rinne zu. In ihr liegen der Fennsee, der Hubertussee und der Herthasee. Wir bewegen uns heute entlang dieser zweiten Eiszeitrinne. Die Eiszeitrinnen entstanden im Verlauf der Eiszeit, von etwa 600.000 bis 12.000 vor unserer Zeitrechnung dauerte.

Alle fünf Seen der Kleinen Grunewaldseenkette sind von Natur aus Grundwasserseen, die im wesentlichen vom Grundwasser gespeist werden. Hinzu kommen Niederschlagswasser, das auf die Seen fällt und auf das angrenzenden Straßengebiet.

Die Wassergüte ist in sämtlichen Seen der Kette durch starke Schwankungen im Salzgehalt, der Zusammensetzung der mineralischen und fäulnisfähigen Wasserinhaltsstoffe sowie der Nährstoffe und deren Folgen geprägt.

Als Fortschreibung des Bewirtschaftungsplans für die Kleine Grunewaldseenkette war zur Verbesserung der Wasserqualität an eine zusätzliche Versorgung mit phosphatarmen Zuschusswasser gedacht.

Dieses sogenannte Durchströmungskonzept sieht vor sauerstoffreiches, nährstoffarmes Wasser aus der OWA (Oberflächenwasseraufbereitungsanlage) Phosphateliminierungsanlage Beelitzhof in umgekehrter Fließrichtung über Schlachtensee und Krumme Lanke in den Grunewaldsee bis zum Dianasee zu leiten. Letztendlich kann über ein Pumpwerk am Dianasee bei Bedarf die Kleine Grunewaldseenkette mit sauberem Wasser versorgt werden.

Landschaftsplan für die Grunewaldseenkette

Für den Teil der Villenkolonie Grunewald, der an die kleinen Grunewaldseen angrenzt wurde in den letzten Jahren ein Landschaftsplan nach dem Berliner Naturschutzgesetz aufgestellt. Es handelt sich hierbei um den ersten Landschaftsplan, der in Berlin für einen weitgehend bebauten Teil der Stadt festgesetzt ist.

Ursprünglich war das Gebiet um die kleinen Grunewaldseen bewaldet. Die verlandeten Moore Dianasee, Koenigssee, Herthasee und Hubertussee wurden Ende des vorletzten Jahrhunderts innerhalb nur eines Jahres ausgehoben und durch artesische Brunnen mit Wasser gefüllt. Die Ufer wurden befestigt und mit einer gewässertypischen Vegetation versehen. Innerhalb der eiszeitlichen Geländerinne waren der Halensee und der Hundekehlesee seit jeher natürliche Seen.

Ein Hauptcharakteristikum der neuen Seen bestand darin, dass man ihre Künstlichkeit nicht wahrnahm. Mit ihren geschwungenen Uferlinien lag der optische Unterschied zu den beiden natürlichen lediglich in ihrer geringen Breite und einer freilich nicht sichtbaren Tiefe von durchschnittlich nur anderthalb Metern. Das bei dem Aushub anfallende Erdreich nutzte man für Aufschüttungen der Ufer, so dass die Seeparzellen mit zum Teil beträchtlichem Gefälle zu den Gewässern abfallen.

Die Ufer der Kolonie standen nicht für Erholungssuchende zur Verfügung. Für diese glaubte man mit dem nahen Grunewaldsee, dem Südufer des Hundekehlesees sowie dem nördlichen Halensee und seiner öffentlichen Badeanstalt ausreichend Ufer, bzw. Seeanteile bereitgestellt zu haben.

Die damals gültigen Baubestimmungen sicherten die landschaftlichen Qualitäten des Villengebietes. So wurden die Seeufer und die Hangbereiche von Bebauung freigehalten und eine Bebauungshöchstgrenze von 30% der Grundstücksfläche eingeführt. Gehörten die ersten 1890 bebauten Flächen noch zu den kleineren Grundstücken mit einer Größe zwischen 700 und 3.500 qm, so entstanden doch innerhalb der darauffolgenden 15 Jahren gärtnerisch kultivierte Anlagen mit Ausmaßen zwischen 5.000 und 23.000 qm bis hin zur extremsten Ausbreitung von annähernd 80.000 qm Gartenfläche. Entsprechend großzügig war die Bepflanzung mit Waldbäumen möglich.

Diese großen Grundstücke waren im wesentlichen in exponierter Lage am Johannaplatz, entlang der Koenigsallee oder den Uferbereichen der Seen zu finden. Hier fanden die Nord- und

Ostlagen der Seen besondere Bevorzugung, da dort eine optimale Ausnutzung der Sonnenscheinstrahlung erwartet wurde.

Erholungsgebiet.. Auch für die Wilmersdorfer Innenstadt

Trotz des grünbestimmten Charakters des Ortsteils Grunewald und der Nähe zum Berliner Forst Grunewald besteht statistisch gesehen ein Defizit an wohnungsnahen öffentlichen Grünflächen.

Mit stetig steigernder Bebauungsdichte sah man sich gezwungen, diesem Notstand Abhilfe zu verschaffen. So wurde zu Beginn der

Siebziger Jahre eine Idee aus den zwanziger Jahren wieder aufgegriffen die Ufer der Grunewaldseen durch einen öffentlichen Wanderweg zu erschließen und diesen mit dem Forst Grunewald und der dicht bebauten Innenstadt zu vernetzen.

Ab 1979 wurden zunächst die Uferpartien der landeseigenen Grundstücke am Südufer des Hubertussees entsprechend hergerichtet. Andere Uferbereiche konnten in den folgenden Jahren durch sukzessiven Ankauf dem Konzept zugeführt werden.

Von dem insgesamt 3.5 km langen Grünzug sind bis heute bereits 1,9 km fertiggestellt und für die Öffentlichkeit zugänglich.

(Allerdings sollte diese Zielplanung der Öffnung der Ufer neu überdacht werden , wie dies auch im Rahmen der BEP geschieht. Das fehlende Geld zum Ankauf weiterer Grundstücksflächen sowie der drastische Abbau des Pflegepersonals lässt weitere Grünplanungen in diesem Bereich kaum zu).

Zur planerischen Behandlung der nicht bebauten Bereiche dieses Stadtgebietes zählt auch die Ausweisung von Reservaten für die Natur. So wurde bereits in den zwanziger Jahren durch Polizeiverordnung 3 Bereiche des Ortsteils Grunewald zu Naturschutzgebieten erklärt. Das Hundekehlefenn sowie die nähere Umgebung des Pech- und des Barssee waren als wichtige Überbleibsel des ehemals botanisch vielgestaltigen Grunewaldgebietes erkannt worden. So bildete sich am Hundekehlefenn ein Zwischenmoor in Form eines Kiefern-Birkenbruchs und auf dem nördlich des Grunewaldsees wuchs sogar ein kleines Hochmoor.In den achtziger Jahren kamen dann noch die NSG Postfenn, Teufelsee mit Teufelsfenn und ein Teil des Grunewaldsees hinzu.

Die Qualitäten gehen verloren

Veränderte Baubestimmungen nach 1959 führten zur zunehmenden baulichen Verdichtung und Nutzungsintensivierung und somit zur teilweisen Zerstörung des traditionellen Landschaftsbildes. Gleichzeitig wurden der ökologische sowie der Erholungs- und Wohnwert beeinträchtigt. Prägende Landschaftselemente wie die Hangkanten zu den Seen, der Waldbaumbestand und die großzügigen Grundstücksfreiflächen sind heute zum Teil vollständig verschwunden.

Durch intensive Nutzung wird der empfindliche Uferbereich geschädigt. Die Bebauung im Hangbereich bewirkt außerdem die Zerstörung gewachsener Böden. Die charakteristische Bepflanzung von Grundstücken mit typischen Waldbaumarten ist in den vergangenen Jahren immer weiter zugunsten von modischen Gehölzen zurückgegangen. Großkronige Laubbäume, die ehemals prägende Waldkiefer oder landschaftstypische Sträucher werden kaum noch gepflanzt. Die Veränderung der Struktur der Freiräume durch die aktuelle Gehölzverwendung, die Materialauswahl oder die Vermehrung der befestigten Flächen (z.B. für Stellplätze und andere Nebenanlagen) führen zu einer starken Einschränkung der typischen, zum Teil seltenen bzw. gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. Dies wirkt sich deutlich negativ auf die ehemals vorhandene Wertigkeit als Biotop aus. Faunistische Gutachten über den Bestand an Amphibien (Frösche und Kröten) und an Vögeln sowie floristisch-vegetationskundliche Gutachten belegen diese Entwicklung.

Der heute noch vorhandene Grünanteil im Geltungsbereich beeinflusst die klimatische Situation der verdichteten Innenstadt positiv. Er trägt damit zur Optimierung des Luftaustausches zwischen ihr und der im Westen angrenzenden Waldfläche des Grunewaldes bei. Jedoch beeinflusst die starke Versiegelung und verdichtete Bebauung auch die Naturhaushaltsfaktoren Boden, Klima und Grundwasser erheblich. Gerade im klimatischen Bereich kann dies Auswirkungen auch über den Geltungsbereich hinaus haben. Und nicht zuletzt werden die denkmalpflegerisch bedeutsamen Gartenanlagen durch die Veränderung im Landschaftsbild ebenfalls beeinträchtigt.

Mit Hilfe des Landschaftsplanes Qualitäten sichern

Aufgrund der beschriebenen Entwicklung wurden für den Geltungsbereich des Landschaftsplanes folgende grundsätzliche Ziele definiert:

Erhaltung und Entwicklung des ehemals prägenden und typischen Landschaftsbildes einschließlich des standortgerechten und gebietstypischen Baumbestandes.
Schutz, Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume für die typischen, teilweise seltenen wildlebenden Pflanzen und Tiere.
Sanierung und Renaturierung der Uferbereiche der Seen.
Anlage eines geschlossenen Wegesystems über öffentliche Grünflächen von der Innenstadt in die Waldbereiche des Forstes Grunewald.
Erschließung der Seen und ihrer Landschaftsräume für die Allgemeinheit durch einen Uferwanderweg.
Erhaltung und Pflege der bedeutenden historischen Gartenanlagen.
Zur Sicherung und Entwicklung der Qualitäten entlang der Seeufer wurde eine mit Mittel 35 m breite Uferschutzzone festgesetzt, für die besondere Schutz- und Pflegemaßnahmen anzuwenden sind.

Durch Reduzierung des Pflegeaufwands der Seen können diese immer stärker zuwachsen. Der dadurch verstärkte Laubfall in die Seen führt zu Verschlammung und Sauerstoffverzehr beim biologischen Abbau. Deshalb sind Abholzungen an der Ufern wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität. Bei den Abholzmaßnahmen am Hubertussee 2002 gab es einen öffentlichen Protest, da dieser Zusammenhang und die Bedeutung für die Seen nicht bekannt war.

Koenigsallee

Nr.20a Ecke Delbrückstraße: Villa Walther

1917 vom Königlichen Baurat Wilhelm Walther erbaut. Er hat sich durch den Bau der “maßlosen Villa” ruiniert und soll sich gleich nach der Fertigstellung im Turm erhängt haben. Der Architekt Wilhelm Walther war ein Hauptvertreter des Eklektizismus, das heißt einer Mischung verschiedenster Stile. Er wurde bekannt durch den Bau von Versicherungspalästen, Industriebauten und Mietvillen in Berlin, und er war auch im Grunewalder Baugeschäft engagiert. Mit seiner eigenen Villa errichtete er ein städtebauliches und künstlerisches Lehrstück seiner eigenen Architekturauffassung.

1985 wurde die Villa nach langjährigem, ruinösen Leerstand vorbildlich restauriert und sehr unvorteilhaft erweitert und ausgebaut. Sie wurde von verschiedenen Einrichtungen genutzt, unter anderem vom Wissenschaftskolleg. Heute befindet sich hier die rumänische Botschaft mit dem rumänischen Kulturinstitut. Hinter dem Haus befindet sich ein kleiner öffentlicher Park. Dieser ist Teil der 1912 entstandenen Gartenanlage, die ebenfalls von Wilhelm Walther stammt. Innerhalb des Gartens sind starke Höhenunterschiede durch steile Böschungen aufgefangen, so dass stets ebene Flächen entstanden.

Herthasee

1,3 ha großer, bis zu fünf Metern tiefer 1889 beim Ausbau der Villenkolonie Grunewald künstlich angelegter See; fast vollständig von Privatgrundstücken umgeben. Der See erhielt seinen Namen (wie die gleichnamige Straße) nach der germanischen Göttin Hertha (nach Tacitus). Der geplante Grunewalder Uferwanderweg ist hier auf 210m Länge angelegt.

Delbrückstraße

1891 benannt nach dem preußischen Staatsmann Martin Friedrich Rudolph von Delbrück

Bismarckallee

Am 24.1. 1898 benannt nach dem Otto Fürst von Bismarck, dem am 30.7. 1898 starb. Er galt als Mitgründer der Villenkolonie Grunewald. Deshalb wurde eine der Hauptstraßen der Kolonie nach ihm benannt. Sie führt zum Bismarckplatz, wo eine überlebensgroße Bismarck-Statue auf einem hohen Sockel steht.

Bismarckbrücke (Baudenkmal)

1891 als Straßenbrücke erbaut. Sie überquert die Rinne zwischen Hertha- und Hubertussee. Sie hat eine gemauerte Unterkonstruktion, eiserne Gitterbrüstungen und dekorative Brückenwangen aus Buntsandstein, geschmückt mit Sphinxen, Vasen und Obelisken von dem Bildhauer Max Klein.

Hubertussee

Der Hubertussee ist von Osten gesehen der erste in der Reihe der kleinen Seenkette, die 1889 zum Ausbau der Villenkolonie Grunewald künstlich angelegt wurden, hier mit einer kleiner Insel. Am Hubertussee ist der geplante Grunewalder Uferwanderweg auf einer Länge von 730m angelegt.

Hubertusallee

1898 benannt nach dem Schutzpatron der Jagd

Hubertussportplatz

Franzensbader Straße

1891 benannt nach dem böhmischen Heilbad.

Reinerzstraße

1891 benannt nach dem Kurort Bad Reinerz, heute Duszniki Zdroj in Polen.

Auguste-Viktoria-Straße

1891 benannt der deutschen Kaiserin und Königin von Preußen, der Gemahlin Wilhelms II.

Nr. 74-78 Israelische Botschaft

Die Botschaft wurde eingeweiht am 09.05.2001, dem 53. Jahrestag der Unabhängigkeit Israels.

Der Neubau für die Botschaft wurde 1999-2001von Orit Willenberg-Giladi gebaut. Es ist ein expressionistischer Bau mit einer durch sechs verschiedenartige Baukörper gegliederten Fassade Die Baukörper erinnern an monumentale Skulpturen. Einem verglasten Riegel ist eine Fassade aus hellem Muschelkalk vorgelagert. Das ist ist kupferverkleidet, konkav gebogen. Das Gebäude wird durchzogen und überragt von einer gebogenen Wand aus Natursteinen aus Israel, aus sogenanntem Jerusalem marble.

Im Konzept der israelischen Architektin heißt es: “Mit dem Entwurf soll der inneren Komplexität und Symbolik, die eine Repräsentanz des Jüdischen Staates im geeinten Berlin darstellt, Rechnung getragen werden. Gleichermaßen sollen sowohl der tragische historische Hintergrund als auch die engen Beziehungen, die zwischen den beiden Ländern bestehen, berücksichtigt werden, ohne dass der eine Aspekt den anderen überlagert.” Dieser Aspekt der Verknüpfung von Historischem und Zeitgenössischem zeigt sich auch in der Beziehung des Neubaus zu dem Altbau.

Die Botschaftsresidenz wurde im Altbau untergebracht. Dieses Haus wurde 1929/30 als Villa mit heller Muschelkalk-Fassade vom Karstadt-Baubüro für den jüdischen Kommerzienrat Herrmann Schöndorff erbaut. Dieser musste die Villa 1934 zwangsweise verkaufen und nach Paris emigrieren. In dem Haus wurde nach dem Krieg das Oberlin-Seminar des Diakonischen Werkes untergebracht. 1998 hat der Staat Israel das ca. 9000 qm große Grundstück einschließlich der Villa erworben.

Hohenzollerndamm

1900 als breite Prachtstraße angelegt und benannt nach dem preußischen Herrschergeschlecht.

Kreuzkirche

1927-29 mit Pfarrhaus von Ernst und Günther Paulus gebaut. Die Kirche ist ein Hauptwerk des norddeutschen Expressionismus, ein oktogonaler blauvioletter Klinkerbau mit bemerkenswertem querrechteckigen, dreigespitzten Turm und pagodenähnlichem, leuchtend blau majolikaverkleidetem Portalvorbau von dem Bildhauer Felix Kupsch. Zwischen dem Turm mit Brauthalle im Erdgeschoss und dem eigentlichen Kirchenraum liegt ein schmaler Verbindungsgang. Hohes, weißes Porzellankreuz im Altarraum.

Regenrückhaltebecken Forckenbeckstraße

Das Becken dient ausschließlich der Bewirtschaftung der Wassermengen im Regenfall und hat keinen Reinigungseffekt. Deshalb wird bei Erreichen eines bestimmten Wasserstandes im Becken das Wasser in die Schmutzwasserkanalisation abgelassen und nicht in den Hubertussee geleitet.

Es ist geplant hier wie am Halensee eine Bodenfilteranlage zu bauen. Allerdings ist diese Planung wegen der geringen Haushaltsmittel vorerst in weite Ferne gerückt.

Forckenbeckstraße

1892 benannt nach dem Politiker Maximilan Franz August von Forckenbeck (1821-1892). Von 1878 bis 1892 war er Oberbürgermeister von Berlin.

Cunostraße

1891 benannt nach Rudolf Cuno (1827-1895), dem Direktor der früheren städtischen Gaswerke, die für die “Erleuchtung Berlins” angelegt worden waren.

Sportgelände

Sommerbad Wilmersdorf

Die Sportanlagen wurden erbaut auf dem Gelände des früheren großen Schmargendorfer Gaswerks das nach dem Ersten Weltkrieg abgetragen wurde.

Das Stadion Wilmersdorf wurde 1948-51 aus 1 Mio m³ Trümmerschutt für 50.000 Zuschauer erbaut. 1984 wurde auf den Tribünen der Nordkurve ein Weinberg mit Reben des Partnerlandkreises Rheingau-Taunus angelegt. Die Trauben werden nach der Ernte in den Rheingau gebracht, wo die “Wilmersdorfer Rheingauperle” entsteht.

Die Werner-Ruhemann-Sporthalle wurde 1961-64 erbaut, am 22.4.1993 durch Brandstiftung zerstört, am 26.11.1994 nach Wiederaufbau neu eröffnet.

Das Horst-Dohm-Eisstadion wurde 1971-1974 erbaut von Werner Deyle, eröffnet am 29.11.1974. 6170 m² große Eisfläche, olympiagerechte 400 m-Eisschnelllaufbahn, Schlittschuhverleih, Eislauf-Shop, Restaurant, 1985 erstes Eisschnelllauf-Weltcuprennen in Deutschland. Im Oktober 2000 nach dem früheren Wilmersdorfer Bezirksbürgermeister Horst Dohm benannt.

Die Horst-Käsler-Sporthalle wurde 1991 errichtet.

Das Sommerbad Wilmersdorf ist vielen Wilmersdorfern noch als “Lochowbad” bekannt, obwohl der frühere Lochowdamm schon 1968 in Fritz-Wildung-Straße umbeannt wurde (nach dem Tischler und Arbeitersportfunktionär Fritz Wildung, 1872-1954).

Hoher Bogen

1974 erbaute Fußgängerbrücke über die Ringbahn und die Stadtautobahn zwischen den S-Bahnhöfen Hohenzollerndamm und Heidelberger Platz

Rudolstädter Straße

1911 benannt nach der thüringischen Kreisstadt Rudolstadt

Fennsee

Der Fennsee, dient als sogenannte Vorflut für die Straßenentwässerung. Er nimmt die Abwässer der dreifachen Fläche im Vergleich zum Halensee auf. (Karte) Jeden Sommer steht er wegen Sauerstoffmangel vor dem Kollaps und kann durch Schwefelwasserstoffbildung (Geruch) zur Naherholung nur noch eingeschränkt genutzt werden. Die umgebende Parkanlage belastet durch jahrelange reduzierte Pflege zusätzlich die Wasserqualität.

Als letztes Glied in der Kette der kleinen Grunewaldseen und vollkommen im städtischen Bereich liegend ist der Fennsee vergleichbar belastet wie der Halensee, wenn nicht sogar stärker.

Nicht zuletzt die starke Verschattung und die gewaltigen Laubmassen, die durch den dichten Bestand jeden Herbst in den See eingebracht werden, haben mit zu der schlechten Wasserqualität des Sees beigetragen.

Zur Verbesserung der Wasserqualität des Fennsees wurden vom Umweltamt Gelder aus dem Umweltförderprogramm beantragt.

Teilentschlammung des Fennsees mit Sedimentkonditionierung
Herstellung der Anbindung über Kanäle der BWB an den Landwehrkanal zum Abfluss
Ertüchtigung eines Grobfilters zur Reinigung der eingeleiteten Straßenabwässer
Wiederherstellung des Gartendenkmals um den Fennsee
Röhrrichtanpflanzung
Friedrich-Ebert-Gymnasium

Das Friedrich-Ebert-Gymnasium wurde 1906 als Hindenburgschule eröffnet. Später erhielt es den Namen Treitschke-Schule, dann Fichteschule. Heute ist es ein Gymnasium mit mehr als 800 Schülerinnen und Schülern. Informatik wird hier als Abiturprüfungsfach angeboten, Englisch und Französisch als 1. oder 2. Fremdsprache, Latein in Kooperation mit dem Marie-Curie-Gymnasium.

Peter-A.-Silbermann-Abendgymnasium

Ebenfalls in dem Gebäude untergebracht ist die Peter-A.-Silbermann-Schule. Das älteste Abendgymnasium Deutschlands wurde 1927 gegründet. Es bietet kostenlosen Abendunterricht für Erwachsene an und führt zur Abiturprüfung. Leider gibt es Fusionspläne des Senats. Danach soll das Peter-A.-Silbermann-Abendgymnasium mit dem Abendgymnasiums Prenzlauer Berg zusammen gelegt werden. Der gemeinsame Standort wäre dann dort in der Pasteurstraße. Das käme einer Schließung dieses Abendgymnasiums gleich. Deshalb kämpfen wir als Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf um den Erhalt dieser Schule. Für viele der 350 Schülerinnen und Schüler hier ist die gute Erreichbarkeit Hauptkriterium für die Wahl dieser Schule. Nach Prenzlauer Berg würden die wenigsten folgen. Außerdem platzt die Schule hier aus allen Nähten. In Prenzlauer Berg könnten gar nicht alle Kurse untergebracht werden. Und die Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Ebert-Gymnasium ist seit langem eingespielt und sehr gut. Viele Fachräume gäbe es in Prenzlauer Berg nicht mehr.

Blissestraße Ecke Mannheimer Straße

Findling der Partnerstadt Forchheim

Der Findling stammt aus dem Partnerlandkreis Forchheim. Er wurde 1991 hier aufgestellt, als die Partnerschaft offiziell mit einer Urkunde besiegelt wurde. Der Landkreis Forchheim hatte bereits 1974 eine Patenschaft für Wilmersdorf aufgenommen. Das war in der Zeit des Kalten Krieges eine Geste der Fürsorge: Den West-Berliner Bezirken sollte damit deutlich gemacht werden, dass sie nicht vergessen waren. Aus der Unterstützung entwickelte sich eine lebendige Partnerschaft, so dass der Begriff Patenschaft bald nicht mehr zutraf. Dieser Stein symbolisiert die Stärke der Partnerschaft, die wir auch heute als Fusionsbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf weiter pflegen.

Blissestraße

1947 benannt nach der Wilmersdorfer Bauernfamilie Blisse

Nr. 18, Eva-Lichtspiele

Eva-Lichtspiele ist eines der ältesten Kinos Wilmersdorf, auf jeden Fall das älteste der noch bestehenden Kinos. Es wurde 1914 als Ladenkino in einem Wohnhaus, gebaut und lief bis 1921 unter dem Namen Roland Lichtspiele. Die kleinteilige farbige Verplättelung der Fassade mit dem schwungvollem Namenszug stammt aus den 50er Jahren. Heute hat das Kino 250 Plätze.

Es ist eines der wenigen selbständigen Kinos, das nicht zu einem großen Kinokonzern gehört. Als Spezialität hat es immer auch Kinderfilme im Programm.

Blisse 14

Blisse 14 existiert seit 1980 erfolgreich als Sozialtherapeutisches Zentrum und Café für Behinderte und Nichtbehinderte. Träger ist die Fürst-Donnersmark-Stiftung. Es gibt regelmäßig ein ausführliches Veranstaltungsprogramm