Das Ehepaar zog am 30. Juni 1919, gleich nach der Hochzeit, in die neue gemeinsame Wohnung, Kuno – Fischer – Straße 14. Am 14. Mai 1921 kam ihre einzige Tochter Ruth Rose auf die Welt.
Als die Situation für die Juden immer unerträglicher wurde und für die siebzehnjährige Ruth Rose kein Besuch einer öffentlichen Schule mehr möglich war, überzeugte Margarete ihren Mann Nazideutschland zu verlassen. Ihre Schwester Dorothea lebte bereits in Guatemala und deren Ehemann hatte gute Beziehungen zum Präsidenten. Durch diese Beziehung erhielten sie ihre Einreisevisa und konnten 1938 nach den üblichen zeitraubenden medizinischen und bürokratischen Überprüfungen mit der Ausreiseerlaubnis die „Caribia“ besteigen und Deutschland den Rücken kehren. Die „Caribia“ legte am 22. Oktober 1938 in Guatemala an und für die Familie Berndt begann das Leben im Exil.
Margarete errichtete mit Unterstützung ihrer Familie und der Jüdischen Gemeinde eine Pension, in der ankommende jüdische Flüchtlinge eine erste Zuflucht fanden. Richard, der nie Spanisch gelernt hatte, konnte sich nur als Laufbursche betätigen. Er starb am 29.Mai 1947, neun Jahre nach seiner Ankunft in Guatemala; Margarete starb am 2. Oktober 1979.
Ruth Rose heiratete und gründete eine Familie. Sie starb 1997.
Im Jahr 1973 besuchten Margarete und Ruth Rose zusammen mit Michael Levy, Ruth Roses Sohn, ihre frühere Heimatstadt Berlin. Sie fanden die Gräber der Großeltern Berliner in Weissensee und auch das Haus in der Kuno – Fischer – Straße, das den Krieg unbeschadet überstanden hatte.
Text: Karin Sievert nach Angaben von Michael Levy, Fotos aus Familienbesitz