Stolpersteine Dahlmannstraße 30

Die Stolpersteine für Siegmund, Paula und Alfred Groß sowie für Ilse, Hans und Berl Schönfeld wurden am 28. September 2016 und am 23. März 2017 in Anwesenheit von Familienmitgliedern verlegt.

Im Bundesarchiv wird der Name ‚Gross‘ geschrieben, in Karteikarten wird der Name ‚Groß‘ vermerkt. Die Schreibweise auf den Stolpersteinen richtet sich nach dem Bundesarchiv. Für diese Dokumentation wurde die Schreibweise ‚Groß‘ verwendet, zumal die Großnichte und Patin der Stolpersteine, Monika Groß (München), so heißt.

Die Stolpersteine wurden hier verlegt, da die Familien Groß und Schönfeld zusammengehören, auch wenn sie hier nie gemeinsam gewohnt haben.

Die Stolpersteine für Gustav und Elfriede Levy, für Amalie und Hildegard Sternberg sowie für Adolf Bornstein wurden am 6. Mai 2026 verlegt.

Stolperstein für Siegmund Gross

HIER WOHNTE
SIEGMUND GROSS
JG. 1888
DEPORTIERT 6.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Siegmund Groß wurde am 8. Februar 1888 in Kölpin, Kreis Neustettin, in Pommern geboren. Wann er nach Berlin zog, ist nicht bekannt. Siegmund Groß war der Ehemann von Paula Groß.

In Berlin machte er eine kaufmännische Lehre und wurde Verkäufer für Herrenbekleidung als Angestellter bei der Kaufhauskette Jandorf in Wilmersdorf und im KaDeWe. 1935 wurde Siegmund Groß vom KaDeWe entlassen, vermutlich aus Verfolgungsgründen.

Die Familie musste 1936 in eine wesentlich kleinere Wohnung in die Wielandstraße 43 umziehen. Siegmund Groß musste Zwangsarbeit annehmen. Er ist in den Akten zuletzt als Arbeiter bei der Firma Katadyn GmbH, Galvanistraße, Charlottenburg, erwähnt.

Stolperstein für Paula Gross

HIER WOHNTE
PAULA GROSS
GEB. GOTHA
JG. 1895
DEPORTIERT 6.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Paula Groß geb. Gotha wurde am 10. Februar 1895 in Damitz, Kreis Kolberg, in Pommern geboren. Sie war die Ehefrau von Siegmund Groß. Wir kennen weder das Hochzeitsdatum noch den Zeitpunkt, zu dem die Familie in das Haus Dahlmannstraße 30 in Charlottenburg einzog. Laut den Aufzeichnungen ihres Bruders Jacob Groß bezog sie dort eine großzügige und gut eingerichtete Mehrzimmerwohnung.

Die beiden bekamen zwei Kinder: Tochter Ilse wurde am 30. Dezember 1922 geboren, Sohn Alfred am 9. November 1928.

Stolperstein für Ilse Schönfeld

HIER WOHNTE
ILSE SCHÖNFELD
GEB. GROSS
JG. 1922
DEPORTIERT 6.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Ilse Schönfeld geborene Groß ist die Tochter von Paula und Siegmund Groß. Sie wurde am 30. Dezember 1922 geboren. Ilse Groß verließ 1937 die Schule ohne Zeugnis. Das geschah wohl kaum freiwillig. Es gibt eine Schüler-Karteikarte, aber ohne Zensureneintrag und ohne Hinweis darauf, ob und an welchem Religionsunterricht sie teilnahm. Ilse war mit Hans Schönfeld verheiratet. Ihr Sohn Berl Schönfeld wurde am 26. Juli 1942 in Berlin geboren.

Stolperstein für Alfred Gross

HIER WOHNTE
ALFRED GROSS
JG. 1928
DEPORTIERT 6.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Alfred Groß ist der Sohn von Paula und Siegmund Groß und Ilses jüngerer Bruder. Er wurde am 9. November 1928 geboren.

Stolperstein für Hans Schönfeld

HIER WOHNTE
HANS SCHÖNFELD
JG. 1916
DEPORTIERT 14.04.1942
GHETTO WARSCHAU
ERMORDET 1942

Hans Schönfeld wurde am 24. August 1916 in Zürich geboren und damit Schweizer Staatsbürger. Er war der Ehemann von Ilse Schönfeld geborene Groß.

Bei der Volkszählung 1939 war er wie Siegmund, Paula und Alfred Groß in der Wielandstraße 43 gemeldet. Im Volkszählungsregister war als zeitweilige Adresse aber auch die Herbertstraße 15 – das Familienheim Ochs, genannt „Ochs-Villa“, in Grunewald – angegeben. Vermutlich arbeitete er dort. Dieses Haus wurde zwischen 1933 und 1939 von Emmi Ochs, der Adoptivtochter eines 1933 geflüchteten jüdischen Verlegers, als privates Wohnheim für überwiegend sehr alte jüdische Menschen geführt, die sich häufig verstecken mussten.

Ilse und Hans Schönfeld hatten einen gemeinsamen Sohn. Berl Schönfeld wurde am 26. Juli 1942 in Berlin geboren. Hans Schönfeld hat seinen Sohn nicht mehr gesehen, er war bereits am 14. April 1942 in das Warschauer Ghetto deportiert worden. Sein Todesdatum ist unbekannt.

Stolperstein für Berl Schönfeld

HIER WOHNTE
BERL SCHÖNFELD
JG. 1942
DEPORTIERT 6.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Berl Schönfeld wurde als Sohn von Ilse und Hans Schönfeld am 26. Juli 1942 in Berlin geboren. Sein Vater Hans hat seine Geburt nicht mehr miterlebt, er war bereits am 14. April 1942 in das Warschauer Ghetto deportiert worden. Sein Todesdatum ist unbekannt. Ilse und Berl Schönfeld mussten noch vor ihrer Deportation in das Haus Giesebrechtstraße 18 umziehen.

Am 6. März 1943 wurde die Familie nach Auschwitz in das Vernichtungslager deportiert. Von allen ist das Todesdatum unbekannt. Zum Zeitpunkt der Deportation war Siegmund Groß 55 Jahre alt, Paula Groß 48, Alfred Groß 14, Ilse Schönfeld 20 und ihr Sohn Berl erst sieben Monate alt.

Auch die Eltern von Paula, Emma und Wilhelm Gotha, sowie die Schwester von Siegmund, Bertha Jonass geb. Groß, wurden mit diesem Transport nach Auschwitz in den Tod geschickt. Auch von ihnen gibt es keine Todesdaten. Für Bertha Jonass ist ein Stolperstein an der Dresdener Straße 19 in Kreuzberg verlegt worden.

Texte: Franziska Eichstädt-Bohlig.
Quellen: Angaben der Angehörigen, Bundesarchiv, Schülerkarteikarte Ilse Groß, Aufzeichnungen über die „Ochs-Villa“.

  • Nachweis Siegmund Groß

    PDF-Dokument (966.7 kB)

  • Eidesstattliche Erklärung Jakob Groß

    PDF-Dokument (1.9 MB)

Stolperstein für Gustav Levy

Stolperstein für Gustav Levy

HIER WOHNTE
GUSTAV LEVY
JG. 1869
DEPORTIERT 25.9.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 12.1.1943

Stolperstein für Elfriede Levy

Stolperstein für Elfriede Levy

HIER WOHNTE
ELFRIEDE LEVY
GEB. STERNBERG
JG. 1883
DEPORTIERT 25.9.1942
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET

Stolperstein für Amalie Sternberg

Stolperstein für Amalie Sternberg

HIER WOHNTE
AMALIE STERNBERG
GEB. LEVY
JG. 1892
DEPORTIERT 12.1.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Stolperstein für Hildegard Sternberg

Stolperstein für Hildegard Sternberg

HIER WOHNTE
HILDEGARD
STERNBERG
JG. 1917
DEPORTIERT 12.1.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Stolperstein für Adolf Bornstein

Stolperstein für Adolf Bornstein

HIER WOHNTE
ADOLF BORNSTEIN
JG. 1866
DEPORTIERT 2.9.1942
THERESIENSTADT
1942 TREBLINKA
ERMORDET

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Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf

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