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Stolperstein Horstweg 27

Hausansicht Horstweg 27

Der Stolperstein für Martin Schlesinger wurde am 8.10.2015 verlegt und ist von Anwohnern gespendet worden.

Stolperstein Martin Schlesinger

HIER WOHNTE
MARTIN
SCHLESINGER
JG. 1901
DEPORTIERT 1.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Martin Schlesinger war Berliner. Hier wurde er am 27. Oktober 1901 geboren. Über sein Leben wissen wir nichts. Im Adressbuch war er nicht eingetragen, aber 1937 stand darin ein Kaufmann namens Siegismund Schlesinger. Bekannt ist lediglich, dass Martin Schlesinger die Wohnung im Horstweg 27 im April 1943 verlassen und sich in das jüdische Altersheim in der Gerlachstraße 18-21 begeben musste. Es diente 1941/42 als Sammellager für die Deportationen nach Theresienstadt und Riga oder direkt in die Vernichtungslager.
Am 1. März 1943, eine Woche nach der berüchtigten „Fabrikaktion“, als alle in Rüstungsbetrieben tätigen Zwangsarbeiter willkürlich an den Arbeitsplätzen verhaftet worden waren, wurde Martin Schlesinger in einem vom Güterbahnhof Moabit abgehenden Zug mit 1722 Insassen nach Auschwitz deportiert. Dort ist er nach aller Wahrscheinlichkeit ermordet worden. Sein Todesdatum ist unbekannt.

Text: Harald Marpe, Kiezbündnis Klausenerplatz e.V.