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Stolpersteine Bismarckstraße 66

Hausansicht Bismarckstr. 66

Diese drei Stolpersteine wurden am 8.10.2015 auf Wunsch von Familienangehörigen verlegt. Obwohl die Inschriften bedauerlicherweise nicht korrekt sind (die Familie Wolff wurde 60 Kilometer von Lodz entfernt in Chelmno ermordet), haben die Angehörigen dankenswerterweise auf einen Austausch verzichtet, damit – angesichts der geringer werdenden Anzahl von in Berlin zu verlegenden Stolpersteinen – drei Stolpersteine für Menschen verlegt werden können, derer noch nicht in dieser Form gedacht wird. Die unten stehenden Biografien sind korrekt.

Stolperstein Erna Wolff

HIER WOHNTE
ERNA WOLFF
GEB. EICHWALD
JG. 1914
DEPORTIERT 18.10.1941
ERMORDET IN
LODZ / LITZMANNSTADT

Ernie Wolff

Erna Wolff wurde am 14. November 1914 in Berlin als Tochter des im Ersten Weltkrieg gefallenen Wilhelm Eichwald und seiner Frau Elise, geb. Schröter, geboren.

Nach dem Tod Wilhelm Eichwalds 1917 zog Elise mit ihrer Tochter, die Erni genannt wurde, nach Kassel, wo sie im Haushalt ihrer Schwiegereltern, Max und Jeanette Eichwald, lebten. 1918 verließ Elise Eichwald Kassel mit unbekanntem Ziel und ließ Erni in der Obhut von Max und Jeanette Eichwald zurück, die sich fortan um das Kind kümmerten und großzogen.

Bis 1932 lebten sie in Kassel, dann in Düsseldorf und ab 1936 in Berlin, zunächst in der Würzburger Straße 8. Erni übte den Beruf der Putzmacherin aus. Sie heiratete den am 27. April 1899 in Berlin geborenen Artisten Helmuth Wolff. Am 8.4.1940 wurde ihre gemeinsame Tochter Tana geboren. Seit 1938 waren Juden gezwungen, die Namen ihrer neugeborenen Kinder aus einer vorgegebenen Liste auszuwählen. Einer davon war „Tana“.

Anmeldung Helmuth Wolff

Die Familie wohnte in der Bismarckstraße 66, bis sie am 18. Oktober 1941 vom Bahnhof Grunewald aus mit dem ersten Deportationszug, der den Bahnhof Grunewald verließ, in das Ghetto Lodz deportiert wurde. Das von Deutschen besetzte Lodz war zu dieser Zeit in Litzmannstadt umbenannt worden. Dort wurde ihnen ein Zimmer im Talweg 10, Wohnung 55 zugewiesen, das sie mit zwei weiteren Menschen teilen mussten.

übersetzte Bescheinigung der Familie Wolff

Am 14. Mai 1942 wurden Erni, Helmuth und Tana Wolff „ausgesiedelt“, wie das in der Sprache der Nazis heiß, und im Vernichtungslager Chelmno (damals Kulmhof) etwa 60 Kilometer nordwestlich von Lodz ermordet.

Max und Jeanette Eichwald sind 1938 und 1940 gestorben und auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beerdigt. Etliche Nachkommen der Familie Eichwald leben in den USA.

Text: Birgit Christian (Kassel)

Quellen: Erinnerungen der Familie; Gedenkbuch des Bundesarchivs; Gedenkbuch Berlins der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus der FU Berlin

Stolperstein Helmuth Wolff

HIER WOHNTE
HELMUTH WOLFF
JG. 1899
DEPORTIERT 18.10.1941
ERMORDET IN
LODZ / LITZMANNSTADT

Stolperstein Tana Wolff

HIER WOHNTE
TANA ERNI WOLFF
JG. 1940
DEPORTIERT 18.10.1941
ERMORDET IN
LODZ / LITZMANNSTADT