Stolpersteine Uhlandstraße 148

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Hausansicht Uhlandstr. 148
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Die Stolpersteine wurden am 14.5.2013 verlegt.

Link zu: Stolperstein Salomon Zuckermann, Mai 2013
Stolperstein Salomon Zuckermann, Mai 2013
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
SALOMON
ZUCKERMANN
JG. 1874
DEPORTIERT 17.7.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 5.11.1944

Salomon Zuckermann ist geboren am 10. Juli 1874 in Alexandria in der Ukraine. Was seine Familie dort tat, ist unbekannt, warum und wann er nach Berlin zog, ist ungewiss. Jedenfalls wurde er Wirtschaftsstatistiker und zog häufig um: zunächst von der Flemingstraße in die Paulstraße, schließlich in die Uhlandstraße. Er heiratete Martha Kallmann geb. Piorkowsky, die verwitwet oder geschieden war.

An 17. Juli 1942 wurde Salomon Zuckermann zusammen mit seiner Frau und 98 weiteren Jüdinnen und Juden in einem von zwei Waggons, die an den fahrplanmäßigen Zug in Richtung Prag angehängt wurden, vom Anhalter Bahnhof zum Ghetto Theresienstadt gefahren. In Theresienstadt wurde er am 5. November 1944 ums Leben gebracht. Er war 70 Jahre alt. Martha Zuckermann war zu diesem Zeitpunkt schon über ein Jahr tot.

Link zu: Stolperstein Martha Zuckermann, Mai 2013
Stolperstein Martha Zuckermann, Mai 2013
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
MARTHA
ZUCKERMANN
GEB. PIORKOWSKY
JG. 1866
DEPORTIERT 17.7.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 19.9.1943

Martha Zuckermann geb. Piorkowsky wurde am 9. Oktober 1866 in Breslau geboren. Sie war mit einem Mann namens Kallmann verheiratet gewesen und verwitwet oder von ihm geschieden; hierfür gibt es unterschiedliche Quellen. Bei der Volkszählung am 17. Mai 1939 wurde sie in der Uhlandstraße 148 als verheiratet und „staatenlos“ registriert. Ihr zweiter Mann Salomon Zuckermann war zu diesem Zeitpunkt nicht dort gemeldet, jedoch stand er von 1940 an im Adressbuch. Sie hatte einen Untermieter: Ernst Schlesinger.

Deportiert wurde sie wie ihr Mann am 17. Juli 1942 vom Anhalter Bahnhof nach Theresienstadt. In dem Zug saßen 100 Menschen, die in das Ghetto deportiert wurden. Dort herrschten grauenvolle Umstände und Lebensbedingungen, deren Opfer sie am 19. September 1943 wurde.

Außerdem wohnten im Haus: die Familie Friedrich, Johanna und Heinz Loewy, die am 26. Februar 1943 von Berlin nach Auschwitz deportiert worden ist; Lotte Käthe Edith Solmsen geb. Seelig, geboren am 19. August 1914 in Berlin, die 1939 als Untermieterin bei Seegall wohnte, dieser Name taucht auf keiner Deportationsliste auf. Sie wurde ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gebracht und dort am 17. Februar 1942 ermordet; und Ernst Schlesinger, geboren am 18. August 1880 in Kassel. Er war ledig und 1939 als Untermieter bei Kallmann registriert, was vermuten lässt, dass er bei Martha Zuckermann, die vorher so hieß, gewohnt hat. Ernst Schlesinger ist am 12. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden.

Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf. Quellen: Bundesarchiv, Berliner Gedenkbuch, Adressbücher, Einwohnerverzeichnis.