Stolperstein Landauer Straße 15

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Hausansicht Landauer Str. 15
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Dieser Stolperstein wurde am 12.6.2009 verlegt.

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Stolperstein für Max Rautenberg
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
MAX RAUTENBERG
JG. 1878
DEPORTIERT 12.1.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Max Rautenberg ist am 11. Juli 1878 in Landsberg in Ostpreußen geboren. Wann und warum er nach Berlin ging, ist nicht bekannt. Er blieb ledig und war im Adressbuch als Kaufmann eingetragen, auf jeden Fall war er ein wohlhabender Mann: Er besaß ein Grundstück in Königsberg (Ostpreußen) in der Drummstraße 11, das mit einer Hypothek von 18 000 Reichsmark belastet war. Bei der Commerzbank hatte er ein Depot, das am 20.6.1944 nach Auskunft der Bank an das Oberfinanzpräsidium Aktien und Schuldverschreibungen im Wert von etwa 50000 Reichsmark enthielt. Sein enteignetes Hab und Gut im Haushalt wurde auf immerhin 740 RM geschätzt.

Am 20.9.1939, kurz nach der Volkszählung vom 17.5.1939, zog er aus der Landauer Straße 15 in die Bayerische Straße 6 um, wo er als Rentner registriert war. Die polizeiliche Meldestelle notierte, er sei “vorübergehend abwesend“ gewesen. Seine letzte Bleibe vor der Deportation war dann in der Suarezstraße 55, wo er 3. Stock des Vorderhauses bei Hulda Lewin (Jahrgang 1871), die am 22. September nach Theresienstadt deportiert wurde und kurz danach ums Leben gekommen ist, zur Untermiete wohnte.

Seine Vermögenserklärung gab Rautenberg am 18.3.1942 ab. Darin gab er keine wesentlichen Vermögenswerte an, allerdings war er zu jener Zeit schon ausgeplündert worden wie die meisten Juden und ziemlich verarmt.

Am 12. Januar 1943 wurde Max Rautenberg aus dem Sammellager an der Großen Hamburger Straße 26 vom Güterbahnhof Moabit nach Auschwitz deportiert. Dort ist der fast 65jährige, der als „nicht arbeitsfähig“ aussortiert wurde, sicherlich ermordet worden wie die meisten der 1196 jüdischen Menschen, die mit ihm in diesen Zug gepfercht worden waren.

Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf.
Recherche: Heiner Horsten im Brandenburgischen Landeshauptarchiv. Text: Helmut Lölhöffel.