Julius Slutzkin, geboren am 15. Oktober 1880 (dies hat das Bundesarchiv veröffentlicht, seine Tochter Lea gab als Geburtsdatum an: 15. Februar 1881) in Mahiljou (weißrussisch) oder Mogiljow (russisch) oder Mogilew (deutsch) in Weißrussland, wo die Deutschen 1941 mehrere Massaker anrichteten. Die Eltern hießen Jakob und Sara Slutzkin, sie nannten ihren Sohn Yehuda oder Juda.
Ihr Sohn stand als Julius Slutzkin seit 1926 im Berliner Adressbuch mit der Wohnanschrift Savignyplatz 6. Er war Lederhändler. Im Adressbuch war er zeitweise als Kaufmann, aber auch unter Ledergroßhandel oder Lederexport eingetragen. Im Branchenbuch 1930 stand er in der Rubrik „Leder“ mit der Adresse Spandauer Straße 38.
Mit seiner dort geborenen Frau Bella flüchtete er 1939 nach Riga. Jedoch wurden beide von den Deutschen, die Lettland besetzten, geschnappt und 1941 ermordet.
Untermieterin bei Slutzkis war Irma Smoschewer, die sich unter ihrem Mädchennamen Irma Brandt dort am 17.5.1939 meldete, vorher hatte sie in Schöneberg in der Passauer Straße 2 gewohnt. Sie wurde am 2. Mai 1898 in Posen (Poznan) geboren und am 12. Juli 1944 nach Auschwitz deportiert. Im Dezember 1944 ist Irma Smoschewer ermordet worden.
Text: Helmut Lölhöffel. Quellen: Bundesarchiv, Adressbuch, Branchenverzeichnis, Informationen von Wolfgang Knoll, Zentralarchiv Yad Vashem.