Stolpersteine Schloßstraße 32

Hausansicht Schloßstr. 32

Hausansicht Schloßstr. 32

Die Stolpersteine wurden am 30. Oktober 2025 verlegt.

Schloßstr. 32 Victor Rosenfeld

Stolperstein Victor Rosenfeld

HIER WOHNTE
VICTOR ROSENFELD
JG. 1882
DEPORTIERT 29.1.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Victor Rosenfeld wurde am 7. Januar 1882 im ostpreußischen Insterburg, heute Tschernjachowsk (RU), geboren. Er hatte noch vier Geschwister. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt.

Am 6. Januar 1906 heiratete Victor in Berlin Elsa Leyser. Am 21. August 1909 wurde ihr gemeinsamer Sohn Heinz Leo Rosenfeld geboren.

Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre lebten Victor und Elsa in der Kufsteiner Straße 2 in Berlin-Schöneberg. Victor hatte ein Bekleidungsgeschäft namens „Sussmann & Rosenfeld“. Ihr Sohn Heinz Leo ist bereits im Jahr 1928 nach Paris gegangen und hat dort als Handelsvertreter gearbeitet. Er hat Deutschland seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten nicht mehr betreten und hat seine Eltern im Jahr 1932 das letzte Mal gesehen. Heinz Leo Rosenfeld hat nach dem Krieg seine Eltern gesucht und erfahren, dass beide unabhängig voneinander deportiert wurden und aus der Deportation nicht zurückkehrten. Heinz Leo Rosenfeld hatte nach derzeitigen Kenntnisstands keine Kinder. 1962 heiratete er in Frankreich und nahm später in den 1970er Jahren die französische Staatsbürgerschaft an. Heinz Leo starb am 4. Juni 1999 im Alter von 89 Jahren in einem französischen Altersheim.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste Victor sein Bekleidungsgeschäft wegen der antijüdischen Politik aufgeben. Das Ehepaar geriet dadurch in wirtschaftliche Notlage und auch die Ehe ging zu Bruch. Victor und Elsa trennten sich und ließen sich am 22. Dezember 1941 scheiden. Am 13. Januar 1942 wurden Elsa Rosenfeld und ihre Schwester Therese Wedel von Berlin aus mit dem 8. Osttransport nach Riga deportiert und dort ermordet. Für beide Frauen liegen Stolpersteine vor der Innsbrucker Straße 19 in Schöneberg.

Am 29. Januar 1942 heiratete Victor in Charlottenburg Rosa Knopp geb. Pinkus. Beide lebten seit mindestens 1938 zusammen mit Rosas Sohn Horst Peter Knopp in der Charlottenburger Schloßstraße 32. Laut der Ergänzungsakte zur Volkszählung am 17. Mai 1938 lebten in der Zweizimmerwohnung noch Günter Freudenthal (geb. 11. April 1914) und Hannelore Freudenthal (geb. 1. Oktober 1920).

Irgendwann zwischen 1938 und 1942 musste die Wohnung in der Schloßstraße 32 aufgegeben werden. Victor, Rosa und Horst Peter zogen in die Marburger Straße 5, einem sogenannten „Judenhaus“ der Jüdischen Gemeinde Berlin.

Am 29. Januar 1943, genau ein Jahr nach der Eheschließung, wurden alle drei mit dem 27. Osttransport von Berlin in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Der Zug verließ den Güterbahnhof Putlitzstraße in Berlin-Moabit am 29. Januar 1943 um 17:20 Uhr und kam einen Tag später um 10:48 Uhr in Auschwitz an. Die Historikerin Danuta Czech vermerkt in der Auschwitz Chronik, dass am 30. Januar 1943 ein durch das RSHA organisierter Transport mit 1000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Berlin in Auschwitz ankam. Der Zug stoppte außerhalb des Lagerkomplexes und die Deportierten wurden durch SS-Personal selektiert. 140 Männer und 140 Frauen wurden als „arbeitsfähig“ bestimmt. Die Männer erhielten die Nummern 97685-97824, die Frauen die Nummern 32744-32883. Sie mussten unter schlimmsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten, die sie nur selten überlebten. Die restlichen 724 Jüdinnen und Juden wurden sofort in die Gaskammern von Birkenau (Auschwitz II) geschickt und ermordet. Laut der Historikerin Rita Meyhoefer hat nicht einer der Deportierten aus diesem Transport den Holocaust überlebt.*

Victor und Rosa Rosenfeld wurden bei der Selektion als nicht arbeitsfähig eingestuft und nach derzeitigen Kenntnisstand direkt in den Gaskammern ermordet. Horst Peter Knopp wurde mit unbekannter Häftlingsnummer in den Lagerkomplex aufgenommen. Er wurde am 24.02.1943 ermordet oder erlag den schweren Bedingungen bei der Zwangsarbeit. Laut Sterbeurkunde Auschwitz – 10614/1943 starb Horst Peter am 24. Februar 1943 an einer Herz- und Kreislaufschwäche.

Rosa Rosenfeld und Horst Peter Knopp wurden in den 1950er Jahren für tot erklärt.

Sein älterer Bruder Julius Rosenfeld wurde am 13. Juni 1942 mit dem 15. Osttransport von Berlin in das KZ Majdanek deportiert und in Sobibor ermordet. Vor der Uhlandstraße 134 in Wilmersdorf wurde für ihn ein Stolperstein verlegt.

Biografie: Dennis Adomatis

*http://www.tenhumbergreinhard.de/transportliste-der-deportierten/transportliste-der-deportierten-1943/transport-29011943-berlin.html

Schloßstr. 32 Rosa Rosenfeld

Stolperstein Rosa Rosenfeld

HIER WOHNTE
ROSA ROSENFELD
GEB. PINKUS
VERW. KNOPP
JG. 1889
DEPORTIERT 29.1.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Rosa Rosenfeld, verw. Knopp, geb. Pinkus wurde am 4. Mai 1889 in Xions, Posen, dem heutigen Książ (Polen) geboren. Über Ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt.

Über die Ehe mit Knopp ist leider nichts bekannt. Seit mindestens 1933 war Rosa Witwe.

Am 23. Juli 1919 wurde ihr einziger Sohn Horst Peter Knopp im mecklenburgischen Friedland geboren. Seit spätestens 1933 lebten Rosa und Horst Peter in der Charlottenburger Schloßstraße 32.

Irgendwann zwischen 1938 und 1942 musste die Wohnung in der Schloßstraße 32 aufgegeben werden. Victor, Rosa und Horst Peter zogen in die Marburger Straße 5, einem sog. „Judenhaus“ der Jüdischen Gemeinde Berlin.

Am 29. Januar 1942 heiratete Rosa in Charlottenburg Victor Rosenfeld. Beide lebten seit mindestens 1938 zusammen mit Rosas Sohn Horst Peter Knopp in der Charlottenburger Schloßstraße 32. Laut der Ergänzungsakte zur Volkszählung am 17. Mai 1939 lebten in der Zweizimmerwohnung noch Günter Freudenthal (geb. 11. April 1914) und Hannelore Freudenthal (geb. 1. Oktober 1920).

Am 29. Januar 1943, genau ein Jahr nach der Eheschließung, wurden alle drei mit dem 27. Osttransport von Berlin in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Der Zug verließ den Güterbahnhof Putlitzstraße in Berlin-Moabit am 29. Januar 1943 um 17:20 Uhr und kam einen Tag später um 10:48 Uhr in Auschwitz an. Die Historikerin Danuta Czech vermerkt in der Auschwitz Chronik, dass am 30. Januar 1943 ein durch das RSHA organisierter Transport mit 1.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Berlin in Auschwitz ankam. Der Zug stoppte außerhalb des Lagerkomplexes und die Deportierten wurden durch SS-Personal selektiert. 140 Männer und 140 Frauen wurden als „arbeitsfähig“ bestimmt. Die Männer erhielten die Nummern 97685-97824, die Frauen die Nummern 32744-32883. Sie mussten unter schlimmsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten, die sie nur selten überlebten. Die restlichen 724 Jüdinnen und Juden wurden sofort in die Gaskammern von Birkenau (Auschwitz II) geschickt und ermordet. Laut der Historikerin Rita Meyhoefer hat nicht einer der Deportierten aus diesem Transport den Holocaust überlebt.*

Victor und Rosa Rosenfeld wurden bei der Selektion als nicht arbeitsfähig eingestuft und nach derzeitigen Kenntnisstand direkt in den Gaskammern ermordet. Horst Peter Knopp wurde mit unbekannter Häftlingsnummer in den Lagerkomplex aufgenommen. Er wurde am 24. Februar 1943 ermordet oder erlag den schweren Bedingungen bei der Zwangsarbeit. Laut Sterbeurkunde Auschwitz – 10614/1943 starb Horst Peter am 24. Februar 1943 an einer Herz- und Kreislaufschwäche.

Rosa Rosenfeld und Horst Peter Knopp wurden in den 1950er Jahren für tot erklärt.

Biografie: Dennis Adomatis

*http://www.tenhumbergreinhard.de/transportliste-der-deportierten/transportliste-der-deportierten-1943/transport-29011943-berlin.html

Schloßstr. 32 Horst Peter Knopp

Stolperstein Horst Peter Knopp

HIER WOHNTE
HORST PETER
KNOPP
JG. 1919
DEPORTIERT 29.1.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET 24.2.1943

Horst Peter Knopp wurde am 23. Juli 1919 im mecklenburgischen Friedland geboren. Seit April 1926 besuchte er eine Volksschule in Friedland, von Oktober 1933 bis Anfang 1935 besuchte er eine Schule in Berlin.

Seit spätestens 1933 bewohnte Horst Peter zusammen mit seiner Mutter Rosa Knopp eine Wohnung in der Charlottenburger Schloßstraße 32. Leider ist über die Jahre 1935 bis 1941 nichts weiter bekannt.

Irgendwann zwischen 1938 und 1942 musste die Wohnung in der Schloßstraße 32 aufgegeben werden. Victor, Rosa und Horst Peter zogen in die Marburger Straße 5, einem sog. „Judenhaus“ der Jüdischen Gemeinde Berlin.

Ab dem 5. Februar 1941 musste Horst Peter zwangsweise für die Siemens-Schuckertwerke AG Berlin arbeiten. Er wird bei Siemens in den Listen ehemaliger Zwangsarbeiter namentlich erwähnt. Es gibt einen Hinweis darauf, dass Horst Peter im Elektromotorenwerk in Siemensstadt gearbeitet haben könnte. Verifiziert ist dies leider nicht. Zum 23. Januar 1943 wurde sein Austrittsdatum mit der Begründung „evakuiert“ auf der Karteikarte der Siemens-Schuckertwerke AG Berlin notiert. Offiziell wurde er als Umschüler in den Akten geführt.

Am 29. Januar 1943 wurden alle drei mit dem 27. Osttransport von Berlin in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Der Zug verließ den Güterbahnhof Putlitzstraße in Berlin-Moabit am 29. Januar 1943 um 17:20 Uhr und kam einen Tag später um 10:48 Uhr in Auschwitz an. Die Historikerin Danuta Czech vermerkt in der Auschwitz Chronik, dass am 30. Januar 1943 ein durch das RSHA organisierter Transport mit 1000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Berlin in Auschwitz ankam. Der Zug stoppte außerhalb des Lagerkomplexes und die Deportierten wurden durch SS-Personal selektiert. 140 Männer und 140 Frauen wurden als „arbeitsfähig“ bestimmt. Die Männer erhielten die Nummern 97685-97824, die Frauen die Nummern 32744-32883. Sie mussten unter schlimmsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten, die sie nur selten überlebten. Die restlichen 724 Jüdinnen und Juden wurden sofort in die Gaskammern von Birkenau (Auschwitz II) geschickt und ermordet. Laut der Historikerin Rita Meyhoefer hat nicht einer der Deportierten aus diesem Transport den Holocaust überlebt.*

Victor und Rosa Rosenfeld wurden bei der Selektion als nicht arbeitsfähig eingestuft und nach derzeitigen Kenntnisstand direkt in den Gaskammern ermordet. Horst Peter Knopp wurde mit unbekannter Häftlingsnummer in den Lagerkomplex aufgenommen. Er wurde am 24. Februar 1943 ermordet oder erlag den schweren Bedingungen bei der Zwangsarbeit. Laut Sterbeurkunde Auschwitz – 10614/1943 starb Horst Peter am 24. Februar 1943 an einer Herz- und Kreislaufschwäche.

Biografie: Dennis Adomatis

*http://www.tenhumbergreinhard.de/transportliste-der-deportierten/transportliste-der-deportierten-1943/transport-29011943-berlin.html

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Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf

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