Stolpersteine Wilmersdorfer Straße 80

Wilmersdorfer Straße 80

Hausansicht Wilmersdorfer Str. 80

Die Stolpersteine für Dr. med. Franz Singer, seine Frau Helene und die Tochter Sibylle wurden am 9. Mai 2025 in der Wilmersdorfer Straße 80 verlegt und von André Goldstein, Großneffe Franz Singers, gespendet.

Wilmersdorfer Straße 80 Dr. Franz Singer

HIER WOHNTE
DR. FRANZ
SINGER
JG. 1886
DEPORTIERT 3.5.1944
AUSCHWITZ
ERMORDET

Franz Singer wurde am 5. April 1886 in Berlin geboren. Sein Vater, der aus Kreuzburg, Oppeln, (heute Kluczbork, Polen) in Schlesien stammende Kaufmann Wilhelm Singer (*1846) war bei seiner Geburt 39 Jahre und seine Mutter, die aus Krossen an der Oder stammende Rosa Singer geborene Dyrenfurth (*1858) 27 Jahre alt.

Fünf Jahre nach Franz kam seine kleine Schwester Lucie Marie (*1891) zur Welt. Wiederum fünf Jahre später, als Franz 10 Jahre alt war, wurde seine jüngste Schwester Paula (*1896) geboren.

Franz besuchte 12 Jahre ein Gymnasium in Berlin und betätigte sich danach als Schauspieler. Von 1906 bis 1907 absolvierte er seinen Militärdienst. Nachdem seine Eltern intervenierten, begann er ein Studium der Medizin an der Universität in Berlin.

Am 2. August 1910 starb sein Vater mit 63 Jahren. Er wurde wie später auch Franz’ Mutter auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt. Franz’ Schwester Lucie Marie heiratete zwei Monate später am 6. Oktober 1910 den Bankbeamten Erich Markus Zander (*1880). Trauzeuge war ihr Onkel, der 56-jährige Alexander Singer (*1855) aus Hamburg. Lucy und Erich Zander wurden Eltern von zwei Kindern Stephie (*1912) und Hans (*1916). Franz‘ Mutter Rosa Singer geborene Dyrenfurth, starb mit 55 Jahren am 13. Juli 1913.

Von 1914 bis 1918 nahm Franz Singer am Ersten Weltkrieg teil.

Wann und wo Franz Singer seine spätere Ehefrau, die aus Nagyvázsony in Ungarn stammende Ernestine Neumann (*1985) kennenlernte, ist nicht bekannt.
Der damalige Kandidat der Medizin Franz Singer und Ernestine Neumann heirateten am 25. September 1920 in Berlin. Ernestines Vater, der Ingenieur Alexander Neumann, und ihr 21-jähriger Bruder Siegfried waren die Trauzeugen. Die Familie Neumann wohnte damals in der Württembergischen Straße 31/32 in Berlin-Wilmersdorf. Franz Singer hatte seinen Wohnsitz in der Joachimsthaler Straße 14. Seine Dissertation zum Thema „Luxationsfrakturen der Finger“ schrieb er vermutlich 1922.

Am 15. November 1923 wurden Franz und Ernestine Eltern ihrer einzigen Tochter Sibylle. Die Familie wohnte damals in der Rankestraße 2 in Berlin-Schöneberg Nord (W 30). Ganz in der Nähe des Auguste-Victoria-Platzes (heute Breitscheidplatz) mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dem Romanischen Café, wo sich in den zwanziger Jahren die kulturelle Avantgarde und die künstlerische Prominenz trafen.

Franz betrieb hier auch seine Praxisräume. Seine Sprechstunde hielt er von 12 bis 2 Uhr und 5 bis 7 Uhr ab. Er war nicht nur praktischer Arzt, sondern auch Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten.

1924 heiratete seine jüngste Schwester Paula mit 28 Jahren den aus Posen stammenden Bankbeamten Georg Süsskind (*1893), der 1925 eine eigene Firma „Bankkommission, Banken und Versicherungen“ gründete. Auch sie wurden Eltern einer Tochter, die sie Eva (*1925) nannten.

1930 war die Familie von Franz Singer das letzte Mal im Berliner Adressbuch in der Rankestraße 2 gemeldet. 1931 wohnten und arbeiten sie am Kurfürstendamm 165/166, in der Nähe des Olivaer Platzes in Berlin-Charlottenburg, im „schicken“ Berliner Westen.
Das Familienglück war nur von kurzer Dauer. Ernestine Singer geborene Neumann starb am 1. Dezember 1931 mit 46 Jahren im Westend Krankenhaus in Berlin. Tochter Sibylle war erst acht Jahre alt, als sie ihre Mutter verlor. Franz wurde mit 45 Jahren Witwer.

Nach zwei Jahren der Trauer, heiratete er am 5. Dezember 1933 in zweiter Ehe Helene Benedict (*1. Februar 1895). Trauzeugen dieser Ehe waren der Zahnarzt Dr. Kurt Greifenhagen aus der Nürnberger Straße 4 und der Kaufmann Paul Löwenthal, der am Kaiserdamm 1 in Berlin-Charlottenburg wohnte.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 wurde es für jüdische Ärzte immer schwieriger, zu praktizieren. Am 1. Juli 1933 wurde zugelassenen jüdischen Ärztinnen und Ärzten die Zulassung entzogen. Da Franz als Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg gedient hatte, fiel er unter eine Ausnahmegenehmigung und konnte seine Kassenzulassung behalten. 1935 wurde er gezwungen seine Praxis am Kurfürstendamm zu schließen. Er fand neue Praxisräume in der Rankestraße 36, die er ca. zwei Jahre halten konnte. Im Berliner Adressbuch 1937 war Dr. med. Franz Singer in der Charlottenstraße 19 in Berlin-Kreuzberg zu finden. Das Haus gehörte seiner Ehefrau Helene. 1938 führte das Berliner Adressbuch Dr. med. Franz Singer das erste Mal in der Wilmersdorfer Straße 80. Hier mieteten Franz und Helene Singer eine 5½-Zimmer-Wohnung in der 1. Etage vorne, in der Franz praktizierte und die Familie wohnte.

Am 30. September 1938 wurde allen jüdischen Ärzten die Approbation per Gesetz entzogen, das war für die meisten das Ende ihrer beruflichen Existenz. Es wurde ihnen verboten sich „Arzt“ zu nennen. Nur eine kleine Anzahl jüdischer Ärztinnen und Ärzte erhielt eine Genehmigung, ausschließlich jüdische Patienten als sogenannte „Krankenbehandler“ zu versorgen. Zu diesen Ärzten gehörte Dr. Franz Singer. 1940 und auch 1941 führte das Berliner Adressbuch ihn als „jüdischen Krankenbehandler“ in der Wilmersdorfer Straße 80.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 waren der 53-jährige Franz, die 44-jährige Helene und die 15-jährige Sibylle in der Wilmersdorfer Straße 80 gemeldet.
Vier Jahre später war Sibylle die Erste der Familie, die am 3. März 1943 nach Auschwitz. deportiert und ermordet wurde.

Ihre Eltern, denen auch der Deportationsbefehl bevorstand, versteckten sich vor der Gestapo, um nicht deportiert zu werden. Dr. Franz Singer gelang es, mehr als ein Jahr bis zum 18. April 1944 unentdeckt zu bleiben. Wie es zur Verhaftung kam, konnte nicht recherchiert werden. Zusammen mit 26 Personen wurde er am 3. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert. Als der 52. Osttransport am 4. Mai in Auschwitz ankam, gehörte Dr. Franz Singer zu den 10 jüdischen Männern, die zur Zwangsarbeit in das Lager Birkenau eingewiesen wurden. Es ist anzunehmen, dass er mit 58 Jahren ermordet wurde.

Nach Auskunft seiner jüngsten Schwester Paula Süsskind nach dem Krieg, soll er in Auschwitz als Lagerarzt gearbeitet haben und 1945 von der SS erschossen worden sein.

Seiner Ehefrau Helene gelang es, sich bis Juni 1944 zu verstecken. Am 29. Juni wurde sie von der Gestapo in das Sammellager Schulstraße 78 gebracht und dort aufgefordert die 16-seitige Vermögenserklärung auszufüllen und damit ihr Vermögen dem deutschen Reich zu vermachen. Am 12. Juli 1944 wurde sie mit dem 55. Osttransport zusammen mit 31 anderen Personen nach Auschwitz deportiert. Dort verlor sich ihre Spur. Es ist anzunehmen, dass sie mit 49 Jahren ermordet wurde.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war Franz‘ Schwester Lucy ganz in Franz‘ Nähe in der Sybelstraße 49 gemeldet. Ihr Sohn Hans Zander war schon 1934 mit 18 Jahren nach Südamerika ausgewandert. Ihre Tochter Stephie emigrierte ebenfalls nach Südamerika. Die beiden schafften es gerade noch rechtzeitig, am 16. Oktober 1941 kurz vor dem Verbot Deutschland zu verlassen, ihre Mutter nach Kolumbien zu holen. Lucys Ehe mit Erich Zander wurde vom Landgericht Berlin am 16. Juli 1942 in Abwesenheit geschieden.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war seine Schwester Paula mit Familie in der Wilhelmsaue 134/135 in Berlin-Wilmersdorf gemeldet. Sie tauchten unter und entgingen mit Hilfe selbstloser Menschen der Deportation. Sie überlebten.

Die Stolpersteine für Dr. Franz Singer, seine Frau Helene und die Tochter Sibylle wurden von André Goldstein, Sohn von Eva Goldstein geborene Süsskind (Tochter von Paula Süsskind geborene Singer, der jüngsten Schwester von Dr. Franz Singer) initiiert.

Text und Recherche: Gundula Meiering mit Unterstützung von André Goldstein, Mai 2025

Quellen:
  • Mapping the lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA) Potsdam – Signatur: 36A(III) 36113 – Vermögenserklärung Helene Singer
  • Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Entschädigungsbehörde (LABO) Reg. Nr. – Dr. Franz Singer
Wilmersdorfer Straße 80 Helene Singer

Stolperstein für Helene Singer

HIER WOHNTE
HELENE SINGER
GEB. BENEDICT
JG. 1895
DEPORTIERT 12.7.1944
AUSCHWITZ
ERMORDET

Helene Singer wurde als Helene Benedict am 1. Februar 1895 in Berlin geboren.
Für ihre Eltern, den aus Berlin stammenden Kaufmann Benno (Benny) Benedict (*1862) und der aus Charlottenburg stammenden Fabrikantentochter Susanna Benedict geborene Kersten (*1872), war sie das einzige Kind.

Über ihre Kindheit und Jugendzeit konnte nichts recherchiert werden.

Als Helene 20 Jahre alt war, starb ihre Mutter mit 42 Jahren am 7. August 1915. Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt. Helene lebte fortan mit ihrem Vater in der Potsdamer Straße 121 in Berlin-Schöneberg. Als dieser 16 Jahre später mit 69 Jahren als Privatier am 10. Mai 1931 starb, war sie 36 Jahre alt. Er hinterließ ihr ein großes Erbe, welches ihr ermöglichte, nicht arbeiten zu müssen.

Sie zog nach dem Tod des Vaters in ihr Haus in die Charlottenstraße 19 in Berlin-Kreuzberg, welches sie von ihm geerbt hatte. Das Berliner Adressbuch führte sie hier in den Jahren 1932 und 1933 als Eigentümerin und Privatière. Noch 1933 zog sie in die Bayrische Straße 21 in Berlin-Wilmersdorf.

Wann und wo sie den Witwer, Vater und Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr. med. Franz Singer (*5. April 1886) kennenlernte, ist nicht bekannt. Sie heirateten am 5. Dezember 1933. Durch die Heirat wurde Helene nicht nur Ehefrau, sondern auch Stiefmutter der 10-jährigen Sibylle, Tochter ihres Ehemannes aus erster Ehe. Sie zog zu den beiden an den Kurfürstendamm 164/165.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 war es für jüdische Ärzte immer schwieriger geworden, zu praktizieren. Da Helenes Ehemann Franz als Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg gedient hatte, behielt er vorerst seine Kassenzulassung. 1935 wurde er gezwungen seine Praxis am Kurfürstendamm zu schließen. Er fand neue Praxisräume in der Rankestr. 36, die er ca. zwei Jahre halten konnte. Die Situation wurde für die Familie immer schwieriger, sodass sie sich entschieden 1936 in Helenes Haus in die Charlottenstraße 19 in Berlin-Kreuzberg zu ziehen. Vermutlich wurde das Haus, weil es jüdisches Eigentum war, von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und die Eigentümer gezwungen auszuziehen. 1938 führte das Berliner Adressbuch Dr. med. Franz Singer das erste Mal in der Wilmersdorfer Str. 80. Hier mieteten Franz und Helene Singer eine 5½-Zimmer-Wohnung, in der Franz praktizierte und die Familie wohnte.

Als am 30. September 1938 allen jüdischen Ärzten die Approbation per Gesetz entzogen wurde, war das für die meisten das Ende ihrer beruflichen Existenz. Franz erhielt die Genehmigung, ausschließlich jüdische Patienten und Patientinnen als sogenannter „Krankenbehandler“ zu versorgen.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 waren der 53-jährige Franz, die 44-jährige Helene und die 15-jährige Sibylle weiterhin in der Wilmersdorfer Straße 80 gemeldet.
Vier Jahre später war Sibylle die erste der Familie, die am 3. März 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde.

Ihren Eltern, denen auch der Deportationsbefehl bevorstand, versteckten sich vor der Gestapo, um nicht deportiert zu werden. Dr. Franz Singer gelang es, mehr als ein Jahr bis zum 18. April 1944 unentdeckt zu bleiben. Wie es zur Verhaftung kam, konnte nicht recherchiert werden. Zusammen mit 26 Personen wurde er am 3. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Helene gelang es, sich bis Juni 1944 zu verstecken. Am 29. Juni wurde sie entdeckt und von der Gestapo in das Sammellager Schulstraße 78 gebracht. Dort wurde sie aufgefordert die 16-seitige Vermögenserklärung auszufüllen und damit ihr Vermögen dem deutschen Reich zu vermachen. Am 12. Juli 1944 wurde sie mit dem 55. Osttransport zusammen mit 31 anderen Personen nach Auschwitz deportiert. Dort verlor sich ihre Spur. Es ist anzunehmen, dass sie mit 49 Jahren ermordet wurde.

Text und Recherche: Gundula Meiering, Mai 2025

Quellen:
  • Mapping the lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA) Potsdam – Signatur: 36A(III) 36113 – Vermögenserklärung Helene Singer
  • Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Entschädigungsbehörde (LABO) Reg. Nr. – ? Dr. Franz Singer
Wilmersdorfer Straße 80 Sybille Singer

HIER WOHNTE
SIBYLLE SINGER
JG. 1923
DEPORTIERT 3.3.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Sibylle Singer wurde am 15. November 1923 in Berlin geboren. Ihre Eltern, der 37-jährige Dr. med. Franz Singer (*1886) und ihre aus Nagyvázsony in Ungarn stammende 38-jährige Mutter Ernestine Singer geborene Neumann (*1985) hatten 1920 kurz nach dem Ersten Weltkrieg geheiratet.

Ostern 1929 wurde Sibylle mit sechs Jahren eingeschult. Mit acht Jahren verlor sie ihre Mutter Ernestine, die am 1. Dezember 1931 im Berliner Westend Krankenhaus starb. Die Familie wohnte damals am Kurfürstendamm 165/166. Ihr Vater, der eine Arztpraxis in der Wohnung führte, heiratete zwei Jahre später, 1933, die 38-jährige Helene Benedict. Sibylle bekam mit 10 Jahren eine Stiefmutter. 1933 war auch das Jahr, in dem Hitler und die Nationalsozialisten im Deutschen Reich an die Macht kamen. Die Nazis hassten die Juden und machten sie für alles Unglück verantwortlich. Sie grenzten deshalb jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen aus, beschimpften sie und verbreiteten Lügen über sie. Mit antijüdischen Gesetzen machten sie Menschen wie Sibylle und ihrer Familie das Leben schwer.

So musste die Familie mehrmals umziehen. 1935 fanden sie eine Wohnung in der Rankestraße 36. Ende 1936 zogen sie in die Charlottenstraße 19 in Berlin-Kreuzberg. Was mag das für die 13-jährige Sibylle bedeutet haben? 1938 zogen sie zurück nach Charlottenburg in die Wilmersdorfer Straße 80 in eine 5½-Zimmer-Wohnung im 1. Stock vorne, in der ihr Vater Franz fortan nur noch als sogenannter „Krankenbehandler“ für jüdische Patienten sorgen durfte.

Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 waren die 15-jährige Sibylle und ihre Eltern in der Wilmersdorfer Straße 80 gemeldet. Sibylle war außerdem noch in der Brunnenstr. 41 im Heim gemeldet. Vermutlich machte sie dort im Minna-Schwarz-Heim eine 1½-jährige Ausbildung zur Säuglingspflegerin. Ob sie diese Ausbildung beenden und ob sie in diesem Beruf noch arbeiten konnte, ist nicht bekannt.

Höchstwahrscheinlich wird sie 1941 mit 17 Jahren zur Zwangsarbeit herangezogen worden sein. Bei der sogenannten Fabrikaktion am 27. Februar 1943 setzte die Gestapo Sibylle an ihrem Arbeitsplatz fest und brachte sie in ein Sammellager. Am 1., 2. und 3. März 1943 wurden über 5.000 Menschen in Richtung Osten deportiert. Zusammen mit ca. 1.800 Personen wurde Sibylle mit dem 33. Osttransport mit 19 Jahren am 3. März nach Auschwitz deportiert. Dort verlor sich ihre Spur. Es ist anzunehmen, dass sie mit 20 Jahren ermordet wurde.

Text und Recherche: Gundula Meiering, Mai 2025

Quellen:
  • Mapping the lives
  • Berliner Adressbücher
  • Amtliche Fernsprechbücher Berlin
  • Arolsen Archives
  • Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA) Potsdam – Signatur: 36A(III) 36113 – Vermögenserklärung Helene Singer
  • Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Entschädigungsbehörde (LABO) Reg. Nr. ? – Dr. Franz Singer

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