Stolpersteine Clausewitzstr. 5

Hausansicht Clausewitzstr. 5

Die Stolpersteine wurden am 23. September 2025 verlegt.

Clausewitzstr. 5 Therese Meier

Stolperstein Therese Meier

HIER WOHNTE
THERESE MEIER
GEB. STEIN
JG. 1893
DEPORTIERT AUSCHWITZ
ERMORDET 21.3.1943

Therese Meier geb. Stein wurde am 22. September 1893 in Budapest geboren. Ihre Eltern waren Artur Stein und Hermine, geb. Sellinger, geschiedene Stein. Ihre Schwestern Ella und Szerine Stein lebten mit der wiederverheirateten Mutter Hermine und ihrem Mann Georg Wolff in der Joachimsthaler Straße 5.

Clausewitzstr. 5 Alfred Georg Meier

Stolperstein Alfred Georg Meier

HIER WOHNTE
ALFRED GEORG
MEIER
JG. 1890
VERHAFTET MÄRZ 1938
KZ SACHSENHAUSEN
KZ BERGEN-BELSEN
BEFREIT
TOT AN HAFTFOLGEN
19.5.1945

Therese war verheiratet mit Alfred Georg Meier, geb. 25. Januar 1890 in Berlin. Sie lebten mit ihren beiden Söhnen, Wilhelm, geb. 28. November 1915 und Rolf Günther, geb. 25. Juni 1918 in Berlin. Die Familie wohnte in der Clausewitzstraße 5.

Gabriela Knöll, geb. Meier, Tochter von Rolf Meier:
“Mein Vater und mein Onkel waren getauft in der Hoffnung, dass sie sich damit schützen können, da ihre Mutter jüdisch war. Natürlich hat es nicht geklappt! Unter den Nazis galten sie als Halbjuden.
Mein Vater Rolf Günther erzählte mir, dass die Familie am Ku’damm Eck vor und im Krieg eine ungarische Pension mit Restaurant hatte, dort haben sie zwei aus dem KZ geflüchtete ungarische Soldaten versteckt und wurden von einer Pensionsbewohnerin an die Nazis verraten mit der Aussage, dass sie ausländisch sprechen gehört habe. Mein Vater und mein Onkel waren damals (1938-40) schon in Amsterdam in einem Versteck untergebracht, wurden aber nicht sehr viel später gefunden, 1940 nach Berlin und 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie bis 1945 blieben und als Einzige der Familie in Deutschland überlebten.”

Clausewitzstr. 5 Wilhelm Meier

Stolperstein Wilhelm Meier

HIER WOHNTE
WILHELM MEIER
JG. 1915
FLUCHT 1938 HOLLAND
VERSTECKT GELEBT
DEPORTIERT 18.3.1943
AUSCHWITZ
TODESMARSCH
KZ MAUTHAUSEN
BEFREIT

1943 war für die Familie ein Schrecken ohne Ende. Die Mutter Therese war bereits nach Auschwitz deportiert worden. Das Deportationsdatum ist nicht bekannt. Am 21. März 1943 wurde sie im Vernichtungslager Auschwitz für tot erklärt. Therese war nicht mal 50 Jahre alt.

Thereses Mann, Alfred Georg Meier war nicht-jüdisch. Weil er sich nicht scheiden lassen wollte, wurde er ins KZ Sachsenhausen verbracht. Zur selben Zeit waren seine Söhne bereits in Amsterdam aufgespürt und verhaftet worden. Auf Rolfs Häftlingskarte stand: „Vater Alfred Georg Meier, wohnhaft Sachsenhausen“. Das war den Nazi-Behörden noch nicht Strafe genug. Alfred Meier kam in das KZ Bergen-Belsen.

Clausewitzstr. 5 Rolf Günther Meier

Stolperstein Rolf Günther Meier

HIER WOHNTE
ROLF GÜNTHER
MEIER
JG. 1918
FLUCHT 1938 HOLLAND
VERSTECKT GELEBT
DEPORTIERT 16.4.1943
AUSCHWITZ
TODESMARSCH
KZ MAUTHAUSEN
BEFREIT

Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Der erfahrene BBC-Kriegsreporter Richard Dimbleby begleitete zwei Tage danach britische Soldaten in das KZ. Zitat: „Belsen war der schrecklichste Tag in meinem Leben. Nichts als Leichen, Leichen, Leichen.“

Die offizielle Verlautbarung über den Tod von Alfred Georg Meier: Verstarb an den Haftfolgen am 15.6.1945. Und: Er wurde für tot erklärt.

Thereses Mutter, Hermine Wolff und ihr Mann Georg Jacob Wolff wurden im Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo Georg Jacob zwei Wochen später starb. Hermine 2 Jahre später im März 1944.

Ihre Tochter Ella, Schwester von Therese Meier, starb nach der Deportation im November 1944 ins Zwangsarbeiterlager Deutschkreutz in Österreich.

Von der dritten Tochter Hermines und Schwester von Therese Meier fehlt jede Spur. Wahrscheinlich ist, dass Szerine, die psychisch krank war, als eine von ca. 200.000 Männern, Frauen und Kindern in einer „Heil- und Pflegeanstalt“ ermordet wurde. In den zur Verfügung stehenden 30.000 Patientenakten bis 1941 ist ihre nicht vorhanden.

Die Söhne von Therese und Alfred Georg, Rolf Günther und Wilhelm Meier kamen im April 1943 ins Konzentrationslager Auschwitz. In den fast zwei Jahren im KZ erlitten sie Hunger, Folter, Misshandlungen und den Todesmarsch. Im Januar 1945 wurde das KZ von der Roten Armee befreit. Die Brüder hatten überlebt. Als einzige der 8-köpfigen Familie.

Nach dem Krieg wurden sie Mitglieder in der jüdischen Gemeinde Berlin. Wilhelm Meier war Chefredakteur und Mitbegründer der am 1. März 1946 gegründeten Zeitschrift „DER WEG“, Zeitschrift für Fragen des Judentums. 1948 wanderten sie nach Buenos Aires, Argentinien aus, wo ihr Onkel Zoltan Schiller lebte. Nach ca. 11 Jahren kehrten sie nach Berlin zurück.

Biografische Zusammenstellung: Monika Herz nach Erzählungen von Gabriela Knöll, Tochter und Enkelin.

Quellen:
  • Arolsen Archives
  • Gedenkbuch des Bundesarchivs
  • Yad Vashem Opferdatenbank
  • Wikipedia: DER WEG

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Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf

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