Stolpersteine Bredtschneider Str. 15

Bredtschneiderstraße 15

Dieser Stolperstein wurde am 17. Juli 2025 verlegt.

Bredtschneiderstraße 15_Rosa Lewin

HIER WOHNTE
ROSA LEWIN
GEB. SINGER
JG. 1873
DEPORTIERT 3.10.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 18.11.1942

Rosa Lewin stammte aus Kaschau (damals der deutsche Name für das ungarische Kassa bzw. das slowakische Košice im Grenzgebiet zwischen der Slowakei und Ungarn).

Sie wurde am 8. Juli 1873 als Rosa Singer geboren. Über ihre Herkunftsfamilie wissen wir leider nichts, auch nicht, ob sie einen Beruf hatte und wann sie nach Berlin kam.

Verheiratet war sie mit Max Lewin, ebenfalls jüdischen Glaubens, geboren am 26. September 1859 in Pakosch (damals der deutsche Name für das heutige Pakość bei Posnan/Polen). Max und Rosa Lewin hatten eine Tochter Nellie. Seit 1932 wohnten sie in einer großzügigen 4 ½ Zimmer-Wohnung in der Bredtschneiderstr. 15 in Berlin-Charlottenburg.
Nellie Lewin, verheiratete Simon, emigrierte irgendwann in den dreißiger Jahren mit ihrem Ehemann und den Kindern nach Buenos Aires in Argentinien, ihre Spur hat sich leider verloren.

Max Lewin starb am 21. Dezember 1941 und Rosa Lewin blieb allein zurück.

In den letzten Monaten vor ihrer Deportation musste sie ein Formular für die Wohnungsbaugenossenschaft Charlottenburg ausfüllen, danach wurden ihr vier Untermieter zugewiesen. Kurz vor ihrer Deportation, auf der Grundlage der von ihr verlangten Vermögensaufstellung, verfügte die Gestapo, ihren gesamten Hausrat wie auch ihr Vermögen zugunsten des Deutschen Reichs einzuziehen.
Am 3. Oktober 1942 wurde Rosa Lewin mit dem Transport Da 523 von Berlin-Moabit/Putlitzstraße in das Ghetto Theresienstadt deportiert, zusammen mit über 1.000 Menschen jüdischen Glaubens vorwiegend aus Berlin, aber auch aus Brandenburg, Herzfeld, Luckenwalde, Potsdam und Rathenow. Darunter auch 13 jüdische Zwangsarbeiter aus dem Lager Radinkendorf, ca. 90 Kilometer östlich von Berlin.

Rosa Lewin starb sechs Wochen später am 18. November 1942 im Alter von 69 Jahren als Folge der unmenschlichen Lebensbedingungen im Konzentrationslager.

Patin: Britta Kroschewski
Text: Gisela Just

Quellen:
Bundesarchiv/Gedenkbuch
Arolsen Archives
Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA)/Vermögenserklärung
Yad Vashem/Transportliste

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