Stolpersteine Paulsborner Straße 75

Hausansicht Paulsborner Straße 75

Hausansicht Paulsborner Straße 75

Die Stolpersteine für Familie Königsberger wurden am 23.3.2023 verlegt. Die Stolpersteine für Familie Gutkind wurden am 23.5.2025 verlegt. Dies war ein Schulprojekt des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums unter Leitung von Sophia Schmitz, Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin.

Stolperstein Hans Georg Königsberger

Stolperstein Hans Georg Königsberger

HANS GEORG
KÖNIGSBERGER
JG. 1895
VON GESTAPO MISSHANDELT
TOT AN DEN FOLGE

Stolperstein Grete Betty Königsberger

Stolperstein Grete Betty Königsberger

10.1.1934
HIER WOHNTE
GRETE BETTY
KÖNIGSBERGER
GEB. KRONHEIMER
JG. 1903
FLUCHT 1939
ENGLAND

Stolperstein Max Walter Königsberger

Stolperstein Max Walter Königsberger

HIER WOHNTE
MAX WALTER
KÖNIGSBERGER
JG. 1927
KINDERTRANSPORT 1939
ENGLAND

Stolperstein Klaus Wolfgang Königsberger

Stolperstein Klaus Wolfgang Königsberger

HIER WOHNTE
KLAUS WOLFGANG
KÖNIGSBERGER
JG. 1930
KINDERTRANSPORT 1939
ENGLAND
Rudolstädter Str. 11
HIER WOHNT

Paulsborner Straße 75 Elise Gutkind

ELISE GUTKIND
GEB. WEINBERG
JG. 1852
DEPORTIERT 6.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 1.9.1942

Elise Gutkind geb. Weinberg wurde am 20. November 1852 in Berlin geboren. Sie heiratete Hermann Gutkind, einen jüdischen Kaufmann und Industriellen aus Berlin. Sie hatten zwei Kinder: den Philosophen Erich Gutkind (09.2.1877 – 26.8.1965) und den Architekten und Stadtplaner Erwin Gutkind (20.5.1886 – 7.8.1968). Hermann starb noch vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Während ihre Söhne fliehen konnten, blieb Elise Gutkind in Berlin und wurde von ihrer Schwiegertochter Margarete Gutkind versorgt. Elise Gutkind wurde am 6. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 1. September 1942 aufgrund der katastrophalen Zustände im Konzentrationslager.

Biografische Zusammenstellung: Katherine Gutkind in Zusammenarbeit mit Chris Gutkind und Marcel Kröner

Deutsche Übersetzung: Sophia Schmitz

(Stolpersteinverlegung – „Übergangene Steine“ – Rosa-Luxemburg-Gymnasium)

  • Stolperstein Biography Elise Gutkind English Version

    PDF-Dokument (109.9 kB)

Paulsborner Straße 75 Erwin Anton Gutkind

HIER WOHNTE
ERWIN ANTON
GUTKIND
JG. 1886
FLUCHT 1933
FRANKREICH
ZURÜCKGEKEHRT 1934
1935 ENGLAND

Erwin Anton Gutkind wurde am 20. Mai 1886 in Berlin geboren. Er war der Sohn des jüdischen Kaufmanns und Industriellen Hermann Gutkind und seiner Frau Elise und der jüngere Bruder des Philosophen Erich Gutkind. Er studierte Architektur an der Technischen Universität Berlin und promovierte dort 1914. Nach einigen Jahren im Staatsdienst machte er sich 1923 selbstständig und war bis 1933 als erfolgreicher Architekt tätig, mit zahlreichen Wohnbauprojekten in Berlin, in Reinickendorf, Pankow, Tempelhof, Tegel sowie der viel beachteten Doppelhaussiedlung „Neu Jerusalem” in Berlin-Staaken. (Dieser Name für die Wohnsiedlung wurde von der örtlichen Verwaltung vergeben und stammt nicht von Erwin Gutkind, ihrem Architekten).

Erwin Gutkind heiratete 1908 die Grafikerin Margarete Jaffé. Das Paar hatte drei Kinder. Ihr Sohn Claus starb im Alter von 17 Jahren an Diphtherie, ihre Tochter Gabriele wurde 1917 und ihr Sohn Peter 1925 geboren. Gutkind floh zunächst allein nach Paris und dann nach London, während seine Frau in Berlin blieb und sich um ihre Mutter und Schwiegermutter kümmerte. Alle drei sollten später von den Nazis ermordet werden.

Erwin Gutkinds Kindern Gabriele und Peter gelang ebenfalls die Flucht, und sie folgten ihrem Vater nach London. Gabriele auf eigene Faust und Peter mit einem Kindertransport.

Erwin Gutkind sollte nicht mehr als Architekt arbeiten. Er wurde Mitglied der Alliierten Kontrollkommission für Berlin und arbeitete anschließend als Planungsberater für die lokalen Behörden in London. 1946 nahm er eine Stelle an der University of Pennsylvania in Philadelphia, USA, an. Als renommierter Autor seiner Zeit vollendete er sechs von zehn geplanten Bänden zur internationalen Geschichte der Stadtentwicklung. Er starb am
7. August 1968 in Philadelphia.

Biografische Zusammenstellung: Katherine Gutkind in Zusammenarbeit mit Chris Gutkind und Marcel Kröner

Deutsch Übersetzung: Sophia Schmitz

  • Stolperstein Biography Erwin Gutkind English Version

    PDF-Dokument (117.0 kB)

Paulsborner Straße 75 Margarete Gutkind

HIER WOHNTE
MARGARETE
GUTKIND
GEB. JAFFE
JG. 1887
DEPORTIERT 2.6.1942
SOBIBOR
ERMORDET

Margarete Gutkind geb. Jaffé wurde am 26. März 1887 in Berlin geboren. Sie war Grafikdesignerin. 1908 heiratete sie den Architekten Erwin Anton Gutkind. Sie hatten drei Kinder: Claus, der im Alter von 17 Jahren an Diphtherie starb, Gabriele und Peter. Während ihr Mann 1935 und ihre Tochter 1938 nach London flohen, blieb sie mit ihrem jüngsten Kind Peter in Berlin und kümmerte sich um die beiden betagten Großmütter. 1939 war für Peter eine Ausreise nur noch über den Kindertransport möglich.

Margarete Gutkind blieb in Deutschland und wurde am 2.Juni 1942 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert. Sie wurde im Juli 1942 dort ermordet.

Biografische Zusammenstellung: Katherine Gutkind in Zusammenarbeit mit Chris Gutkind und Marcel Kröner

Deutsch Übersetzung: Sophia Schmitz

  • Stolperstein Biography Margarete Gutkind English Version

    PDF-Dokument (110.5 kB)

Paulsborner Straße 75 Peter Gutkind

HIER WOHNTE
PETER GUTKIND
JG. 1925
KINDERTRANSPORT 1939
ENGLAND

Peter C. W. Gutkind wurde am 16. August 1925 in Berlin als drittes Kind von Dr. Erwin Anton Gutkind und Margarete Gutkind geboren. Er wuchs mit seiner älteren Schwester Gabriele in Berlin auf. Sein Bruder Claus war vor Peters Geburt verstorben.

Bereits 1933 verließ sein Vater Deutschland, zunächst nach Paris, kam aber 1934 zurück und floh 1935 erneut, dann nach London. Seine Schwester Gabriele folgte ihm 1938. Peter blieb bei seiner Mutter zurück, die sich um ihre eigene Mutter und ihre Schwiegermutter kümmerte. Im August 1939, sechs Wochen vor Kriegsbeginn, verließ Peter Berlin mit einem Kindertransport und lebte fortan in Großbritannien, wo er die Sekundarschule abschloss und während des Londoner ‚Blitz‘ als Notfall-Tischler arbeitete. Nach dem Krieg leitete er die Adventure Playgrounds–Spielplätze, die auf geräumten Bombenkratern in London entstanden waren.

Dieser Tätigkeit ging er nach, bis er in die Vereinigten Staaten ging, um dort zu studieren, und zwar am Earlham College, einer liberalen Quäkerhochschule in Richmond, Indiana. Dort lernte er seine zukünftige Frau Alice Kellogg kennen. Er erwarb sowohl einen BA- als auch einen MA-Abschluss, letzteren an der University of Chicago in den frühen 1950er Jahren. In Chicago arbeitete er in Teilzeit in den dortigen Stahlwerken. Mitte der 1950er Jahre lehrte er an der Makerere University in Kampala, forschte und bekam dort mit seiner Frau drei Töchter. 1963 folgte ein Doktortitel der University of Amsterdam und sein Sohn wurde geboren.

Peter Gutkind wurde ein sehr erfolgreicher und angesehener Professor für Anthropologie, der zahlreiche Publikationen verfasste und redigierte. Seine Fachgebiete waren Arbeit und Migration sowie Stadtanthropologie im ost- und westafrikanischen Kontext. Er arbeitete in verschiedenen Teilen der Welt, über den sehr langen Zeitraum von 1963 bis 1986 aber am Institut für Anthropologie der McGill University in Montreal und anschließend am Institut für Soziologie der Warwick University in Großbritannien. Er lebte zuletzt mit Alice in Leamington Spa, England, und verstarb am 17.Februar 2001.

Biografische Zusammenstellung: Katherine Gutkind in Zusammenarbeit mit Chris Gutkind und Marcel Kröner

Deutsch Übersetzung: Sophia Schmitz

  • Stolperstein Biography Peter Gutkind English Version

    PDF-Dokument (114.0 kB)

Paulsborner Straße 75 Gabriele Gutkind

HIER WOHNTE
GABRIELE
GUTKIND
JG. 1917
FLUCHT 1938
ENGLAND

Gabriele Gutkind wurde am 25. April 1917 in Berlin als zweites Kind von Dr. Erwin Anton Gutkind und Margarete Gutkind geboren. Sie wuchs mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Peter in Berlin auf.

Gabriele Gutkind wollte ihre Karriere als Fotografin zu einer Zeit beginnen, als die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen und die beruflichen Möglichkeiten in Deutschland für Juden begrenzt waren. Dennoch gelang es ihr, ein paar geschäftliche Aufträge zu erhalten. In einem Artikel über Gabriele Gutkind erklärte Sheer Ganor die Umstände ihrer Entscheidung, Deutschland zu verlassen:

„Darüber hinaus veranstaltete der Jüdische Kulturbund im März 1938 sogar eine Einzelausstellung ihrer Werke, die in der deutsch-jüdischen Presse positive Kritiken erhielt. Als sie sich auf die Auswanderung nach England vorbereitete, war sie entschlossen, weiterhin professionell als Fotografin zu arbeiten, und beantragte bei den nationalsozialistischen Behörden eine Sondergenehmigung, um ihre kürzlich erworbene Fotoausrüstung mitnehmen zu dürfen. Dies war notwendig, da es Juden 1938, als Gutkind ihre Ausreise plante, ohne Sondergenehmigung verboten war, mit vor 1933 gekauften Gegenständen auszuwandern. Ihr Antrag wurde bewilligt, wahrscheinlich, weil sie erklärte, dass die Ausrüstung für ihre berufliche Tätigkeit notwendig sei.“

In England schloss sie sich ihrem Vater an, der einige Jahre zuvor geflohen war, und stand ihm bis zu seinem Lebensende als Assistentin zur Seite. Bereits 1939 konnte Gabriele Gutkind fotografische Werke in einer Londoner Zeitschrift veröffentlichen („A German Girl Came to London“, Picture Post, 26. August 1939).

Nach dem Krieg wanderten sie 1946 in die USA aus, wo Gabriele die Buchprojekte ihres Vaters betreute. Von 1957 bis 1962 arbeitete sie schließlich als Sekretärin für Eleanor Roosevelt, die Witwe des verstorbenen Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Gabriele Gutkind starb am 15.April 1986 in Philadelphia, USA.

Biografische Zusammenstellung: Katherine Gutkind in Zusammenarbeit mit Chris Gutkind und Marcel Kröner
- Sheer Ganor, Rebekka Grossmann: Displacement in Stills: German-Jewish Photographers on the Move, https://migrantknowledge.org/2021/05/14/displacement-in-stills/#ffn6

Deutsch Übersetzung: Sophia Schmitz

  • Stolperstein Biography Gabriele Gutkind English Version

    PDF-Dokument (118.3 kB)

Alle Texte und Bilder auf dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Erlaubnis des/r Rechteinhaber*in verwendet werden.

Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf

Wegen der Wartezeit von 3 bis 4 Jahren können keine neuen Anträge für Stolpersteine angenommen werden. Bereits registrierte Anträge werden bearbeitet.

Because of a waitingtime of 3 to 4 years new requests for Stolpersteine cannot be accepted. Requests already registered will be processed.