HIER WOHNTE
HILDA
OTTENSTEIN
VERH. PANKE
JG. 1917
FLUCHT 1939
ENGLAND
Hilda Ottenstein wurde am 18. April 1917 in der Meraner Straße 5 in Berlin-Schöneberg als Tochter von Frieda und Theodor Ottenstein geboren. Sie hatte die beiden älteren Brüder Rudi (geb.1911) und Herbert (geb.1914), die durch Flucht nach Holland bzw. England ihre Leben retten konnten und den Holocaust überlebten. 1920 zog die Familie Ottenstein von Schöneberg nach Wilmersdorf in die Babelsberger Straße 52.
Hilda besuchte die Rückert Oberschule in Schöneberg und anschließend ein Jahr lang die Handelsschule in der Wormser Straße, um eine Karriere im Verkauf anzustreben. Die Möglichkeit einer Ausbildung in diesem Bereich wurde durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten verhindert. Nach vielen Schwierigkeiten fanden ihre Eltern für sie 1934 eine dreijährige Lehrstelle bei einer Damenschneiderin in Berlin-Charlottenburg. Die folgenden Jahre waren aufgrund der nationalsozialistischen antijüdischen Gesetze mit vielen Demütigungen, Drangsalierungen und Entrechtungen verbunden.
Anfang 1939 gelang es Hilda aufgrund der Bemühungen ihres Bruders Herbert, der schon seit 1936 in London lebte, mit einem Flüchtlingsvisum nach England zu entkommen. Die einzige Arbeit, die sie ausüben durfte, war die einer Haushaltshilfe. 1940 heiratete sie den aus Posen (Poznan) stammenden Gerhard Panke, der ebenfalls aus Berlin geflohen war, Er war Teilhaber eines Werkzeugmaschinenbetriebes gewesen, der im Februar 1939 enteignet und liquidiert wurde.
Brunn & Panke
Maschinen und Fahrzeuge, technische Artikel (Handel)
Eingetragen im Handelsregister/ Gründung 1933
Liquidation ab 1939-02-28 00:00:00
Erloschen 1939
Düsseldorfer Str. 47, Berlin
Das Paar hatte eine Tochter, Patricia, geb.1942, und einen Sohn, Stephen, geb. 1947. Hilda Panke geb. Ottenstein starb am 6. Mai 2001 an einem Herzinfarkt.
Recherche und Text: Ronald Austin und Gisela Morel-Tiemann
Quellen:
- Jüdische Gewerbebetriebe 1933-1945, HU
- Entschädigungsbehörde, LABO Berlin