HIER WOHNTE
MARTHA ULLMANN
JG. 1887
DEPORTIERT 4.3.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ
Martha Ullmann wurde am 12. Januar 1887 in Würzburg geboren. Sie war ledig und hatte keine Kinder. Wann und warum sie nach Berlin kam, ist unbekannt. Zuletzt war sie als Zwangsarbeiterin bei der Firma Krone Presswerk AG an der Frankfurter Allee 288 in Berlin-Lichtenberg beschäftigt. Über frühere Berufstätigkeiten ist bisher nichts bekannt.
Die Krone Presswerk AG beschäftigte ca. 90 jüdische und ca. 500 ausländische ZwangsarbeiterInnen. Die ausländischen zwangsweise dort Beschäftigten waren im Barackenlager „Rivo“, einem Lager für zivile ZwangsarbeiterInnen und Zwangsarbeiter, untergebracht. Sie kamen v.a. aus Belgien und der Sowjetunion.
Martha Ullmann wurde bei der sog. „Fabrikaktion“, als die letzten noch in Berlin als ZwangsarbeiterInnen in „kriegswichtigen“ Betrieben beschäftigten jüdischen Menschen an ihren Arbeitsplätzen von der GESTAPO „abgeholt“ wurden, verhaftet. Sie wurde in die in der Reichspogromnacht stark beschädigte Synagoge an der Levetzowstr. 7-8 verbracht, die die Nationalsozialisten als „Sammellager“ missbrauchten.
Am 4. März 1943 wurde sie mit dem sog. „34. Osttransport“ mit 1141 weiteren Menschen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.
Recherche und Text: Friedrich Berghald und Birgitta Berhorst
Quellen:
Berliner Geschichtswerkstatt e.V.: Berliner Zwangsarbeits-Firmen, 10.05.2016
www.ns-zwangsarbeit.de/de/recherche/lagerdatenbank/
Gedenkbuch des Bundesarchivs
Deportationsliste des “34. Osttransports” 34. Osttransport (statistik-des-holocaust.de)