Touro Universität Berlin

Touro Berlin ist eine gemeinnützige amerikanisch-jüdische Universität und Teil des Touro College-Hochschulnetzwerks mit Hauptsitz in New York City. Gegründet wurde Touro 1971 von dem Rabbiner und Soziologen Dr. Bernard Lander in New York. Namensgeber ist der jüdischen Philantrop Isaac Touro. Inzwischen gibt es auch Hochschulstandorte in Kalifornien, Florida, Nevada, Israel, Russland und in Deutschland.

Touro College, 7.2.2007

Touro College, 7.2.2007

Zum Wintersemester 2003 wurde das Touro College Berlin, seit 2022 Touro Universität Berlin, im Beisein von Dr. Bernard Lander gegründet. Erste Direktorin war Sara Nachama.
Der englischsprachige Studiengang führt in drei Jahren zum amerikanischen Abschluss “Bachelor of Science in Business, Management and Administration”. Um das Management-Studium zu vervollständigen, müssen die Studenten auch geisteswissenschaftliche Kurse belegen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf amerikanischer Kultur.
Am 12. September 2006 hat auch das “Bernard Lander Institut für Kommunikation über den Holocaust und Toleranz” unter der Leitung von Dr. Andreas Nachama auf dem Campusgelände seine Arbeit aufgenommen.

Touro College, 7.2.2007

Touro College, 7.2.2007

Das Haus am Rupenhorn 5 wurde 1929 von Bruno Paul im Bauhaus-Stil für Paul und Minnie Lindemann und ihre Kinder Eva und Klaus errichtet. Die jüdische Familie wurde 1934 gezwungen, das Haus weit unter Wert zu verkaufen. Dann zog der NS-Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten, Hans Kerrl, in das Gebäude ein. Nach dem Krieg übernahm die Berliner Senatsverwaltung für Jugend das Haus und veranstaltete hier internationale Begegnungen mit den Schwerpunkten Demokratie und interkulturelles Verständnis. 1955 veranstaltete die Gruppe 47 um Heinrich Böll, Günter Grass und Ingeborg Bachmann ihr jährliches Treffen in der Villa. Das Haus wurde vom Touro College saniert.

Enthüllung der Gedenktafel, von links: Claudia und Thomás Lindemann, Sara Nachama, Reinhard Naumann, 21.11.2012, Foto: Andreas Fritsch

Enthüllung der Gedenktafel, von links: Claudia und Thomás Lindemann, Sara Nachama, Reinhard Naumann, 21.11.2012

Am 21.11.2012 wurde zur Erinnerung an die Familie Lindemann eine Gedenktafel enthüllt und ein Buch zur Geschichte des Hauses vorgestellt: “Vom noblen Wohnsitz zum College – Das Haus am Rupenhorn” (hg. von Johannes Tuchel und Andreas Nachama)

Gedenktafel für die Familie Lindemann, 21.11.2012

Gedenktafel für die Familie Lindemann, 21.11.2012

Dieses Haus wurde von 1926 bis 1928
von dem Architekten Bruno Paul
für Paul und Minnie Lindemann
und ihre Kinder Eva und Klaus erbaut
Während der Naziherrschaft
verließ die Familie Lindemann
Mitte der Dreißiger-Jahre Deutschland,
um den Verfolgungen zu entkommen.