Villa und Atelierhaus Herter

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Villa Herter, Uhlandstr. 6, 4.9.2012
Bild: Bezirksamt, KHMM

Als sich der 1846 in Berlin geborene Ernst Herter 1899 hier ein repräsentatives Wohngebäude mit rückwärtigem Atelierhaus erbauen ließ, war er ein berühmter und erfolgreicher Künstler. Er war Mitglied der Berliner Kunstakademie und lehrte als Professor in der nahe gelegenen Hochschule der Künste. Er hatte Denkmäler für Bismarck und Krupp geschaffen, Skulpturen am Roten Rathaus, das Gefallenendenkmal auf dem Spandauer Friedhof In den Kisseln, den Loreleybrunnen als Heinrich-Heine-Denkmal in New York und mehrere Aufträge für die österreichische Kaiserin Elisabeth (Sisi). Bis heute faszinierend ist auch seine Bronzeskulptur “Ein seltener Fang” im Viktoriapark in Kreuzberg am Fuß der Kreuzberg-Kaskade.

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Fassadenschmuck an der Villa Herter, Uhlandstr. 6, 4.9.2012
Bild: Bezirksamt, KHMM

Rechts neben der Villa wohnte Wilhelm von Bode . Ernst Herter ließ sich sein Haus im italienischen Villenstil errichten. In der Zeitschrift “Berliner Architekturwelt” hieß es dazu:
“Um den Besitzer nach außen als Bildhauer zu charakterisieren, wurde das Hauptgewicht auf einen figürlichen Fries gelegt … Von Herter selbst modelliert und von R. Schirmer in Kunstsandstein ausgeführt, stellt er die Arbeit und die Erholung nach der Arbeit in Kunst und Wissenschaft dar.”

Bildvergrößerung: Fassadenschmuck an der Villa Herter, Uhlandstr. 6, 4.9.2012
Fassadenschmuck an der Villa Herter, Uhlandstr. 6, 4.9.2012
Bild: Bezirksamt, KHMM

Im Garten hinter dem Haus befand sich ein unterkellertes Atelier. “Es ist mit einer Vorrichtung zum Versenken der Modelle versehen, wodurch die Arbeit an hohen Bildwerken, wie zum Beispiel Reitern, ohne Benutzung von Leitern ermöglicht wird.”
Herter blieb nicht lange in seiner Künstlervilla wohnen. Wegen Gehbeschwerden wurde ihm das vierstöckige Haus bald unbequem. 1913 verkaufte er es. Das Atelier vermietete er an seinen Schüler Gustav Schmidt-Cassel, der vor allem mit Skulpturen von Tänzern und Tänzerinnen bekannt wurde.

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Kinderfries an der Villa Herter, Uhlandstr. 6, 4.9.2012
Bild: Bezirksamt, KHMM

Die Villa Herter wurde 1959 zum Teil umgebaut, der wesentliche Eindruck eines um 1900 entstandenen Künstlerhauses blieb aber erhalten, etwa der Kinderfries an der Fassade. Das Atelier wurde allerdings abgebrochen und das Relief “Amazonenschlacht” im Foyer des Hauses eingemauert. Bei einer Restaurierung 1984/85 wurde es wieder freigelegt.