Schon von Weitem sticht die „Rosa Röhre” am nördlichen Rand des Tiergartens mit ihrer schrillen Farbkombination und der futuristischen Architektur im Pop-Art-Stil ins Auge. Der Umlauftank 2 wurde in den 1970er-Jahren als Erweiterung der Versuchsanstalt für Wasser- und Schiffbau auf der Schleuseninsel gebaut und ist bis heute der größte seiner Art weltweit. Die Geschichte der Insel als Forschungsstätte begann jedoch bereits 1903, als sich dort die neu gegründete Königliche Versuchsanstalt für Wasser- und Schiffbau ansiedelte. Ein Industriedenkmal in Pink und Blau. Selbst im bunten Berlin fällt der futuristische Umlauftank 2 der ehemaligen Versuchsanstalt für Wasser- und Schiffbau auf. Seit 1974 durchdringt das 120 Meter lange pinkfarbene Umlaufrohr die blaue Laborhalle. Im Rohrkreislauf befindet sich eine Turbine, die den Wasserstrom in das Laborgebäude lenkt. In diesem weltweit größten Umlauftank werden bis zu neun Meter lange Schiffsmodelle der Strömung ausgesetzt und verschiedene Versuche durchgeführt.
Heute ist die Versuchsanstalt mit dem Umlauftank 2 eine Zentraleinrichtung der TU Berlin. Auf Beschluß des Berliner Abgeordnetenhauses gehört die VWS nun seit Dezember 1994 als Zentraleinrichtung VWS Hydrozentrum zur TU. Internationale Fachleute forschen hier im Bereich der Nautik.
Architekt Ludwig Leo schafft mit seiner „Rosa Röhre“ 1974 bewusst einen Kontrast zur größenwahnsinnigen Architektur der Nationalsozialisten. Sein Bau in Pop-Art-Architektur erweitert die historische Versuchsanstalt für Wasser- und Schiffbau. Was die wenigsten wissen: Die Geschichte der Experimentieranstalt beginnt bereits unter Kaiser Wilhelm II. 1903 eröffnet die Königliche Versuchsanstalt für Wasser- und Schiffbau auf der kleinen Schleuseninsel. Auf Initiative des marinebegeisterten Kaisers testen Forscher in einer langen Strömungsrinne verschiedene Schiffsformen und -antriebe für damals neue Kriegsschiffe. Damit beeinflussen sie die Schiffstechnik Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit.