Der Harald-Juhnke-Platz befindet sich an der Kreuzung Kurfürstendamm, Grolmanstraße und Uhlandstraße. Er ist nach dem Schauspieler, Entertainer und Sänger Harald Juhnke benannt, der zu den bekanntesten Berliner Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit zählt. Das Berliner Kulturleben prägte er insbesondere durch zahlreiche Auftritte auf den Bühnen am Kurfürstendamm, weshalb der Harald-Juhnke-Platz am 01. September 2025 offiziell nach ihm benannt wurde.
Harald Juhnke, geboren am 10. Juni 1929 in Berlin-Charlottenburg, wuchs als Harry Heinz Herbert Juhnke in einfachen Verhältnissen auf, zunächst in einer Mietskaserne im Stadtteil Wedding. Nach dem Abitur und Schauspielunterricht hatte er 1948 seinen ersten Bühnenauftritt im “Haus der Kultur der Sowjetunion”. Ab 1950 war er an den Theatern Neustrelitz und der Freie Volksbühne Berlin engagiert.
Sein Filmdebüt gab Juhnke 1950 in Carl Froelichs Komödie “Drei Mädchen spinnen”. Es folgte eine erfolgreiche Karriere als Schauspieler auf Bühne, Film und Fernsehen. Besonders populär wurde er durch die Fernsehreihen “Ein verrücktes Paar” (1977-1980), “Harald & Eddi” und die Serie “Drei Damen vom Grill” (1977-1992) mit Brigitte Mira und Günter Pfitzmann.
Ab Mitte der 1980er-Jahre schuf sich Juhnke einen Namen als Charakterdarsteller, etwa in der Titelrolle des Fernsehfilms “Der Trinker” (1995) sowie als “Hauptmann von Köpenick” am Berliner Maxim-Gorki-Theater (1996). Für die Rolle in Helmut Dietls Satire “Schtonk!” (1992) erhielt er den Ernst-Lubitsch-Preis. In den Jahren 1984 bis 2001 lebt Juhnke mit seiner Frau Susanne in der Lassenstraße 1 im Grunewald, wo sich heute eine Gedenktafel ihm zu Ehren befindet.
Auch in der Musik war Harald Juhnke präsent, vor allem als Sänger von Chansons und Schlagern mit Berliner Bezug. Viele seiner Lieder, darunter die Neuinterpretation von Frank Sinatras “New York, New York” und seine eigene Hymne “Barfuß oder Lackschuh”, griffen autobiografische Themen auf und spiegelten die Widersprüchlichkeit seines Lebens zwischen Erfolg und Abgrund.
Ein zentrales Thema im Leben von Harald Juhnke war seine langjährige Alkoholabhängigkeit, die schon früh öffentlich sichtbar wurde. Seine Sucht führte immer wieder zu Skandalen. Bereits 1959 verlor er in Folge von Alkohol am Steuer seinen Führerschein und verbrachte vier Monate im Gefängnis. Mehrfach musste er Engagements aufgrund seines Zustands abbrechen oder konnte nicht auftreten. Trotzdem blieb seine Popularität aufgrund seines Fernsehruhms bestehen. Sein Versuch, die eigene Alkoholsucht künstlerisch zu verarbeiten, manifestierte sich unter anderem im Film “Der Trinker”, in dem er einen Suchtkranken darstellte.
Ende der 1990er Jahre wurde bei Juhnke das Korsakow-Syndrom diagnostiziert, eine schwere, durch Alkoholmissbrauch begünstigte Gedächtnisstörung. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in einem Pflegeheim und starb am 01. April 2005. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Waldfriedhof Dahlem und gehört zu den Ehrengräbern des Landes Berlin.