Werbung im öffentlichen Raum in Berlin ist und wird ein Dauerthema bleiben. Es gibt tatsächlich Beispiele von Werbung, denen man sich wegen ihrer Penetranz und Inhaltslosigkeit lieber entziehen möchte. Deswegen soll Werbung den öffentlichen Raum nicht dominieren. Plätze mit ihrer eigenen Struktur, städtebauliche Räume, Architektur und Fassadengestaltung dürfen durch Plakate, Leuchtwände und Werbestelen nicht beeinträchtigt werden. Das gilt vor allem im näheren Umfeld von Schulen und von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Auch Werbung, die Rollenklischees und Vorurteile bedient sowie Menschen oder Bevölkerungsgruppen herabwürdigt oder diskriminiert, hat auf Berlins Straßen nichts zu suchen. Hierbei übersehen wir nicht, dass es schwierige Abgrenzungsfälle gibt. Bei der Interessenabwägung mit den Rechten der Werbetreibenden wird die Volksinitiative „Berlin Werbefrei“ ein interessanter Gradmesser sein, wie sehr die Bürgerinnen und Bürger eine Reduzierung der Werbung im
öffentlichen Raum wünschen. Unabhängig davon treibt der Berliner Senat jetzt schon eine Verringerung der Werbung im öffentlichen Raum voran. Mit der Neuausschreibung der Werberechte auf Landesebene will die zuständige Senatorin, Regine Günther, die Werbeanlagen um 30 Prozent reduzieren.
Alexander Koch