In Berlin leben schätzungsweise 6.000 bis 10.000 obdachlose Menschen aus Osteuropa, viele aus Polen, Bulgarien und Rumänien. Sie kommen mit der Hoffnung auf Arbeit und werden doch oft um ihren Lohn geprellt. Firmen, die sie geworben haben, gehen pleite. Ihr Rechte können Sie häufig nicht durchsetzen. Ohne festen Job haben sie aufgrund der EU-Regelungen in den meisten Fällen keinen Anspruch auf Sozialleistungen. Die Folgen sind sichtbar: Wir sehen sie täglich, wenn sie zwischen Einkaufswagen, Matratzen, Decken und wenigen Habseligkeiten unter den S-Bahn-Brücken nahe dem Stuttgarter Platz ausharren. Schon viel zu lange ist das ihr Leben. Viele werden suchtkrank. Allein finden sie kaum eine Perspektive.
Die Unterbringung in Unterkünfte ist ihnen oft verwehrt. Hilfsangebote beschränken sich meist auf eine Notversorgung und Beratung.
Wir setzten uns dafür ein, dass obdachlose Menschen aus osteuropäischen Ländern die notwendige Hilfe erhalten. Auch sie haben ein Recht auf eine würdige Unterbringung und Zugang zum Hilfesystem. Wer auf der Straße lebt, braucht Schutz – unabhängig von Herkunft oder Pass.
Heike Hüneke